Die Burg Trausnitz, hoch über den Dächern von Landshut gelegen und bereits von weitem sichtbar, trägt ihren heutigen Namen erst seit dem 16. Jahrhundert. Zuvor teilte sie sich den Namen mit der Stadt selbst, da sie dem Land „Behütung“ und Schutz gewähren sollte. Die Ursprünge der Burganlage reichen bis ins Jahr 1150 zurück, als auf dem Bergsporn oberhalb der Stadt eine hölzerne Burganlage mit einem Wachturm als „Landeshut“ errichtet wurde. Die ältesten Mauern der ersten Wittelsbacher-Burg stammen aus dem Jahr 1204, einer Zeit der Blüte des mittelalterlichen Burgenbaus. Zwischen 1255 und 1503 residierten die Herzöge von Niederbayern/Bayern-Landshut auf der Burg Trausnitz. Die berühmte „Landshuter Hochzeit“ erinnert an diese Ära, insbesondere an die Heirat des bayerischen Herzogs Georg der Reiche mit Hedwig Jagiellonica. Ab 1575 erhielt die Hauptburg unter dem bayerischen Erbprinzen Wilhelm das Erscheinungsbild eines Renaissanceschlosses. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden 1634 Teile der Vorburg von den Schweden zerstört. Im 18. Jahrhundert änderte sich die Nutzung der Anlage; Trausnitz diente als Kaserne und Gefängnis für adlige Gefangene, da sich der Zeitgeschmack hin zu Schlössern wie Nymphenburg oder Schleißheim verschob. Auch später wurde die Burg als Lazarett oder Kaserne genutzt. Ein verheerender Großbrand im Jahr 1961, ausgelöst durch einen Tauchsieder, zerstörte große Teile der Burg Trausnitz.

Heute beherbergt die Burg Trausnitz die „Kunst- und Wunderkammer“, ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums. Der Rundgang führt Besucher durch mittelalterliche Säle wie die eindrucksvolle Gewölbehalle der Alten Dürmitz und die Burgkapelle mit ihrem bedeutenden Skulpturenschmuck und den Flügelaltären der Reichen Herzöge. Gewölbte Kabinette, vertäfelte Stuben und die berühmte Narrentreppe mit monumentalen gemalten Szenen aus der italienischen Commedia dell’arte repräsentieren die Epoche der Renaissance. Der angrenzende Park und Wald mit einem Spielplatz und einem kleinen Tierpark begeistern auch die jüngsten Besucher.
Der Landshuter Hof- und Herzogarten
Hoch gelegen über den Dächern der Stadt umrahmt der Landshuter Hof- und Herzogarten malerisch die Burg Trausnitz. Die Wurzeln des Hofgartens reichen bis ins Jahr 1204 zurück, als Herzog Ludwig der Kelheimer die Stadt „Landeshuta“ gründete. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und entwickelte sich zum Lieblings-Naherholungsgebiet der Landshuter. Der Hofgarten liegt auf dem Höhenzug zwischen der Burg Trausnitz im Süden und dem Herzogschlössl im Norden. Seit dem Spätmittelalter wird dort Damwild gehalten. 1836 ging die 27 Hektar große Anlage in den Besitz der Stadt Landshut über.
Im Nordosten, nahe dem Kinderkrankenhaus St. Marien, grenzt der Herzoggarten an den Hofgarten an. Er beherbergt das Herzogschlössl, den herzoglichen Sommersitz von Wilhelm von Birkenfeld-Gelnhausen, der 1782 im klassizistischen Stil errichtet wurde. Den von einer hohen Mauer umschlossenen Herzoggarten, Schlosspark des Herzogschlösschens, gibt es jedoch schon länger. Im sogenannten Königlgarten wurden hier über hundert Jahre Kaninchen, sogenannte „Königl“, für die Jagd und für die Hofküche gehalten. Das Herzogschlössl ist ein herzoglicher Sommersitz, der 1782 im klassizistischem Stil errichtet wurde.

Der Hofgarten war bis 1800 als Wildgehege und Jagdrevier für die Landshuter Herzöge genutzt. Viele Wege führen in den Hofgarten, der zentral gelegen ist und über insgesamt zehn Tore für Fußgänger zugänglich ist. Das „Ochsenklavier“ bezeichnet Flussüberquerungen und Aufstiege aus Trittsteinen, die an die Klaviatur eines Klaviers erinnern. Die circa 80 Höhenmeter bis ganz nach oben erreicht man in etwa 15 bis 30 Minuten. Gut ausgeschilderte Wege, gesäumt von hohen Bäumen, führen an einigen der zwölf Naturdenkmäler des Hofgartens vorbei, darunter der majestätische Mammutbaum oder die alte Blutbuche. Verschiedene Rastplätze sowie eine Statue von Ludwig dem Bayern laden zum Verweilen ein.
Der Hofgarten ist ein wahres Spielparadies für Kinder, mit einem großzügig angelegten Außengelände, zwei Teichen für Hühner, Enten und Pfauen und einem großen Spielplatz. In den warmen Monaten erstrahlt der Hofgarten in voller Pracht. Ein beliebtes Fotomotiv sind die zahlreichen exotischen Blumen und Pflanzen, zum Beispiel am Brunnen gegenüber dem Ententeich. Für eine ausgiebige Brotzeit mit Blick über die gotischen Giebel der Stadt empfehlen sich die weitläufigen Wiesen hinter dem Nandu-Gehege. Wer zu Fuß zurück in die Stadt möchte, hat neben dem Ochsenklavier noch eine weitere schöne Strecke durch den Wald zur Auswahl.

Anreise und praktische Informationen
Landshut und die Burg Trausnitz sind von München aus gut erreichbar. Mit dem Zug dauert die Fahrt ab München nur 47 Minuten. Vom Bahnhof Landshut sind es etwa 1,5 Kilometer zur östlich gelegenen Altstadt, die entweder zu Fuß (21 Minuten) oder mit dem Bus (4 Minuten bis zur Wittmannstraße) erreicht werden kann. Mit dem Auto ist die Anreise ab Schwabing über die A9 und A92 in knapp 50 Minuten möglich; die Ausfahrt ist bei Moosburg Nord.
Öffnungszeiten der Burg Trausnitz:
- April bis 6. Oktober: täglich 9-18 Uhr
- 7. Oktober bis März: täglich 10-16 Uhr
Die Burg Trausnitz ist bis auf wenige Feiertage ganzjährig geöffnet.
Eintrittspreise:
- Erwachsene: [Preis für Erwachsene einfügen]
- Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt.
- Schülerinnen und Schüler über 18 Jahren von allgemeinbildenden Schulen, beruflichen Schulen, Förderschulen und Schulen für Kranke gemäß Art. 6 Abs. 2 BayEUG erhalten gegen Vorlage des Schülerausweises ebenfalls freien Eintritt.
- Kinder unter 14 Jahren haben nur in Begleitung einer erwachsenen Aufsichtsperson Zutritt zu den Objekten der Bayerischen Schlösserverwaltung.
Eltern bzw. erwachsene Aufsichtspersonen tragen die alleinige Aufsichtspflicht für minderjährige Kinder und Heranwachsende (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres). Ebenso sind begleitende Lehrkräfte und Gruppenleiter/-innen für das Verhalten von in ihrer Obhut befindlichen Minderjährigen verantwortlich.
Hinweise für Besucher:
- Die Mitnahme von sperrigen Gegenständen in die musealen Bereiche ist nicht erlaubt. Zur Aufbewahrung von großen Taschen, Rucksäcken etc. stehen Schließfächer im Nebenraum der Eintrittskasse zur Verfügung.
- Kinderwagen und -kraxen können im Kassenbereich abgestellt werden.
- Hunde und andere Tiere dürfen nicht in die Burg und die Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz mitgenommen werden.
- Während der Burgführungen sind Foto- und Videoaufnahmen leider nicht gestattet.
- In der Kunst- und Wunderkammer ist das Fotografieren für private Zwecke (ohne Blitz und Stativ) erlaubt.
- Außenaufnahmen zu privaten Zwecken sind kostenfrei erlaubt.
- Für alle weiterführenden Foto- und Filmaufnahmen sowie den Betrieb von Drohnen / Multicoptern benötigen Sie grundsätzlich eine schriftliche - ggf. kostenpflichtige - Fotogenehmigung bzw. Drehgenehmigung.
Nicht alle PDF-Dokumente und eingebundenen Videos sind barrierefrei zugänglich. Es stehen nicht in allen Videos vollständige Audiodeskriptionen, Volltext-Alternativen oder Untertitel zur Verfügung. Eine Überarbeitung der Videos ist derzeit nicht vorgesehen. Einige Dokumente von Dritten werden nur in einer nicht-barrierefreien Fassung bereitgestellt. Derzeit stehen über 25 Funktionen rund um die digitale Teilhabe und Zugänglichkeit wie Blaufilter, Nachtmodus, adaptiver Zoom, Kontrastmodus, Farbkorrektur, Sprachausgabe usw. zur Verfügung.
Bleibt Ihre Anfrage innerhalb von sechs Wochen ganz oder teilweise unbeantwortet, so haben Sie die Möglichkeit, bei der Durchsetzungsstelle online einen Antrag auf Prüfung der Anforderungen an die Barrierefreiheit gem. § 11 BayDiV zu stellen.
das wunderschöne Landshut inkl. Burg Trausnitz und der Isar von oben @TM_Skylight
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