Wenn sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet, sich aber nicht zu einem Embryo entwickelt, bilden sich eine Plazenta und ein Embryosack, die jedoch leer bleiben. Dieser Zustand wird auch als anembryonale Schwangerschaft bezeichnet, was bedeutet, dass kein Embryo vorhanden ist.
Ursachen einer Windeizelle
Die genaue Ursache für eine Windeizelle ist unbekannt. Sie kann jedoch aufgrund von Chromosomenanomalien in der befruchteten Eizelle auftreten. Die Teilung findet statt, wenn das Spermium die Eizelle während der Empfängnis befruchtet. In den meisten Fällen scheinen Fehlverteilungen der Chromosomen vorzuliegen. Eine Studie aus dem Jahr 2007 ergab, dass zwei Drittel der untersuchten Abort-Eier zusätzliche oder fehlende Chromosomen aufwiesen. Die Medizin geht davon aus, dass diese Embryonen in der großen Mehrheit der Fälle nicht überlebensfähig gewesen wären. Die natürliche Selektion hat dafür gesorgt, dass sie sich nicht weiterentwickeln - auch bekannt als Alles-oder-Nichts-Prinzip. Ein Windei ist eine Laune der Natur, für die niemand die Verantwortung trägt. Jede Frau kann aus diesem Grund eine frühe Fehlgeburt erleiden. Das Risiko steigt allerdings bei Frauen, die älter als 40 sind. Eine schwangere Frau hat ein höheres Risiko für Windeizellen, wenn ihr Partner biologisch mit ihr verwandt ist.

Wann tritt eine Windeizelle auf?
Da dies früh in der Schwangerschaft geschieht, sind sich die meisten Frauen ihrer Schwangerschaft nicht bewusst. Es ist auch die häufigste Ursache für Fehlgeburten und frühe Schwangerschaftsversagen. Es ist die Ursache für eine von zwei Fehlgeburten im ersten Schwangerschaftstrimester. Da es in der fünften bis sechsten Schwangerschaftswoche auftritt, sind sich die meisten Frauen ihrer Schwangerschaft nicht bewusst. Die meisten Windeier gehen innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen von selbst ab. Wenn das Windei zu einer sehr frühen Fehlgeburt führt, wird es oft als verspätete Menstruation wahrgenommen.
Symptome einer Windeizelle
Bei einer Frau mit Windeizelle können Schwangerschaftssymptome auftreten, darunter Brustspannen, Ausbleiben der Periode, morgendliche Übelkeit, Übelkeit, Erbrechen und ein positiver Schwangerschaftstest. Du selbst kannst kaum feststellen, dass etwas nicht stimmt. Denn bei einem Windei reagiert dein Körper mit den gleichen Schwangerschaftsanzeichen wie bei einer normalen Schwangerschaft. Da der Körper hCG produziert, wirst du einen positiven Schwangerschaftstest oder Schwangerschaftsfrühtest haben. Auch Übelkeit, empfindliche Brüste und Heißhunger lassen vermuten, dass eine intakte Schwangerschaft vorliegt. Umso schlimmer ist dann die ärztliche Diagnose.
Diagnose einer Windeizelle
Der Arzt stellt die Diagnose einer Windeizelle durch eine transvaginale Ultraschalluntersuchung fest. Sie wird zwischen der siebten und voraussichtlich neunten Schwangerschaftswoche durchgeführt, da der Embryo zu diesem Zeitpunkt in der Regel sichtbar ist. Bei der Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft ist nur eine extrem kleine Schwangerschaftsanlage oder eine leere Fruchthöhle zu erkennen. Bei einer zweiten Ultraschall-Untersuchung wird überprüft, ob Gebärmutter und Fruchthöhle nicht weiter wachsen und außerdem der hCG-Spiegel gemessen. Ist kein regelmäßiger Anstieg zu verzeichnen und weiterhin kein Embryo mit einem Herzschlag zu sehen, ist die Diagnose Abort-Ei bestätigt. Es kann auch vorkommen, dass Arzt oder Ärztin beim ersten Ultraschall zunächst von einer normalen Schwangerschaft ausgehen. Denn die Fruchthöhle ist ja intakt. In der 6. SSW könnte es sich also auch um ein sehr kleines Baby handeln. Erst in der 8. SSW können Gynäkologe oder Gynäkologin dann sicher sein, dass es ein Windei ist, da ein lebensfähiges Baby dann zweifelsfrei zu erkennen wäre. Es sei denn, es tritt der sehr seltene Fall ein, dass sich die Fruchthöhle an einer Stelle der Gebärmutter „versteckt“, die vom Ultraschall nur schlecht erfasst werden kann. Ein solcher „Eckenhocker“ offenbart sich dann nach ein bis zwei weiteren Wochen Wartezeit, obwohl zuvor von einem Abort-Ei ausgegangen wurde.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Windeizelle
Bei den meisten Frauen ist keine Behandlung erforderlich, da der Embryo durch die Scheide ausgeschieden wird. Wenn das Windei zu einer sehr frühen Fehlgeburt führt, wird es oft als verspätete Menstruation wahrgenommen. Wenn die Schwangerschaftsanlage noch in der Gebärmutter ist, gibt es normalerweise drei Möglichkeiten:
- Natürliche Fehlgeburt: Der Arzt empfiehlt der Patientin möglicherweise abzuwarten und zu beobachten, ob der Körper das Schwangerschaftsgewebe auf natürliche Weise aus der Gebärmutter entfernt. Es ist wichtig zu beachten, dass dieser Prozess Tage oder Wochen dauern kann. Wenn es jedoch zu einer Fehlgeburt kommt, kann die Frau Bauchschmerzen, starke Krämpfe und Blutungen verspüren. Abwarten, bis der Körper sie von selbst mit der nächsten Blutung abstößt (natürliche Fehlgeburt). Sie kann mit Bauchkrämpfen einhergehen, wie du sie vielleicht von einer starken Regelblutung kennst. Die Blutungen können bis zu zwei Wochen dauern. Dabei können Gewebereste im Uterus zurückbleiben.
- Dilatation und Kürettage (D&C): Es handelt sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem der Inhalt des Schwangerschaftsgewebes aus der Gebärmutter entfernt wird. Bei diesem Eingriff weitet oder öffnet der Arzt den Gebärmutterhals und verwendet Instrumente und Geräte, um das verbleibende Schwangerschaftsgewebe aus der Gebärmutter zu entfernen. Eine Ausschabung (Abrasio), bei der die Gebärmutterschleimhaut und die Einnistung vorsichtig abgetragen werden. Eine vorhandene Blutung kann so meist gestoppt werden und die Infektionsgefahr sinkt.
- Medizinisch bedingte Fehlgeburt: Bei dieser Behandlungsoption verschreiben die Ärzte ein Medikament namens Misoprostol. Das Medikament sendet Signale an den Körper, das Schwangerschaftsgewebe auszustoßen. Dieses Verfahren verkürzt die Wartezeit, bis die Fehlgeburt von selbst beginnt. Die ärztlich verordnete Einnahme von Medikamenten, die den Uterus anregen, seinen Inhalt abzustoßen.
Besprich die für dich beste Behandlung bitte in Ruhe mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
Komplikationen und Prognose nach einem Windei
Komplikationen bei Windeiern sind selten. Das Auftreten einer Windeizelle kann nicht verhindert werden. Auch Frauen mit Windeiern können anschließend eine erfolgreiche und gesunde Schwangerschaft erleben. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Windeizelle ist gering. Die meisten Frauen erleben weiterhin gesunde Schwangerschaften und bringen sie bis zum Ende aus. Nach einer Ausschabung oder einer natürlichen Fehlgeburt werden deine Schwangerschaftsanzeichen zurückgehen. Auch der HCG-Wert wird sich wieder einpendeln und die Gebärmutterschleimhaut normalisiert sich. Hast du dich körperlich erholt und hat sich deine Periode wieder eingestellt, spricht nichts gegen eine erneute Schwangerschaft. Deine Chancen auf ein gesundes Baby sind nicht geringer als zuvor. Hattest du allerdings schon mehrere Fehlgeburten, werden dein Arzt oder deine Ärztin dir zu weiteren Tests raten, um den Ursachen auf den Grund gehen. Übrigens: Nach der Ausschabung ist der Muttermund noch leicht geöffnet. Um dich vor Keimen zu schützen, solltest du drei bis vier Wochen nach dem Eingriff auf Tampons und Geschlechtsverkehr verzichten. Auch Schwimmen, Baden, Saunabesuche und Sport solltest du noch etwas aufschieben.
Missed Abortion I Fehlgeburt ohne Symptome I Dr. K. Wagner
Besonderheiten bei Zwillingsschwangerschaften
Es ist recht häufig, dass sich bei einer Zwillingsschwangerschaft nur eine Anlage weiterentwickelt. Die andere wird davon nicht beeinträchtigt. Häufig wird das auch am Anfang der Schwangerschaft gar nicht gesehen. Wenn der Arzt/die Ärztin eine Fruchtblase sieht, wird die beurteilt und danach nicht weiter gesucht, weil eine zweite nicht erwartet wird. Manchmal sieht man nach einer ganz normalen Geburt, dass da mal eine Anlage von einem zweiten Embryo gewesen ist. Mit dem Wachstum des Ungeborenen wird die leere Fruchtblase relativ zu der wachsenden immer kleiner und quasi an den Rand gedrückt. Etwa vorhandene Inhalte (z.B. Fruchtwasser) lösen sich auf oder werden zu Bindegewebe (Fruchtblase). Die unterschiedlichen Wochenangaben werden von "normalen" Schwangerschaften hergeleitet, so dass sie einfach gar nichts aussagen. Genauere Wochenangaben sind nur über die Vermessung des Embryos zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich aus der Menge des Fruchtwassers (das die Größe der leeren Fruchtblase bestimmt) kein Rückschluss auf das Alter ziehen. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist es am wahrscheinlichsten, dass sich nur eine Schwangerschaftsanlage weiter entwickeln wird. Wenn ein Dottersack sichtbar ist, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass sich eine Woche später auch ein Embryo zeigt. Wenn das der Fall ist, hat eine Entwicklung stattgefunden. Ob dann schon Herztöne sichtbar sind, ist nicht gesagt. Diese sollten sichtbar sein, wenn der Embryo größer als 0,8 Zentimeter ist. Wenn bei der nächsten Untersuchung also eine Entwicklung sichtbar ist, dann besteht auch Hoffnung auf weiteren Fortschritt von zumindest einer Schwangerschaftsanlage. Fehlgeburten lassen sich nicht zuverlässig vorhersagen. Bei Besonderheiten ist es meist am Besten abzuwarten. Sollte die Schwangerschaft nicht intakt sein, dann besteht die Möglichkeit einer Ausschabung, die jedoch nur durchgeführt werden sollte, wenn zu 100% sicher ist, dass keine Entwicklung mehr stattfindet. Unabhängig davon besteht auch immer die Möglichkeit (bis auf wenige Ausnahmen), dass ein natürlicher Abgang abgewartet wird. Es kann eine ganze Weile dauern, bis der Körper der Frau merkt, dass die Schwangerschaft nicht intakt ist.
Abgrenzung zur Blasenmole
Neben dem Windei kann auch eine Blasenmole zu einem frühen Schwangerschaftsverlust führen. Sie ist allerdings deutlich seltener und kommt nur bei einer von 1.000 bis 2.000 schwangeren Frauen vor. Bei einer Blasenmole kommt es schon während der Befruchtung der Eizelle zu einem Problem. Eine Fehlverteilung der Chromosomen führt dazu, dass die Zellen, die eigentlich die Plazenta und die spätere Fruchtblase bilden sollten (Trophoblasten), unkontrolliert wuchern. Die Zellen, die zum Embryo heranreifen sollten (Embryoblasten), sind entweder gar nicht vorhanden (vollständige Blasenmole) oder sie haben einen fehlerhaften Chromosomensatz (partielle Blasenmole). Selbst wenn sich aus dieser Anlage ein Embryo entwickelt, wird er genetisch schwer geschädigt sein. Im Ultraschallbild sind sie gut zu erkennen. Eine Blasenmole kann schwere Komplikationen nach sich ziehen. Die Mole wird in einer kleinen OP entfernt. Im Anschluss ist es notwendig, sechs Monate lang regelmäßig Blutproben abzugeben. Dadurch wird sichergestellt, dass der HCG-Spiegel fällt. Das ist wiederum ein Zeichen dafür, dass kein Gewebe der Blasenmole mehr vorhanden ist.
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