Zyklusstörungen: Ursachen, Formen und Behandlungsmöglichkeiten

Zyklusstörungen sind ein weit verbreitetes Phänomen, das fast jede Frau im Laufe ihres Lebens in irgendeiner Form erfährt. Diese Störungen können sich in kürzeren oder verlängerten Menstruationszyklen äußern und haben vielfältige Ursachen sowie mögliche Folgen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Ansätze, wie der Zyklus wieder harmonisiert und Zyklusstörungen behandelt werden können.

Was versteht man unter einer Zyklusstörung?

Eine Zyklusstörung liegt vor, wenn der Menstruationszyklus von der Norm abweicht. Als normal gilt ein Zyklus von 25 bis 35 Tagen. Abweichungen davon, wie ein Zyklus von weniger als 25 Tagen (zu häufige Blutungen) oder mehr als 35 Tagen (zu seltene Blutungen), werden als Zyklusstörungen betrachtet. Ebenso zählen das Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe), sehr unregelmäßige Blutungen oder Dauerblutungen zu den Formen der Zyklusstörung.

Formen von Zyklusstörungen

Zyklusstörungen können sich auf unterschiedliche Weise manifestieren:

  • Dauerblutung: Anhaltende vaginale Blutung, die über die normale Menstruationsdauer hinausgeht.
  • Zu häufige Blutungen: Blutungen treten in Abständen von weniger als 25 Tagen auf.
  • Zu seltene Blutungen: Blutungen treten in Abständen von mehr als 35 Tagen auf.
  • Unregelmäßige Blutungen: Die Zyklen variieren stark in ihrer Länge, und die Blutungen treten unvorhersehbar auf.
  • Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe): Die Menstruation bleibt über einen längeren Zeitraum (in der Regel 90 Tage oder mehr) aus.
Schema der verschiedenen Formen von Zyklusstörungen

Ursachen von Zyklusstörungen

Die Gründe für Zyklusstörungen sind vielfältig und können von individuellen Lebensumständen bis hin zu gesundheitlichen Bedingungen reichen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Hormonelle Veränderungen: Diese sind besonders prägend in Phasen wie der Pubertät, den Wechseljahren oder bei Erkrankungen wie dem PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovarialsyndrom). Das PCO-Syndrom ist durch eine gestörte Eizellreifung und unregelmäßige Eisprünge gekennzeichnet, oft verbunden mit einem Überschuss an männlichen Hormonen (Androgenen).
  • Familiäre Veranlagung: Genetische Faktoren können eine Rolle bei der Entstehung von Zyklusstörungen spielen.
  • Stress: Sowohl körperlicher als auch psychischer Stress kann den Hormonhaushalt beeinflussen und zu Zyklusunregelmäßigkeiten führen. Dies liegt an der vermehrten Ausschüttung von Cortisol, einem Stresshormon, das die regulierenden Hormone des Menstruationszyklus beeinträchtigen kann.
  • Ernährung und Gewicht: Mangel- oder Fehlernährung, wie bei Magersucht, kann zum Ausbleiben der Regel führen. Ebenso können Fettleibigkeit (Adipositas) und signifikante Gewichtsveränderungen das hormonelle Gleichgewicht stören. Bei Übergewicht wird beispielsweise mehr Testosteron im Fettgewebe gebildet, was den Zyklus stören kann.
  • Lebensstil: Ein unregelmäßiges Leben, insbesondere mit Nacht- und Schichtarbeit, kann den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus stören und sich auf den Zyklus auswirken. Auch Reisen und damit verbundene Umgebungswechsel oder Jetlag können vorübergehende Störungen verursachen.
  • Medikamente und Verhütung: Das Absetzen hormoneller Verhütungsmittel kann zu vorübergehenden Zyklusstörungen führen, da sich der Körper erst wieder an den natürlichen Hormonspiegel anpassen muss. Auch andere Medikamente können den Zyklus beeinflussen.
  • Bestimmte Gesundheitszustände: Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen (Hypothyreose, Hyperthyreose) oder Diabetes können den Hormonspiegel beeinflussen und zu Zyklusunregelmäßigkeiten führen.
  • Schwangerschaft: Das Ausbleiben der Blutung kann ein frühes Anzeichen einer Schwangerschaft sein.
  • Nach Fehlgeburt: Ähnlich wie nach dem Absetzen der Pille kann es nach einer Fehlgeburt zu vorübergehenden Zyklusstörungen kommen.
Grafik, die verschiedene Ursachen von Zyklusstörungen aufzeigt

Folgen von Zyklusstörungen

Zyklusstörungen können nicht nur den Alltag beeinträchtigen, sondern auch gesundheitliche Konsequenzen haben:

  • Eisenmangel und Blutarmut (Anämie): Wenn die Monatsblutung zu oft und zu stark auftritt, kann dies zu einem erheblichen Blutverlust führen, den der Körper nicht schnell genug ausgleichen kann. Dies resultiert in Müdigkeit, Abgespanntheit und erhöhter Infektanfälligkeit. Dieses Phänomen tritt häufig in den Jahren vor den Wechseljahren auf.
  • Verminderte Fruchtbarkeit: Wenn die Abstände zwischen den Blutungen zu groß sind oder die Regelblutung sehr häufig auftritt, kann dies die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bei zu großen Abständen kann es sein, dass der Eisprung unregelmäßig stattfindet, und bei zu häufigen Blutungen kann die Produktion des Schwangerschaftshormons Progesteron zu gering sein.
  • Psychische Auswirkungen: Unregelmäßige Zyklen und die damit verbundenen Beschwerden können zu emotionaler Belastung, Angstzuständen und Depressionen führen.

Was hilft bei Zyklusstörungen? Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Wege, um Zyklusstörungen zu behandeln und den Zyklus zu regulieren. Die Behandlung richtet sich stets nach der zugrundeliegenden Ursache.

Natürliche Behandlungsmethoden

Zur natürlichen Behandlung von Zyklusstörungen empfiehlt sich oft ein mehrstufiger Ansatz:

  • Stressreduktion: Techniken wie Yoga, autogenes Training, Entspannungsübungen oder einfach regelmäßige Spaziergänge können helfen, Stress abzubauen und den Hormonhaushalt positiv zu beeinflussen.
  • Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus): Dieses pflanzliche Mittel, erhältlich in Tabletten- oder Tropfenform, wird häufig als erster Schritt bei verschiedenen Zyklusstörungen empfohlen. Es wird in der Regel über drei Monate eingenommen und kann die Funktion der Eierstöcke und den Eisprung regulieren, ohne hormonell zu wirken.
  • Vitamin B6: Dieses Vitamin unterstützt die Hormonproduktion und trägt zu einem regelmäßigen Zyklus bei. Eine ausreichende Aufnahme ist besonders in der zweiten Zyklushälfte wichtig.
  • Natürliches Progesteron: Bei einem verkürzten Zyklus, insbesondere bei Frauen über 35 Jahren, kann die Gabe von Progesteron zur Stabilisierung des Zyklus beitragen. Es kann auch Frauen mit Kinderwunsch unterstützen und hilft bei der Behandlung des prämenstruellen Syndroms (PMS), das oft auf ein hormonelles Ungleichgewicht zurückzuführen ist. Natürliches Progesteron kann auch bei starken Regelblutungen eingesetzt werden, jeweils in der zweiten Zyklushälfte ab Tag 12.
  • Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Zufuhr von Proteinen, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D ist wichtig.

Befruchtung der Eizelle im Video

Medizinische Behandlungsmöglichkeiten

In einigen Fällen sind medizinische Interventionen notwendig:

  • Hormonbehandlung mit Pille: Als hormonelle Therapie zur Regulierung des Zyklus können Frauen die Pille oder entsprechende Hormonpräparate einnehmen.
  • Ärztlich verordnetes Progesteron: In Absprache mit dem Arzt kann Progesteron verschrieben werden, um den Zyklus zu stabilisieren oder die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
  • Eisenpräparate: Bei starkem Blutverlust und daraus resultierendem Eisenmangel sind Eisenpräparate oft unerlässlich.
  • Behandlung zugrundeliegender Erkrankungen: Wenn die Zyklusstörung durch eine andere Erkrankung wie PCOS oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung verursacht wird, steht die Behandlung dieser Grunderkrankung im Vordergrund.

Unterstützung durch Technologie

Zyklus-Apps und Kalender spielen eine wichtige Rolle bei der Überwachung und dem Verständnis des eigenen Zyklus. Sie helfen dabei, Muster zu erkennen, den Zeitpunkt der Menstruation zu dokumentieren und zu überprüfen, ob der Zyklus tatsächlich gestört ist. Dies ist auch für ärztliche Konsultationen hilfreich, um genaue Daten über die Zykluslänge und -stärke zu liefern.

Der Menstruationszyklus im Wandel

Die Menstruationsblutung verändert sich im Laufe des Lebens einer Frau. Während Mädchen in Europa ihre erste Regelblutung (Menarche) durchschnittlich mit 12,5 Jahren erleben, ist der Zyklus in der Pubertät oft noch unregelmäßig und kann länger dauern. Im Erwachsenenalter pendelt sich der Zyklus meist ein, kann aber durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Über 35 oder 40 Jahren kann sich der Rhythmus verändern, oft hin zu einem zu engen Rhythmus mit stärkeren Blutungen, was auf die beginnenden Wechseljahre hindeuten kann.

Zyklusstörungen nach Absetzen der Pille und nach Fehlgeburt

Nach dem Absetzen der Pille ist es normal, dass der erste Zyklus verlängert ist und etwa sechs Wochen dauert. Treten danach weiterhin Zyklusstörungen auf, kann dies auf bereits bestehende, vor dem Pillenkonsum vorhandene Unregelmäßigkeiten zurückzuführen sein. Wenn die Periode vor der Pilleneinnahme regelmäßig war, pendelt sie sich im Normalfall innerhalb von drei Monaten wieder ein.

Ähnlich verhält es sich nach einer Fehlgeburt. Die erste Blutung tritt meist nach etwa sechs Wochen auf, und danach sind normale Zyklen zu erwarten, es sei denn, es lagen bereits vor der Fehlgeburt Zyklusstörungen vor.

Endometriose und Zyklusstörungen

Endometriose, eine Erkrankung, bei der sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter ansiedelt, kann ebenfalls zu Zyklusstörungen führen. Das Gewebe reagiert auf hormonelle Schwankungen im Zyklus, baut sich auf und wieder ab, kann aber nicht wie das Gewebe in der Gebärmutter ausgeschieden werden. Dies kann zu Schmerzen und unregelmäßigen Blutungen führen.

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