Schnuller im Produkttest: Worauf Eltern achten sollten

Schnuller können Babys beruhigen und ihnen helfen, Stress abzubauen. Doch nicht alle Produkte sind frei von Schadstoffen, wie ein Test der tschechischen Partnerorganisation dTest zeigt. Die Experten analysierten 19 Schnuller im Labor und stellten fest, dass vier davon Bisphenol A (BPA) enthielten.

Schadstoffbelastung bei Schnullern

Die größte Menge an BPA, die im Labor aus dem Schnuller in den künstlichen Speichel überging, wurde im Cura­prox Baby Grow with Love nachgewiesen, der auch in Deutschland erhältlich ist. Das Labor wies hier 19 Mikrogramm BPA pro Kilogramm nach. In weiteren Schnullern wie dem Purple von Temu und dem Philips Avent Ultra Air wurden ebenfalls BPA-Konzentrationen zwischen zwei und drei Mikrogramm je Kilo gefunden.

Aktuell gibt es keine einheitlichen gesetzlichen Grenzwerte für die Freisetzung von BPA aus Schnullern. BPA nimmt der Mensch hauptsächlich über die Nahrung auf, beispielsweise aus der Beschichtung von Konservendosen. Die genaue Menge, ab der Bisphenol A für Menschen schädlich wirkt, ist unklar. Dennoch sollten auch Schnuller ohne BPA auskommen, um mögliche Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Schema zur Belastung von Schnullern mit BPA

Die Firma Curaden rief Schnuller der Serie „Cura­prox Baby Grow with Love“ wegen einer Belastung mit Bisphenol A zurück.

Verfügbarkeit von Latex-Schnullern

Einige Eltern berichten von einer zunehmenden Verknappung von Schnullern aus Latex. Viele Modelle, die früher verfügbar waren, sind nun nur noch aus Silikon erhältlich. Als mögliche Gründe werden eine geringere Nachfrage, die Umstellung der Produktion auf Silikon oder auch die Angst vor Latexallergien genannt.

Tests von ÖKO-TEST und Stiftung Warentest

Verbrauchermagazine wie ÖKO-TEST und Stiftung Warentest führen regelmäßig Tests durch, um die Sicherheit und Schadstofffreiheit von Schnullern zu überprüfen.

Ergebnisse aktueller Tests

Im aktuellen ÖKO-TEST Jahrbuch für 2023 wurden 12 Silikonschnuller getestet, die alle die Gesamtnote „sehr gut“ erhielten. Die Prüfer achteten dabei auf Inhaltsstoffe, Gebrauchs- und Warnhinweise sowie auf die Schlag-, Stich-, Reiß- und Beißfestigkeit der Modelle.

Auch günstigere Schnuller aus Drogerien und Supermärkten schnitten in diesen Tests gut ab und standen Markenprodukten in nichts nach.

Worauf Eltern beim Kauf achten sollten

  • Material: Es gibt Schnuller aus Silikon und aus Latex (Naturkautschuk). Silikon ist geschmacksneutral, hitzebeständig und langlebig. Latex ist weicher und elastischer, kann aber bei einigen Babys Allergien auslösen.
  • Form: Anatomisch geformte Schnuller mit flachem Saugteil werden oft empfohlen, um den Kiefer möglichst wenig zu belasten. Es gibt jedoch auch symmetrische und kirschförmige Sauger, die bei Babys gut ankommen können. Die Wahl der Form ist oft eine individuelle Präferenz des Kindes.
  • Schadstofffreiheit: Achten Sie auf Produkte, deren Schadstofffreiheit belegt ist, beispielsweise durch anerkannte Verbrauchertests. Siegel wie „BPA-frei“ können ein zusätzlicher Hinweis sein. Die europäische Sicherheitsnorm DIN EN 1400 regelt sowohl mechanische Sicherheit als auch chemische Anforderungen.
  • Größe: Schnuller gibt es in verschiedenen Größen. Achten Sie darauf, dass die Größe zum Alter Ihres Babys passt und der Schnuller nicht zu groß ist. Kleinere Größen belasten den Kiefer generell weniger.
  • Haltbarkeit und Austausch: Laut Herstellerangaben sollten Schnuller etwa alle 2 Monate ausgetauscht werden. Überprüfen Sie Schnuller vor jedem Gebrauch auf Risse oder Löcher.
Vergleich verschiedener Schnullertypen (Silikon, Latex, Form)

Empfehlenswerte Schnuller aus Tests

Basierend auf den Ergebnissen von ÖKO-TEST und anderen Verbrauchertests werden oft folgende Modelle hervorgehoben:

Testsieger und beliebte Modelle

  • MAM Original Elements: Kiefergerechter Beruhigungsschnuller mit hoher Saugakzeptanz, erhältlich in verschiedenen Größen.
  • Babylove Schnuller symmetrisch (DM): Günstiges Drogerieprodukt, das in Tests gut abschneidet.
  • Bibs Supreme: Beliebter Schnuller mit flachem, symmetrischem Sauger, der das Schnullergebiss verhindern soll.
  • Nuby Flex Beruhigungssauger: Bietet eine kirschförmige Saugeroption und soll beim Zahnen durch Massieren des Zahnfleisches helfen.
  • NUK Genius Color (Naturkautschuk): Ein Latex-Schnuller, der sich weich und flexibel dem Mund anpasst und eine Alternative zu Silikon darstellt.
  • Nip "Family": Kiefergerechter Schnuller mit guter Belüftung, hergestellt in Deutschland.
  • Babydream anatomisch Slimline Schnuller (Rossmann): Bietet einen besonders flachen Saugschaft zur Reduzierung des Drucks auf Kiefer und Zähne.
  • NUK Space Night Schnuller: Verfügt über eine Leuchtfunktion, die das Finden im Dunkeln erleichtert.
  • Nip Bio Schnuller Cherry Green: Nachhaltiger Schnuller aus Naturkautschuk mit kiefergerechtem Design.
  • Mam Start Schnuller: Speziell für Neugeborene und Frühchen entwickelt, mit kleiner und extraleichter Form.
  • Medela Baby Senso Pearls Silikonschnuller: Verfügt über Sensor Pearls zur besseren Luftzirkulation und zur Verhinderung von Feuchtigkeitsansammlungen unter dem Schild.

Babyflaschen und Schnuller im Vergleich: Welche ist die richtige für dein Baby ?

Wann und wie lange sollte ein Schnuller gegeben werden?

Der angeborene Saugreflex ist bei Babys stark ausgeprägt und beruhigt sie. Schnuller können daher bereits kurz nach der Geburt eingesetzt werden. Bei stillenden Müttern empfehlen Experten jedoch, etwa 4-6 Wochen zu warten, bis sich das Stillen eingespielt hat, um eine Saugverwirrung zu vermeiden.

Zahnärzte betonen, dass auch kiefergerechte Schnuller Fremdkörper sind, die die Zahnstellung verändern können. Übermäßiger und zu langer Schnullerkonsum kann zu Zahnfehlstellungen wie einem offenen Biss führen. Daher wird empfohlen, Kinder spätestens im Alter von zwei bis drei Jahren vom Schnuller zu entwöhnen.

Reinigung und Pflege von Schnullern

Regelmäßige Reinigung ist essenziell, um Keime und Bakterien auf dem Schnuller zu vermeiden.

  • Auskochen: Die bekannteste Methode ist das tägliche Auskochen der Schnuller für mindestens fünf Minuten in kochendem Wasser, besonders in den ersten Lebensmonaten. Ab einem Alter von 5 Monaten reicht zweimal wöchentlich, ab etwa einem halben Jahr einmal wöchentlich. Neue Schnuller sollten vor dem ersten Gebrauch immer sterilisiert werden.
  • Sterilisationsbox: Viele Schnuller werden mit Boxen geliefert, die zur Sterilisation in der Mikrowelle genutzt werden können.
  • Geschirrspüler: Einige Hersteller geben an, dass ihre Schnuller spülmaschinentauglich sind.

Wichtig: Wenn der Schnuller herunterfällt und keine Reinigungsmöglichkeit besteht, sollte er lieber durch einen Ersatzschnuller ausgetauscht werden, um die Übertragung von Keimen zu vermeiden. Schnullerketten sollten der Norm EN 12586 entsprechen, um Strangulationsgefahren vorzubeugen.

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