Ursachen und Behandlung von Plattköpfen bei Babys

Kopfasymmetrien, auch als lagerungsbedingte Plagiozephalie bekannt, sind einseitige (asymmetrische) wachstumsbedingte Verformungen des Kopfes bei einem Baby. Diese können bereits im Mutterleib aufgrund körperlicher (anatomischer) Ursachen entstehen. Wenn sie sich nach der Geburt ausbilden, liegt dies meist daran, dass der Säugling zu häufig auf derselben Seite liegt.

Der Schädel eines Babys besteht aus einzelnen Knochen, die erst im Laufe der Entwicklung verknöchern und aushärten. Daher ist er vor, während und bis zu zwölf Monate nach der Geburt noch weich und beweglich. Dies erleichtert eine natürliche Geburt und das rasche Wachstum des Kopfes im ersten Lebensjahr des Kindes, begünstigt jedoch auch Kopfverformungen. Die Ursache dafür kann eine ungünstige Beckenendlage des Köpfchens im Mutterleib sein, in seltenen Fällen auch Knorpelfugen (Suturen) zwischen den einzelnen Schädelknochen, die sich vorzeitig im Mutterleib verfestigen (Schädelnahtverschluss).

Kopfverformungen nach der Geburt sind meist lagerungsbedingt. Bei lagerungsbedingten Kopfasymmetrien ist der Hinterkopf einseitig abgeflacht, meist am hinteren Schädelknochen, dem Os occipitale. Häufig ist zudem das Ohr der betroffenen Seite nach vorne verschoben (Ear Shift) und die Stirn einseitig vorgewölbt. Die verschobene Ohrachse beeinträchtigt den Gleichgewichtssinn und erschwert die motorische Entwicklung des Kleinkindes. Sie kann zudem die Belüftung des Mittelohrs einschränken und den Gehörgang verengen und damit das Hörvermögen mindern. Eine bei vielen Säuglingen direkt nach der Geburt zu sehende asymmetrische Kopfverformung bildet sich in der Regel in den ersten Lebenswochen selbstständig wieder zurück. Von lagerungsbedingten Kopfasymmetrien, die sich nach der Geburt ausbilden, sprechen wir ab der sechsten bis achten Lebenswoche.

Schema der Schädelknochen eines Babys mit Hervorhebung der Fontanellen und Suturen

Diagnose von Kopfasymmetrien

Für die Diagnose bestimmen wir die Kopfform Ihres Kindes, indem wir es auf den Rücken legen, den Kopf leicht anheben und gerade ausrichten, sodass die Nase nach oben zeigt. So können wir sehen, ob und wie stark eine Seite des Hinterkopfes abgeflacht, die Ohrachse verschoben und die Stirn einseitig vorgewölbt ist. Die Schwere der Kopfasymmetrien können wir eindeutig bestimmen, indem wir den Schädeldurchmesser Ihres Kindes an zwei Stellen des Kopfes messen und vergleichen.

Zur Bestimmung der Schwere können wir die Asymmetrie des Schädels (CVA = Cranial Vault Asymmetry) bei Ihrem Kind messen. Dabei vergleichen wir zwei Schrägdurchmesser des Kopfes miteinander, die auf beiden Schädelseiten jeweils diagonal von der Stirn zum Hinterkopf gemessen werden. Liegt der Unterschied bei weniger als 3 mm, liegt keine Kopfasymmetrie vor. Bei einem Unterschied zwischen 3 mm und 12 mm liegt eine mild moderate Kopfverformung vor, bei über 12 mm Unterschied eine moderat schwere Asymmetrie.

Ursachen für Plagiozephalie

Ein abgeflachter Kopf, bekannt als Plagiozephalie, tritt auf, wenn sich eine flache Stelle am Hinterkopf oder an der Seite des Kopfes eines Babys entwickelt. Diese Schädelverformungen sind häufiger geworden, seit die Empfehlung gilt, dass Babys in Rückenlage schlafen sollten, um dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen. In den meisten Fällen sind sie vorübergehend und nicht bedenklich.

„Der Schädel eines Babys hat weiche, knöcherne Platten, die noch nicht miteinander verschmolzen sind. Diese können sich ein wenig bewegen, damit der Kopf leichter durch den Geburtskanal gelangt und das Gehirn im ersten Lebensjahr ausreichend Platz für sein rasches Wachstum hat. Häufig bildet sich die Plagiozephalie in den ersten 4 bis 12 Lebenswochen, wenn Babys nicht in der Lage sind, sich selbstständig aufzusetzen oder zu bewegen und eine Kopfposition beim Schlafen bevorzugen. Wenn sich die Verformung nicht in den ersten 3 bis 5 Lebensmonaten zurückbildet, untersucht der Kinder- und Jugendarzt, ob muskuläre, knöcherne oder andere Erkrankungen vorliegen, die zu behandeln sind“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Fast alle Säuglinge zeigen in den ersten 5 Lebensmonaten mehr oder weniger ausgeprägte Kopf-Asymmetrien. Ist keine Krankheit die Ursache, so bleiben ohne Behandlung nur bei 2% diese bis zum Jugendalter bestehen.

Die Ursachen der Plagiozephalie können vielfältig sein. In diesem Artikel erklären wir es Ihnen. Plagiozephalie ist eine sehr häufige Schädeldeformität bei Babys, bei der der Schädel eine einzigartige Rautenform annimmt. Manchmal ist eine Röntgenaufnahme des Kopfes erforderlich, um andere, schwerwiegendere Ursachen für eine Schädeldeformität auszuschließen.

Das Problem der Plagiozephalie liegt zwischen 5 % und 48 % der Neugeborenen. Eine Ursache können Druckkräfte gegen die weichen Kopfknochen des Babys vor der Geburt sein, wie z. B. bei Zwillingen, oder als Folge eines frühen Abstiegs in das Becken. Lage im Mutterleib.

Torticollis als Ursache

Torticollis ist eine Erkrankung, bei der das Baby lieber in die eine als in die andere Richtung schaut. Seitdem empfohlen wird, Babys auf dem Rücken schlafen zu lassen, sind die Fälle von plötzlichem Kindstod zurückgegangen, aber auf der anderen Seite ist das Risiko von Plagiozephalie aufgrund dieser Position gestiegen.

Manchmal ist auch die Nackenmuskulatur verkürzt oder verspannt, was das Drehen des Kopfes erschwert. Um eine einseitige Belastung zu verhindern, variieren Eltern am besten öfter die Liegeposition des Babys. Wenn sich die Kinder dann zum Sitzen und Stehen aufrichten, wird häufig der Kopf schief gehalten - was zu einer skoliotischen Fehlhaltung führen kann. Die Muskeln werden einseitig stärker beansprucht und verspannen deutlicher, was sich in Schulter-, Nacken- und Kopfschmerzen ausdrückt.

Prävention und Behandlung von Plagiozephalie

„Bei einer lagebedingten Kopfverformung können Eltern das Baby dazu ermuntern, in den ersten Lebenswochen den Kopf auch zu der nicht bevorzugten Seite hinzuwenden. Durch Ansprechen und Reize (Spielzeug) und beim Stillen sollten die andere Seite gefördert werden. Kann das Baby dann auf dem Bauch liegen, sollte es, wenn es wach ist, unter Aufsicht kurz in dieser Position verweilen. Etwa mit einem Monat kann ein Kind sein Kinn in Bauchlage für einige Sekunden anheben, mit drei Monaten kann es dann den Kopf dauerhaft aufrichten. Unterstützend kann der Kinder- und Jugendarzt Physiotherapie empfehlen“, so Dr. Fegeler.

Kopfformende Stützkissen gelten der American Academy of Pediatrics zufolge als nicht sicher, da sie über den Kopf des Babys rutschen können und die Atemwege blockieren können.

Maßnahmen zur Vorbeugung

  • Bauchlage trainieren: Legt euer Baby mehrmals täglich unter Beobachtung für ein paar Minuten (langsam steigern) auf den Bauch. Natürlich nur, wenn es wach ist. Ihr könnt ihm zur Unterstützung ein eingerolltes Handtuch unter die Brust legen. So trainiert es seine Nackenmuskulatur und der Druck auf den Schädel wird vermieden.
  • Gezielt lagern: Vermeidet trotzdem, dass euer Baby auf dem Bauch schläft, um das Risiko für plötzlichen Kindstod zu minimieren. Sprecht bitte mit eurer Hebamme, wenn euer Kind nur in dieser Position schlafen kann. Liegt euer Kind auf dem Rücken und ihr seht, dass der Kopf immer in die gleiche Richtung kippt, könnt ihr euer Baby bewusst so lagern, dass euer Baby auch mal in die andere Richtung schaut.
  • Umgebung anpassen: Das Umstellen des Bettes oder auch der Krabbeldecke macht Sinn, um das Baby zu motivieren den Kopf aktiv zu bewegen. Stellt das Kinderbett so auf, dass Interessantes wie beispielsweise ein Fenster oder ein Mobile die Blickrichtung von der flachen Seite weglenkt.
  • Ergonomisches Tragen: Das Tragen ist die natürlichste und beste Art des Transports für euer Baby. Durch die aufgerichtete Position des Kopfes und die Anhock-Spreiz-Haltung von Hüfte und Beinen sind sowohl das kindliche Haupt als auch die Wirbelsäule in der optimalen Position für eine gesunde Entwicklung.
  • Einseitiges Stillen vermeiden: Vermeiden Sie einseitiges Stillen bzw. einseitige Positionen, sprechen Sie das Baby von beiden Seiten an und füttern Sie es wechselseitig: mal von rechts und mal von links.
Baby in Bauchlage, das spielerisch seinen Kopf hebt

Therapieoptionen bei ausgeprägten Verformungen

Wenn die Verformung trotz Lageveränderungen zu Hause und Physiotherapie bleibt, wird bei starker Ausprägung auch das Anpassen einer Helmtherapie in Betracht gezogen. „Dabei wird ein Helm hergestellt, der dem kindlichen Kopf an den flachen Stellen Platz zum Wachsen lässt“, erklärt Schweitzer. „Er übt also keinen Druck aus, sondern bietet Freiräume und wird alle paar Wochen neu geschliffen, bis sich der Hinterkopf harmonisiert hat.“ Die tägliche Tragedauer liegt bei 23 Stunden, nach vier bis sechs Monaten ist die Behandlung abgeschlossen, die Erfolgsquote beträgt über 90 Prozent.

Als medizinisches Heilmittel wurde auch die sogenannte Helmorthese entwickelt. Dieser maßgefertigte Kunststoffhelm wird dem Säugling individuell angepasst und funktioniert ähnlich wie eine Zahnspange. Das heißt, bei der Helmtherapie wird das Schädelwachstum gezielt gelenkt. Die Helmbehandlung bei einem Plagiocephalus dient somit einer Korrektur des oberen Kopfes. Die Ohrachse, die Kieferknochen und die Halswirbelsäule können damit jedoch nicht erfasst werden. Die Helmorthese wird bevorzugt bei älteren Säuglingen angewendet, bei denen die Kopfverformung erst sehr spät diagnostiziert wurde und zudem der Plagiocephalus sehr stark ausgeprägt ist.

Der orthopädische DOC Band®-Helm hat die Genesung von mehr als 300.000 Babys weltweit ermöglicht. Diese Behandlung wird durch die Tatsache ermöglicht, dass die Fontanellen in den ersten 2 Lebensjahren mehr oder weniger offen sind. Fontanellen des Schädels sind in den ersten 2 Lebensjahren mehr oder weniger offen, so dass die verlorene Form wiederhergestellt werden kann. Die Behandlung dauert im Durchschnitt 4 Monate.

Helmtherapie bei flachem Baby-Hinterkopf | Erfahrungsbericht zur Kopforthese von Papa Benni

Medizinische Einordnung und Folgen

In der medizinischen Fachsprache wird dieses Phänomen als sogenannter lagebedingter Plagiocephalus bezeichnet. Eltern können von Anfang an Routinen beachten, damit sich der Säuglingskopf oval ausbildet. Orthopäden und Unfallchirurgen geben 5 Tipps, wie Eltern der Verformung des Babyköpfchens entgegenwirken können.

Mit welchen Folgen muss ich rechnen? Durch die Verschiebung der Ohrachse (ear shift) wird der Gleichgewichtssinn beeinträchtigt. Das erschwert den Kleinkindern die motorische Entwicklung. Zusätzlich kann die Belüftung des Mittelohres durch die Eustachische Röhre eingeschränkt sein und sogar der Gehörgang verengt werden, was beides das Hörvermögen vermindern kann. Auch werden die Kieferknochen und Kiefergelenke tangiert. Eine Asymmetrie des Ober- wie Unterkiefers, die zu einem Fehlbiss führt, müsste als Spätfolge im Jugendalter kieferorthopädisch behandelt werden. Die Verformung des Schädels schließt auch die Schädelbasis mit ein und da auch die Halswirbel noch verformbar sind, können sich diese nun ebenfalls asymmetrisch zueinander verschieben. Hierbei kommt es nun zu einer reduzierten Kopf- und Wirbelsäulenmobilität. Das Ganze kann durch eine Vorzugshaltung hin zu einer Lieblingsseite des Säuglings nochmals verstärkt werden.

Wenn sich die Kinder dann zum Sitzen und Stehen aufrichten, wird häufig der Kopf schief gehalten - was zu einer skoliotischen Fehlhaltung führen kann. Die Muskeln werden einseitig stärker beansprucht und verspannen deutlicher, was sich in Schulter-, Nacken- und Kopfschmerzen ausdrückt. Inwiefern das auf die Nervenbahnen drückt und Auswirkungen auf die Verdauung hat, kann nicht abschließend beantwortet werden. Wird dies jedoch nicht behandelt, kann die gesamte Körperwahrnehmung gestört werden, was sogar noch bei Erwachsenen ausgeprägt ist.

Für jede Krankheit gibt es einen Code, der diese eindeutig bestimmt und international gilt. Dieser wird von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) festgelegt. Es handelt sich um den Diagnoseschlüssel ICD 10 (International Classification of Diseases). Für Plagiozephalie lautet der ICD 10 Code Q67.3. Es gibt zusätzlich die sogenannte Einteilung nach Argenta. Der amerikanische Mediziner Louis Argenta hat die occipitale, posteriore Plagiozephalie bei Säuglingen in fünf Typen klassifiziert. So spricht man beispielsweise von Argenta Typ 2, wenn sich die Ohrachse verschoben hat (sog. Ear Shift).

Viele Ausprägungen des flachen Schädels brauchen allerdings keine Behandlung, sie verwachsen, wenn das Kind mobiler wird. In diesem Fall sind Krankenkassen nicht verpflichtet, die Kosten einer Helmtherapie zu übernehmen, da lagebedingte Schädelasymmetrien keinen Krankheitswert haben. Anders bei sehr auffälligen Verformungen. Hier wird der Arzt genauere Untersuchungen anordnen, etwa einen Ultraschall.

„Meist handelt es sich also nur um ein kosmetisches Problem, für das es zahlreiche natürliche Behandlungsmethoden gibt“, sagt der Chefarzt der Kinderorthopädie am Universitätsklinikum Münster. So gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keinen direkten Zusammenhang zwischen Schädelform und Folgeschäden. Nur in Ausnahmefällen stecken hinter einer Abflachung des Hinterkopfes angeborene Fehlbildungen der Wirbelkörper, äußerst selten ist ein sogenannter muskulärer Schiefhals.

Auch, wenn der Kopf eures Babys das größte und schwerste an eurem Kind ist - sein Schädel ist wirklich ein kleines Sensibelchen. Unter dem weichen Babyflaum verbergen sich bewegliche, verformbare Platten, deren Aufgabe es ist, das sich entwickelnde Gehirn eures Babys zu schützen. Allerdings können sie sich auch abflachen, wenn euer Kleines zu oft auf dem Rücken liegt und seinen Kopf nicht drehen kann. Das sogenannte Flachkopf-Syndrom kann auftreten. Das lässt sich zwar auch behandeln, ihm vorzubeugen ist allerdings deutlich einfacher.

Wenn euer Baby eine Vorzugshaltung hat, geht bitte unbedingt zum Kinderarzt und lasst euch Physiotherapie verschreiben. In einigen Fällen kann sogar eine Symmetriestörung mit Vorzugshaltung vorliegen, z.B. das KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte-Symmetrie-Störung). Hier empfiehlt sich immer die Vorstellung bei einem Manualtherapeuten. Übungen vom Experten ab der 5.

Infografik, die verschiedene Arten von Kopfasymmetrien bei Babys darstellt

Die Antwort hängt stark mit dem Kopfwachstum deines Kindes zusammen. Durch die Lagerungstherapie kann das Wachstum gelenkt werden. In den ersten sechs Lebensmonaten wächst der Kopf am stärksten - in dieser Zeit hast du den größten Einfluss. In der zweiten Hälfte des 1. Lebensjahres lässt sich die Kopfform deines Kindes ebenfalls korrigieren, nur geht es nicht mehr so schnell. Mit der Lagerungstherapie ist wachstumsbedingt eine Korrektur um 1 mm pro Woche zwischen dem 4. und dem 8. Lebensmonat wahrscheinlich.

Babys sollen vorwiegend auf dem Rücken liegen, das führt jedoch häufig zu einer Verformung des Schädels. Um die natürliche Ausprägung des Säuglingskopfs zu erhalten, empfehlen Orthopäden und Unfallchirurgen, auf wechselnde Kopfhaltungen zu achten. Auch wenn das medizinisch meist harmlos ist, sollten Eltern dem Säugling Anreize schaffen, sein Köpfchen regelmäßig zu drehen, damit sich der Hinterkopf gewölbt ausprägt“, sagt Prof. Dr. Dieter C. Wirtz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn.

Bei einem schiefen Kopf ist es wichtig, zunächst einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Bestimmung der Kopfform, die Lagerungstherapie und die Unterstützung des Kindes bei der Drehung des Kopfes sind entscheidend.

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