Die Geburt eines Kindes ist ein ganz besonderer Moment im Leben einer werdenden Mutter. Eine Hebamme spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem sie sowohl während der Schwangerschaft als auch nach der Geburt eine wichtige Stütze sein kann. Sie unterstützt die werdende Mutter bei der Vorbereitung auf die Geburt, beantwortet gesundheitliche Fragen und hilft bei der Pflege des Neugeborenen. Die Leistungen von Hebammen umfassen die Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt, das Wochenbett, die Stillzeit und sind von enormem Wert für Mutter und Kind.
Obwohl es möglich ist, eine Schwangerschaft auch ohne professionelle Hilfe zu meistern, ist es ratsam, sich frühzeitig um die Suche nach einer Hebamme zu kümmern. Je früher der Kontakt hergestellt wird, desto besser kann sich die Hebamme auf die individuellen Bedürfnisse der werdenden Mutter einstellen. Die meisten Leistungen einer Hebamme werden von gesetzlichen und meist auch privaten Krankenkassen übernommen.

Wann sollte man mit der Hebammensuche beginnen?
Viele Frauen suchen sich bereits im ersten Trimester eine Hebamme, um sich von Beginn der Schwangerschaft an gut betreut zu fühlen. Andere warten jedoch bis zum Ende der Schwangerschaft, was mit einem gewissen Risiko verbunden ist und daher nicht ratsam erscheint. Die meisten Hebammen empfehlen, sich so früh wie möglich für ihre Dienste zu entscheiden, idealerweise innerhalb der ersten Schwangerschaftswochen (SSW). Dies ermöglicht den Aufbau einer engeren Beziehung und erlaubt der Hebamme, Mutter und Baby besser kennenzulernen.
Gerade die ersten drei Monate der Schwangerschaft sind oft von Herausforderungen wie Übelkeit, Unsicherheit über die bevorstehende Lebensveränderung und Ängsten vor einer Fehlgeburt geprägt. In dieser Phase ist die Inanspruchnahme von Hilfe durch eine Hebamme besonders sinnvoll. Daher solltest du dich am besten bereits mit dem positiven Schwangerschaftstest oder der Feststellung deiner Schwangerschaft beim Frauenarzt um die Suche nach einer Hebamme kümmern, um genügend Zeit für die Auswahl einer passenden Fachkraft zu haben.
Der Hebammenmangel als Herausforderung
In Deutschland besteht ein erheblicher Hebammenmangel, der dazu führt, dass in manchen Regionen gar keine oder nur sehr wenige Hebammen verfügbar sind. Dieser Mangel wirkt sich nicht nur in städtischen Gebieten mit hohen Geburtenraten aus, sondern deutschlandweit. Die Diskrepanz zwischen der Anzahl der Schwangeren und der verfügbaren Hebammen erfordert sorgfältige Planung und Organisation. Daher kann man nicht früh genug damit beginnen, eine Hebamme zu suchen.
Auch wenn Paare die freudige Nachricht der Schwangerschaft oft erst nach dem dritten Monat mit Freunden und Familie teilen, sollte die Hebammensuche deutlich früher beginnen, da Hebammen sehr gefragt sind. Am besten wendest du dich direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest an Hebammen in deiner Nähe. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine passende Hebamme zu finden, mit der du dich optimal betreut fühlst.
Hebamme finden – So klappt’s wirklich! Tipps von einer erfahrenen Hebamme
Wie und wo finde ich eine Hebamme?
Die Suche nach einer Hebamme kann sich als schwierig erweisen. Viele Frauen wissen nicht, wo sie suchen sollen, lassen sich zu viel Zeit oder haben Angst, keine zu finden. Mögliche Anlaufstellen sind:
- Online-Suche: Spezielle Suchmaschinen und Portale wie ammely.de oder die Listen des GKV-Spitzenverbandes und des Deutschen Hebammenverbandes e.V. (hebammensuche.de) sind hilfreich.
- Ärztliche Praxen: Hebammenlisten liegen oft in Frauenarztpraxen aus.
- Freunde und Familie: Empfehlungen von Bekannten, die bereits Kinder haben, sind wertvoll.
- Hebammenzentralen oder Netzwerke: In einigen Städten gibt es zentrale Anlaufstellen, die bei der Vermittlung helfen.
- Krankenhäuser und Geburtshäuser: Informiere dich direkt bei Kliniken und Geburtshäusern, ob sie mit freiberuflichen Hebammen zusammenarbeiten oder eigene Hebammenzentren haben.
Es ist oft notwendig, mehrere Wege zu beschreiten, da Hebammen tagsüber häufig unterwegs sind und viele Anrufbeantworter zu hören sind. Nach einem netten Telefonat folgt in der Regel ein persönliches Vorgespräch.
Arten von Hebammen und ihre Leistungen
Es gibt verschiedene Arten von Hebammen, die unterschiedliche Leistungen anbieten:
Freiberufliche Hebamme
Diese Hebammen sind nicht fest angestellt, sondern arbeiten selbstständig. Sie können Schwangere vor, während und nach der Geburt begleiten und spezialisieren sich oft auf Hausgeburten oder ambulante Geburten in einer Hebammenpraxis. Sie bieten häufig auch zusätzliche Leistungen wie Schwangerschaftsgymnastik und Geburtsvorbereitungskurse an.
Beleghebamme
Beleghebammen sind ebenfalls freiberuflich tätig, haben aber Verträge mit bestimmten Kliniken oder Geburtshäusern. Sie können deren Kreißsäle nutzen, sodass Frauen sicher sein können, während der gesamten Geburt von ihrer Hebamme betreut zu werden. Oft entsteht hier ein besonders enges Vertrauensverhältnis.
Familienhebamme
Familienhebammen bieten intensive Unterstützung für Schwangere oder Eltern, die sich unsicher oder überfordert fühlen. Sie sind oft als Familienhelferinnen ausgebildet und begleiten Familien ab Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes. Sie gehören zum Netzwerk "Frühe Hilfen".
Klinikhebamme
Klinikhebammen sind fest in einem Krankenhaus angestellt und betreuen hauptsächlich die Geburt im Kreißsaal. Sie arbeiten meist im Schichtdienst, was bedeutet, dass es nicht immer möglich ist, eine ganz bestimmte Hebamme für die Geburt auszuwählen. Bei längeren Geburten kann es vorkommen, dass Mütter von mehreren Klinikhebammen nacheinander betreut werden.

Was leistet eine Hebamme?
Hebammen leisten während der gesamten Schwangerschaft unverzichtbare Arbeit:
- Beratung und Vorsorge: Sie stellen die Schwangerschaft fest, stellen den Mutterpass aus und führen fast alle vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen durch (ausgenommen Ultraschall). Dazu gehören die Überwachung von Gewicht, Blutdruck und Blutwerten der Mutter sowie die Kontrolle von Lage, Größe und Herztönen des Kindes.
- Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden: Sie beraten und unterstützen bei Beschwerden.
- Geburtsvorbereitung: Viele Hebammen bieten Geburtsvorbereitungskurse an, die Atemtechniken, Entspannungsübungen und Informationen zu Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett vermitteln.
- Geburtshilfe: Bei unkomplizierten Geburten können Hebammen diese eigenverantwortlich betreuen. Sie überwachen den Zustand des Kindes, unterstützen die Mutter bei den Wehen und entscheiden, ob ärztliche Hilfe notwendig ist.
- Betreuung im Wochenbett: Nach der Geburt kommen Hebammen regelmäßig nach Hause, um den Zustand von Mutter und Kind zu überprüfen. Sie geben Tipps zur Säuglingspflege, beraten beim Stillen, versorgen Wunden (z.B. nach Kaiserschnitt oder Dammschnitt) und kontrollieren die Rückbildung der Gebärmutter.
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Beratung während der Schwangerschaft, Vorsorgeuntersuchungen (außer Ultraschall), Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, Geburtsvorbereitung, Geburtsbetreuung, Wochenbettbetreuung bis zu 12 Wochen nach der Geburt und Rückbildungsgymnastik. Auch die Rufbereitschaft einer zugelassenen Vertragshebamme wird bezuschusst.
Was tun, wenn keine Hebamme gefunden wird?
Solltest du trotz aller Bemühungen keine Hebamme finden, ist das zwar ärgerlich, aber kein Grund zur Verzweiflung. In solchen Fällen ist es wichtig, den Kopf nicht hängen zu lassen und weiterhin Hebammen zu kontaktieren, auch in späteren SSW. Es kann zu kurzfristigen Änderungen kommen, und manchmal findet sich auch kurz vor dem Geburtstermin noch eine Betreuungsmöglichkeit. Deine Vorsorgeuntersuchungen werden in diesem Fall weiterhin von deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen übernommen.
Zusätzlich gibt es ambulante Hebammenpraxen, die Notfallsprechstunden anbieten, sowie Beratungsstellen wie Caritas oder AWO, die über lokale Angebote informieren können. Bei akuten Fragen bieten auch Geburtskliniken oft rund um die Uhr Unterstützung.
Es ist ratsam, deine Krankenkasse zu informieren, wenn du Schwierigkeiten bei der Hebammensuche hast. Die Kassen verfügen über Listen von Hebammen und können möglicherweise weiterhelfen. Nur wenn Patientinnen ihre Rechte einfordern, können die Kassen entsprechend reagieren. Auch die Information des zuständigen Gesundheitsamtes oder deines*r Abgeordneten über den Hebammenmangel in deiner Region kann auf das Problem aufmerksam machen.
