Mit der Ankunft eines Babys ändern sich die Bedürfnisse einer Familie, insbesondere wenn sie auf zwei Etagen wohnt. Eine zentrale Frage ist die nach der Einrichtung und Organisation des Wickelbereichs. Angesichts des durchschnittlichen Verbrauchs von rund 4000 Windeln bis zur Trockenheit des Kindes ist die Gestaltung eines praktischen und ergonomischen Wickelplatzes unerlässlich. Dies betrifft nicht nur den Komfort für das Baby, sondern auch die Gesundheit und den Komfort der Eltern.
Eine spezielle Wickelkommode bietet hier viele Vorteile. Mit einer typischen Höhe von etwa 90 cm (oft auch verstellbar) ermöglicht sie ein Wickeln in aufrechter Haltung, was den Rücken schont. Im Gegensatz zum Wickeln auf dem Bett, das ein tiefes Bücken erfordert, oder dem Knien auf dem Boden, bietet die Wickelkommode eine ergonomische Lösung. Zudem verfügen Wickelkommoden über ausreichend Stauraum für alle notwendigen Utensilien, von Windeln und Pflegeprodukten bis hin zu Kleidung, die so jederzeit griffbereit sind.

Die Auswahl der richtigen Wickelkommode
Wickelkommoden sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich: mit Schubladen, mit Schranktüren und offenen Regalfächern oder als Kombination dieser Elemente. Für eine übersichtliche Organisation empfehlen sich Wickelkommoden mit Schubladen, da sie eine klare Strukturierung der Wickelutensilien ermöglichen. Es muss nicht immer ein Neukauf sein; für vorhandene Kommoden gibt es passende Wickelaufsätze.
Worauf bei der Auswahl zu achten ist:
- Stabilität: Die Wickelkommode muss sicher und stabil stehen.
- Materialien: Sie sollte nur mit kinderfreundlichen Lacken, Lasuren oder Ölen behandelt sein.
- Wickelaufsatz: Dieser sollte breit und tief genug sein, um dem Baby ausreichend Platz zu bieten, und über eine ausreichend hohe Sicherheitskante an den Seiten und hinten verfügen, um ein Herunterrollen zu verhindern. Abgerundete Ecken sind ebenfalls wichtig.
- Schubladen: Leichtgängige Schubladen sind ein Komfortmerkmal, bei dem sich eine Investition in höherwertige Modelle lohnt, da hier bei günstigeren Varianten oft zuerst Probleme auftreten.
- Zusätzliche Ablagefläche: Idealerweise gibt es links und/oder rechts neben dem Wickelbereich eine zusätzliche Ablagefläche für Utensilien, die beim Wickeln häufig benötigt werden.
Die Wickelauflage muss nicht immer die gesamte Breite des Wickelaufsatzes ausfüllen. Viele Eltern bevorzugen schmale Keilauflagen, die zusätzliche Sicherheit bieten.

Der ideale Standort für die Wickelkommode
Die Platzierung der Wickelkommode hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Raumaufteilung und persönliche Präferenzen. Ob im Babyzimmer, Schlafzimmer oder Bad - wichtig ist, dass das Baby beim Wickeln keiner Zugluft ausgesetzt ist und der Raum eine angenehme Temperatur von etwa 22-25 °C hat.
Vorteile verschiedener Standorte:
- Badezimmer: Ein Vorteil ist die konstant höhere Raumtemperatur, was besonders dann relevant ist, wenn auf eine Wärmelampe verzichtet wird. Die Nähe zu warmem Wasser ist zudem praktisch bei kleineren "Unfällen".
- Raumecke: Unabhängig vom Raum ist eine Raumecke ideal, da das Baby so an zwei Seiten geschützt ist und nicht herunterfallen kann.
Bei der Organisation spielt die Sicherheit eine übergeordnete Rolle:
- Niemals das Baby allein lassen: Immer eine Hand am Baby haben.
- Alles griffbereit organisieren: Die Wickelkommode so einrichten, dass alle benötigten Utensilien ohne große Verrenkungen erreichbar sind.
- Vorsicht mit elektrischen Geräten: Wärmelampen oder Föhne sollten so positioniert sein, dass das Baby sie nicht treffen kann, insbesondere bei Jungen besteht hier eine erhöhte Gefahr.
Organisation der Wickelkommode
Nach der Geburt rückt die praktische Einrichtung der Wickelkommode in den Vordergrund. Hier sind einige Ideen für die Organisation:
Auf der Wickelfläche: Das Nötigste in Reichweite
Hier sollte nur das absolut Notwendige platziert werden, besonders wenn das Baby beginnt, nach Dingen zu greifen.
- Eine abwischbare, schadstofffreie Wickelauflage, idealerweise in Keilform.
- Eine Einmal-Wickelunterlage oder ein Handtuch zum Schutz der Auflage.
- Windeln.
- Pflegemittel wie Babyöl und Wundschutzcreme.
- Feuchttücher oder Waschlappen.
- Bei Jungen: Ein kleines Handtuch oder Spucktuch, um den Penis während des Wickelns abzudecken.
Praktische Körbe zum Einhängen können helfen, den Tagesbedarf an Windeln und Pflegeprodukten außer Reichweite des Babys unterzubringen, falls auf der Wickelfläche kein Platz ist.
In der Wickelkommode: Systematische Aufbewahrung
Eine gut organisierte Wickelkommode spart Zeit und Nerven. Hier sind Vorschläge für die Aufteilung:
- Schublade 1 (Täglicher Bedarf): Waschlappen, Einmalwaschlappen, Einmal-Wickelauflagen, Feuchttücher, trockene Tücher, Spucktücher, Babyöl, Wundschutzcreme, Wind- und Wettercreme, Sicherheitswattestäbchen, Arzneikörbchen (Zahngel, Fieberthermometer, Zäpfchen), Schnuller, Bürste, Nagelschere, Greifling zum Spielen.
- Schublade 2 (Kleidung): Bodys, Hosen, Strampler, Schlafanzüge. Das Falt- und Rollenprinzip für Kleidung in Organizern hilft, den Überblick zu behalten und Durcheinander beim Herausnehmen zu vermeiden.
- Schublade 3 (Seltenerer Bedarf): Alles, was nicht ständig benötigt wird, wie z.B. größere Kleidung oder spezielle Pflegeartikel.
Bei Kommoden ohne Schubladen können Körbe und zusätzliche Regale helfen, den Platz optimal zu nutzen. Auch für offene Regalfächer sind Körbe eine ordentliche und ästhetische Lösung.
WICKELKOMMODE ORGANISATION & 10 HACKS! WAS BRAUCHT MAN WIRKLICH? | KINDOFROSY
Zwei Wickeltische auf zwei Etagen: Eine Überlegung wert?
Die Frage nach einem zweiten Wickeltisch auf einer anderen Etage beschäftigt viele Eltern, die auf zwei Ebenen wohnen. Die Meinungen und Erfahrungen hierzu sind vielfältig.
Argumente für zwei Wickeltische:
- Komfort und Zeitersparnis: Vor allem in den Anfangszeiten, wenn häufig gewickelt werden muss, erspart ein zweiter Wickelplatz das ständige Treppensteigen.
- Praktikabilität bei unterschiedlichen Tagesabläufen: Wenn sich das Familienleben tagsüber hauptsächlich im Erdgeschoss abspielt und nachts die Schlafzimmer im Obergeschoss genutzt werden, kann ein Wickelplatz auf jeder Etage sinnvoll sein.
- Vorbereitung auf das zweite Kind: Einige Eltern schaffen bewusst eine zweite Wickelmöglichkeit, um den älteren Kindern und dem Neugeborenen gerecht zu werden.
Argumente gegen zwei Wickeltische:
- Kosten und Platz: Zwei Wickelkommoden sind eine erhebliche Investition und beanspruchen viel Platz.
- Nachhaltigkeit: Wickeltische werden oft nur für eine begrenzte Zeit benötigt.
- Alternativen: Viele Eltern finden Lösungen wie Wickelaufsätze für bestehende Kommoden, Wickelunterlagen auf Sofas oder Betten oder faltbare Wickelbretter, die bei Bedarf über dem Babybett angebracht werden können.
- Organisation: Manche Eltern berichten, dass sie trotz zweier Wickelplätze oft doch das "falsche" Zubehör am falschen Ort hatten und am Ende doch die Treppe benutzen mussten.
Beispiele aus der Praxis:
- Einige Familien richten im Erdgeschoss eine Wickelstation mit den nötigsten Utensilien auf dem Sofa oder einem Beistelltisch ein und haben die Haupt-Wickelkommode im Obergeschoss.
- Andere nutzen eine kompakte Wickelmöglichkeit im Bad, wie z.B. eine Wickelwanne mit integrierter Auflage.
- Manche entscheiden sich für einen schmalen Wickeltisch oder ein Regal mit Organizern, das weniger Platz einnimmt.
Letztendlich ist die Entscheidung für einen oder zwei Wickeltische eine individuelle. Wichtig ist, die Bedürfnisse der Familie, die Wohnsituation und das Budget zu berücksichtigen.

Spartipps und Alternativen zur klassischen Wickelkommode
Die Erstausstattung für ein Baby kann schnell ins Geld gehen. Es gibt jedoch clevere Möglichkeiten, Kosten zu sparen und dennoch eine praktische Wickellösung zu finden:
- Gebrauchte Möbel: Wickelkommoden und Wickelaufsätze sind oft gut erhalten auf Second-Hand-Plattformen zu finden.
- Wickelaufsätze für vorhandene Möbel: Ein Wickelaufsatz kann eine bestehende Kommode in eine Wickelstation verwandeln und ist deutlich günstiger als eine neue Wickelkommode.
- Wickelbretter und faltbare Lösungen: Spezielle Wickelbretter, die über Babybetten gelegt werden können, oder an der Wand montierbare, ausklappbare Wickeltische sind platzsparende und kostengünstige Alternativen.
- Selbstbau: Mit handwerklichem Geschick lassen sich individuelle und kostengünstige Wickellösungen kreieren.
- Wunschlisten: Eine Baby-Wunschliste kann Familie und Freunden helfen, sinnvolle Geschenke auszuwählen.
- Leihen oder Übernehmen: Freunde und Familie sind oft bereit, Dinge auszuleihen oder weiterzugeben.
Die Babyecke im Schlafzimmer: Gerade im ersten Jahr schlafen Babys oft am liebsten in der Nähe der Eltern. Eine gut geplante Babyecke im Schlafzimmer mit einem Beistellbett und einer Wickelmöglichkeit ist oft praktischer als ein separates, voll eingerichtetes Kinderzimmer.