Der Schnuller, auch Nuggi genannt, ist für viele Babys ein wichtiger Begleiter. Er tröstet, beruhigt, lindert Schmerzen und hilft beim Einschlafen. Doch die Wahl des richtigen Schnullers ist entscheidend, um potenzielle Probleme zu vermeiden, die von Schwierigkeiten beim Stillen über Sprachverzögerungen bis hin zu Zahn- und Kieferfehlstellungen reichen können. Das breite Angebot an verschiedenen Formen, Größen und Materialien kann Eltern schnell überfordern.

Warum Babys saugen wollen: Der angeborene Saugreflex
Babys sind mit einem angeborenen Saugreflex ausgestattet, was sich auch in ihrer Bezeichnung als "Säuglinge" widerspiegelt. Schon im Mutterleib sind viele Babys dabei zu beobachten, wie sie am Daumen nuckeln. Nach der Geburt befriedigen sie dieses Bedürfnis zunächst an der Brust der Mutter. Wenn Stillen nicht möglich ist oder die Mutter dies nicht wünscht, kann ein Schnuller eine gute Alternative sein, da er jederzeit verfügbar ist.
Das Saugen dient Babys nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern hat auch eine beruhigende Wirkung. Beim Saugen, sei es an der Brust, am Daumen oder am Schnuller, schüttet das Baby beruhigende Hormone aus. Dies hilft dem Baby, sich zu trösten und entlastet gleichzeitig die Eltern.
Die Risiken des übermäßigen Schnullerkonsums
Wird der Schnuller jedoch zum ständigen Begleiter, kann dies zu Kiefer- und Zahnfehlstellungen führen. Viele Kinder haben zudem Schwierigkeiten, den Schnuller später wieder abzugeben. Daher ist es wichtig, den Schnuller bewusst einzusetzen und ihn nicht als Dauerlösung zur Beruhigung zu nutzen.
Der Schnuller kann in bestimmten Situationen eine wertvolle Hilfe sein: Wenn das Wasser gerade überkocht, es an der Tür klingelt oder während des Windelwechselns. Ein Schnuller in Reichweite der Wickelunterlage kann hier nützlich sein.
Das beruhigende Gefühl, das der Schnuller vermittelt, kann vielen Säuglingen auch beim Einschlafen helfen. Dennoch sollten Eltern den Schnuller nicht dauerhaft und jederzeit zum Trösten einsetzen.
Wenn Eltern ihrem Baby den Schnuller verweigern, greifen viele Kinder stattdessen zum Daumen. Im Gegensatz zum Daumen sind gute Schnuller jedoch oft kiefergerecht geformt. Der Daumen übt dagegen stärkeren Druck auf die Zähne aus und begünstigt Fehlstellungen.
Welcher Schnuller ist der richtige? Unterschiede bei Form und Größe
Die Wahl des richtigen Schnullers ist sehr individuell, da jedes Baby andere Vorlieben hat. Die Größe des Schnullers sollte auf den Mund des Kindes abgestimmt sein. Es gibt Schnuller für Neugeborene mit einer extra kleinen Schnullerscheibe sowie für ältere Kinder.
Symmetrische und asymmetrische Schnullerformen
Es gibt verschiedene Schnullerformen, die sich in ihrer Konstruktion unterscheiden:
- Symmetrische Schnuller: Diese Schnuller sind an Ober- und Unterseite gleich geformt, sodass sie immer richtig herum in den Mund des Babys gesteckt werden können. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn das Baby den Schnuller selbst halten kann. Die Schnullerscheibe ist meist symmetrisch geformt.
- Anatomische Schnuller: Bei diesen Schnullern ist der Nippel leicht gebogen, um dem Gaumen des Babys besser zu folgen. Das Schnullerschild orientiert sich ebenfalls an der Anatomie des Kindermundes. Ein Sicherheitsring ermöglicht ein schnelles Herausnehmen des Schnullers.
- Runde Schnuller (Kirschform): Diese Form ist der Brustwarze nachempfunden und wird als die natürlichste Form angesehen. Bei dieser Form spielt es ebenfalls keine Rolle, wie das Baby den Schnuller in den Mund steckt.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Bezeichnung "kiefergerecht" bei manchen Schnullern irreführend sein kann. Jeder Schnuller hat Einfluss auf die Entwicklung des Kiefers. Asymmetrisch geformte Sauger passen sich der Anatomie von Gaumen und Kiefer an und bieten mehr Platz für die Zunge als runde Schnuller.

Materialien im Vergleich: Silikon und Latex
Bei der Wahl des Materials gibt es zwei Hauptoptionen: Silikon und Latex. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile.
- Latex: Dieses Naturmaterial wird aus Kautschuk gewonnen und ist an seinem braun-beigen Mundstück erkennbar. Latex-Schnuller sind angenehm weich und elastisch. Allerdings können sie durch Sonneneinstrahlung schneller unansehnlich werden und porös werden. Zudem besteht ein gewisses Allergierisiko, da manche Babys auf die in Latex enthaltenen Proteine allergisch reagieren. Latex-Schnuller sind bissfester und daher gut geeignet für Kinder, die bereits Zähne haben.
- Silikon: Silikon-Schnuller sind langlebiger und behalten länger ihre Form. Sie sind zudem geruchs- und geschmacksneutral und gut für Allergiker geeignet. Allerdings besteht bei Silikon die Gefahr, dass das Baby den Schnuller zerbeißt. Silikon ist ein transparenter Kunststoff, der sehr temperaturbeständig ist.
Wichtiger Hinweis: Achten Sie beim Kauf immer darauf, dass der Schnuller BPA-frei ist. Schadstoffe haben in Babys Mund nichts zu suchen.
Schnullergrößen und ihre Bedeutung
Die meisten Hersteller bieten ihre Schnuller in drei verschiedenen Größen an, die sich nach dem Alter des Kindes richten. Die Schnullergrößen sind jedoch nicht genormt und können von Hersteller zu Hersteller variieren.
Schnuller für Neugeborene zeichnen sich durch eine besonders leichte Schnullerscheibe und ein kleines Saugteil aus. Es gibt unterschiedliche Empfehlungen bezüglich des Wechsels der Schnullergröße:
- Einige Zahnärzte und Hebammen raten dazu, bei der kleinsten Schnullergröße zu bleiben, solange es geht. Je weniger Platz der Schnuller im Mund einnimmt, desto besser soll es für die Kieferentwicklung sein.
- Andere Meinungen besagen, dass die Brustwarzen der Mutter auch nicht mitwachsen und daher die Schnullergröße nicht gewechselt werden müsse.
- Wieder andere empfehlen, die Größe anzupassen, wenn das Baby den Schnuller selbstständig hält und sich der Schnuller verdreht.
Einige Eltern berichten, dass ihre Kinder nur bestimmte Marken und Größen akzeptieren. Bei der Wahl der Größe spielt auch die individuelle Mundanatomie des Kindes eine Rolle.
Es gibt auch spezielle Schnuller mit einem sogenannten Stufenschaft, der Rillen für die unteren Schneidezähne aufweist, um die Kieferentwicklung zu unterstützen.
Wie den Schnuller abgewöhnen? – Der Kinderarzt vom Bodensee
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann sollte man einem Baby einen Schnuller geben?
Viele Hebammen und Ärzte empfehlen, Babys erst dann einen Schnuller zu geben, wenn sich das Stillen eingespielt hat. Dies hilft, eine Saugverwirrung zu vermeiden, bei der das Baby Schwierigkeiten hat, zwischen Brust und Schnuller zu wechseln. Langes Nuckeln kann Neugeborene auch so erschöpfen, dass sie nicht mehr genug Kraft zum Trinken haben.
Wie oft sollte man Schnuller reinigen?
Jeden neuen Schnuller sollten Sie vor dem ersten Gebrauch einige Minuten abkochen, um Schadstoffe zu entfernen. In den ersten Lebensmonaten ist tägliches Abkochen oder Sterilisieren empfehlenswert. Bei älteren Kindern reicht es, den Schnuller mit heißem Wasser und Spülmittel abzuwaschen. Wenn der Schnuller auf den Boden fällt, reicht es, ihn kurz unter fließendem Wasser abzuspülen. Bei starker Verschmutzung sollte er abgekocht werden.
Wie lange sollte ein Kind einen Schnuller benutzen?
Langes Nuckeln kann die Zähne beeinträchtigen und sich negativ auf die Sprachentwicklung auswirken. Im Idealfall gewöhnt sich das Kind den Schnuller von selbst ab. Wenn dies bis zum 3. Lebensjahr noch nicht geschehen ist, sollten Eltern gemeinsam mit dem Kind einen Weg finden, ihn abzugewöhnen.
Was tun, wenn das Baby den Schnuller zerbeißt?
Wenn das Baby den Schnuller zerbeißt, sollte dieser sofort ausgetauscht werden, da sich in kleinen Rissen Bakterien ansiedeln können. Achten Sie auf die Stabilität des Materials, insbesondere bei Silikon-Schnullern.