Für viele Kleinkinder ist der Schnuller wie ein guter Freund: Er tröstet, beruhigt und erleichtert das Einschlafen. So hat er unter anderem eine schmerzlindernde Wirkung und wird daher von Medizinern beispielsweise nach einer Impfspritze empfohlen. Studien haben zudem gezeigt, dass er bei Frühgeborenen Krankenhausaufenthalte verkürzen und das Risiko für einen plötzlichen Kindstod verringern kann.

Warum ist es wichtig, Kindern den Schnuller abzugewöhnen?
Je länger und öfter ein Kind am Schnuller nuckelt, desto höher ist das Risiko für unliebsame Folgen. Die Zähne werden nach hinten gedrückt, die umgebenden Weich- und Hartgewebe können sich verformen. Die Zunge, die eigentlich am oberen Gaumen hinter den Zähnen liegt, wird in ihrer natürlichen Lage gestört. Das hat Einfluss auf die Schluck- und Sprachentwicklung. In den ersten Lebensmonaten gilt der Einfluss des Schnullers als unproblematisch, weil sich eventuelle Verformungen noch von selbst zurückbilden.
Der dauerhafte und intensive Schnullergebrauch ist sowohl aus kieferorthopädischer als auch aus logopädischer Sicht nicht zu empfehlen. Im schlimmsten Fall kann der Schnuller die gesunde Entwicklung des Mundraums verzögern oder sogar verhindern. Das Lutschen am Daumen über längere Zeit schadet der Entwicklung des Kiefers sehr. Schiefe Schneidezähne und eine gestörte Motorik der Zunge sind die Folgen. Daumenlutschen ist in 40 Prozent der Fälle der Grund für eine kieferorthopädische Behandlung bei Kindern und Jugendlichen.
Wann sollte man den Schnuller abgewöhnen?
Nach dem siebten Lebensmonat sollte mit dem Nuckeln jedoch Schluss sein, so die Empfehlung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. In dieser Entwicklungsphase bildet sich der Saugreflex zurück, die ersten Zähne brechen durch und das Kind will kauen. Etwas länger dürfen Frühgeborene ihren Schnuller benutzen, nämlich im gesamten ersten Lebensjahr, weil ihr Saugbedürfnis in der Regel besonders hoch ist. Dann sollten aber auch sie vom Schnuller entwöhnt werden.
Wir empfehlen ab dem 2. Geburtstag die Verwendung des Schnullers langsam zu reduzieren. Mit dem 3. Geburtstag sollte der endgültige Abschied vom Schnuller erfolgen. Der Grund dafür ist einfach: In diesem Alter ist das Milch-Gebiss bereits vollständig ausgebildet. Ein exzessiver Gebrauch des Schnullers (mehr als 6 Stunden täglich) und über das 3. Lebensjahr hinaus kann zu Fehlentwicklungen des bleibenden Gebisses führen.
Aus allgemeiner zahnmedizinischer Sicht: je früher abgewöhnt, desto besser. Für den Kiefer und die Zähne sollte der Schnuller allerspätestens mit 3 Jahren abgewöhnt werden. Zahn- und Kieferverformungen, die nur durch den Schnuller hervorgerufen wurden, bilden sich immer innerhalb von wenigen Monaten wieder zurück!
Um Fehlentwicklung von Kiefer und Gebiss sowie Probleme bei der Aussprache zu verhindern, wird empfohlen, Kindern den Nuggi so früh wie möglich - spätestens ab dem 2. Lebensjahr - abzugewöhnen. Ideal ist der Zeitpunkt, wenn das Kind zu sprechen beginnt, um das Risiko für Nebenwirkungen möglichst gering zu halten und langfristig dauerhafte Schäden zu vermeiden.
Wir empfehlen den Besuch eines (Kinder-) Zahnarztes vor dem ersten Geburtstag, um die Zahngesundheit des Kindes zu besprechen. Der (Kinder-)Zahnarzt kann das Kariesrisiko einschätzen und zu vorbeugenden Maßnahmen beraten.

Das Saugbedürfnis und seine Entwicklung
Im 1. Lebensjahr ist das Saugbedürfnis noch sehr groß. Gesaugt wird nicht nur, um den Hunger zu stillen, sondern auch zur Entspannung. Die Brust der Mutter ist dafür perfekt geeignet. Wer sein Baby nicht jederzeit zum Saugen an die Brust legen will oder kann, ist mit dem richtigen Schnuller am besten beraten. Hochwertige Schnuller sind anatomisch korrekt geformt und haben eine geprüfte Qualität. Das entspannt nicht nur die Babys, sondern auch die Eltern!
Das Lutschbedürfnis gehört in den ersten Lebensjahren zur normalen Entwicklung des Kindes. Orales Erkunden von Körperteilen, etwa von Daumen, Fingern und Gegenständen dient dem Begreifen, Wahrnehmen und Erkennen. Diese orale Lutschphase ist in der Regel nach dem dritten Lebensjahr beendet.
Im Verlauf des ersten Lebensjahres - um den 8. Lebensmonat herum - nimmt das Saugbedürfnis des Babys ab. Ideal ist es, wenn Sie den ersten Geburtstag als Anlass nehmen, Ihrem Kind den Nuggi abzugewöhnen. In den meisten Fällen ist dies einfacher gesagt als getan, denn vielen Kindern hilft der Nuggi auch über das Saugbedürfnis hinaus als Trostspender. Besonders zum Einschlafen haben viele Kleinkinder gerne einen Schnuller. Sie sind damit aufgewachsen, daran gewöhnt und verbinden mit dem Nuggi Geborgenheit und Sicherheit.
Die natürliche Entwicklung hilft dabei: im 2. Lebensjahr nimmt das Saugbedürfnis langsam ab. Die Kleinen lernen außerdem das Sprechen und haben dadurch im Idealfall weniger Zeit und Lust zum Saugen.
Tipps und Strategien zur Schnullerentwöhnung
Für eine frühzeitige Entwöhnung ist es ratsam, das eigene Verhalten zu ändern: Bieten Sie den Schnuller in entspannten Situationen einfach gar nicht an und behalten Sie ihn für die Momente vor, in denen Ihr Kind Trost braucht oder schlafen will.
Zuwendung und Ablenkung
Bieten Sie Ablenkung, beschäftigen Sie Ihr Kind, sprechen Sie mit ihm. Wenn Ihr Kind merkt, dass es den Schnuller nicht mehr braucht, ist die Akzeptanz höher und Sie bannen die Gefahr, dass es ihn durch seinen Daumen ersetzt. Es ist weit schwieriger, ein Kind vom Daumenlutschen abzubringen als vom Schnuller.
Reduktion
Ein Tipp, den viele Kinderärzte empfehlen: den Schnuller möglichst unattraktiv machen. Sie können den Schnuller einstechen, sodass er schlaff wird, oder Sie reduzieren nach und nach die Größe. Kürzen Sie den Schnuller wöchentlich um etwa einen Millimeter mit einer Schere, bis nichts mehr davon übrig ist.
Alternativen
Die meisten Babys fangen mit vier bis sechs Monaten an zu zahnen. Wenn die ersten Zähne durchbrechen, bietet sich als Schnuller-Ersatz ein Beißring an, auf dem Ihr Kind herumkauen kann. Die Kaubewegungen massieren das Zahnfleisch, ein gekühlter Beißring lindert Zahnungsschmerzen.

Abschiedsrituale
Als Ritual für eine Schnuller-Entwöhnung bei etwas älteren Kindern hat sich die „Schnullerfee“ bewährt: Sie holt in der Nacht den Schnuller ab und lässt ein kleines Geschenk als Dankeschön zurück. Ihr Kind kann den Schnuller aber auch weitergeben, zum Beispiel an ein Neugeborenes in der Familie oder im Bekanntenkreis. Diese symbolische Weitergabe an ein Baby, das den Schnuller dringender braucht, hilft beim Loslassen und stärkt das Selbstbewusstsein des Kindes, schon „groß genug“ zu sein, um auf den Schnuller verzichten zu können.
Auch gemeinsames Wegwerfen kann helfen, künftig ohne Schnuller zu leben. All diese Rituale haben eines gemeinsam: Sie beteiligen das Kind aktiv daran, einen Schlussstrich unter die Schnullerphase zu ziehen.
Viele Eltern nutzen die Nuggifee: Stellen Sie zusammen mit Ihrem Kind einen Karton mit allen Nuggis vor die Tür. Am nächsten Morgen liegt dort ein kleines Geschenk. Dieser Gedanke klappt auch mit dem Osterhasen oder dem Samichlaus.
Verschicken Sie mit Ihrem Kind ein Paket mit allen Nuggis an eine "geheime" Adresse. Das Gotti oder die Grossmutter schicken dann anonym ein kleines Geschenk zurück.
An vereinzelten Orten in der Schweiz stehen Nuggibäume. Dort dürfen Kinder ihre Nuggis aufhängen und bei Bedarf besuchen.
Geschichten und Bücher
Lesen Sie eine Geschichte vor, in der es um das Schnullerabgewöhnen geht, oder schauen Sie mit Ihrem Kind ein Bilderbuch zu diesem Thema an. Das zeigt ihrem Sprössling, wie der Abschied funktionieren kann und dass auch andere die Trennung meistern.
Lesen Sie Ihrem Kind aus einem der vielen Kinderbücher vor, die den Abschied vom Nuggi thematisieren.
Geduld und Konsequenz
Wählen Sie als Zeitpunkt für die Entwöhnung eine Phase, in der Ihr Kind gesund ist und Sie selbst entspannt sind. Auch Sie brauchen Geduld, um Ihrem Kind beizustehen, wenn es den Schnuller schmerzlich vermisst. Ermutigungen und Lob können den Prozess erleichtern. Der Abschiedsschmerz mag schlimm sein, aber er vergeht.
Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, in welchen Situationen und an welchen Orten es den Nuggi benutzen kann. Achten Sie darauf, dass die Nuggis für Ihr Kind nicht so einfach zugänglich sind. Wird der Nuggi nicht gebraucht, darf das Kind ihn in eine Schatzkiste legen.
Ersetzen Sie den Nuggi, wenn er beispielsweise zum Einschlafen gebraucht wird, mit etwas anderem, das dabei hilft. Zum Beispiel ein Kuscheltier oder ein neues Ritual, das Sie einführen. Und wer könnte Ihrem Kind die Geborgenheit, die ihm durch den nicht vorhandenen Nuggi fehlt, besser ersetzen als Sie?
Behalten Sie zur Sicherheit einen Reserven-Nuggi. Diesen können Sie im Notfall einsetzen, wenn das Kind vor lauter fehlendem Nuggi tatsächlich nicht einschlafen kann und sich abzeichnet, dass die Nacht ohne Schnuller sehr schwierig werden würde.
Den Zeitpunkt für eine Schnullerentwöhnung bestimmen die Eltern. Jedoch sollten sie nicht ohne eine klare Kommunikation mit ihrem Kind entscheiden. "Oft wollen Kinder das besprechen und aushandeln. Die Zeit sollte man ihnen geben", weiß Dr. Ziegler. „Es ist wichtig, das Kind grundsätzlich ernst zu nehmen und es mit in den Prozess einzubeziehen.“
Dass ein Kleinkind von sich aus auf den Nuggi verzichtet, ist eher unwahrscheinlich. Lassen Sie den Nuggi trotzdem nicht einfach verschwinden, sondern beginnen Sie damit, die Nuggizeit zu reduzieren. Wählen Sie dazu einen Zeitpunkt, an dem die Welt aus der Sicht des Kindes in Ordnung ist und es ihm gut geht. Den Nuggi abzugewöhnen, wenn es gerade ein Geschwisterchen bekommen hat oder zum ersten Mal in die Spielgruppe geht, ist nicht ideal.
Älteren Kindern können Sie die Trennung vom Nuggi erklären und Abmachungen treffen. Bei kleinen Kindern hilft es in vielen Fällen, den Abschied vom Schnuller mit einer Geschichte zu verbinden.
Wir haben das ehrlich kommuniziert, dass es einfach gefährlich für die Zähne ist. Unser Kind war da aber schon 3. Der Zahnarzt schaute das Kind 2 x jährlich und sagte dann nach dem 3. Geburtstag, dass er bis zum 4. weg sein sollte. Kurz nach dem 3. Geburtstag kam er weg. Selbstständig von ihr weg gelegt in eine Kiste. Zuvor haben wir aber schon darauf hingearbeitet und den Schnuller zum Mittagsschlaf weggelassen. Es gab ihn auch nicht mehr tagsüber einfach mal so. Nur noch nachts und damit war dann eben final Ende.