Apfelsaft in der Stillzeit: Informationen und Empfehlungen

Die Ernährung während der Stillzeit ist ein wichtiges Thema für viele frischgebackene Mütter. Oft tauchen dabei Fragen auf, welche Lebensmittel und Getränke unbedenklich sind und welche vermieden werden sollten. Apfelsaft ist ein beliebtes Getränk, das viele Mütter auch in der Stillzeit genießen möchten. Dieser Artikel beleuchtet die Verträglichkeit von Apfelsaft während der Stillzeit und gibt Empfehlungen.

Apfelsaft und Stillen: Passt das zusammen?

Grundsätzlich ist Obst in der Stillzeit sehr gesund und es gibt kaum Einschränkungen. Dies gilt auch für Apfelsaft und Fruchtsäfte im Allgemeinen. Apfelsaft hat keinen negativen Einfluss auf die Milchbildung. Viele Mütter sind unsicher bezüglich des geringen Restalkoholgehalts, der in Fruchtsäften auf natürliche Weise durch Gärung entstehen kann. Jedoch ist die Menge so gering, dass sie in der Regel unbedenklich ist. Um bedenkliche Mengen zu erreichen, müsste man sich mit Apfelsaft quasi "ertränken".

Es gibt jedoch einige Babys, die auf die Säure in Fruchtsäften reagieren können. Dies kann sich durch einen wunden Po oder Hautausschlag äußern. Sollte Ihr Baby solche Reaktionen zeigen, warten Sie ab, bis der Ausschlag abgeklungen ist, und versuchen Sie es nach einiger Zeit erneut. Oft vergehen solche Unverträglichkeitsreaktionen während der Stillzeit. Wenn die Reaktion weiterhin besteht, ist es ratsam, auf den entsprechenden Fruchtsaft zu verzichten.

Apfelsaft gilt als eine gute Wahl, da er zu 100 Prozent Frucht ohne Zuckerzusatz enthält. Es ist ratsam, Fruchtsaftgetränken oder Fruchtnektaren den reinen Saft vorzuziehen. Der Fruchtsaft kann bei Bedarf mit Wasser, Mineralwasser oder Tee verdünnt werden.

Infografik mit den Nährwerten von Äpfeln und ihrer Eignung in der Stillzeit.

Die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung in der Stillzeit

Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung ist in der Stillzeit besonders wichtig, da die Nährstoffe, die die Mutter zu sich nimmt, auch in die Muttermilch übergehen. Der Apfel selbst ist ein wahres Allroundtalent und steckt voller wertvoller Vitalstoffe:

  • Ballaststoffe (2g pro 100g): Fördern die Verdauung und sorgen für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl.
  • Kalium (120mg pro 100g): Reguliert zusammen mit Natrium den Wasserhaushalt im Körper.
  • Vitamin C (5mg pro 100g): Stärkt das Immunsystem.
  • Vitamin E (0,5mg pro 100g): Schützt Zellen und Gewebe vor freien Radikalen.
  • Kalorien: Nur etwa 61 kcal pro 100g.

Zusätzlich sind auch die Vitamine A, B1 und B2 im Apfel enthalten. Die meisten Nährstoffe befinden sich in der Schale, weshalb der Apfel am besten ungeschält verzehrt werden sollte.

Für eine optimale Versorgung mit Nährstoffen in der Stillzeit wird empfohlen, auf eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß, Kalzium und Vitamin B2 zu achten. Tägliche Portionen Milch oder Milchprodukte wie Buttermilch oder Joghurt sind hierfür eine gute Quelle. Auch Fisch, der reich an Jod und Omega-3-Fettsäuren ist, sollte zweimal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen. Bei der Auswahl von Fisch ist es ratsam, auf große Meeresraubfische wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai zu verzichten, da diese stärker mit Quecksilber und Dioxinen belastet sein können. Kabeljau, Hering, Schellfisch und Seelachs sind in der Regel unbedenklicher.

Illustration verschiedener Obstsorten, die in der Stillzeit gut verträglich sind.

Was Sie sonst noch beachten sollten: Getränke, Medikamente und mehr

Getränke in der Stillzeit

Neben Wasser und ungesüßten Tees sind auch Kaffee und schwarzer Tee in Maßen erlaubt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt maximal 200 Milligramm Koffein pro Tag, was etwa zwei Tassen Kaffee entspricht. Koffein geht in die Muttermilch über und kann bei empfindlichen Babys zu Unruhe führen. Alkohol sollte während der Stillzeit gänzlich vermieden werden, da er über die Muttermilch an das Baby weitergegeben wird und dort langsamer abgebaut wird.

Kräutertees wie Salbei- oder Pfefferminztee können die Milchbildung hemmen und sollten daher vermieden werden. Fencheltee wird wegen des Estragolgehalts ebenfalls nicht empfohlen. Getränke, die Chinin enthalten (Tonic Water, Bitter Lemon), sowie Energydrinks sollten ebenfalls gemieden werden.

Medikamente in der Stillzeit

Bei der Einnahme von Medikamenten ist es unerlässlich, vorab Rücksprache mit einem Arzt oder einer Hebamme zu halten. Diese können geeignete Präparate verschreiben, die für das Baby unschädlich sind. Bei leichten Beschwerden sind Hausmittel oft eine gute Alternative. Paracetamol und Ibuprofen gelten in normalen Mengen als sicher. Bestimmte Medikamente wie Aspirin, Codein, Diclofenac und einige Antibiotika sollten jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen oder vermieden werden.

Allergien und Unverträglichkeiten

Manche Babys reagieren empfindlich auf bestimmte Lebensmittel, die die Mutter in der Stillzeit isst. Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen, Hautausschlag oder Durchfall können Hinweise auf eine Unverträglichkeit sein. Wissenschaftliche Beweise für die Annahme, dass bestimmte Lebensmittel wie Kohl oder Zwiebeln Blähungen beim Baby verursachen, gibt es nicht. Die Verträglichkeit ist sehr individuell. Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit kann es hilfreich sein, das betreffende Lebensmittel für ein bis zwei Wochen vom Speiseplan zu streichen und die Reaktion des Babys zu beobachten.

Wie geht das? Fruchtsaft | NDR

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