Muttermilch sicher aufbewahren und lagern

Stillen ist die beste Ernährungsform für Babys. Der enge Kontakt zur Mutter tut ebenso gut, wie die wertvollen Inhaltsstoffe der Muttermilch. Und Muttermilch hat einen weiteren Vorteil: Sie kann abgepumpt und für einige Zeit im Kühlschrank aufbewahrt, ja sogar eingefroren werden. Ein kleiner Vorrat an Muttermilch ist in vielen Situationen nützlich.

Wenn du dich fürs Stillen entschieden hast, bekommt dein Kind die bestmögliche Nahrung, die es kriegen kann. Manche Aufgaben kann der Papa übernehmen, er kann dich zum Beispiel beim Windelwechsel entlasten oder euer Baby auf den Arm nehmen, wenn es weint. Stillen kann er nicht, aber das heisst nicht, dass du rund um die Uhr im Einsatz sein musst. Dein Baby kann auch vom Vater oder von anderen Betreuungspersonen mit abgepumpter Muttermilch gefüttert werden.

In den ersten Lebenswochen ist es bestimmt sinnvoll, wenn du immer für dein Baby da bist. Du brauchst aber nach einiger Zeit sicher auch mal wieder ein bisschen persönlichen Freiraum. Vielleicht musst du zum Arzt oder du wünschst dir dringend einen Besuch beim Coiffeur. Denkbar ist auch, dass du relativ bald nach der Entbindung wieder arbeitest. Das heisst nicht, dass du abstillen musst. Mit abgepumpter und sicher aufbewahrter Muttermilch lassen sich gut einige Stunden überbrücken. Oma, Götti oder Vater können dem Baby die Milch mit der Flasche füttern. Die einzige Voraussetzung ist die optimale Lagerung der Milch.

Sehr sinnvoll ist ein eingefrorener Vorrat an Muttermilch, falls du krank werden solltest und Medikamente einnehmen musst. Wenn du Muttermilch aufbewahren möchtest, brauchst du eine elektrische oder manuelle Milchpumpe. Damit legst du nicht nur deinen Milchvorrat an, die Pumpe leistet auch gute Dienste, wenn die Milchproduktion nur spärlich in Gang kommt oder wenn du zu viel Milch hast.

Schema zur korrekten Aufbewahrung von Muttermilch mit verschiedenen Zeitangaben für unterschiedliche Temperaturen.

Die richtige Aufbewahrung von Muttermilch

Beim Abpumpen und der Aufbewahrung ist Hygiene das A und O. Alle abnehmbaren Teile der Milchpumpe musst du gründlich reinigen, bevor sie zum Einsatz kommen. Gleiches gilt für das Gefäß, das du zum Aufbewahren der Milch verwendest und für das Fläschchen, das du zum Füttern benutzt. Am besten bewahrst du die Milch direkt in dem Gefäß auf, in das du sie abgepumpt hast. So geht kein Tropfen verloren. Außerdem besteht nicht die Gefahr, dass durch das Umfüllen der Milch Keime hineingelangen.

Geeignete Behälter für die Muttermilchaufbewahrung

Bei den Gefässen kommt es auf das richtige Material an. Wenn du die Muttermilch aufbewahren möchtest, müssen die Gefässe aus einem einwandfreien Material ohne Schadstoffe sein. Billiges Plastik kann schädliche Weichmacher, wie BPA und BPS, enthalten. Bitte verwende keine Eiswürfelbehälter oder normale Gefrierbeutel, sondern nimm spezielle Muttermilchbeutel, die vorsterilisiert sind, oder Gefässe, die du selbst sterilisieren kannst.

Gefäße aus klarem Hartplastik (Polycarbonat) eignen sich ebenfalls nicht. Polycarbonat steht wegen des darin enthaltenen Bisphenol A im Verdacht endokrin wirksam zu sein. Nicht empfehlenswert für das Aufbewahren von Muttermilch sind Gefäße aus klarem Hartplastik, sogenanntem Polycarbonat (PC).

Geeignete Behälter sind:

  • Verschließbare Glasgefäße
  • Kunststoffgefäße aus Polypropylen (PP)
  • Spezielle Muttermilchflaschen
  • Muttermilchbeutel aus Polyethylen (PE)

Sehr gut geeignet sind beispielsweise die Aufbewahrungsbecher von MAM, die du ganz einfach reinigen und sterilisieren kannst. Die praktischen Becher kannst du im Kühlschrank und in der Gefriertruhe verwenden. Mit dem dichten Verschluss eignen sie sich auch für unterwegs.

Die Flaschen oder Beutel müssen sauber, sterilisiert und gut verschließbar sein. Behälter für die Aufbewahrung oder Einfrieren von abgepumpter Muttermilch müssen nicht sterilisiert werden. Sie können mit heißem Seifenwasser gereinigt und anschließend abgespült werden oder in der Spülmaschine gespült werden. Wenn keine Seife vorhanden ist, ist vorzugsweise kochendes Wasser zu verwenden. Besondere Vorsicht könnte gelten, wenn Sie Ihr Kind zu früh bekommen haben oder Ihr Baby krank ist.

Haltbarkeit und Lagerung von Muttermilch nach Temperatur

Die Haltbarkeit von Muttermilch hängt stark von der Lagertemperatur ab. Grundsätzlich gilt: Je kühler, desto länger ist die Milch haltbar.

Muttermilch bei Raumtemperatur

Bei Raumtemperatur (circa 18 bis 21 Grad Celsius) kannst du Muttermilch sechs bis maximal acht Stunden aufbewahren. Die Zimmertemperatur (16 °C bis 29 °C) erlaubt eine Aufbewahrung von vier bis sechs Stunden. Der Inhalt sollte abgedeckt sein und so kühl wie möglich gehalten werden. Durch das Abdecken des Behälters mit einem feuchten Tuch bleibt die Milch länger kühl.

Muttermilch im Kühlschrank

Im Kühlschrank bei 4 °C aufbewahrte Milch hält gute vier bis fünf Tage. Die Haltbarkeit liegt bei maximal vier Tagen. Stelle die Gefässe mit der Milch an die kälteste Stelle im Kühlschrank, also in das unterste Fach über dem Gemüsefach hinten an die Rückwand, nicht in die Kühlschranktür. Bewahre Muttermilch immer im kältesten Teil des Kühlschranks auf, nicht in der Kühlschranktür. Bei geringer Ausgangsbelastung konnten sogar nach 4-8 Tagen niedrige Wachstumsraten an Keimen nachgewiesen werden.

Kleine Mengen frisch abgepumpter Muttermilch können zu einem Behälter mit bereits abgepumpter Milch im Kühlschrank hinzugefügt werden. Wichtig: Die Milchportionen müssen dieselbe Temperatur aufweisen. Es ist ratsam, pro Flasche oder Beutel nicht zu große Portionen zu „sammeln“. Zusammen schütten aber erst, wenn es die gleiche Temperatur hat und nur innerhalb 24 Stunden.

Muttermilch in der Kühltasche

In einer isolierten Kühltasche mit Kühl-Akkus herrschen etwa 4 °C bis +15 °C. Darin dürfen Sie Muttermilch 24 Stunden aufbewahren. Wenn du unterwegs abpumpen musst, beispielsweise weil du wieder in den Beruf startest, eignet sich eine Kühltasche mit Coolpacks, um die Milch zu transportieren. Sorge dafür, dass die Kühlelemente die Milchbehälter immer berühren. Öffne die Tasche so selten wie möglich.

Falls die Muttermilch für ein Neugeborenes (jünger als vier Wochen) bestimmt ist, sollte die Muttermilch maximal drei bis vier Stunden in der Kühltasche verbleiben.

Muttermilch im Gefrierschrank

Das Einfrieren ist die haltbarste Variante, wenn du Muttermilch aufbewahren möchtest. Bei Temperaturen im Gefriergerät von etwa -18 bis -20 °C kannst du gefrorene Muttermilch bis zu sechs Monate lang lagern. Das Einfrieren von abgepumpter Muttermilch bei mind. -18 °C hat sich bis zu sechs Monaten als sicher gezeigt. Bei -18 °C eingefrorene Lebensmittel sind unbegrenzt sicher vor bakterieller Verunreinigung, dennoch verändern sich auch tiefgefrorene Lebensmittel aufgrund von bestimmten enzymatischen Prozessen, die Einfluss auf die Qualität der eingefrorenen Muttermilch haben können.

Bewahre Muttermilch immer im kältesten Teil des Gefrierschranks auf, also weit hinten. Gefrorene Milch dehnt sich aus. Du darfst das Gefäß nicht ganz voll machen. Am oberen Rand sollten etwa drei Zentimeter frei bleiben, damit sich die Milch während des Einfrierens ausdehnen kann. Achten Sie darauf, gefrorene Milch im hinteren Teil des Tiefkühlgerätes aufzubewahren um die Bildung von Eiskristallen zu vermeiden.

Wenn du die Muttermilch im Eisfach eines Kühlschranks aufbewahrst, solltest du sie nur ein bis zwei Wochen einfrieren. Dort schwankt die Temperatur zu sehr.

Portionierung und Mischen von Muttermilch

Achte auf die Portionierung. Wenn die abgepumpte Milchmenge nicht für eine Mahlzeit reicht, ist das kein Problem. Du kannst die Milch von verschiedenen Abpumpzeiten mischen. Pro Fütterung rechnet man, je nach Alter des Babys, zwischen 60 und 180 Milliliter. Portionen mit etwa 60 bis 120 Millilitern Muttermilch eignen sich am besten. Bei solch kleineren Portionen vermeidest du Reste.

Du solltest keine körperwarme Muttermilch zu bereits gekühlter oder gefrorener Milch hinzugeben! Dadurch wird verhindert, dass die bereits eingelagerte Milch aufgewärmt wird.

Milchnahrung: Die richtige Fläschchen-Zubereitung

Auftauen und Erwärmen von Muttermilch

Wenn du aufbewahrte Muttermilch verwenden möchtest, musst du sie auftauen und erwärmen. Gefrorene Milch sollte langsam und schonend auftauen. Am besten nimmst du sie aus dem Gefriergerät und lässt sie im Kühlschrank auftauen. Wenn es schneller gehen muss, kannst du die Flasche oder den Beutel mit der gefrorenen Milch im warmen Wasserbad erwärmen oder unter laufendes warmes Wasser halten.

Muttermilch kannst du im warmen Wasserbad oder im Flaschenwärmer bei maximal 37 Grad Celsius erwärmen. Verwende keinesfalls die Mikrowelle, sonst könnte die Milch überhitzen. Die Milch sollte nur auf höchstens 37 Grad erhitzt werden, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Vor dem Erwärmen ist ein warmes Wasserbad sinnvoll. Bevor du deinem Schatz das Fläschchen mit Muttermilch gibst, solltest du die Temperatur auf dem Handrücken prüfen.

Muttermilch muss nicht zwingend auf Körpertemperatur (37 Grad Celsius) erhitzt werden.

Verwendung von aufgetauter Muttermilch

Aufgetaute Milch kannst du zwei bis maximal drei Stunden bei Zimmertemperatur oder für maximal 24 Stunden im geschlossenen Behälter im Kühlschrank lagern. Sie muss dann innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden, wenn das Gefäss noch verschlossen ist.

Bitte nicht nochmals einfrieren, dein Baby sollte die erwärmte Milch gleich trinken.

Es kann vorkommen, dass eingefrorene Muttermilch nach dem Auftauen und Erwärmen die Farbe verändert, ausserdem kann sich eine farblich abweichende Fettschicht oben absetzen. Auf die Qualität hat das keinen Einfluss, die Milch kann ohne Bedenken verwendet werden. Eingefrorene Muttermilch kann Geruchs- und Geschmacksveränderungen aufweisen. Diese werden durch die Aktivität des Enzyms Lipase verursacht, welches das Fett in Fettsäuren aufspaltet. Diese Aufspaltung der Fette hilft dem Säugling bei der Verdauung der Muttermilch, insbesondere bei Frühgeborenen, und ist nicht gesundheitsschädlich. Manche Kinder weigern sich jedoch, diese Milch aus der Flasche zu trinken, auch wenn die Milch nicht schädlich ist.

Wichtig: Die erwärmte Milch sollte direkt getrunken werden. Du solltest sie weder aufheben noch warmhalten. Durch das Warmhalten könnten sich Bakterien in der Milch vermehren.

Milchpumpen und Zubehör

Wenn du Muttermilch aufbewahren möchtest, brauchst du eine elektrische oder manuelle Milchpumpe. Damit legst du nicht nur deinen Milchvorrat an, die Pumpe leistet auch gute Dienste, wenn die Milchproduktion nur spärlich in Gang kommt oder wenn du zu viel Milch hast.

Der grosse Vorteil an Milchpumpen von MAM - du kannst gleich ein Aufbewahrungsbecher aufschrauben. Bei der Handpumpe kam bei mir fast gar nichts, bei der elektrischen kommt ganz viel. Auch wenn bei dir nicht mehr kommen sollte, geht es auf jeden Fall schneller und ist nicht so anstrengend.

Falls du aus medizinischen Gründen abpumpst, kannst du dir ein Rezept besorgen und eine Milchpumpe in einer Apotheke ausleihen. Du musst da ein neues Abpumpset kaufen aus hygienischen Gründen. Da ist auch ein Behälter dabei mit Deckel. Bei der Handpumpe kam bei mir fast gar nichts, bei der elektrischen kommt ganz viel. Auch wenn bei dir nicht mehr kommen sollte, geht es auf jeden Fall schneller und ist nicht so anstrengend.

Du könntest einfach Glasfläschen (z.B. von Nuk) verwenden und den Schraubring mit dem Deckel zum Verschließen verwenden. Ich hatte immer die Muttermilch Behälter von Avent, da die bei der Pumpe dabei waren. Zum Einfrieren hatte ich die Beutel von Lansinoh. Allerdings beides aus Kunststoff. Laut meiner Hebamme sollte MuMi aber nicht länger als 24 h im Kühlschrank stehen, ansonsten muss sie eingefroren werden. Ich habe die Medela Pumpe. Die haben keine Glasflaschen. Dann nutze ich einfach Avent Glasflaschen. Du kannst auch die günstigen von dm nehmen.

Für das "private Vergnügen" des Abpumpens wirst du es selbst ausleihen müssen. Es ist hygienisch, denn du bekommst das Gerät und dann dein eigenes Abpumpset. Das Gerät kommt mit der Milch nicht in Verbindung und wenn du die Pumpe wieder zurück gibst, behältst du das Abpumpset. Allerdings heißt es nicht automatisch, dass du mit einer elektronischen Pumpe auch mehr Milch raus bekommst. Es gibt Frauen, die in Reihe das dritte Kind voll stillen, es wächst und gedeiht, aber die bekommen nicht einen Milliliter abgepumpt.

Manche Mamis gehen dazu über, parallel zum Stillen Milch abzupumpen. Klarer Vorteil: Dein Baby bekommt weiterhin die wichtigen Nährstoffe des „Superfoods“ Muttermilch, aber du bist deutlich flexibler. Auf diese Weise hast du immer einen Milchvorrat zu Hause. Der Papa kann beim Füttern mithelfen und die ein oder andere nächtliche Fütterung übernehmen.

Besondere Hinweise

Wer Muttermilch aufbewahren möchte, hat hin und wieder zu viel eingefroren. Die Milch muss deshalb nicht vernichtet werden: Sie eignet sich dank der wertvollen Inhaltsstoffe gut als Zusatz für das Badewasser deines Babys.

Die in der Muttermilch vorhandenen Vitamine, Eiweiße und Fette nehmen beim Kühlen keinen Schaden. Die antibakterielle Wirkung der Milch geht jedoch nach circa drei Wochen verloren.

Auch wenn die Milch nicht schädlich ist, manche Kinder weigern sich, die nach dem Auftauen und Erwärmen veränderte Milch aus der Flasche zu trinken.

Nahaufnahme eines Babys, das glücklich aus einer Babyflasche trinkt.

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