Wie Fieber einen Schwangerschaftstest beeinflusst

Die normale Körpertemperatur eines Menschen ist ein wichtiger Indikator für seine Gesundheit und unterliegt ständigen Schwankungen. Diese Schwankungen werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Bei Fieber ist die Körpertemperatur über den Normbereich hinaus erhöht, was eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf schädliche Einflüsse wie Krankheitserreger darstellt. Es ist wichtig zu verstehen, wie Fieber funktioniert und wie es sich von anderen Zuständen wie Überwärmung (Hyperthermie) unterscheidet.

Die Regulierung der Körpertemperatur

Die Körpertemperatur wird im Gehirn durch das Wärmeregulationszentrum im Hypothalamus gesteuert, das einen Sollwert vorgibt. Sensoren in Haut und Körper messen die Ist-Temperatur und vergleichen sie mit dem Sollwert. Bei Abweichungen versucht der Körper, die Temperatur anzupassen: Bei zu niedriger Temperatur friert man, um Wärme zu erzeugen; bei zu hoher Temperatur schwitzt man, um überschüssige Wärme abzugeben.

Was passiert bei Fieber?

Beim Fieber erhöhen sogenannte Pyrogene (z.B. Zellreste von Bakterien oder Signalstoffe von Immunzellen) indirekt den Temperatur-Sollwert im Hypothalamus. Dies führt dazu, dass der Körper wärmeproduzierende und -erhaltende Prozesse begünstigt, was sich in Schüttelfrost und einem Anstieg der Körpertemperatur äußert. Fieber ist somit eine nützliche Abwehrreaktion, solange die Temperatur nicht zu hoch ansteigt (über 41 Grad Celsius), da extreme Temperaturen dem Körper schaden können.

Fieber selbst ist keine ansteckende Krankheit, sondern eine Reaktion auf einen Reiz. Wenn dieser Reiz jedoch ein Krankheitserreger ist, kann dieser ansteckend sein und bei anderen ebenfalls Fieber auslösen.

Ab wann spricht man von Fieber?

Die normale Körpertemperatur schwankt individuell und unterliegt einem Tagesrhythmus, wobei sie nachts am niedrigsten und nachmittags am höchsten ist. Im Durchschnitt liegt sie zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius. Mediziner unterscheiden folgende Abstufungen:

  • Erhöhte Temperatur (subfebril): 37,5 bis 38 Grad Celsius. Mögliche Ursachen sind Infektionen, Hitzschlag oder intensiver Sport.
  • Leichtes Fieber: Ab 38 Grad Celsius, mit Werten zwischen 38,1 und 38,5 Grad Celsius.
  • Mäßiges Fieber: 38,6 bis 39 Grad Celsius.
  • Hohes Fieber: 39,1 bis 39,9 Grad Celsius.
  • Sehr hohes Fieber: Über 40 Grad Celsius.
  • Extremes Fieber (Hyperpyrexie): Über 41 Grad Celsius, was lebensbedrohlich sein kann.

Bei Frauen kann die Körpertemperatur während des Eisprungs und der Schwangerschaft um etwa 0,5 Grad Celsius ansteigen.

Grafik zur Einteilung von Fiebergraden

Fieber-Phasen und Verlaufsformen

Medizinisch lässt sich Fieber in Phasen einteilen:

  • Fieberanstieg (Stadium incrementi): Der Körper versucht, die Temperatur zu erhöhen, was zu Schüttelfrost und Kältegefühlen führen kann.
  • Fieberhöhe (Fastigium): Die Temperatur erreicht ihren höchsten Punkt. In seltenen Fällen kann es zu Fieberdelirien kommen.
  • Fieberabfall (Deferveszenz, Stadium decrementi): Die Temperatur sinkt, oft begleitet von Schweißausbrüchen. Schnelles Absinken kann zu Kreislaufproblemen führen.

Es gibt verschiedene Fieberverläufe:

  • Kontinuierliches Fieber: Die Temperatur bleibt länger als vier Tage nahezu gleichbleibend hoch.
  • Remittierendes Fieber: Die Temperatur schwankt täglich, ist aber morgens immer niedriger als abends.
  • Intermittierendes Fieber: Deutliche Schwankungen im Tagesverlauf, mit normalen Temperaturen am Morgen und hohen Werten am Abend.
  • Undulierendes Fieber: Wellenförmiger Verlauf mit wechselnden Fieber- und fieberfreien Phasen.
  • Rezidivierendes Fieber: Wiederkehrende Fieberschübe mit regelmäßigen fieberfreien Tagen dazwischen.
  • Zwei-gipfeliges (biphasisches) Fieber: Nach einer Fieberphase sinkt die Temperatur auf Normalwerte, bevor eine zweite Fieberphase folgt.

Diese klassischen Verlaufsformen werden heute seltener beobachtet, da Fieber meist frühzeitig behandelt wird.

Unterschied zur Hyperthermie

Im Gegensatz zum Fieber, bei dem der Sollwert der Körpertemperatur erhöht ist, bleibt der Sollwert bei der Hyperthermie unverändert. Die Körpertemperatur steigt, weil die körpereigenen kühlenden Mechanismen (wie Schwitzen) überfordert sind. Dies kann bei intensiver sportlicher Betätigung, großer Hitze oder unzureichender Flüssigkeitszufuhr geschehen. Fiebersenkende Medikamente helfen bei Hyperthermie nicht, da sie nicht auf die Ursache abzielen. Hier sind kühlende Maßnahmen und Flüssigkeitszufuhr entscheidend.

Schema zur Unterscheidung von Fieber und Hyperthermie

Fieber und Schwangerschaftstests

Der Kern der Frage ist, ob Fieber einen Schwangerschaftstest beeinflussen kann. Schwangerschaftstests basieren auf dem Nachweis des Hormons Human-Chorion-Gonadotropin (hCG), das ausschließlich während einer Schwangerschaft produziert wird. Dieses Hormon wird vom Körper der Frau nicht als Reaktion auf Fieber oder andere Krankheiten gebildet.

Daher ist es ein weit verbreiteter Mythos, dass Erkältungen, Infektionen oder Fieber einen Schwangerschaftstest verfälschen können. Krankheiten wie Blasenentzündungen oder Infektionen im Genitalbereich beeinflussen den hCG-Spiegel im Urin oder Blut nicht.

Was kann einen Schwangerschaftstest beeinflussen?

Es gibt nur wenige Faktoren, die einen Schwangerschaftstest positiv verfälschen können:

  • Medikamente zur Auslösung des Eisprungs: Diese enthalten hCG und können den Test bis zu einer Woche nach der Injektion positiv erscheinen lassen.
  • Bestimmte Tumore: Sehr selten produzieren Tumore wie das Chorionkarzinom hCG.

Andere Substanzen wie Cola, Apfelsaft, Zitronensaft, übermäßiger Alkoholkonsum, Sperma oder Vaginalsalben haben keinen Einfluss auf das Testergebnis.

Ein falsch positives Ergebnis ist somit nahezu ausgeschlossen, es sei denn, es liegt eine der oben genannten Ausnahmen vor. Ebenso gibt es Szenarien für falsch negative Tests, z.B. wenn der Test zu früh durchgeführt wird, bevor die hCG-Konzentration ausreichend hoch ist, oder wenn unmittelbar vor dem Test übermäßig viel Wasser getrunken wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Fieber keinen Einfluss auf die Verlässlichkeit eines Schwangerschaftstests hat. Die Testprinzipien sind spezifisch für den Nachweis von hCG, und Fieber ist keine Ursache für dessen Erhöhung.

Bin ich schwanger?! Alle wichtigen Infos zum Schwangerschaftstest

tags: #beeinflusst #fieber #einen #schwangerschaftstest