Der richtige Kindersitz nach der Babyschale: Worauf Eltern achten sollten

Die Entscheidung für den ersten Kindersitz nach der Babyschale ist eine wichtige Weichenstellung für die Sicherheit des Nachwuchses im Auto. Während die Babyschale, wie beispielsweise der Maxi-Cosi, in der Regel bis zu einem Gewicht von 13 kg oder einer Körpergröße von 75 cm genutzt werden kann, stellt sich die Frage, wann und welcher Kindersitz als nächstes in Frage kommt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel?

Das Alter des Kindes ist nicht das alleinige Kriterium für den Wechsel. Vielmehr sind es die Größe und das Gewicht, die ausschlaggebend sind. Ein wichtiger Indikator ist, wenn der Kopf des Kindes über den oberen Rand der Babyschale hinausragt. Eine Faustregel besagt, dass man den Kopf des Babys mit der Hand nicht mehr von der Lehne des Sitzes aus erreichen können sollte. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gurtführung. Sobald die Schultergurte von unten kommen, ist es Zeit für einen Wechsel, unabhängig davon, wie viel Platz noch nach oben ist. Dies ist in der Anleitung des Sitzes zu finden.

Einige Eltern entscheiden sich auch für einen Wechsel, wenn das Kind beginnt, sich selbstständig hinzusetzen und die liegende Position in der Babyschale als unangenehm empfindet, was zu vermehrtem Weinen während der Fahrt führt. In solchen Fällen ist es ratsam, den Wechsel zu besprechen und auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen.

Grafik zur Überprüfung der Kopfposition des Babys im Kindersitz

Welche Kindersitztypen gibt es und was ist zu beachten?

Nach der Babyschale gibt es verschiedene Arten von Kindersitzen, die jeweils unterschiedliche Sicherheitsstandards und Nutzungsdauern bieten:

Reboarder: Rückwärtsgerichtetes Fahren für maximale Sicherheit

Der Reboarder ist die empfohlene Wahl als Folgesitz zur Babyschale. Diese Sitze können sowohl entgegen als auch mit der Fahrtrichtung verwendet werden und sind in der Regel für Babys bis 18 kg zugelassen. Das rückwärtsgerichtete Fahren wird von Experten dringend empfohlen, da es im Falle eines Unfalls den Kopf- und Nackenbereich des Kindes deutlich besser schützt. Die aktuelle i-Size-Sicherheitsnorm (R129) empfiehlt sogar ein rückwärtsgerichtetes Fahren bis zum Alter von 15 Monaten, während das frühere Gesetz (R44) mindestens 9 Monate vorschreibt.

Eltern berichten von positiven Erfahrungen mit Reboardern, da Kinder darin oft gerne fahren und die Sitze für mehrere Jahre genutzt werden können. Einige Modelle bieten eine 360-Grad-Drehfunktion, die das Ein- und Aussteigen erleichtert.

Schema zur Funktionsweise eines Reboarders

Kleinkindsitze und Kindersitze: Die nächsten Stufen

Auf den Reboarder oder die Babyschale folgen die Kleinkindsitze. Diese sind für Kinder gedacht, die bereits sicher und selbstständig sitzen können. Sie sind in der Regel für Kinder von 9-18 kg (ca. 1-4 Jahre) zugelassen und verfügen meist über ein eigenes Gurtsystem. Danach kommen die Kindersitze für Kinder von 15-36 kg (ca. 1-12 Jahre). Diese besitzen kein eigenes Gurtsystem mehr, sondern nutzen den Fahrzeuggurt, der durch spezielle Führungselemente optimal am Kind anliegt.

Es gibt auch mitwachsende Kindersitze, die Kleinkind- und Kindersitze in einem vereinen und über einen längeren Zeitraum genutzt werden können, bis das Kind etwa 12 Jahre alt ist oder eine Körpergröße von 1,50 m erreicht hat.

Die i-Size-Norm: Ein neuer Standard für Kindersitze

Die i-Size-Norm (R129) ist die aktuellste europäische Sicherheitsvorschrift für Kindersitze. Sie orientiert sich bei der Auswahl des richtigen Sitzes primär an der Körpergröße des Kindes anstatt am Gewicht, was die Auswahl für Eltern vereinfacht. i-Size-Kindersitze bieten zudem eine verbesserte Schutzwirkung bei Seitenaufprall und schreiben das rückwärtsgerichtete Fahren bis mindestens 15 Monate vor.

Installationsmöglichkeiten: ISOFIX oder Gurt?

Bei der Installation von Kindersitzen gibt es zwei Hauptmethoden:

  • ISOFIX: Dieses System nutzt feste Verankerungspunkte im Fahrzeug und bietet eine einfache und sichere "Click & Go"-Montage. Es minimiert das Risiko einer falschen Installation. Viele moderne Kindersitze sind mit ISOFIX ausgestattet, oft in Kombination mit einer Basisstation.
  • Fahrzeuggurt: Sollte das Auto keine ISOFIX-Verankerungspunkte haben, kann der Kindersitz auch mit dem Sicherheitsgurt des Autos befestigt werden. Auch hier ist eine korrekte Installation entscheidend. Gegurtete Reboarder können bis zu 25 kg zugelassen sein und eine gute Alternative darstellen.

Es ist wichtig zu prüfen, ob der gewählte Kindersitz für das spezifische Fahrzeugmodell zugelassen ist. Diese Information findet sich in der Fahrzeugtypenliste des Herstellers.

WIE BEFESTIGE ICH EINEN KINDERSITZ MIT ISOFIX

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Beim Kauf eines neuen Kindersitzes sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen:

  • Sicherheit: Achten Sie auf aktuelle Sicherheitsstandards wie i-Size (R129) und Prüfsiegel von unabhängigen Organisationen wie dem ADAC.
  • Passform: Der Sitz muss zur Größe und zum Gewicht Ihres Kindes passen. Testen Sie den Sitz im Auto, um sicherzustellen, dass er bequem ist und die Gurtführung optimal ist.
  • Installation: Prüfen Sie, welche Installationsmethode (ISOFIX oder Gurt) für Ihr Fahrzeug am besten geeignet ist und ob der Sitz einfach und sicher zu montieren ist.
  • Komfort: Besonders auf längeren Fahrten ist ein bequemer Sitz wichtig. Zusätzliches Zubehör wie Sitzverkleinerer, Gurtpolster oder Sonnenschutz kann den Komfort erhöhen.

Es wird generell empfohlen, keine gebrauchten Kindersitze zu kaufen, da diese durch Unfälle beschädigt sein könnten, ohne dass dies äußerlich erkennbar ist, was die Sicherheit beeinträchtigt. Einige Hersteller bieten jedoch eine Unfallersatzgarantie für neu erworbene Sitze an.

Ein Besuch im Fachhandel, wie beispielsweise bei spezialisierten Kindersitzgeschäften, wird dringend empfohlen. Dort können Eltern sich umfassend beraten lassen, verschiedene Modelle ausprobieren und sicherstellen, dass der ausgewählte Sitz optimal zu Kind und Auto passt.

Infografik zur Unterscheidung verschiedener Kindersitztypen

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