Der Heiterwanger See in der Tiroler Zugspitzregion ist ein beliebtes Ausflugsziel und lädt zum Baden, Boot fahren, Angeln, Wandern oder einfach nur zum Entspannen ein. Für Familien, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind, stellt sich jedoch die Frage nach der Tauglichkeit der verschiedenen Routen.
Erste Eindrücke und die Wahl des Weges
Am Bootsteg beim Hotel Fischer am See entschieden wir uns dafür, den Weg entlang des rechten Seeufers des Heiterwanger Sees zu wandern. Über eine kleine Holzbrücke verläuft dieser zunächst durch leichtes Gebüsch und über eine Wiese, immer in direkter Seenähe und mit einem herrlichen Blick auf die umliegende Bergwelt. Nachdem wir die Wiese hinter uns gelassen haben, verläuft der nun breite Schotterweg immer direkt am See entlang. Dank der großen Outdoor-Räder am Kinderwagen hatten wir hier keinerlei Probleme und kamen gut voran.

Zwischendrin stieg unser Sohn immer mal wieder aus, um Flora und Fauna am Seeufer zu erkunden. Kurz vor dem Kanal, der die beiden Seen verbindet, gelangten wir über eine Brücke zu einem großen Kiesbett mit einem kleinen Bach aus Rest-Schmelzwasser. Hier legten wir ungeplant eine längere Pause ein, da unser Junior akribisch die Kieselsteine zählte und eifrig ins Wasser warf. Wir nutzten die Pause und genossen das schöne Panorama.
Die Entscheidung für die Weiterfahrt und die Herausforderungen am Plansee
Dabei entschieden wir uns dafür, nicht den Rundweg zurück zum Hotel Fischer am See zu gehen, sondern weiter bis zum Hotel Forelle am hinteren Ende des Plansees zu gehen und von dort aus mit dem Boot zurückzufahren. Nach ein paar Minuten kamen wir an eine Kreuzung, an der wir uns links hielten und wieder ans Seeufer gelangten.
Der Weg war bis hierhin noch gut fahrbar mit dem Kinderwagen, wurde jedoch zunehmend schmaler und holperiger. Da es inzwischen doch recht heiß geworden war, machten wir an einer der Bänke am Seeufer Rast und kühlten unsere Füße im See. Nach einer letzten Stärkung machten wir uns an die letzte Etappe in Richtung Hotel Forelle.

Leider entdeckten wir etwa auf Höhe Radwengende/Spieß, dass sich der Weg nun veränderte und sukzessive unwegsamer wurde. Was nun sicherlich ein schöner Wanderpfad ist, wurde für unseren Kinderwagen zunehmend eine echte Härteprüfung. Anfangs ging es noch über sehr steinige, aber fahrbare Wege. Zu unserem Bedauern führte uns der Wanderpfad zwischendrin aber immer wieder über stark verwurzelte Etappen, auf denen wir den Kinderwagen immer wieder etwas tragen bzw. anheben mussten, um weiterzukommen. Spätestens hier wurde uns klar, dass für diese Uferseite die Kraxe die bessere Wahl gewesen wäre.
Nach einer Weile wurde der Weg dann wieder fahrbar und wir genossen den Blick über den See auf die Promenade beim Hotel Forelle. Der Weg machte noch einmal einen Schlenker nach rechts und führte dann über die Promenade vorbei am Campingplatz zur Bootsanlegestelle. Leider war es spätestens am Campingplatz vorbei mit der Idylle und man hatte eher das Gefühl, dass man an einer Art Alpen-Ballermann gelandet ist, als an einem ruhigen Alpen-See.
Die Rückfahrt und ein Fazit zur Kinderwagentauglichkeit
Wir waren müde und geschafft, jedoch glücklich, dass wir trotz der Strapazen am Plansee gut am Hotel Forelle angekommen sind. Mit Freuden nahmen wir nun das Boot zurück zum Hotel Fischer am See, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Für unseren Kleinen war die Bootsfahrt noch mal ein spannendes Highlight zum Schluss, für insgesamt 20,- EUR für zwei Erwachsene jedoch auch ein unverhältnismäßig teures Vergnügen. Wir ärgerten uns aber nicht allzu lange, sondern genossen die Fahrt über See und das schöne Panorama.
Der Heiterwanger See bietet eine Bilderbuch-Kulisse und ist ein idealer Ort für eine gemütliche und wenig anspruchsvolle Wanderung, die auch mit kleinen Kindern einfach zu meistern ist. Wer mit dem Kinderwagen unterwegs ist, sollte hier eher eine Rundtour am Heiterwanger See machen und den Plansee auslassen. Zudem ist der Heiterwanger See deutlich ruhiger als der Plansee und lädt am Ufer zum gemütlichen Familienpicknick ein.
um den Heiterwanger See wandern 👍 entspannt feuchtfröhlich
Wer hingegen mit dem Kinderwagen bis zum Ende des Plansees möchte, sollte sich am Plansee am Weg entlang des linken Seeufers orientieren, der weitestgehend parallel zur Strasse verläuft. Die rechte, deutlich ruhigere Uferseite des Plansees ist über weite Strecken nicht kinderwagentauglich. Hier empfiehlt sich eine Kraxe, sofern die Kinder nicht die ganze Strecke laufen können. In Summe ist dies aber auch ein schöner Weg.
Alternative kinderwagentaugliche Wanderungen in Tirol
Für Familien, die auf der Suche nach weiteren kinderwagentauglichen Wanderungen in Tirol sind, gibt es zahlreiche attraktive Optionen. Diese Routen sind oft so gestaltet, dass sie über einfache, sichere Strecken und asphaltierte Wege oder gute Forstwege führen. Viele bieten zudem Spielattraktionen, die Kinder aller Altersstufen zum Entdecken einladen und eine erholsame gemeinsame Familienzeit ermöglichen.
Beispiele für kinderwagentaugliche Wanderungen in Tirol:
- Reith im Alpbachtal / Kitzbüheler Alpen: Ein leichter Rundweg im schönen Alpbachtal mit vielen Spielattraktionen, Streichelzoo und Rätselaufgaben.
- Kirchdorf in Tirol / Kaisergebirge: Eine leichte Familienwanderung im Naturschutzgebiet Kaisergebirge mit einem interessanten Naturwissenspfad.
- Fieberbrunn / Kitzbüheler Alpen: Ein leichter Rundweg, ausgehend vom Ort Fieberbrunn, durch idyllische Wald- und Wiesenlandschaft.
- Mayrhofen, Zillertal / Zillertaler Alpen: Eine leichte Rundwanderung am Ahornplateau mit Spielmöglichkeiten und einem Themenweg zur Tier- und Pflanzenwelt.
- Kramsach / Brandenberger Alpen (Rofan): Ein barrierefreier Wanderweg am Ufer des Reintaler Sees mit Grillplätzen, Spielplätzen und einem Bewegungspark.
Diese Wanderungen bieten oft eine gute Infrastruktur mit Einkehrmöglichkeiten und sind speziell auf die Bedürfnisse von Familien mit Kindern ausgerichtet.
Vergleich: Plansee vs. Heiterwanger See
Beide Seen sind wirklich sehr schön und einen Besuch wert! Welcher Ihnen besser gefällt, müssen Sie für sich selbst entscheiden. Geht es Ihnen nur um die schöne Aussicht, würde ich Ihnen ganz klar den Achensee empfehlen. Möchten Sie aber mehr Ruhe und einen gemütlichen Spaziergang um den See machen, würde ich mich eher für den Plansee und Heiterwanger See entscheiden. Der Achensee wirkt generell etwas belebter und touristischer.
Plansee - Vorteile und Nachteile:
- Vorteile:
- Schöne Wanderung, gut beschriftet, abwechslungsreiche Landschaft.
- Einkehrmöglichkeiten vorhanden.
- Baden am See: Das Ufer ist immer wieder zugänglich und man kann an den Kiesstränden optimal entspannen. Jeder findet hier ein ruhiges Plätzchen.
- Malerischer Plansee mit klarem, türkisfarbenem Wasser und Trinkwasserqualität.
- Bootsfahrten zur Abkürzung von Wanderstrecken oder zur Erkundung der Seen.
- Besonders im Sommer blühen entlang des Ufers zauberhafte Alpenrosen.
- Im Winter kann der Plansee "singen", bevor die Eisschicht bricht.
- Nachteile:
- Wanderung zum Aussichtspunkt: kein offizieller Weg, steil und schmal, keine Einkehrmöglichkeiten, landschaftlich sehr eintönig.
- Die rechte Uferseite des Plansees ist über weite Strecken nicht kinderwagentauglich.
- Am Campingplatz vorbei kann die Idylle verloren gehen.
Achensee - Vorteile und Nachteile:
- Vorteile:
- Schöne Aussicht, gut beschriftet, abwechslungsreiche Landschaft.
- Einkehrmöglichkeiten, nicht so gefährlich wie die Aussicht zum Plansee.
- Schönes türkises Wasser, eignet sich gut zum Baden und für diverse Aktivitäten.
- Generell belebter und touristischer.
- Nachteile:
- Ganz umrunden lässt sich der See nicht.
- Meist gebührenpflichtige Parkplätze.

Die Region Plansee bietet eine große Vielfalt an Wanderwegen mit über 560 verfügbaren Routen. Darunter sind 222 leichte Wege, 203 mittelschwere Optionen und 138 anspruchsvollere Routen, sodass für jedes Können etwas dabei ist. Viele der leichten Wege sind ideal für gemütliche Spaziergänge, einschließlich der Wege rund um den Heiterwanger See. Diese Routen weisen oft nur geringe Höhenunterschiede und kürzere Gehzeiten auf, perfekt für alle Altersgruppen.
Die Frühlings-, Sommer- und Herbstmonate gelten als die besten Zeiten zum Wandern rund um den Plansee. In diesen Jahreszeiten erwarten Sie milde und angenehme Wetterbedingungen, die eine genussvolle Erkundung der Wege und der atemberaubenden Naturlandschaft ermöglichen.
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