Scheidenausfluss ist ein natürlicher und wichtiger Bestandteil der weiblichen Intimhygiene. Er dient der Reinigung und dem Schutz der Vagina. Gesunder Ausfluss ist in der Regel geruchsneutral und von klarer bis milchiger Konsistenz. Jedoch können verschiedene Faktoren das Gleichgewicht der Intimflora stören und zu Veränderungen im Ausfluss führen, insbesondere in Bezug auf Geruch und Konsistenz. Ein veränderter Geruch kann ein Hinweis auf verschiedene Zustände sein, von harmlosen Ernährungs- oder Lebensstilfaktoren bis hin zu Infektionen, die ärztliche Aufmerksamkeit erfordern.

Was ist normaler Vaginalausfluss?
Vaginalausfluss, auch Fluor genitalis genannt, ist ein physiologisches Sekret, das bei jeder Frau vorkommt. Seine Menge und Beschaffenheit können im Laufe des Menstruationszyklus variieren und sind auch von Frau zu Frau unterschiedlich. Gesunder Ausfluss kann:
- Geruchsneutral sein.
- Eine klare bis milchige Farbe haben.
- Eine spinnbare, dünnflüssige Konsistenz während des Eisprungs aufweisen, um Spermien den Weg zur Eizelle zu erleichtern.
- Zähflüssig und klebrig kurz vor der Menstruation sein.
Auch ein leicht säuerlicher oder aromatischer Geruch muss kein Grund zur Besorgnis sein. Verschiedene Faktoren können den Geruch des Ausflusses beeinflussen:
- Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten.
- Bestimmte Lebensmittel und Gewürze, darunter Zwiebeln, Knoblauch, Curry oder Spargel.
- Die Einnahme von Antibiotika.
- Eine aggressive Intimhygiene mit stark parfümierten Pflegeprodukten.
- Anstrengende sportliche Aktivitäten mit hoher Schweißproduktion.
Wenn ein veränderter Intimgeruch auf solche Faktoren zurückgeführt werden kann, ist dies in der Regel unbedenklich.
Wann ist riechender Ausfluss bedenklich?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn der Vaginalgeruch ungewöhnlich stark ist und nach Fisch, Verwesung oder Hefe riecht. Solche Gerüche können auf eine Vaginalinfektion hindeuten.
Bakterielle Vaginose (Aminkolpitis)
Eine der häufigsten Ursachen für fischig riechenden Ausfluss ist die bakterielle Vaginose. Diese entsteht durch ein Ungleichgewicht der Bakterienflora in der Scheide, bei dem die schützenden Milchsäurebakterien abnehmen und sich schädliche Bakterien vermehren. Typische Symptome sind:
- Grau-weißer, dünnflüssiger bis schaumiger Ausfluss.
- Ein unangenehmer, fischiger Geruch, der sich nach dem Geschlechtsverkehr oder der Menstruation verstärken kann.
- Manchmal Juckreiz im äußeren Scheidenbereich.
Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika oder Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien zur Wiederherstellung des sauren Scheidenmilieus.

Trichomoniasis (sexuell übertragbare Infektion)
Wenn der Ausfluss gelblich-grün, schaumig und fischig-säuerlich riecht und von Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr, Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz begleitet wird, könnte eine sexuell übertragbare Infektion wie Trichomoniasis vorliegen. Diese wird durch Parasiten verursacht und mit Antibiotika behandelt. Eine Behandlung des Partners ist unerlässlich, um eine Reinfektion zu vermeiden.
Pilzinfektion (Vaginalmykose)
Ein Geruch nach Hefe oder Brot kann auf eine Pilzinfektion hindeuten. Weitere Symptome sind oft starker Juckreiz, Schmerzen beim Wasserlassen und ein weißer, bröckelig-klumpiger Ausfluss, der an Quark erinnert. Ursachen können unter anderem die Einnahme von Antibiotika, Stress, übermäßige Intimpflege oder hoher Zuckerkonsum sein. Antimykotika in Form von Salben oder Vaginalzäpfchen sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Bei Schwangeren oder Frauen mit häufigen Pilzinfektionen ist eine ärztliche Abklärung ratsam.
Vergessener Tampon
Ein zu lange vergessener Tampon kann zu einem fauligen Geruch führen. Nach der Entfernung des Tampons sollte der Geruch in der Regel innerhalb von 24 Stunden verschwinden. Treten zusätzlich Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen auf, ist ein Arztbesuch notwendig.
Andere Ursachen für ungewöhnlichen Geruch
- Fauliger Geruch: Kann auf einen vergessenen Tampon oder andere Fremdkörper hindeuten.
- Eiterähnlicher Ausfluss: Könnte auf eine fortschreitende Infektion, möglicherweise eine Beckenentzündung, hinweisen, insbesondere bei Begleitsymptomen wie Fieber oder Schüttelfrost.
- Stuhlgeruch (fäkal): Kann auf eine Fistel zwischen dem Darmtrakt und der Genitalregion hindeuten, die ärztlich abgeklärt werden muss.
- Schaler bis saurer Geruch: Kann ebenfalls auf eine sexuell übertragbare Krankheit wie Trichomonaden hinweisen, besonders in Verbindung mit gelb-grünlichem Ausfluss und Juckreiz.
- Eisen- oder Metallgeruch: Tritt während der Menstruation auf und ist auf die Vermischung von Menstruationsblut mit dem Ausfluss zurückzuführen.
- Moschusartiger Geruch: Kann durch sportliche Aktivität und Schweiß entstehen und ist meist unbedenklich.
- Geruch nach Zwiebeln oder Knoblauch: Kann mit der Ernährung zusammenhängen und durch Einschränkung des Konsums reduziert werden.
Der Menstruationszyklus
Ausfluss während der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft nimmt der Ausfluss aufgrund hormoneller Veränderungen generell zu. Dies ist meist normal und dient dem Schutz. Achtung ist geboten, wenn sich Farbe, Konsistenz oder Geruch stark verändern, der Ausfluss blutig ist oder mit Beschwerden einhergeht. Mögliche Ursachen für unangenehmen Geruch während der Schwangerschaft sind:
- Vermischung mit leichtem Urinverlust.
- Pilzinfektion (weißlicher, klumpiger Ausfluss mit Juckreiz).
- Bakterielle Infektion (gelblich-grüner Ausfluss mit Fischgeruch), die Komplikationen wie vorzeitige Wehen auslösen kann.
- Bräunlicher Ausfluss, der auf eine Infektion oder Blutung hindeuten kann.
- Blasensprung gegen Ende der Schwangerschaft, Fruchtwasser riecht meist süßlich.
Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft sollte immer in Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.
Ausfluss in den Wechseljahren
In den Wechseljahren kann der sinkende Östrogenspiegel zu vaginaler Trockenheit führen. Dies kann die Vaginalhaut reizen und anfälliger für Entzündungen machen, was zu vermehrtem, verringertem oder gelblich verfärbtem Ausfluss führen kann.
Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist ratsam bei:
- Schwangerschaft.
- Unangenehm riechendem Ausfluss in Kombination mit Schmerzen, Leistungsminderung, Gewichtsverlust oder Fieber.
- Zusätzlichem Auftreten von Schwellungen, Juckreiz und/oder Rötungen im Intimbereich.
- Veränderungen der Konsistenz und Farbe des Ausflusses.
- Verdacht auf eine sexuell übertragbare Krankheit nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr.
- Blut oder Blutklumpen im Ausfluss.
- Einem vergessenen Tampon oder anderen Fremdkörpern.
Vorbeugung von verändertem Ausfluss
Obwohl nicht alle Ursachen für unangenehm riechenden Ausfluss vermeidbar sind, können folgende Maßnahmen die Gesundheit der Scheidenflora unterstützen:
- Tragen von atmungsaktiver Baumwoll-Unterwäsche.
- Vermeidung übermäßiger Intimpflege mit parfümierten Seifen, Intimdeos, Feuchttüchern oder Puder; stattdessen pH-neutrale Seifen oder warmes Wasser verwenden.
- Regelmäßige und korrekte Wechsel von Tampons (alle 3-6 Stunden, bei leichter Blutung alle 6-8 Stunden).
- Verwendung von Kondomen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
- Reduzierung des Zuckerkonsums, da dieser ein Nährboden für Pilzinfektionen sein kann.
- Gegebenenfalls Einschränkung bestimmter Lebensmittel (z. B. Knoblauch, Zwiebeln), die den Geruch beeinflussen können.