Blutklumpen während der Periode: Ursachen und Behandlung

Menstruationsblutungen sind ein natürlicher Prozess, der von Frau zu Frau variiert. Während des Zyklus können Blutklumpen auftreten, was bei vielen Frauen Besorgnis hervorruft. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Blutklumpen im Menstruationsblut.

Was sind Blutklumpen im Menstruationsblut?

Blutklumpen, medizinisch auch als Koagel bezeichnet, sind geronnenes Blut, das während der Menstruation ausgestoßen wird. Sie können unterschiedliche Größen und Konsistenzen aufweisen und sind oft mit der Gebärmutterschleimhaut vermischt.

Vereinzelte Blutkoagel sind in der Regel kein Grund zur Sorge. Sie entstehen, wenn das Menstruationsblut nicht sofort ausgestoßen wird, sondern sich in der Gebärmutter oder der Vagina sammelt und dort gerinnt. Dies kann insbesondere bei stärkeren Blutungen der Fall sein, wenn die Gebärmutter sich nicht schnell genug zusammenziehen kann, um das Blut auszuscheiden.

Die Menstruationsblutung selbst besteht nicht nur aus Blut, sondern enthält auch kleine Gewebeteile wie Drüsenschläuche. Die Konsistenz und Farbe des Menstruationsblutes können im Verlauf des Zyklus variieren: Frisches Blut ist hellrot und dünnflüssig, während stärkere Blutungen dunkler und dicker sein können. Gegen Ende der Periode kann das Blut dünnflüssiger und blassrosa, braun oder gelblich erscheinen.

Illustration, die den Menstruationszyklus und die Gebärmutterschleimhaut zeigt

Mögliche Ursachen für Blutklumpen und starke Blutungen

Mehrere Faktoren können zu Blutklumpen und übermäßig starken Menstruationsblutungen (Hypermenorrhoe) führen:

Gebärmutterschleimhaut und Gerinnung

Blutklumpen können Gebärmutterschleimhaut sein, die zusammen mit dem Blut ausgestoßen wird. Wenn die Menstruationsblutung sehr stark ist, kann das Blut in der Scheide gerinnen, bevor es den Körper verlässt. In einigen Fällen gerinnt das Blut bereits in der Gebärmutter, wenn diese sich nicht ausreichend zusammenziehen kann.

Hormonelle Veränderungen

Hormonelle Schwankungen, insbesondere während der Perimenopause (der Übergangsphase vor und nach den Wechseljahren), können zu unregelmäßigen und stärkeren Blutungen führen. Auch in der Pubertät oder nach einer Geburt können hormonelle Veränderungen die Blutungsstärke beeinflussen.

Gutartige Wucherungen

Häufige Ursachen für starke Blutungen sind gutartige Geschwulste in oder an der Gebärmutter, wie Myome oder Schleimhautpolypen. Diese können die Kontraktion der Gebärmutter beeinträchtigen und den Blutfluss stören, was zur Bildung von Blutgerinnseln beitragen kann.

Andere gynäkologische Zustände

  • Adenomyose: Hierbei wächst die Gebärmutterschleimhaut in die Gebärmuttermuskulatur ein.
  • Endometriose: Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter können ebenfalls zu starken Blutungen führen.
  • Verwachsungen oder Entzündungen an der Gebärmutter oder den Eileitern, die angeboren sein oder nach Operationen entstehen können.

Intrauterine Devices (IUDs)

Insbesondere Kupferspiralen können anfänglich zu stärkeren Blutungen führen, da sie eine leichte Entzündung der Gebärmutterschleimhaut hervorrufen können. Auch nach dem Einsetzen einer Hormonspirale kann es vorübergehend zu verstärkter Blutung kommen.

Medikamenteneinnahme

Bestimmte Medikamente, wie Blutverdünner (z. B. Aspirin), können das Blut verdünnen und stärkere Blutungen begünstigen. Auch einige hormonelle Verhütungsmittel können zu Beginn der Anwendung die Blutungsstärke beeinflussen.

Blutungsstörungen

Selten können zugrunde liegende Blutungsstörungen wie die Von-Willebrand-Krankheit dazu führen, dass das Blut nicht richtig gerinnt.

Seltene Ursachen

In seltenen Fällen können auch andere medizinische Probleme wie Schilddrüsenerkrankungen, Herz-, Nieren- oder Leberkrankheiten sowie bösartige Wucherungen wie Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs die Ursache für übermäßig starke Blutungen sein. Krebserkrankungen der Gebärmutterschleimhaut treten am häufigsten bei Frauen Mitte 60 auf.

Infografik, die verschiedene Ursachen für starke Regelblutungen auflistet

Wann ist eine Menstruationsblutung stark?

Eine starke Regelblutung, auch Hypermenorrhoe genannt, liegt vor, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind:

  • Regelmäßiger Wechsel von Tampons oder Binden alle 1 bis 2 Stunden.
  • Verlust von mehr als 80 Millilitern Blut pro Regelblutung.
  • Blutklumpen, die größer als eine 1-Euro-Münze (ca. 25 mm) sind.
  • Blutungen, die länger als 5 bis 7 Tage andauern (Menorrhagie).
  • Notwendigkeit, Hygieneprodukte während der Nacht zu wechseln.
  • Verwendung von mehr als einer Binde gleichzeitig.

Als Faustregel gilt: Wenn Tampons oder Binden nach 1-2 Stunden gewechselt werden müssen, ist die Blutung wahrscheinlich stärker als normal. Eine Blutung, die den Alltag beeinträchtigt oder zu Eisenmangel führt, ist eindeutig zu stark.

Symptome und Folgen starker Blutungen

Starke Menstruationsblutungen können zu verschiedenen Symptomen und gesundheitlichen Problemen führen:

Eisenmangel und Anämie

Ein erheblicher Blutverlust während der Periode kann zu einem Mangel an Eisen führen. Eisen ist essenziell für die Produktion roter Blutkörperchen, die Sauerstoff zu den Organen transportieren. Ein Mangel kann zu Blutarmut (Anämie) führen, was sich durch Schwäche, Abgeschlagenheit, Blässe, kalte Hände und Füße äußern kann. Bei stärkerer Anämie können Schwindel, Atemnot und Herzrasen auftreten.

Alltägliche Belastungen

Starke Blutungen und die damit verbundenen Schmerzen und Krämpfe können den Alltag erheblich belasten und die Lebensqualität einschränken. Manche Frauen entwickeln Schamgefühle im Zusammenhang mit ihrer Periode.

6 Anzeichen einer Eisenmangelanämie

Diagnose und ärztliche Abklärung

Um die Ursache für starke Blutungen und Blutklumpen festzustellen, sind verschiedene diagnostische Schritte möglich:

Anamnese und körperliche Untersuchung

Die Frauenärztin oder der Frauenarzt wird zunächst eine detaillierte Anamnese erheben, um die Symptome und die persönliche Krankengeschichte zu erfassen. Eine gynäkologische Untersuchung, einschließlich Abtasten der Gebärmutter, ist Teil der Diagnostik.

Ultraschall und Hysteroskopie

Eine Ultraschalluntersuchung kann Aufschluss über die Struktur der Gebärmutter geben und Veränderungen wie Myome oder Polypen sichtbar machen. In manchen Fällen kann eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) mit einer kleinen Kamera notwendig sein, um die Gebärmutter von innen zu betrachten.

Blutuntersuchungen

Eine Blutuntersuchung kann Aufschluss über einen möglichen Eisenmangel und eine damit einhergehende Anämie geben. Zudem können Hormonspiegel bestimmt werden, um hormonelle Ungleichgewichte festzustellen.

Zyklustagebuch

Das Führen eines Zyklustagebuchs, in dem Blutungsstärke, Dauer und Begleitsymptome festgehalten werden, kann für den Arzt wertvolle Informationen liefern.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung starker Regelblutungen und Blutklumpen richtet sich nach der Ursache und den individuellen Bedürfnissen der Frau:

Medikamentöse Therapie

  • Hormonelle Verhütungsmittel: Die Antibabypille oder eine Hormonspirale können helfen, die Blutungen langfristig zu reduzieren, indem sie das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut eindämmen.
  • Schmerzmittel: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen können nicht nur Schmerzen und Krämpfe lindern, sondern auch die Blutungsstärke leicht reduzieren.
  • Tranexamsäure: Medikamente mit diesem Wirkstoff können die Blutungsneigung verringern.
  • Pflanzliche Mittel: Präparate mit Hirtentäschelkraut können die glatte Muskulatur der Gebärmutter zur Kontraktion anregen und so die Blutung abschwächen.

Es ist wichtig, die genaue Dosierung von Medikamenten immer mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen.

Chirurgische Eingriffe

In einigen Fällen können operative Maßnahmen erforderlich sein:

  • Entfernung von Myomen, Polypen oder anderen gutartigen Wucherungen.
  • Minimal-invasive Verfahren wie die Hochfrequenzablation des Endometriums.
  • Bei sehr starken und belastenden Beschwerden, insbesondere wenn kein Kinderwunsch mehr besteht, kann eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) in Erwägung gezogen werden.

Die Wahl der Therapie hängt stark davon ab, ob ein Kinderwunsch besteht und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Behandlungsmöglichkeiten mit sich bringen.

Schema, das verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für starke Regelblutungen zeigt

Wichtige Fragen und Antworten

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Sie sollten ärztlichen Rat einholen, wenn:

  • Blutklumpen regelmäßig größer als eine 50-Cent-Münze (ca. 2,5 cm) sind.
  • Sie Ihren Tampon oder Ihre Binde häufiger als jede Stunde wechseln müssen.
  • Sie Ihre Hygieneprodukte mehrmals pro Nacht wechseln müssen.
  • Sie Symptome einer Anämie aufweisen (starke Müdigkeit, Schwäche, Blässe, Schwindel).
  • Starke Schmerzen Ihren normalen Tagesablauf beeinträchtigen und sich nicht durch rezeptfreie Mittel lindern lassen.
  • Sie sich generell Sorgen über die Stärke oder Art Ihrer Blutungen machen.

Kann eine starke Periode gefährlich werden?

Normalerweise kann der Körper den Blutverlust kompensieren. Bei regelmäßig sehr starkem Blutverlust besteht jedoch die Gefahr einer Anämie durch Eisenmangel, die den Körper stark schwächen kann und ärztliche Behandlung erfordert.

Sind Blutklumpen während der Periode normal?

Ja, das Auftreten von Blutklumpen während der Periode ist relativ häufig und in den meisten Fällen kein Grund zur Besorgnis. Sie sind oft ein Zeichen dafür, dass der Körper versucht, übermäßigen Blutverlust zu verhindern.

Was tun bei starken Blutungen?

Einfache Maßnahmen wie die Verwendung größerer Tampons oder Binden können helfen. Wenn diese nicht ausreichen, können Medikamente oder andere Therapien nach ärztlicher Absprache infrage kommen. Eine gute Magnesiumversorgung kann ebenfalls unterstützend wirken.

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