Viele Eltern kennen die Situation: Das Baby beginnt mit der Beikost, und neben dem eigentlichen Füttern gibt es oft noch einiges zu entdecken - nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern. Insbesondere das Einführen von Fingerfood und das damit verbundene eigenständige Essen birgt häufig Fragen und Unsicherheiten, wie zum Beispiel die, warum Babys sich beim Breiessen die Finger in den Mund stecken und würgen.
Die ersten Schritte mit Brei und Fingerfood
Wenn Babys im Alter von etwa 8 Monaten beginnen, Brei gut zu essen, ist das für viele Eltern ein großer Meilenstein. Anfangs kann es jedoch noch herausfordernd sein, da die Kleinen oft versuchen, den Löffel festzuhalten, die Schüssel zu greifen oder direkt in den Brei zu fassen. Mit der Zeit entwickeln die meisten Kinder jedoch mehr Geschick.
Parallel zur Breikost möchten viele Eltern ihre Kinder auch an Fingerfood heranführen, da die meisten Babys daran interessiert sind. Hierbei gibt es jedoch oft Schwierigkeiten, die für Eltern und Kind frustrierend sein können.

Herausforderungen bei der Einführung von Fingerfood
Wenn Babys zum ersten Mal weich gekochte Kartoffelstücke oder weiche Bananenstücke erhalten, stoßen sie oft auf Probleme. Viele Kinder zerdrücken die weichen Lebensmittel mit der Hand, bevor sie sie in den Mund bekommen, oder die Stücke landen auf dem Boden. Auch das Greifen von glitschigen Lebensmitteln wie Banane kann schwierig sein.
Ein häufiges Phänomen ist das Würgen. Gestern hat Ihr Kind möglicherweise ein paar Bananenstücke in den Mund bekommen, hat sich aber daran verschluckt und gewürgt. Dies kann bei Eltern zunächst Panik auslösen, insbesondere die Sorge, dass das Essen im Hals stecken bleiben könnte. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass der Würgereflex bei kleinen Kindern noch weiter vorne im Mund sitzt und das Würgen an sich nicht schlimm ist. Erste Hilfe Kurse für Babys und Kleinkinder können hierbei Sicherheit vermitteln.
Was Kinder mit dem Gaumen zerkleinern können
Generell gilt: Alles, was Sie gut mit dem Finger zerdrücken können, kann Ihr Kind auch mit seinem Gaumen, also auch ohne Zähne, zerkleinern. Gedünstete Gemüsesticks, Obststücke oder Brot zum Lutschen sind daher gut geeignet.
Der Umgang mit den Händen beim Essen
Viele Babys stecken sich beim Essen mit den Händen in den Mund. Dies kann verschiedene Gründe haben:
- Erkundung der Nahrung: Babys entdecken die Welt mit allen Sinnen, und dazu gehört auch das Ertasten und Fühlen der Nahrung. Sie wollen wissen, wie sich der Brei anfühlt und wie sie ihn am besten in den Mund befördern können.
- Selbstständigkeit: Kinder möchten lernen, selbstständig zu essen. Das Hineingreifen in den Brei oder das Greifen von Fingerfood ist ein Teil dieses Lernprozesses.
- Zahnen: Das Stecken von Fingern in den Mund kann auch ein Zeichen für das Zahnen sein. Der Druck auf das Zahnfleisch verschafft Linderung.
- Übung: Das Stecken der Finger in den Mund ist oft eine Übung für das spätere Hineinstecken von Löffeln oder Fingerfood.
Das "Gefummel" mit den Händen und das damit verbundene Chaos sind für viele Eltern anstrengend. Es ist jedoch wichtig, dies als Teil der Erkundung und des Lernens zu akzeptieren. Das Kind lernt so den Umgang mit verschiedenen Texturen und die Koordination von Hand und Mund.
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Tipps und Strategien für Eltern
Die Einführung von Beikost und Fingerfood kann eine herausfordernde, aber auch eine sehr bereichernde Phase sein. Hier sind einige Tipps, die Ihnen und Ihrem Kind helfen können:
Geduld und Akzeptanz
Das Wichtigste ist, Geduld zu haben und die Unordnung am Anfang zu akzeptieren. Das "Gematsche" und das Werfen von Essen gehören dazu. Ihr Kind erkundet die Nahrung so, wie es alles andere auch erkundet.
Größe und Beschaffenheit der Lebensmittel
Beginnen Sie mit Fingerfood-Stücken, die groß genug sind, dass Ihr Kind sie gut greifen kann. Achten Sie darauf, dass die Lebensmittel weich genug sind, um vom Gaumen zerdrückt zu werden, oder sich im Mund leicht auflösen. Geeignet sind zum Beispiel:
- Gedünstete Gemüsesticks (z.B. Karotten, Zucchini, Süßkartoffeln)
- Weiche Obststücke (z.B. Banane, Avocado, weiche Birne)
- Kleine Stücke Brot oder Löffelbiskuits
- Maisstangen, die sich im Mund leicht auflösen
Unterstützung beim Füttern
Wenn Ihr Kind noch zu ungeschickt mit den Händen ist, können Sie es weiterhin mit dem Löffel füttern. Geben Sie ihm ab und zu einen Plastiklöffel in die Hand und führen Sie seine Hand zum Mund. Dies hilft ihm, die Koordination zu üben.
Manche Eltern finden es hilfreich, einen Teil des Breis zu füttern und parallel dazu etwas Fingerfood anzubieten. So kann das Kind sowohl gefüttert werden als auch eigenständig üben.
Sitzposition
Achten Sie auf eine gute Sitzposition für Ihr Kind. Ein Hochstuhl, der eine gute Unterstützung bietet, ist ideal. Manche Kinder fühlen sich auch auf dem Schoß oder in einer Babyschale wohl, wenn sie noch nicht sicher im Hochstuhl sitzen.
Sicherheit beim Füttern
Bieten Sie Ihrem Kind immer nur kleine Mengen auf einmal an und beobachten Sie es aufmerksam. Achten Sie auf Anzeichen von Verschlucken oder Würgen. Denken Sie daran, dass der Würgereflex Babys schützt.

Empfehlenswerte Hilfsmittel und Apps
Es gibt auch hilfreiche Apps, wie zum Beispiel die App "Solid Starts", die Informationen zur Zubereitung von Lebensmitteln je nach Alter des Kindes bietet.
Warum stecken Babys sich die Finger in den Mund?
Das Stecken von Fingern in den Mund ist ein normaler Entwicklungsschritt bei Babys. Schon Säuglinge im Alter von 3 Monaten beginnen damit, ihre Hände zu entdecken und in den Mund zu stecken. Dies ist Teil der Erkundung ihrer eigenen Körper und der Welt um sie herum. Mit etwa 4-6 Monaten, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen, wird dieses Verhalten oft noch intensiver. Das Saugen an den Fingern kann Linderung verschaffen.
Babys entdecken ihre Hände und testen ihre Grenzen aus. Sie lernen, wie sich ihre Finger anfühlen und was passiert, wenn sie diese in den Mund stecken. Der Würgereflex, der dabei ausgelöst wird, ist ein Schutzmechanismus, der verhindert, dass Nahrung in die Atemwege gelangt.
Es ist wichtig zu verstehen, dass dieses Verhalten normal ist und in der Regel von selbst aufhört, wenn das Kind älter wird und andere Wege findet, sich zu beschäftigen oder seine Bedürfnisse zu äußern.

Umgang mit dem Würgereflex beim Essen
Wenn Ihr Baby beim Essen würgt, ist das meist ein Zeichen dafür, dass es lernt, mit größeren Essensstücken umzugehen. Der Würgereflex ist ein natürlicher Schutzmechanismus und hilft dem Baby, Nahrung, die es nicht sofort schlucken kann, wieder nach vorne zu befördern.
Wichtig ist:
- Ruhe bewahren: Panik kann das Baby verunsichern.
- Nicht sofort eingreifen: Geben Sie dem Baby einen Moment Zeit, den Würgereflex selbst zu bewältigen.
- Auf die Konsistenz achten: Bieten Sie weiterhin weiche, gut zerdrückbare Lebensmittel an.
- Stücke richtig portionieren: Die Stücke sollten groß genug sein, um gegriffen, aber klein genug, um im Mund bearbeitet zu werden.
Mit der Zeit wird der Würgereflex des Kindes weniger ausgeprägt, und es wird geschickter im Umgang mit verschiedenen Nahrungsmitteln.