Rückenpflege bei Kleinkindern und Prävention von Rückenproblemen

Die Wirbelsäule ist das tragende Gerüst unseres Körpers. Durch falsche Belastung entstehen Schmerzen bis hin zu Schäden. Gerade im Alltag können durch kleine Verhaltensänderungen die Wirbelsäule entlastet und Rückenproblemen vorgebeugt werden.

Rückenpflege bei Erwachsenen: Präventive Maßnahmen im Alltag

Welche Mutter kennt das nicht? Rückenschmerzen… Gerade im Alltag könnt Ihr durch kleine Verhaltensänderungen Eure Wirbelsäule entlasten.

Richtige Körperhaltung beim Stillen

Schon von Stillbeginn an müsst Ihr auf Eure Körperhaltung achten. Richtiges Sitzen ist enorm wichtig für Euren Rücken. Setzt euch bequem auf das Sofa oder einen Stuhl, so dass Ihr Euch anlehnen könnt. Wenn Ihr zu klein seid und Eure Füße keinen richtigen Stand finden, stellt Euch am besten einen kleinen Schemel unter die Füße. Der Arm, der Euer Baby hält, muss gut mit Kissen oder Decken abgepolstert sein, dass Euer Arm darauf ruhen kann. Die Schultern locker lassen und nicht zu den Ohren hoch ziehen! Beim Anlegen an die Brust müsst Ihr Euer Kind immer zu Euch nehmen. Merke: Dein Kind muss zur Brust, nicht die Brust zum Kind!

Richtiges Heben und Tragen von Eurem Kind oder schweren Gegenständen

Besonders beim Heben und Tragen Eures Kindes oder von schweren Gegenständen wird unsere Wirbelsäule stark beansprucht. Ihr müsst beim Heben mit geradem Rücken in die Hocke gehen und die Last aus den Knien hochdrücken. Nicht aus dem Rücken! Tragt Euer Kind möglichst nah am Körper. Wechselt die Seiten, auf denen Ihr Euer Kind tragt, da eine einseitige Belastung den Rücken schaden kann. Wenn Ihr Euer Baby länger tragen müsst, da es eine unruhige Phase hat, benutzt am besten ein Tragetuch oder eine Babytrage. Versucht zum Beispiel auch beim Einkaufen ungleichmäßige Belastung zu vermeiden, benutzt lieber zwei kleinere Einkaufstüten als eine schwere.

Rückbildungsgymnastik nach der Geburt

Euer Beckenboden ist durch Schwangerschaft und Geburt geschwächt. Ein schwacher Beckenboden kann unter anderem Rückenschmerzen verursachen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Ihr einen Rückbildungsgymnastikkurs bei einer Hebamme besucht. Egal ob Ihr Euer Kind spontan oder per Kaiserschnitt geboren habt!

Routinearbeiten erleichtern

Ihr solltet versuchen, in der Küche häufig benutzte Gegenstände weiter oben zu positionieren, um diese nicht immer aus der untersten Schublade herauskramen zu müssen. Ebenso wichtig ist die richtige Höhe der Arbeitsflächen und -geräte. Bei Hausarbeiten, wie z.B. Wischen, Fegen oder Staubsaugen, bringt Ihr Eure Füße in Schrittstellung, so dass Ihr leichter das Gewicht verlagern könnt.

Richtiges Hinlegen und Aufstehen

Da Eure Bauchmuskeln von der Schwangerschaft noch sehr belastet sind, ist das richtige Hinlegen und Aufstehen über die Seite sehr wichtig. Am Ende der Schwangerschaft habt Ihr dies vermutlich sowieso schon richtig gemacht, da ein Aufstehen über die Seite mit dem großen Babybauch viel einfacher ist. Winkelt in Rückenlage Eure Beine an. Dreht Euren Schultergürtel und Euer Becken gleichzeitig zu der Seite, über die Ihr aufstehen wollt. Stützt Euch dann mit der oberen Hand auf dem Bett auf und drückt Euch mit den Armen hoch, am besten spannt Ihr zusätzlich Eure Bauch- und Beckenbodenmuskulatur an. Bringt die Beine gleichzeitig auf den Boden. Auch das Hinlegen sollte wie oben beschrieben über die Seite gemacht werden.

Worauf Sie sonst noch achten sollten…

Aktiv sein für den Rücken. Viel Bewegung im Alltag und rückenfreundliche Sportarten, wie zum Beispiel Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen. Außerdem unterstützt die Bewegung am Tageslicht die Vitamin-D-Entstehung. Vitamin D ist sehr wichtig, um die Knochen zu schützen.

Bei Übergewicht muss Euch eine Gewichtsreduktion unbedingt angeraten werden. Allerdings dürft Ihr keine Diät machen, solange Ihr stillt.

Achtet auf gute Schuhe und wenn möglich keinen hohen Absatz tragen.

Auch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Kalzium ist wichtig für den Rücken, dies unterstützt den Knochenbau. Darüber hinaus kann Fisch auf Eurem Speiseplan Euren Körper mit Kupfer und Zink versorgen, welche wichtig für Muskeln und Bandscheiben sind.

Wenn Ihr Probleme mit Euren Rücken habt, kann ein gezieltes Rückenschule-Training meist die Beschwerden lindern. Schmerztabletten können eine Übergangslösung sein, jedoch sollten sie auf keinen Fall zur Dauermedikation werden.

Eine Mutter, die ihr Baby richtig stillt, mit gut gestütztem Arm und geradem Rücken.

Entwicklung und Unterstützung der kindlichen Wirbelsäule

Die Streckung der Wirbelsäule des Kindes dauert ca. 1 Jahr. Zur gesunden Entwicklung ist es wichtig, Kinder vor allem beim Tragen und Liegen zu unterstützen.

Runder Babyrücken = gesunder Rücken

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, ist seine Wirbelsäule gerundet und C-förmig. Sie erhält erst im Laufe des ersten Lebensjahres nach und nach die typische Form, die an ein doppeltes "S" erinnert. Zudem haben die Muskeln nach der Geburt noch nicht genug Kraft, um den Kopf und den Rücken ausreichend zu stützen. Auch die Bandscheiben besitzen jetzt noch nicht ihre volle Funktionsfähigkeit. Darum ist es wichtig, dass der Rücken deines Babys immer wieder in seine natürlich gerundete Form fallen kann.

Entwicklungsprozess der Wirbelsäule

Es dauert etwa ein Jahr, bis sich die Wirbelsäule deines Babys vollständig gestreckt hat. Dieser Entwicklungsprozess läuft in drei verschiedenen Phasen und immer von oben nach unten ab. Du kannst ihn ganz genau beobachten: Kann dein Baby sein Köpfchen alleine heben, halten und nach rechts und links bewegen und ist es in der Lage, sich selbstständig von der Bauch- in die Rückenlage zu drehen, ist die Streckung der sieben Halswirbel und somit die erste Phase abgeschlossen. Danach trainiert dein Baby ganz intuitiv und automatisch seine Beuge- und Streckmuskulatur. Dadurch kann sich der mittlere Teil seiner Wirbelsäule, der insgesamt zwölf Brustwirbel umfasst, Stück für Stück immer weiter strecken. Diese Phase ist abgeschlossen, wenn dein Baby alleine und frei sitzen kann. Ganz zum Schluss strecken sich auch die fünf Lendenwirbel. Kann dein Baby alleine laufen, weißt du, dass auch dieser Entwicklungsprozess beendet ist.

Entwicklung unterstützen

Mit einigen einfachen Tricks kannst du diese für die Gesundheit deines Babys so wichtige Entwicklung unterstützen. Und zwar vor allem dann, wenn du es trägst oder wenn es liegt. So sind beispielsweise Babywippen und Autoschalen, in denen dein Baby mehr sitzt als liegt, für den Rücken eher schädlich. In dieser Position knickt die Lendenwirbelsäule nämlich auf unnatürliche Weise ab. Außerdem lastet das Gewicht des im Verhältnis zum Körper noch überproportional schweren Köpfchens auf der Wirbelsäule, so dass sie gestaucht wird. Dadurch werden wiederum die Bandscheiben zu stark belastet. Deshalb solltest du beim Schlafen und Liegen immer auf die Entlastung des Babyrückens achten.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich das Körpergewicht deines Babys immer auf den ganzen Körper verteilt, denn auch dies trägt zur Entlastung von Hinterkopf, Steiß und Hüfte bei.

Eine Federwiege, die die natürliche Haltung eines Babys unterstützt und einen gesunden, runden Rücken fördert.

Was drückt Kindern aufs Kreuz? Ursachen für Rückenprobleme bei Kindern

Gut die Hälfte aller Kinder zeigt bereits zur Einschulung Haltungsschwächen, hat Schwierigkeiten, die Wirbelsäule aufzurichten oder längere Zeit aufrecht zu sitzen - nicht gezwungen stocksteif, sondern im Einklang mit der natürlichen Schwingung unserer doppelt S-förmigen Wirbelsäule. Die Ursachen können vielfältig sein und bereits im Babyalter einsetzen: Wenn Eltern ihr Kind zu früh hinsetzen, ohne dass der kleine Rücken schon stabil genug ist. Dafür müssen Babys zunächst lange die Muskeln von Wirbelsäule und Bauch trainieren, und das tun sie im Liegen, mit fleißigen Beinbeugen. Erst wenn sich die kleinen Sportler von allein aufsetzen, ist die Zeit dafür wirklich gekommen. Aus diesem Grund sehen manche Experten das (lange) Sitzen nicht nur in Babyschalen & Co., sondern selbst in Tragetüchern kritisch, da hiervon eine zu frühe Belastung auf den Steiß ausgehe. Die gesunde Entwicklung der Füße und passendes Schuhwerk im Laufalter sind für den Rücken ebenfalls wichtig, denn auch Fußfehlstellungen können sich ungünstig auf die Haltung auswirken. Der Hauptgrund für schwache Kinderrücken ist für die meisten Fachleute allerdings die von klein auf mangelnde Bewegung. Dadurch wird es für Kinder schwer, eine gesunde Körper- und Selbstwahrnehmung zu entwickeln. Gleichzeitig schwinden die Kraft der Muskeln und die Beweglichkeit der Gelenke - der Rücken macht schlapp.

Welche Rückenprobleme können bei Kindern auftreten?

Die wohl bekannteste Haltungsschwäche ist das Hohlkreuz, bei dem der Oberkörper nach hinten abkippt, wodurch am unteren Rücken eine deutlichere Wölbung nach vorn entsteht. Bis etwa zum 6. Lebensjahr, zum Beginn des Zahnwechsels und dem alterstypischen Wachstumsschub, sei ein Hohlkreuz bei Kindern allerdings normal, gibt der Schweizer Arzt Dr. Christian Larsen in seinem Buch „Starker Rücken - starkes Kind“ an, erst danach müsse man sich Sorgen machen. Bei einer anderen Auffälligkeit, dem Rundrücken, ist die Brustwirbelsäule verstärkt gekrümmt. Kommen Hohlkreuz und Rundrücken zusammen, spricht man vom Hohlrundrücken. Ein sogenannter Flachrücken wirkt zunächst in Ordnung, zeigt er doch eine gerade Haltung an. Allerdings fehlt hier die natürliche S-Krümmung, alles ist steif. Aus der fehlenden „Federung“ können sich auch Skoliosen entwickeln, seitliche Wirbelsäulenverkrümmungen, die einen regelrechten Schiefstand des Kindes nach sich ziehen. Darüber hinaus treten bei Schulkindern, bedingt durch die ständig vorgebeugte Haltung und den abgeknickten Kopf, häufig Schulter- und Nackenverspannungen auf, die Kopfschmerzen zur Folge haben können, hat der Physiotherapeut, Rückenschullehrer und Ratgeberautor Günter Lehmann in seiner Praxis im hessischen Edertal beobachtet.

Grafische Darstellung der verschiedenen Wirbelsäulenformen: Hohlkreuz, Rundrücken, Hohlrundrücken und Flachrücken.

Ursachen für Rückenschmerzen bei Kindern im Überblick

Die häufigste Ursache von Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen ist laut Kinderärzten Bewegungsmangel. Weitere Gründe für die Beschwerden können kleine Verletzungen vom Toben, Wachstumsschmerzen und auch Stress und Sorgen sein. In seltenen Fällen können auch Wachstumsstörungen eine Rolle spielen.

Bewegungsmangel

Den ganzen Tag in der Schule stillsitzen und dann nach Hause an den Schreibtisch, um Hausaufgaben zu machen: Zu wenig Bewegung kann bei Kindern zu Rückenschmerzen führen. Die Muskulatur im Rücken und Bauch ist geschwächt, der gesamte Rumpf wird instabil - und dies wiederum führt zu Verspannungen. Wegen mangelnder Bewegung sind Kinder häufig übergewichtig. Das Übergewicht belastet Knochen und Gelenke zusätzlich. Sind die Schmerzen erst einmal da, möchten Eltern durch Schonen und Bettruhe gegen sie vorgehen. So entsteht jedoch oft ein Teufelskreis, der die Beschwerden weiter verstärkt.

Verletzungen

Rückenschmerzen können auch von kleinen Verletzungen herrühren, die etwa bei einem Sturz oder beim Toben entstanden sind. Diese Beschwerden vergehen in der Regel innerhalb weniger Tage wieder und müssen kein Anlass zur Sorge sein.

Wachstumsschmerzen

Etwa ab dem 10. Lebensjahr erleben viele Kinder und Jugendliche Wachstumsschmerzen. Obwohl diese am häufigsten in den Beinen spürbar sind, können sie sich auch in den unteren Rücken ziehen. Wachstumsschmerzen entstehen durch eine ungleichmäßige Belastung der Gelenke, Knochen und Bänder. Meist treten sie abends auf und sind am nächsten Morgen verschwunden. Helfen kann eine Massage, aber auch Wärmen oder Kühlen der betroffenen Stellen kann Schmerzen lindern. Manche Kinder empfinden eine Wärmflasche als wohltuender, andere wünschen sich eine kühlende Auflage. Probieren Sie aus, was am besten funktioniert.

Kummer und Sorgen

Auch Sorgen, etwa durch Schulstress oder Streit in der Familie, können Rückenschmerzen verursachen. Wer unter Stress leidet, ist oft auch körperlich angespannt und hat unwillkürlich hochgezogene Schultern, wodurch Verspannungen entstehen. Außerdem ist das Schmerzempfinden bei Menschen, die häufig gestresst sind, gesteigert. Gerade, wenn ein Kind keine andere Möglichkeit hat, seinen Kummer zu äußern, bahnt dieser sich seinen Weg in körperliche Schmerzen. Hier ist ein verständnisvolles Gespräch angebracht, in dem Konflikte besprochen und unter Umständen zu hohe Erwartungen an das Kind aufgedeckt werden können.

Bewegung als Schlüssel zur Prävention und Linderung von Rückenproblemen

Vorbeugen lässt sich dem - ganz logisch - vor allem mit Bewegung. „Dabei“, sagt Lehmann, „ist es zunächst nicht so wichtig, dass man gezielt auf rückenfreundliche Bewegung achtet, sondern wirklich vor allem darauf, wie viel sich ein Kind im Laufe eines Tages bewegt.“ Mindestens eine Stunde ausgelassene Aktivität sollte es schon sein.

Bewegung im Alltag

Mittel und Wege stehen dafür schon ab Kleinkindalter ausreichend zur Auswahl, seien es Hüpfpferde oder Laufräder, Ballspiele oder Springseil, Balanceboards, Laufdollis oder Stelzen, Gummitwist oder Federball, Schaukeln oder Klettern auf dem normalen oder dem Abenteuerspielplatz oder gar im Kletterwald, ob Rad fahren, Rollerblades, Skateboard, Schwimmen, Sport und Spiel mit Freunden oder einfach nach Herzenslust zur Lieblingsmusik tanzen. Egal, was man macht, entscheidend ist, „dass Kinder merken, dass der Körper eine tolle Sache ist und Bewegung Spaß macht, dass sie Lust auf mehr bekommen“, so Lehmann. Ein Gerät kann hier besonders helfen: ein Trampolin. Ob eine Miniausgabe (alternativ Hüpfpolster) für die Wohnung oder ein großes mit Sicherheitsnetz im Garten - eine bessere Möglichkeit zum gesunden Toben können Eltern ihren Kindern kaum bieten, denn Trampolinhüpfen ist für so ziemlich alles gut: Es baut Stress ab, regt den Kreislauf an, schult Kondition und Gleichgewichtssinn und trainiert die Muskeln. „Eltern sollten aber nicht erwarten, dass Kinder von sich aus stundenlang allein Trampolinspringen“, warnt Lehmann. „Auch hier wollen sie Abwechslung und Anregungen, zum Beispiel indem man sich Bälle oder Luftballons zuwirft.“

Kommt auch Mama und Papa dabei in Schwung, schlagen sie drei Fliegen mit einer Klappe, denn sie verbringen Zeit mit ihrem Kind, tun etwas für sich selbst und sind vor allem gute Vorbilder: „Es geht nicht, dass Eltern zum Kind sagen ‚mach du mal’ und selber auf der Couch sitzen. Sie müssen schon selber vorleben, dass Bewegung Spaß macht“, betont der Physiotherapeut.

Kinder, die ausgelassen auf einem Trampolin springen und Spaß haben.

Rückenfreundliche Sportarten und Aktivitäten

Bewegung ist nicht das gleiche wie Sport, sondern beginnt schon mit dem Schulweg - ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Kinder haben einen natürlich hohen Bewegungsdrang. Spielen, Klettern, Radfahren oder Rennen, idealerweise bewegen sich Kinder jeden Tag mindestens eine Stunde an der frischen Luft. Das bringt den Kreislauf auf Trab, fördert die motorischen Fähigkeiten und stärkt die gesamte Körpermuskulatur. Auch die Bauch- und Rückenmuskulatur, die besonders wichtig für eine gute Haltung und einen schmerzfreien Rücken sind, werden gestärkt.

Darüber hinaus kann sich auch regelmäßiger Vereinssport mit anderen Kindern positiv auf die gesamte körperliche und seelische Gesundheit Ihres Kindes auswirken. Hier kann Ihr Kind Bewegung nicht als "Pflicht", sondern als positive Erfahrung erleben, auf die es sich freut. Beim Sport lernt es, mit Niederlagen umzugehen und Selbstbewusstsein aufzubauen. Noch dazu kann es hier auch noch neue Freunde kennenlernen. Ob Schwimmen, Fußball oder Klettern - wenn Ihr Kind eine Sportart findet, die ihm Spaß macht, wird der Grundstein für ein gesundes und aktives Leben gelegt.

Die Bedeutung von Rumpfmuskulatur und Rückenschule

Wichtigste Maßnahme gegen Rückenschmerzen ist die gezielte Stärkung der Rumpfmuskulatur durch Krafttraining, um die Körpermitte zu stabilisieren. Der Besuch einer Rückenschule vermittelt Übungen für rückenkräftigendes Muskeltraining und eine gute, rückenschonende Haltung. Viele Kinder stärken ihre Muskeln beim Spielen, Springen, Klettern und Radschlagen intuitiv mit dem eigenen Körpergewicht.

Medienkonsum begrenzen und Vorbild sein

Damit sich Kinder mehr bewegen, ist es hilfreich, ihren Medienkonsum konsequent zu begrenzen. Bei Sechs- bis Elfjährigen wird höchstens eine Stunde am Tag für Fernsehen und Smartphone empfohlen. Denken Sie daran, dass Ihr Kind von Ihnen lernt. Sie gehen also mit gutem Vorbild voran, wenn auch Sie öfters das Handy weglegen und gemeinsam an die frische Luft gehen.

Die richtige Haltung und Ausstattung für einen gesunden Rücken

Rückenfreundliches Sitzen und "Dynamisches Sitzen"

Jeden Tag sitzen Kinder und Jugendliche in der Schule für viele Stunden gerade. Der Mangel an Bewegung, aber auch die starre Haltung können den Rücken belasten. Besser ist es, rückenfreundliches Sitzen zu lernen. Mal nach vorne lehnen, mal auf dem Tisch abstützen, mal weit zurücklehnen - beim "dynamischen Sitzen" ist Lümmeln erlaubt! Denn etwa alle zehn Minuten die Sitzposition zu verändern, vermeidet eine einseitige Belastung, Überlastung der Rückenmuskulatur und beugt Schmerzen vor.

Der richtige Schulrucksack

Jeden Tag trägt Ihr Kind mit Büchern, Heften und Stiften ein beträchtliches Gewicht auf dem Rücken, das Ursache von Rückenschmerzen sein kann. Mit dem richtigen Schulrucksack können Sie Beschwerden jedoch früh vorbeugen. Dabei ist das Gewicht des Schulranzens weniger ausschlaggebend für die Rückengesundheit als seine Ergonomie - also wie gut der Rucksack zum Körper des Kindes passt, gut gepackt und individuell eingestellt ist.

Ein Kind mit einem ergonomisch eingestellten Schulrucksack, der gut auf dem Rücken sitzt.

Wann ist ärztliche Hilfe notwendig?

Wann zum Arzt gehen?

Wann sollten Sie mit Ihrem Kind bei Rückenschmerzen zum Arzt gehen? In selteneren Fällen können Erkrankungen schuld sein an den Beschwerden. Wenn die Schmerzen über längere Zeit anhalten oder so stark sind, dass das Kind weder am Sportunterricht teilnehmen noch spielen gehen kann, sollten Sie den Arzt oder die Ärztin aufsuchen. Er oder sie kann schwerwiegendere Ursachen wie Entzündungen, Fehlbelastungen oder Wachstumsstörungen ausschließen. Wenn Knochen in der Wachstumsphase von Teenagern falsch verwachsen und die Wirbelsäule sich seitlich krümmt (Skoliose) oder einen Rundrücken (Hyperkyphose) bildet, können Schmerzen entstehen.

Professionelle Unterstützung: Rückenschulkurs für Kinder

Schaffen Eltern es nicht, daheim als „Fitnesstrainer“ mit ihren Kindern zu üben, kann ein Rückenschulkurs helfen. Hat das Kind ohnehin schon einen vollen Terminkalender, plädiert der Physiotherapeut fürs temporäre Prioritätensetzen: „Ein Rückenschulkurs läuft nur über einen begrenzten Zeitraum, in der Regel 8 bis 10 Mal, einmal in der Woche. Das ist keine dauerhafte Terminbelastung, sondern gut investierte Zeit.“ Bei der Auswahl des Kurses sollte man darauf achten, dass es hier nicht nur darum geht, wie man korrekt sitzt, aufsteht oder etwas anhebt, sagt Günter Lehmann: „Wichtiger ist, dass bei den Kindern die Bewegungsfreude geweckt und gestärkt wird. Außerdem sollten Kräftigungselemente dabei sein.“ Welches Konzept man wählt, ob eine Kinderrückenschule, einen Spiraldynamik-Kurs oder vielleicht Yoga, ist zweitrangig, meint der Fachmann: „Man sollte sich nicht von einer bestimmten Präventionsform abhängig machen. Die Hauptsache ist, das Kind hat Spaß, dann bringt es auch etwas.“ Mindestens anteilig von den Krankenkassen bezahlt werden Kurse bei lizenzierten Rückenschullehrern für Kinder ab 6 Jahren. In der Regel finden diese Kurse in Physiotherapiepraxen oder Sport- und Gesundheitszentren, manchmal sogar in Schulen, statt. Oft kann man sie über die Kasse finden - eine Nachfrage lohnt sich also.

Rückenschule für Kinder

Checkliste: So bleibt der Kinderrücken stark und gesund

  • Regelmäßige, im Alltag verankerte Bewegung (zum Beispiel zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule, Sport im Verein)
  • Rückenfreundliche Sportarten (beispielsweise Klettern, Schwimmen, Tanzen)
  • Begrenzter Medienkonsum (maximal 60 Minuten am Tag)
  • Weniger Stress (zum Beispiel durch verständnisvolle Gesprächsangebote über Probleme in der Schule oder im Freundeskreis)

Präventive Maßnahmen und Hilfsmittel

Wenn das Kind wächst und sich entwickelt, sind Wirbelsäulenprobleme, die in der Zukunft zu Haltungsproblemen führen können, anfangs praktisch unbemerkt. Die Wirbelsäule erlangt die richtige Krümmung etwa im Alter von sechs Jahren. Damit dieser Prozess ohne Entwicklungsprobleme abläuft, sollten die Eltern den Lebensstil des Kindes beachten, denn eine normale Haltung schützt den Körper vor Verletzungen und Verformungen und sorgt für ein reibungsloses Funktionieren der inneren Organe.

Wenn die Haltungsschäden nicht auf angeborene Ursachen oder Verletzungen zurückzuführen sind, dann sind es bei Kindern und jungen Erwachsenen meist die täglichen Gewohnheiten und der Lebensstil, die die Gesundheit des Rückenmarks am häufigsten beeinflussen. Alle diese und auch andere alltägliche Gewohnheiten können die Verformung der Wirbelsäule begünstigen, die, wenn sie nicht rechtzeitig bemerkt werden, dauerhafte Folgen für die Haltung des Kindes oder des Jugendlichen und in ferner Zukunft auch für den allgemeinen Gesundheitszustand haben kann. Wenn Sie Abweichungen bemerken oder den Verdacht auf eine falsche Körperhaltung haben, raten Mediziner den Eltern, rechtzeitig Hilfe zu suchen. Wenn man Haltungsschäden im Anfangsstadium feststellt, kann man sie meist mit Physiotherapie und Krankengymnastik korrigieren. Natürlich müssen sich die Eltern darüber im Klaren sein, dass die Übungen auch zu Hause regelmäßig durchgeführt werden müssen, und die Eltern müssen darauf achten, dass das Kind nicht zu den alten Gewohnheiten zurückkehrt, die der Körperhaltung schaden. In vielen Fällen kann es bedeuten, dass die gesamte Familie ihren Lebensstil ändern und neue Gewohnheiten im Zusammenhang mit körperlichen Aktivitäten anstelle des früheren sitzenden Lebensstils einführen muss. Bei der Korrektur von Haltungsproblemen müssen oft spezielle Haltungskorrektoren als Hilfsmittel eingesetzt werden, was besonders dann von Vorteil ist, wenn das Kind aufgrund einer Gewohnheit mit einem krummen Rücken sitzt.

Ein Kind, das eine Übung aus einer Kinderrückenschule durchführt, mit Fokus auf die Stärkung der Rumpfmuskulatur.

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