Babys gehören in den Schatten, besonders wenn die Sonne im Sommer stark brennt. Ihre Haut ist noch sehr dünn und verfügt über keinen eigenen UV-Schutz. Dies macht sie anfällig für Sonnenbrand und Sonnenstich, da Sonnencreme für Säuglinge in den ersten zwölf Lebensmonaten nicht empfohlen wird. Umso wichtiger ist es, für ausreichenden Schatten zu sorgen. Hier stellt sich die Frage: Was spendet besseren Schatten für das Kind im Kinderwagen - ein Sonnensegel oder ein Sonnenschirm? In diesem Artikel beleuchten wir die Vor- und Nachteile beider Optionen und worauf es bei der Auswahl ankommt.

Warum ein Sonnenschirm für den Kinderwagen?
Der klassische Sonnenschirm für den Kinderwagen bietet einen hohen UV-Schutz, in der Regel mindestens UPF 30, und ist mit einer Universal-Halterung ausgestattet, die sich an nahezu jedem Kinderwagen oder Buggy befestigen lässt. Der Schirm selbst kann einfach ein- und ausgeklickt und per Knopfdruck aufgespannt werden. Dank verstellbarer Gelenke lässt er sich in alle Richtungen neigen und somit jederzeit dem Stand der Sonne anpassen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Luft im Kinderwagen frei zirkulieren kann, was einem Hitzestau vorbeugt. Dies ist ein wichtiger Punkt, da das Abdecken des Kinderwagens mit einem Tuch oder einer Decke dringend abgeraten wird. Zudem bleibt bei einem Sonnenschirm der Blick auf das Kind frei.
Vorteile von Sonnenschirmen:
- Hoher UV-Schutz (mindestens UPF 30)
- Flexibel in alle Richtungen neigbar
- Ermöglicht freie Luftzirkulation und verhindert Hitzestau
- Bietet freien Blick auf das Kind
- Einfache Montage und Demontage
Einige Sonnenschirme sind zudem wasserabweisend und können so nicht nur vor Sonne, sondern auch vor leichtem Regen schützen. Die Universal-Halterung passt in der Regel auf Rund- und Ovalrohre von Kinderwagen und Buggys.
Nachteile von Sonnenschirmen:
Ein großer Sonnenschirm am Kinderwagen kann relativ sperrig sein, was unterwegs unpraktisch sein kann. Er muss während des Spaziergangs fortwährend nachjustiert und dem Stand der Sonne angepasst werden, um den benötigten Schutz zu gewährleisten. Einige Modelle sind instabil und können sich im Wind verformen. Kleinere, kompaktere Schirme, wie beispielsweise der Bambiniwelt Sonnenschirm mit einem Durchmesser von 68 cm, sind zwar einfacher zu handhaben, bieten aber möglicherweise weniger Schattenfläche.

Die Alternative: Das Sonnensegel für den Kinderwagen
Um die Nachteile eines Sonnenschirms zu umgehen, setzen viele Eltern auf ein Sonnensegel, das als zusätzlicher Schattenspender am Kinderwagen angebracht werden kann. Ein Sonnensegel verlängert das Kinderwagenverdeck bis zu den Babyfüßen und wird einfach mit Gummizug und Schlaufen zwischen Verdeck und Lenker gespannt. Dies bietet zusätzlichen Schutz bei jedem Wetter.
Wenn das UV-Schutz-Segel nicht mehr gebraucht wird, kann es nach oben hin aufgerollt werden. Modelle wie das Zamboo Universal Segel Deluxe verfügen sogar über eine Rollo-Funktion, mit der das Segel nach Bedarf hoch- und heruntergeschoben werden kann.
Vorteile von Sonnensegeln:
- Einfachere Montage und Handhabung unterwegs
- Stört auch bei Nichtbenutzung am Kinderwagen nicht und muss nicht extra transportiert werden
- Sitzt während der Fahrt stabiler und muss weniger nachjustiert werden
- Hält dem Wind besser stand als ein Sonnenschirm
- Bietet großflächigen Schatten
Einige Hersteller haben gegen die Nachteile von Sonnensegeln vorgesorgt. So gibt es mittlerweile Universal-Sonnensegel mit integriertem Sichtfenster und extralangen Seitenflügeln, die an den Sonnenstand angepasst werden können. Atmungsaktive Materialien lassen die Luft im Kinderwagen besser zirkulieren und beugen einem Hitzestau vor.
Wenn ein sehr breites Segel zu viel Stoff ist, gibt es auch schmalere Varianten, wie das Sonnensegel von Playshoes. Dieses muss zwar in seiner Position immer mal wieder an den Sonnenstand angepasst werden, garantiert aber mit seinem UV-Standard 801 Zertifikat und UV-Schutzfaktor 80 den besten Sonnenschutz. Der UV-Standard 801 misst den Sonnenschutzfaktor unter Berücksichtigung von Abrieb, Dehnung und Nässe, was ihn von anderen Standards unterscheidet.

Worauf beim UV-Schutz zu achten ist
Der UV-Schutzfaktor (UPF) von Sonnenschutztextilien gibt an, wie viel länger man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Dieser Wert ist vergleichbar mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) von Sonnencremes. Je höher der Faktor, desto höher die Schutzwirkung.
Beispiel: Ein Sonnenschirm mit einem UPF von 30 schützt ein Kind, das maximal fünf Minuten ohne Schutz in der Sonne bleiben darf, für etwa 1,5 Stunden vor einem Sonnenbrand (Schutzzeit = Schutzfaktor x schutzlose Verweildauer).
Aktuell gibt es drei verschiedene Standards zur Messung des UV-Schutzes von Textilien:
- UV-Standard 801
- Australisch-neuseeländischer Standard (geht von intensiverer Strahlung aus)
- Europäischer Standard EN 13758
Die australisch-neuseeländischen und europäischen Standards prüfen nur den UV-Schutz von Neuware. Der UV-Standard 801 berücksichtigt hingegen auch den Schutzfaktor unter ungünstigen Bedingungen wie Abrieb, Dehnung und Nässe, was die tatsächliche Schutzleistung besser widerspiegelt.
Vergleichstabelle: Sonnenschirm vs. Sonnensegel
| Merkmal | Sonnenschirm | Sonnensegel |
|---|---|---|
| UV-Schutz | Mindestens UPF 30, oft 50+ | Mindestens UPF 30, oft 50+, Spezialmodelle bis 80 (UV-Standard 801) |
| Flexibilität/Einstellung | Sehr hoch durch verstellbare Gelenke | Eingeschränkt, muss oft neu positioniert werden |
| Handhabung unterwegs | Kann sperrig sein, muss nachjustiert werden | Einfacher zu handhaben, stört weniger |
| Stabilität bei Wind | Kann instabil sein, verformt sich | In der Regel stabiler |
| Platzbedarf im zusammengeklappten Zustand | Muss oft abgenommen und verstaut werden | Kann am Kinderwagen verbleiben, muss nicht extra transportiert werden |
| Luftzirkulation | Gut | Gut, besonders bei atmungsaktiven Materialien |
| Blick auf das Kind | Unbehindert | Kann Sicht einschränken, je nach Modell |
Produktvideo Diago Deluxe Sonnensegel Kinderwagen
Fazit: Sonnenschirm oder Sonnensegel für den Kinderwagen - was ist vorteilhafter?
Die Wahl zwischen einem Sonnenschirm und einem Sonnensegel hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und dem Alltag ab. Solange der UPF-Wert hoch genug ist, um das Kind ausreichend zu schützen, sind beide Optionen gut geeignet.
Wer Wert auf maximale Flexibilität bei der Ausrichtung des Schattens legt und das Kind oft im Blick behalten möchte, ist mit einem Sonnenschirm gut beraten. Die Möglichkeit, den Schirm jederzeit präzise an den Sonnenstand anzupassen, ist hier ein großer Vorteil.
Wer hingegen Wert auf einfache Handhabung, Stabilität und wenig Aufwand legt, wird wahrscheinlich ein Sonnensegel bevorzugen. Es ist oft unkomplizierter im Handling, stört beim Zusammenklappen des Kinderwagens nicht und bietet eine großflächige Beschattung.
Wichtig ist: Egal ob Sonnenschirm oder Sonnensegel, beide bieten einen deutlich besseren und sichereren Sonnenschutz als ein über den Wagen geworfenes Mulltuch, das oft nur einen UPF von 10 hat.
Bei der Auswahl sollte auf einen hohen UV-Schutz (mindestens UPF 50+ oder UV-Standard 801), eine stabile und zum Kinderwagen passende Halterung sowie gut verstellbare Gelenke geachtet werden. Viele universelle Sonnenschirme lassen sich sowohl am Kinderwagen als auch am Buggy befestigen, sofern der Rahmen kompatibel ist. Es empfiehlt sich, vorab den Rohrdurchmesser des Kinderwagenrahmens zu messen und mit den Herstellerangaben zur Halterung zu vergleichen.
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