Was ist ein Ring-Sling und wie funktioniert er?
Ein Ring-Sling ist im Grunde ein etwa zwei Meter langes Tragetuch aus weichem, stabilem Stoff, das an einem Ende mit zwei Ringen versehen ist. Durch diese Ringe wird das andere Ende des Tuches gefädelt, wodurch eine Schlaufe entsteht. Diese Schlaufe wird über die Schulter gelegt und das Tuch so angepasst, dass dein Kind sicher und bequem darin sitzt. Die Ringe dienen dabei als Verstellmechanismus, mit dem du die Tragehilfe individuell an deine Körpergröße und die Größe deines Kindes anpassen kannst. Mit ein wenig Übung ist das Binden des Ring-Slings kinderleicht und in Sekundenschnelle erledigt.

Vorteile des Ring-Slings: Nähe, Komfort und Flexibilität
Der größte Vorteil des Ring-Slings ist die Nähe, die er zwischen dir und deinem Kind schafft. Dein Baby spürt deine Wärme, deinen Herzschlag und deine Stimme - das gibt ihm Sicherheit und Geborgenheit. Gleichzeitig hast du beide Hände frei und kannst dich um andere Dinge kümmern. Der Ring-Sling ist außerdem sehr flexibel: Du kannst dein Kind in verschiedenen Positionen tragen, vom Neugeborenen bis zum Kleinkind. Ob vor dem Bauch, auf der Hüfte oder - mit etwas Übung - sogar auf dem Rücken, der Ring-Sling passt sich deinen Bedürfnissen an.
Der Ring-Sling für Neugeborene und Kleinkinder
Der Ring-Sling eignet sich bereits für Neugeborene ab einem Gewicht von ca. 3 kg. Gerade in den ersten Lebensmonaten ist die Nähe zur Mutter besonders wichtig. Im Ring-Sling kann dein Baby eng an dich gekuschelt die Welt entdecken und sich gleichzeitig geborgen und sicher fühlen. Auch für größere Kinder bietet der Ring-Sling viele Vorteile.
Bei der Verwendung eines Ring-Slings für Neugeborene und insbesondere für Frühchen ist besondere Sorgfalt geboten. Es ist essenziell, das Baby in einer ergonomisch korrekten "M"-Position oder Froschposition zu positionieren, wobei die Knie höher sind als der Po. Diese Position unterstützt besonders bei Neugeborenen die Hüftentwicklung. Bei Neugeborenen, die noch keine Kopfkontrolle haben, muss der Kopf und Nacken gut gestützt sein. Dabei sollte das Tuch den Nackenbereich unterstützen, ohne den Atemweg des Babys zu blockieren. Das Gesicht des Babys sollte immer frei und sichtbar sein, um sicherzustellen, dass Nase und Mund nicht durch den Stoff oder Ihren Körper verdeckt werden.
Ein weiterer guter Indikator für die richtige Positionierung ist, wenn das Baby so nah an Dir ist, dass Du es auf den Kopf küssen kannst, ohne Dich zu sehr vorbeugen zu müssen. Regelmäßige Kontrolle der Ringe und des Tuches auf Beschädigungen ist unerlässlich.

Das Tragetuch als vielseitige Alternative
Das gewebte Babytragetuch ist ein absoluter Allrounder unter den Tragehilfen. Es bietet eine Flexibilität, die seinesgleichen sucht, und ermöglicht das Tragen von Geburt an bis zum Ende der Tragezeit, einschließlich Frühchen. Es gibt unzählige verschiedene Bindeweisen, die es ermöglichen, das Kind vorne, seitlich oder hinten zu tragen. Wer verschiedene Bindeweisen ausprobiert, wird schnell eine bevorzugte Technik finden und erkennen, dass unterschiedliche Bindeweisen in verschiedenen Situationen praktischer sind.
Verschiedene Webtechniken von Tragetüchern
Tragetücher können in unterschiedlichen Webtechniken gewebt werden, was zu geringfügig anderen Trageeigenschaften führt:
- Kreuzköper: Mit einem Flächengewicht von ca. 215 g/m² sind Kreuzköpertücher für Neugeborene und Kleinkinder geeignet. Sie sind besonders anfängerfreundlich, einfach zu binden und pflegeleicht.
- Diamant: Diese Tücher haben ein Flächengewicht von ca. 228 g/m² und sind von Anfang an besonders kuschelig, auch ohne langes Eintragen. Sie eignen sich wunderbar für Neugeborene, sind jedoch für sehr schwere Kinder und einlagige Bindeweisen nicht die erste Wahl.
- Fischgrat: Fischgrattücher sind von Anfang an sehr kuschelig und eignen sich daher hervorragend für Neugeborene (ausgenommen Double Weft). Auch bei höherem Gewicht der Kinder leisten sie tolle Dienste, besonders bei mehrlagigen Bindeweisen. Das Flächengewicht beträgt ca. 210 g/m².
- Honeycomb: Mit einem Flächengewicht von ca. 217 g/m² sind Honeycombtücher ab Geburt geeignet. Ihre Bindeeigenschaften ähneln denen von Diamanttüchern.
Tragetuchlängen
Tragetücher sind in verschiedenen Längen erhältlich:
- Größe 4 - 360 cm (Shortys)
- Größe 5 - 420 cm
- Größe 6 - ca. 460 cm (für alle Bindeweisen bis ca. Konfektionsgröße L)
- Größe 7 - ca. 520 cm (ab Konfektionsgröße XL)

Ring-Slings im Detail
Der Ring-Sling ist eine praktische Alternative, wenn es schnell gehen muss und langes Vorbinden vermieden werden soll. Er ist ideal für Kurzstrecken, kann ab Geburt getragen werden und passt sich weich an den Körper des Kindes an. Ein Ring-Sling besteht aus einem ca. 170-200 cm langen und 70-75 cm breiten Tragetuchstück, an dessen Ende zwei gleichgroße Metallringe vernäht sind. Das Tuch wird um den Körper des Tragenden und des Traglings gebunden, das Ende wird zur Befestigung durch die beiden Ringe geführt und kann so nach Bedarf strähnchenweise festgezogen werden.
Die Ringe sind entweder gerafft oder gefaltet (Scherenfaltung) in das Tuch eingenäht. Der Ringsling ist ein Tragesystem, das hauptsächlich für die Hüfttrageweise entwickelt wurde. Er ist eine praktische und schnell anzulegende Alternative zum Tragetuch, die sich sehr für Neugeborene und Frühchen eignet.
Manche Hersteller bieten die Möglichkeit, die Ringfarbe individuell zu wählen. Da Ringslings oft erst nach Bestellung angefertigt werden, kann es vorkommen, dass die Farbwahl nicht garantiert werden kann und eine passende Ringfarbe ausgewählt wird, falls kein Farbwunsch angegeben wird. Aus diesem Grund können Ringslings in der Regel nicht am selben Tag versendet werden.
Der Girasol-Ringsling: Eine wunderbare Ergänzung
Der Girasol-Ringsling wird aus einem Tragetuch in bewährter Kreuzköper-, Fischgrat- oder Diamantköperwebung mit speziell angefertigten Aluminium-Qualitätsringen gefertigt, gerafft vernäht und ist in zwei Längen erhältlich. Durch die einfache Mechanik der doppelten Ringe lässt sich der Ringsling schnell und sicher anlegen. Er kann ab Geburt verwendet werden (auch für Frühchen geeignet) und ist oft der perfekte Einstieg für alle, die einen unkomplizierten Start ins Babytragen wünschen. Auch erschöpfte Laufkinder lassen sich gern noch im Ringsling kurze Strecken tragen. Dank des kleinen Packmaßes findet er praktisch in jeder Handtasche oder jedem Rucksack Platz.
Welche Größe brauche ich?
Der Girasol-Ringsling wird in zwei Größen angeboten: 1,70 m und 2,00 m (jeweils zur kurzen Seite gemessen). Die benötigte Länge hängt vor allem vom Körperbau des Tragenden ab. Der Ringsling soll wie eine Schärpe um den Körper liegen.

Verschiedene Tragehilfen im Vergleich
Neben Ring-Slings und Tragetüchern gibt es weitere Tragehilfen, die sich in ihrer Anwendung und Eignung unterscheiden:
- Hüfttragen: Diese sehen mehr nach Tragehilfe aus als nach Ringsling und besitzen meist Schnallen. Sie sind eher für größere Kinder und Babys geeignet, die stabil im oberen Rücken sind oder sitzen können. Beispiele hierfür sind die Qookie Go oder Ruckeli Hip.
- Mini Sling: Diese Babytrage wird als die kleinste und leichteste der Welt beschrieben. Sie ist extrem kompakt, wiegt nur etwa so viel wie ein Mobiltelefon (175 g) und ermöglicht das ergonomische Tragen direkt von der Geburt an. Der Mini Sling ist sehr schnell und einfach zu benutzen und eignet sich für Kinder von 0-2 Jahren (max. 15 kg). Er ist wasserdicht und somit perfekt für den Gebrauch in der Dusche, am Pool oder am Strand. Die ergonomische Trageweise wird von Kinderärzten empfohlen, da sie die Hüftentwicklung unterstützt. Eine Sicherheitsschlaufe verhindert, dass der Stoff vom Po des Babys abrutscht.

Materialien und ihre Eigenschaften
Die Wahl des Materials beeinflusst die Eigenschaften des Ringslings:
- Leinen: Leinen ist ein natürliches Material, das sehr atmungsaktiv ist, Feuchtigkeit absorbieren kann und langlebig ist. Es ist hypoallergen und umweltfreundlich. Leinen-Ringslings sind besonders im Sommer eine gute Wahl, aber auch für schwerere Kinder geeignet, da sie das Gewicht gut verteilen. Eine typische Zusammensetzung ist 80% Leinen und 20% Baumwolle mit einem Flächengewicht von ca. 260 g/m².
- Baumwolle: Reine Baumwolle oder Mischgewebe mit Baumwolle sind ebenfalls beliebt. Ein Beispiel ist ein Ringsling aus 100% Baumwolle mit einem Flächengewicht von ca. 248 g.
- Viskose: Die Viskose wird nach dem Waschen etwas strukturierter und fester, was den Ringsling gut für die ersten Lebensjahre geeignet macht.
Besonders hervorzuheben ist der Schulterstyle "Hybrid nach Madame Jordan", bei dem der Stoff an den Seiten gefaltet ist und Nähte oben liegen, sodass er bequem auf der Schulter liegt und das Gewicht optimal verteilt.
Pflegehinweise
Die meisten Ringslings können bei 30°C in der Waschmaschine im Schonwaschgang mit Feinwaschmittel ohne Enzyme gewaschen werden. Auf Weichspüler und Trockner sollte verzichtet werden; das Trocknen an der Luft wird empfohlen. Gelegentliches Bügeln ist möglich. Ein Tipp zur Erleichterung ist das Glatt über die Tür hängen nach dem Waschen.
Persönliche Erfahrungen und Empfehlungen
Viele Eltern teilen ihre Erfahrungen mit verschiedenen Tragehilfen. Während einige mit dem Ring-Sling gut zurechtkommen und ihn als schnelles "Hop on, Hop off"-System schätzen, berichten andere von Schwierigkeiten beim Binden und einer einseitigen Belastung. Manche bevorzugen klar das Tragetuch wegen seiner Vielseitigkeit und des Tragekomforts, insbesondere bei längeren Tragezeiten. Für manche Eltern ist der Ring-Sling eher für kurze Erledigungen gedacht, während andere ihn auch für längere Zeit nutzen. Die Wahl der richtigen Tragehilfe hängt oft von persönlichen Vorlieben, dem Gewicht des Kindes und der Erfahrung der Eltern ab.
Für Freunde, die häufiger tragen möchten, wird manchmal eine einfachere Tragehilfe wie der Bondolino empfohlen, da er oft "idiotensicher" durch Klettverschlüsse am Bauchgurt und Trägern ist. Dennoch gibt es auch Stimmen, die betonen, dass für Neugeborene und Frühchen passendere Alternativen existieren. Die Möglichkeit, Tragehilfen gebraucht zu kaufen, wird ebenfalls häufig genannt, da dies eine kostengünstige Option ist, um verschiedene Systeme auszuprobieren.