Besenreiser: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Besenreiser sind feine, bläulich-rötliche Äderchen, die meist an den Beinen sichtbar werden und auf eine leichte Venenschwäche hinweisen können. Obwohl sie in der Regel kein gesundheitliches Risiko darstellen, empfinden viele Betroffene sie als kosmetisch störend. Sie sind eine Sonderform von Krampfadern und gelten als häufiges, meist kosmetisches Problem, das auch in jungen Jahren auftreten kann.

Was sind Besenreiser?

Besenreiser, auch Besenreiservarizen genannt, sind winzige, auffällige Venen an der Oberfläche der Beine. Sie entstehen durch eine Erweiterung oberflächlicher Hautvenen und sind die kleinste Form der Krampfadern. Im gesunden Zustand sind diese Äderchen sehr zart und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Werden sie aber durch verschiedene Faktoren erweitert, erfolgen ein Umbau der Gefäßwände, eine Zunahme des Umfangs und eine Verdickung der Wände, wodurch die oberflächlich liegenden Blutgefäße dauerhaft sichtbar werden.

Die Bezeichnung "Besenreiser" leitet sich von ihrem Erscheinungsbild ab, das an das Reisig eines Besens erinnert. Sie können als einzelne, rote, blaue oder violette Äderchen sichtbar sein, entwickeln sich aber im Laufe der Zeit oft zu größeren, nahezu dreieckigen Geflechten.

Zusätzlich zur Größe und Ausbildung werden Besenreiser nach dem Ort ihrer Bildung unterschieden:

  • Besenreiser an Beinen, Armen und Rumpf: Hierfür wird kein gesonderter Name verwendet, sie werden als Besenreiser oder Besenreiservarizen bezeichnet.
  • Besenreiser im Gesicht: Hier werden sie, je nach Erscheinungsform, Couperose oder Spinnennävus (Spider Naevi) genannt. Couperose kann sich flächendeckend ausbreiten und zu Rosacea führen. Bei Spinnennävus gehen sichtbare Äderchen von einem Mittelpunkt aus und erinnern an ein Spinnennetz. Besenreiser im Gesicht sind häufiger Vorboten oder Symptome zugrunde liegender Krankheiten.
Schema, das die verschiedenen Formen von Besenreisern im Gesicht und an den Beinen zeigt

Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Besenreisern

Die Entstehung von Besenreisern ist oft auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurückzuführen:

  • Genetische Veranlagung: Eine angeborene Bindegewebsschwäche oder eine erbliche Veranlagung zu Venenleiden ist ein wesentlicher Risikofaktor.
  • Hormonelle Veränderungen: Insbesondere der Einfluss weiblicher Geschlechtshormone wie Östrogen, wie sie während der Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit oder durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille auftreten, lässt die Gefäßwände erschlaffen und die Venenklappen schwächen.
  • Belastung des Venensystems: Langes Sitzen oder Stehen, das Tragen von Absatzschuhen, das Übereinanderschlagen der Beine und Bewegungsmangel stören das Zusammenspiel zwischen Muskelpumpen und Venenklappen.
  • Erhöhtes Blutvolumen: Während der Schwangerschaft steigt das Blutvolumen, was die Venen zusätzlich belastet.
  • Druck auf die Beckenvenen: Die wachsende Gebärmutter während der Schwangerschaft übt Druck auf die Beckenvenen aus, was den Blutrückfluss erschwert.
  • Verminderte Durchblutung: Faktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Diabetes und andere Krankheiten können die Durchblutung beeinträchtigen.
  • Übergewicht: Zusätzliches Gewicht belastet das Venensystem.
  • Mangelernährung: Ein Mangel an Vitaminen und Nährstoffen kann die Gefäßgesundheit beeinträchtigen.

Der zugrunde liegende Mechanismus ist eine Rückstauung des Blutes in den feinen Venolen und Arteriolen, da die Venenklappen das Blut nicht mehr ausreichend zum Herzen transportieren können. Dieser Rückstau führt zu einem permanenten Druck, der eine Erweiterung der Äderchen und eine Verdickung der Gefäßwände zur Folge hat.

Besenreiser in der Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sind Besenreiser keine Seltenheit; etwa 20 bis 40 Prozent der werdenden Mütter entwickeln sie, besonders ab dem zweiten Trimester. Die hormonellen Veränderungen, das erhöhte Blutvolumen und der Druck der wachsenden Gebärmutter begünstigen ihre Entstehung. Während der Stillzeit können sich die Symptome wie sichtbare Äderchen und ein Schweregefühl in den Beinen zeigen. Viele schwangerschaftsbedingte Besenreiser bilden sich in den Monaten nach der Geburt von selbst zurück, da sich der Hormonhaushalt normalisiert und der Druck auf die Venen nachlässt.

Grafik, die die hormonellen Veränderungen und den Druck auf die Venen während der Schwangerschaft darstellt, die zur Entstehung von Besenreisern führen

Besenreiser Symptome

Besenreiser sind primär ein optisches Problem, können aber auch mit weiteren Symptomen einhergehen, insbesondere wenn sie Teil einer tieferliegenden Venenschwäche oder Krankheit sind.

  • Kernsymptome:
    • Sichtbare Blutgefäße an der Oberfläche der Haut
    • Schweregefühl in den Beinen
    • Berührungsempfindliche Hautareale
  • Zusatzsymptome:
    • Schwellungen
    • Ausstrahlende Hitze
    • Schmerzen
  • Weitere Symptome:
    • Muskelkrämpfe
    • Wassereinlagerungen
    • Juckreiz
    • Pigmentierungsstörungen
    • Entzündungen
    • Psychische Probleme und hoher Leidensdruck, vor allem bei stark sichtbaren Besenreisern

Besenreiser sind in der Regel kein Grund zur Sorge und stellen keine direkte Gefahr für die Gesundheit dar. Sie können keine Thrombosen oder Lungenembolien verursachen. Dennoch ist es ratsam, sie von einem Arzt untersuchen zu lassen, um eine mögliche Venenschwäche oder andere zugrunde liegende Erkrankungen auszuschließen.

Diagnose von Besenreisern

Aufgrund ihres charakteristischen Erscheinungsbildes ist bei Besenreisern oft eine Blickdiagnose ausreichend. Da sich jedoch auch unter unscheinbaren Besenreiservarizen Krampfadern, verstopfte Blutgefäße oder weitreichende Venenschwächen verbergen können, ist eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße unerlässlich, um tiefergehende Erkrankungen auszuschließen.

Besenreiser behandeln

Die Entfernung von Besenreisern ist in erster Linie aus ästhetischen Gründen ratsam, wenn sie als störend empfunden werden. Medizinisch sinnvoll kann die Behandlung auch sein, wenn gleichzeitig Beschwerden wie geschwollene Beine, Druck in den Beinvenen oder Anzeichen einer Venenschwäche bestehen.

Medizinische Behandlungsmethoden

Für die gezielte Entfernung von Besenreisern stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Sklerosierungstherapie (Verödung): Bei dieser Methode wird ein Verödungsmittel (flüssig oder als Schaum) mit einer feinen Nadel direkt in die betroffenen Gefäße injiziert. Dies löst eine lokale Entzündung aus, die dazu führt, dass sich die Venenwände verkleben und die Vene verschließt. Der Körper baut das behandelte Gewebe ab, wodurch die Äderchen nicht mehr sichtbar sind. Diese Methode eignet sich besonders für bereits stärker ausgeprägte Besenreiser. Um eventuelle Unverträglichkeiten auszuschließen, kann ein Allergietest empfohlen werden. Nach der Behandlung ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfehlenswert.
  • Lasertherapie: Hierbei wird ein Laser, eine Blitzlampe oder eine andere Energiequelle punktgenau auf die sichtbaren Äderchen gerichtet. Der rote Blutfarbstoff im Gefäß nimmt die Energie auf, wodurch die Venenwände geschädigt werden und sich die Vene verschließt. Diese Methode ist schonender als die Verödung, erfordert danach in der Regel kein Tragen von Kompressionsstrümpfen und hat geringere Nebenwirkungen. Die Lasertherapie eignet sich besonders für kleinere und dünnere Besenreiser.
  • Phlebolyse: Eine weitere schonende Methode, die hochfrequenten Strom nutzt, um die kleinen Äderchen gezielt zu veröden. Die Behandlung ist nahezu schmerzfrei und hinterlässt keine Narben.

Die Wahl der Methode hängt von der Größe und Lage der Besenreiser ab. In der Regel sind mehrere Behandlungssitzungen notwendig, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Die Behandlung erfolgt meist ambulant und unter örtlicher Betäubung.

Alternative und unterstützende Behandlungsmethoden

Während medizinische Verfahren die effektivsten Methoden zur Entfernung von Besenreisern darstellen, können alternative und unterstützende Maßnahmen helfen, die Symptome zu lindern und die Ausbreitung zu verlangsamen:

  • Hausmittel: Das Einreiben der betroffenen Stellen mit einem in Apfelessig getränkten Tuch wird als Hausmittel genannt.
  • Pflanzliche Mittel: Extrakte aus Rosskastanie (enthält den Wirkstoff Aescin) und rotem Weinlaub sind bekannt dafür, die Venen zu stärken und die Durchblutung zu fördern. Diese sind als Salben, Cremes, Gele oder Kapseln zur innerlichen Anwendung erhältlich. Sie können die Neigung zu Besenreisern vermindern und die optische Ausprägung bestehender Besenreiser verbessern, lassen diese aber nicht vollständig verschwinden.
  • Venenfreundliche Lebensweise: Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, Venengymnastik, Hochlagern der Beine, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und das Vermeiden von engen Kleidungsstücken unterstützen die Gefäßgesundheit.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Methoden in erster Linie präventiv wirken oder unterstützend eingesetzt werden können, aber nicht die vollständige Entfernung von Besenreisern garantieren.

Besenreisern vorbeugen

Obwohl Besenreiser nicht vollständig verhindert werden können, insbesondere bei genetischer Veranlagung, lässt sich die Entstehung und Ausprägung durch verschiedene Maßnahmen deutlich reduzieren:

  • Regelmäßige Bewegung: Sport, Venengymnastik und Spaziergänge regen die Durchblutung an, stärken die Beinmuskulatur und verbessern den venösen Rückfluss. Sanfte Ausdauersportarten wie Schwimmen und Schwangerschaftsgymnastik sind besonders geeignet.
  • Vermeidung von auslösenden Faktoren: Übergewicht, einseitige Ernährung, langes Sitzen oder Stehen, das Tragen von engen Kleidungsstücken und hohen Absätzen sollten vermieden werden.
  • Entlastung der Beine: Das regelmäßige Hochlagern der Beine, insbesondere über Herzhöhe, erleichtert den Blutrückfluss zum Herzen. Ein Hocker am Schreibtisch, eine Fußablage oder ein erhöhtes Fußende im Bett können dabei helfen.
  • Stütz- und Kompressionsstrümpfe: Das Tragen von Kompressionsstrümpfen, besonders bei beruflicher Belastung durch langes Sitzen oder Stehen, unterstützt den Blutfluss und beugt Venenproblemen vor.
  • Gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr, Verzicht auf Nikotin und mäßiger Alkoholkonsum fördern die allgemeine Gefäßgesundheit.
  • Wechselduschen: Das Wechseln zwischen warmem und kaltem Wasser trainiert die Blutgefäße durch abwechselndes Erweitern und Verengen.
Infografik mit Tipps zur Vorbeugung von Besenreisern, z.B. Sport, Beine hochlegen, Kompressionsstrümpfe

Besenreiser und Krampfadern - Was ist der Unterschied?

Besenreiser sind die kleinste Form von Krampfadern. Krampfadern (Varizen) sind knotenförmig ausgeweitete, meist oberflächlich unter der Haut gelegene Venen, die sich schlängeln oder knäuelartig bilden können. Während Besenreiser in der Regel ein kosmetisches Problem darstellen und keine direkte gesundheitliche Gefahr bergen, können größere Krampfadern zu Beschwerden wie Schwellungen, Schmerzen und in seltenen Fällen zu schwerwiegenderen Komplikationen wie Venenentzündungen oder Thrombosen führen. Häufig sind Besenreiser jedoch ein Vorbote für weitere Formen von Krampfadern. Krampfadern sind von der sogenannten Couperose zu unterscheiden, die sich im Gesicht zeigt.

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