Die Universitätsfrauenklinik Würzburg (UKW) bietet umfassende medizinische Versorgung für Frauen, insbesondere im Bereich der Gynäkologie und der Brustkrebsbehandlung. Zahlreiche Patientinnen teilen ihre Erfahrungen, die ein breites Spektrum von hochzufriedenen bis hin zu unzufriedenen Berichten abdecken.
Brustkrebsbehandlung und Erfahrungen
Die Behandlung von Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, ist ein zentraler Schwerpunkt der Frauenklinik Würzburg. Die Klinik veranstaltet regelmäßig ein Brustkrebs-Forum, um Patientinnen, Angehörige und Interessierte über aktuelle diagnostische Verfahren, Therapieansätze und unterstützende Maßnahmen zu informieren.
Brustkrebs-Forum: Diagnostik und ganzheitliche Betreuung
Das 11. Brustkrebs-Forum fand am 9. April 2025 statt und widmete sich den verschiedenen diagnostischen Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von Mammakarzinomen. Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik, betonte die Bedeutung moderner Diagnoseverfahren. Neben den medizinischen Vorträgen und Diskussionen gab es Infostände, an denen sich die Frauenselbsthilfe Krebs e.V., die Handarbeitsgruppe St. Thekla Ochsenfurt und die Initiative Onkomütze vorstellten. Diese ehrenamtlichen Gruppen stellen kostenlose Herzkissen und Mützen für Patientinnen her.
Ein weiteres Brustkrebs-Forum fand am 10. April statt und thematisierte das Leben mit und nach Brustkrebs sowie die Möglichkeiten der Selbstfürsorge. Bereits 2024 fand das zehnte Brustkrebs-Forum statt, bei dem neben klinischen Behandlungsoptionen auch komplementäre Maßnahmen im Fokus standen. Es referierten Professor Wöckel, Dr. Jessica Salmen und Dr. Sarah Weidner.
Das achte Brustkrebs-Forum am 30. November 2021 wurde online durchgeführt und konzentrierte sich auf deeskalierte Therapien und ästhetisch-onkoplastische Operationen. Professor Achim Wöckel und Prof. Dr. Ute-Susann Albert sprachen über neue chemo-, strahlen- und immuntherapeutische Behandlungswege. Ziel sei es, die Therapievielfalt zu reduzieren und Nebenwirkungen zu ersparen, ohne die Effektivität zu beeinträchtigen. Prof. Dr. Rafael Jakubietz, Leiter der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie, erläuterte, wie onkologische und rekonstruktive chirurgische Maßnahmen kombiniert werden, um das Körperbild der Patientinnen zu erhalten.

Erfahrungsberichte zur Brustkrebsoperation
Eine Patientin schildert ihre Erfahrung mit einer radikalen Operation eines Brusttumors, bei der sich intraoperativ herausstellte, dass neben einem DCIS auch ein invasives Karzinom vorlag. Sie lobt die Kompetenz und Sorgfalt der Oberärztin PD Dr. Schlaiß, die auch die anschließende Total-OP durchführte. Dank des Fast-Track-Verfahrens war sie schnell wieder auf den Beinen. Das funktionale und kosmetische Ergebnis wurde von nachsorgenden Gynäkologen anerkannt. Ein Kritikpunkt war, dass sie von einer anderen Oberärztin zunächst in Richtung brusterhaltende Therapie gedrängt wurde, obwohl sie sich dagegen wehren musste. Mögliche Langzeitfolgen der brusterhaltenden Therapie wurden ihrer Meinung nach kaum besprochen.
Eine andere Patientin war vom 25. bis 29. April 2016 auf der Gynäkologie 2 wegen eines bösartigen Tumors in ihrer Brust und berichtet von einer gelungenen Operation und nettem Personal.
Die Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie ist ein wichtiger Partner der Frauenklinik, insbesondere im Bereich der Onkoplastik, die darauf abzielt, die Brust und das Körperbild der Patientinnen zu erhalten.
Erfahrungen mit gynäkologischen Operationen und Behandlungen
Neben der Brustkrebstherapie deckt die Frauenklinik ein breites Spektrum gynäkologischer Erkrankungen ab, darunter die Entfernung von Eierstöcken, Hysterektomien und die Behandlung von Endometriose.
Entfernung von Eierstöcken und Tumoren
Einige Patientinnen berichten von der Entfernung ihrer Eierstöcke und der Entfernung von Tumoren. Sie äußern sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Operationen und der Betreuung durch das Personal. Die Schwestern werden als sehr nett und fürsorglich beschrieben. Ein besonderer Dank gilt dem gesamten Team, einschließlich des OP-Teams.
Behandlung von Endometriose
Eine Patientin berichtet von einer erfolgreichen Entfernung ihrer Endometriose mittels DaVinci-assistierter Laparoskopie auf der Gynäkologie 2. Sie lobt das empathische und fachlich top Team und vergleicht ihre positive Erfahrung positiv mit früheren Erfahrungen in anderen Kliniken. Sie vergibt fünf Sterne für das gesamte Team, von der Küche über das Pflegepersonal bis zum Ärzteteam. Einziger negativer Punkt war die nicht abschließbare Dusche auf dem Flur.
Hysterektomie und Erfahrungen mit Ärzten
Eine Patientin, die zur Hysterektomie überwiesen wurde, berichtet von einer Ärztin (Fr. Dr. Nguyen), die ihr die Operation ausreden wollte und prognostizierte, dass eine laparoskopische OP aufgrund ihres Gewichts nicht möglich sei und sie sich auf einen Bauchschnitt einstellen müsse. Dies führte bei der Patientin zu großer Angst. Schwester Bettina Wollna konnte ihr jedoch einen Teil der Angst nehmen. Die Operation wurde von Hr. Dr. Häusler laparoskopisch THL und komplikationslos durchgeführt. Die Patientin lobt insbesondere die liebenswerten, engagierten und tollen Krankenschwestern auf Station Gyn II, wobei Sr. Christel besonders hervorgehoben wird. Sie konnte bereits am dritten Tag nach der OP die Klinik verlassen.

Organisation und Patientenbetreuung
Die Organisation und die Patientenbetreuung in der Frauenklinik Würzburg werden von den Patientinnen unterschiedlich bewertet. Während viele die medizinische Kompetenz, die freundliche Aufnahme und die zugewandte Fürsorge loben, gibt es auch Kritikpunkte bezüglich der Organisation und der Kommunikation.
Positive Aspekte der Betreuung
Viele Patienten heben die freundliche Atmosphäre, die nette und fürsorgliche Betreuung durch das Pflegepersonal und die medizinische Kompetenz des Ärzteteams hervor. Die Breast Care Nurse (damals Sr. Johanna) wird positiv erwähnt. Auch das Essen und die Zimmerreinigung werden gelobt. Die Zusammenarbeit mit dem Institut für Humangenetik (FBREK) funktioniert einwandfrei. Die Unterstützung durch die Psychoonkologie wird zwar angeboten, aber nicht immer in Anspruch genommen.
Ein Patient berichtet von einer Vorbereitung auf eine Bauchspiegelung, bei der er seinen Mann mitbringen durfte. Trotz Zeitmangels nahm sich der Oberarzt viel Zeit für die Erklärung des Ablaufs. Die Aufklärungsgespräche dauerten zwar länger als erwartet, aber das Personal war trotz vieler wartender Patientinnen freundlich und nahm sich Zeit für alle Fragen und Ängste. Am Tag der OP kam der Oberarzt nochmals vorbei, und auch nach der OP gab es eine ausführliche Erklärung. Das Pflegepersonal wird als supernett und liebevoll beschrieben, das zu keiner Zeit das Gefühl gab, eine "Nummer" zu sein.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die gute Aufklärung und das Zuhören. Die Essensdamen werden für ihre Bemühungen gelobt, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Zimmer werden als großzügig und gut ausgestattet beschrieben.
Kritikpunkte an Organisation und Abläufen
Es gibt jedoch auch Kritik an der Organisation und den Abläufen. Ein Patient bemängelt, dass man vorher nicht wisse, wer Operateur und Narkosearzt sei, und dies gerne vor der OP gesehen hätte.
Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist die Organisation im Kinderwunschzentrum, das als unterirdisch bezeichnet wird. Arzthelferinnen werden als unverschämt und grob im Umgang beschrieben. Informationen würden nicht richtig dokumentiert oder vergessen. Assistenzärzte hätten keinen Plan und würden alleine vor sich hin arbeiten. Der Wartebereich vor dem Eingang wird als Flur beschrieben, in dem man lange stehen müsse.
Ein Patient berichtet von einer siebenstündigen Wartezeit in der Notaufnahme am 20.10.18 mit einem Kleinkind, bei der die Klinik gegen 23 Uhr ohne Untersuchung verlassen wurde. Die Klinik sei unorganisiert und die Bereiche würden schlecht miteinander kommunizieren. Laborergebnisse würden erst nach Wochen vorliegen und Arztbriefe nur auf Nachfrage.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die unzureichende Aufklärung durch Assistenzärzte. Bei der Verschreibung eines Medikaments wusste die Assistenzärztin nicht einmal, ab wann im Zyklus mit der Einnahme zu beginnen sei, und musste dies erst googeln. Die ursprünglich behandelnde Ärztin weigerte sich anschließend, mit den Patienten zu sprechen, da sie sich angegriffen fühlte.
Ein Patient bemängelt, dass die Dusche auf dem Gang und nicht abschließbar sei. Weiterhin werden unkoordinierte Abläufe und die Notwendigkeit, dass sich sechs Frauen ein WC/Dusche teilen müssen, kritisiert. Es gab auch Berichte über unfreundliche Schwestern, wenn um ein Einzelzimmer gebeten wurde, was zu Infektionen führte.
Besonders kritisch wird die Betreuung nach der Geburt eines Kindes auf der Geburtsstation 2 (Geb2) geschildert. Nach der Entbindung würde die Mutter nicht mehr beachtet, während türkische Patientinnen mit vielen Besuchern empfangen würden. Dies wird als Frechheit empfunden.
Ein Patient bemängelt, dass das Pflegepersonal permanent unterbesetzt, gestresst und überarbeitet sei, was zu einer gereizten Stimmung führe. Es sei unverständlich, wie eine Station mit so wenig Personal besetzt werden könne.
Besondere Behandlungsansätze und Erfahrungen
Die Frauenklinik Würzburg setzt verschiedene moderne Behandlungsansätze ein, die von den Patientinnen unterschiedlich wahrgenommen werden.
Fast-Track-Verfahren und schnelle Genesung
Das Fast-Track-Verfahren wird positiv erwähnt, da es eine schnelle Genesung nach Operationen ermöglichte.
Umgang mit Medikamenten und Zyklusregulation
Es gibt Berichte über den Umgang mit Medikamenten zur Zyklusregulation. Ein Patient wurde Utrogest verschrieben, um eine Schwangerschaft zu halten, obwohl die Begründung dafür fragwürdig war. Dies führte zu negativen Konsequenzen, da kein Eisprung mehr stattfand. Ein Arzt, der ohne Kontrolle des Zyklus ein falsches Medikament verschreibt, wird als fast schon kriminell bezeichnet.
Umgang mit vorzeitigen Wehen
Eine Patientin wurde in der 26. Woche mit vorzeitigen, heftigen Kontraktionen eingeliefert. Die Behandlung mit verschiedenen Medikamenten wie Magnesium, Adalat und Wehenhemmern war widersprüchlich, da verschiedene Ärzte unterschiedliche Empfehlungen gaben. Die Klinik weigerte sich, die Behandlung mit Wehenhemmern im Arztbericht zu erwähnen, was als Dokumentenfälschung angesehen wird. Auch die Handhabung eines falschen Verschlusses am Venenzugang durch eine Nachtschwester wurde kritisiert.
Qualitätssiegel und Weiterempfehlungsraten
Die Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg wurde von der Plattform Klinikradar.de mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Dies basiert auf objektiven Qualitätsfaktoren wie hohen Fallzahlen, der Zertifizierung als Brustzentrum, interdisziplinärer Versorgung, hoher Forschungsaktivität, einem umfassenden Qualitätsmanagement und hohen Weiterempfehlungsraten durch Patientinnen.
Trotz einiger Kritikpunkte scheinen die Weiterempfehlungsraten insgesamt hoch zu sein, was auf die generelle Zufriedenheit vieler Patientinnen mit der medizinischen Versorgung und der Kompetenz der Ärzte hinweist.
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