Osteopathie bei Verstopfung bei Kleinkindern: Ursachen und Behandlung

Die Osteopathie hat sich als eine zunehmend beliebte Methode etabliert, um schon bei den Allerkleinsten sanfte Linderung bei Blähungen und Verdauungsproblemen zu verschaffen. Diese ganzheitliche Behandlungsform, die im 19. Jahrhundert vom US-amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still entwickelt wurde, basiert auf der Idee, dass der Körper über eigene Selbstheilungskräfte verfügt, die durch das Lösen lokaler Blockaden mit den Händen aktiviert werden können.

Ganz ohne Medikamente konnten so bereits früher Schmerzen, Blähungen oder Atemwegsbeschwerden behandelt werden. Auch für Babys und Kleinkinder hat sich diese Therapieform mittlerweile fest etabliert, um eine Vielzahl von Beschwerden zu lindern.

Schema des menschlichen Körpers mit Hervorhebung von Muskeln, Sehnen und Gelenken

Was ist Osteopathie und wie funktioniert sie?

Die Methode der Osteopathie wurde im 19. Jahrhundert von dem US-amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still entwickelt. Still beschäftigte sich ausgiebig mit Muskeln, Sehnen und wie diese mit dem Körper zusammenhängen. Er fand heraus, dass sich die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren, indem lokale, festsitzende Blockaden mit den Händen gelöst werden. Ganz ohne Medikamente konnten so Schmerzen, Blähungen oder auch Atemwegsbeschwerden behandelt werden.

Die Osteopathie ist eine eigene Form der Medizin, welche den menschlichen Körper als eine zusammenhängende Einheit betrachtet. Der Osteopath konzentriert sich bei seiner Untersuchung und Behandlung, welche ausschließlich mit den Händen stattfindet - ohne Geräte, Spritzen oder Medikamente - deshalb nicht nur auf den Bewegungsapparat mit seinen Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken, sondern auch auf die Funktionalität von z.B. Organen, Faszien, Nerven und Gefäßen.

Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht diesen Zusammenhang: Ein wichtiger Nerv, welcher für das Verdauungssystem zuständig ist, verläuft von den oberen Gelenken der Halswirbelsäule wie ein Kabel durch den Körper nach unten zum Darm. Kommt es zu einer Blockade in der Halswirbelsäule, kann dies zu einer Irritation des Nervs und zu einer Beeinträchtigung seiner Funktion führen. Dies wiederum kann zu Verdauungsproblematiken wie z.B. Blähungen oder Verstopfung führen. Dabei ist zu beachten, dass jeder Mensch verschieden ist. Bei anderen Personen mit Verdauungsbeschwerden liegt die Ursache vielleicht im Bereich der Lendenwirbelsäule, an der Ernährung, oder es liegt eine Darmerkrankung vor.

Gerade bei Problemen mit der Verdauung oder bei Koliken kann die ganzheitliche Behandlung vielen kleinen Patienten weiterhelfen. Als sanfte Unterstützung können zusätzlich sehr gut verträgliche Mittel aus der Apotheke, wie z. B. ...

Als sanfte Unterstützung können zusätzlich sehr gut verträgliche Mittel aus der Apotheke, wie z. B. ...

Nach einem einleitenden Gespräch untersucht der Osteopath mit sanften Berührungen den Körper. Dabei betrachtet er ihn als ein perfekt zusammengefügtes Uhrwerk: Alles steht miteinander in Verbindung und kann nur funktionieren, wenn auch das allerkleinste Zahnrädchen läuft. Schon kleinere Wehwehchen wie z. B. verspannte Muskeln oder verhärtetes Gewebe, können das menschliche Uhrwerk stören und etwa zu Blähungen oder Koliken führen. Hat der Osteopath eine solche Verspannung entdeckt, versucht er, die Blockade mit sanftem Druck zu nehmen. Dabei wird besonders auf eine sehr schonende und angenehme Behandlung geachtet; ein Besuch beim Osteopathen kann sich für deinen kleinen Schützling also schnell mal wie ein Tag im Baby-Spa anfühlen.

Illustration eines Babys, das entspannt auf einer Osteopathie-Liege liegt

Ursachen für Verstopfung bei Kleinkindern

Viele typische Beschwerden im Säuglingsalter lassen sich auf Stress oder Traumata während der Schwangerschaft, der Geburt oder den ersten Lebenswochen zurückführen. Die Geburt ist für ein Baby eine enorme körperliche Herausforderung.

Häufige Ursachen im Überblick:

  • Muskuläre Verspannungen: Spannungen im Körper, vor allem im Kopf-, Nacken- oder Schulterbereich, können durch sanfte osteopathische Techniken gelöst werden. Dies kann auch Einfluss auf die Schlafqualität oder das Stillverhalten haben.
  • Schlafstörungen oder Schreikrämpfe: Wenn Ihr Baby schlecht schläft, häufig aufwacht oder viel weint, können Verspannungen oder Blockaden dahinterstecken. Osteopathie kann helfen, das Nervensystem zu beruhigen und das Einschlafen zu erleichtern.
  • Verdauungsprobleme und Dreimonatskoliken: Blähungen, Verstopfung oder Reflux treten bei vielen Säuglingen auf. Durch gezielte Griffe im Bauch- und Zwerchfellbereich kann die Osteopathie die Verdauung unterstützen.
  • Stillprobleme: Hat Ihr Baby Schwierigkeiten beim Saugen oder eine einseitige Saugpräferenz? Ursache können Blockaden im Kiefer- oder Halsbereich sein, die osteopathisch sanft gelöst werden können.
  • KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung): Eine asymmetrische Haltung des Kopfes oder Körpers kann mit Fehlstellungen der oberen Halswirbel zusammenhängen. Eine osteopathische Behandlung kann hier sanft korrigierend wirken.
  • Blockaden des Bewegungsapparats: Einschränkungen in der Beweglichkeit - z. B. nach einer schweren Geburt - können durch osteopathische Behandlung verbessert werden.
  • Plagiozephalie (abgeflachter Hinterkopf): Eine einseitige Liegeposition oder Muskelverspannungen können zu Schädelverformungen führen. Die Osteopathie hilft dabei, eine einseitige Liegeposition zu verändern, was wiederum die Kopfsymmetrie fördert.
  • Atemwegserkrankungen: Osteopathie kann die Behandlung der Kinderärztin oder des Kinderarztes bei wiederkehrenden Mittelohrentzündungen, Bronchitis oder verstopften Atemwegen begleiten. Wichtig ist, dass immer eine schulmedizinische Behandlung erfolgt.
  • Augenentzündungen und Schielen: Unterstützende Maßnahmen bei Augenproblemen sind möglich.

Im Rahmen der Beikosteinführung muss der Darm des Kindes lernen, faserhaltige Strukturen zu verstoffwechseln, was anfangs zu Verdauungsproblemen führen kann. Auch im Zuge des Trockenwerdens kann es zu Verstopfung kommen, da das Kind lernt, den Stuhlgang zurückzuhalten, was wiederum zu Schmerzen und Angst vor der Entleerung führen kann.

Die Gabe von Medikamenten wird bei Osteopathie vermieden. Osteopathie gilt als sehr risikoarm.

Wann ist ein Osteopath seriös?

Der Beruf des Osteopathen ist Teil der Naturheilkunde und darf nur von Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt werden. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass die Berufsbezeichnung „Osteopath“ in Deutschland nicht geschützt ist - grundsätzlich könnte sich also jeder so nennen. Was macht daher einen seriösen Behandler aus? Folgende Merkmale können aufschlussreich sein:

  • Absolvierte Ausbildung von 5 Jahren: Ein gut geschulter Osteopath verfügt über eine abgeschlossene, fünfjährige Ausbildung. Vorsicht ist bei Behandlern geboten, die nur einen Wochenendkurs vorweisen können. Deshalb lohnt es sich im Vorfeld, sich über die Ausbildung des entsprechenden Therapeuten zu informieren.
  • Siegel "Kinderosteopathie" des Bundesverbands Osteopathie e.V. (BVO): Auch das Siegel "Kinderosteopathie" des BVO, das Behandler zertifiziert, die mindestens 100 Ausbildungsstunden in der Kinderosteopathie absolviert haben, unterstreicht die Qualifikation des Therapeuten.

Der Bundesverband Osteopathie e.V. - BVO zertifiziert Kinderosteopathen mit einem speziellen Siegel. Die Therapeuten müssen dafür eine reguläre Osteopathie- sowie eine umfangreiche Kinderosteopathie-Ausbildung nachweisen.

Anwendungsgebiete der Osteopathie bei Kleinkindern

Viele Eltern suchen einen Osteopathen auf, wenn ihr Kind eine vermeintliche „Lieblingsseite“ hat: In solchen Fällen neigt das Baby sein Köpfchen auffällig häufig in eine Richtung oder schläft nur auf einer Seite. Aber auch Blähungen und Koliken können ein Grund für einen Besuch beim Osteopathen sein.

Die Behandlungsgebiete des Osteopathen sind unter anderem:

  • Verdauungsbeschwerden und Koliken
  • Schlafstörungen
  • Symmetriestörung als Folge der Geburt
  • Saug- und Schluckstörungen
  • Häufiges Schreien
  • Heuschnupfen und andere Allergien
  • Atemwegserkrankungen

Gerade bei Babys, die noch nicht in der Lage sind, ihre Beschwerden direkt zu äußern, hilft die Osteopathie dabei, Ursachen für Probleme wie z.B. ...

Physiotherapeuten mit einer speziellen Ausbildung in osteopathischen Techniken für Kinder spüren sanft und gezielt Blockaden und Verspannungen im Körper des Kindes auf. Dies erfolgt auf eine Weise, die für das Kind angenehm und nicht schmerzhaft ist.

  • Dreimonatskoliken: Viele Babys leiden in den ersten Monaten unter Bauchschmerzen und blähungsbedingtem Unwohlsein. Osteopathie kann dabei helfen, die Verdauung zu verbessern und Blockaden im Bauchbereich zu lösen.
  • Schreien und Erbrechen: Wenn Babys häufig und scheinbar ohne Grund schreien oder erbrechen, kann die Osteopathie eine sanfte Möglichkeit bieten, die Ursachen zu erkennen und zu behandeln.
  • Wachstumsschmerzen: Kinder, die im Wachstum sind, können von Schmerzen in den Beinen oder anderen Körperregionen betroffen sein. Osteopathische Techniken helfen, die Muskeln und Gelenke zu entspannen und die Schmerzen zu lindern.

Nicht nur bei Babys, sondern auch bei größeren Kindern kann die Osteopathie sinnvoll sein. Besonders bei Kindern im Kindergarten- und Schulalter, die häufig mit Konzentrationsstörungen oder Lernproblemen kämpfen, kann eine osteopathische Behandlung unterstützen.

Osteopathie ist eine sanfte, aber sehr effektive Therapie, die gerade bei kleinen Kindern und Babys positive Effekte zeigen kann. Sie bietet eine wertvolle Unterstützung für Eltern, die die Ursache für das Weinen oder andere Beschwerden ihres Kindes noch nicht eindeutig identifizieren können. Bei anhaltenden Problemen sollte stets der Kinderarzt konsultiert werden, der dann eine gezielte osteopathische Behandlung empfehlen kann.

Wenn ein Neugeborenes viel schreit, die Beine an den Bauch zieht und die kleinen Fäuste ballt, kann dies ein Hinweis auf eine „Dreimonatskolik“ sein. Rund jedes fünfte Baby ist davon betroffen. Anstatt mit Medikamenten dagegen vorzugehen, kann die Osteopathie einen sanften und wirkungsvollen Ausweg bieten.

Innerhalb der ersten drei Lebensmonate kommt es bei Neugeborenen oft zu „3-Monats-Koliken“. Die Osteopathie kann helfen, den Druck im Bauch der Kleinen zu lindern.

Baby-Koliken: Diese Massagegriffe helfen | Dreimonatskoliken | Babymassage | Baby | Eltern ABC

Osteopathie bei Verstopfung im Detail

Osteopathisch kann über die Lösung viszerosomatischer und somatoviszeraler Blockierungen ein positiver Einfluss auf die Problematik ausgeübt werden. Zudem lassen sich über spezifische Techniken Darmsteuerungssysteme im Rahmen des Autonomen Nervensystems (Sympathikus/Parasympathikus) behandeln. Auch Lymph- und Gefäßflüsse sind der osteopathischen Behandlung zugänglich.

Bei Dreimonatskoliken versteht man krampfartige, heftige Schmerzen im Bauchbereich eines Neugeborenen, die teilweise mit starken Blähungen einhergehen. In der Regel beginnen sie in der zweiten Lebenswoche und nehmen in den darauffolgenden vier Wochen zu. Der Name geht auf die Beobachtung zurück, dass die Koliken bei 85% der Fälle bis zum Ende des dritten Lebensmonats vollständig zurückgehen.

Mögliche Ursachen für Darmbeschwerden bei Neugeborenen:

  • Der Darm ist in den ersten Lebensmonaten noch nicht richtig ausgereift und damit noch nicht voll funktionsfähig.
  • Ansammlung von Luft und Verdauungsgasen.
  • Nicht ausreichende Verdauungsenzyme.
  • Mangelnde Hormonversorgung und Mobilitätsstörung des Darms, der dadurch verkrampft.
  • Blockaden oder Spannungen an anderen Stellen im Körper, die durch Kompressionen im Bereich des Schädels während der Geburt entstehen können.
  • Irritationen des Hirnnervs N. vagus, der u.a. für die Verdauung zuständig ist, durch Fehlstellungen im Kopf- und Halsbereich.

Die Osteopathie stellt eine schonende und in den meisten Fällen wirkungsvolle Behandlung bei Neugeborenen mit Dreimonatskoliken dar. Durch sanfte Berührungen ertastet der Osteopath Verkrampfungen, Spannungen und Blockaden und löst diese. Die manuelle Methode ermöglicht es damit, eventuelle Mobilitätsstörungen erfolgreich zu behandeln und die Versorgung des Verdauungstrakts zu normalisieren.

„Koliken können unterschiedliche Ursachen haben z.B. Spannungen innerhalb der Hirn- und Rückenmarkshäute oder eine leichte Stauchung. Auch können Mobilitätsstörungen des Darms oder ein Mikrobiom, das nicht im Gleichgewicht ist, ursächlich sein. Diese Erfahrung habe ich gerade bei Neugeborenen gemacht, die mit Kaiserschnitt zur Welt kamen.“

Anwendung findet die Osteopathie hier bei Koliken, Untergewicht, häufigem Übergeben oder Verstopfung (Obstipation).

Grafik, die den Verdauungstrakt eines Babys mit Hervorhebung möglicher Blockaden zeigt

Die Rolle der Osteopathie bei Haltungsschäden und anderen Beschwerden

Auch bei älteren Kindern bietet die Osteopathie viele Behandlungsmöglichkeiten: Gerade wenn sich Ihr Kind im Wachstum befindet, kann das Gleichgewicht zwischen Muskeln und Sehnen durcheinander geraten und Haltungsschäden hervorrufen. Auch die Wirkung einer Geburt auf den gesamten Knochenapparat des Säuglings kann eine konstante Fehlhaltung hervorrufen. Spätfolgen bis ins Erwachsenenalter sind die Folge. So können zum Beispiel Migräne, chronische Rückenschmerzen oder Nervenschäden aus osteopathischer Sicht die Ursache frühkindlicher Traumata sein.

Im Rahmen einer osteopathischen Therapie können Traumata bei der Geburt oder schon entstandene Haltungsschäden im Kindesalter schonend behoben werden.

Hilfe bei kieferorthopädischen Befunden

Der Kiefer von drei- bis zehnjährigen Kindern verändert sich sehr stark. In diesem Zusammenhang und auch als Folge kieferorthopädischer Behandlungen können die Spannungen an Bändern und Muskeln im Kieferbereich ansteigen. Das kann bei Ihrem Kind letztlich zu Kopfschmerzen und Nackenverspannungen führen. Durch die ganzheitliche Betrachtung des Körpers im Sinne der Osteopathie können direkte Zusammenhänge zwischen kieferorthopädischer oder zahnärztlicher Behandlung hergestellt werden. Als Begleitbehandlung, also in Ergänzung zur schulmedizinischen Betreuung bei einem Kieferorthopäden oder Zahnarzt, kann die Osteopathie schon früh Spannungen lösen, die später zu starken Schmerzen oder letztlich sogar zu Fehlstellungen oder Konzentrationsproblemen führen können.

Bauchschmerzen & Co: Osteopathie bei Krankheiten der inneren Organe

Leidet Ihr Kind oft an Bauchschmerzen? Für Schulmediziner sind derartige Beschwerden häufig eine sehr große Herausforderung, sodass sich meist kein eindeutiger Befund definieren lässt. Im Rahmen einer osteopathischen Sitzung können die inneren Organe ebenfalls untersucht werden (viszeraler Bereich). Dabei lassen sich häufig mögliche Ursachen für Bauchschmerzen finden. Durch das Animieren des Bindegewebes (Faszien) kann ein Osteopath schließlich die Beweglichkeit der inneren Organe verbessern und die Schmerzen Ihres Kindes lindern.

Die Schulmedizin steht bei Befunden wie einer Wirbelsäulenasymmetrie, einem Schiefhals, einer Schädelasymmetrie, einer Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung), oder einer Hüftdysplasie (Fehlstellung der Verknöcherung des Hüftgelenks) vor großen Herausforderungen. Es gibt zwar vielversprechende Behandlungsansätze, aber aktuell ist in den meisten Fällen keine Heilung möglich, da die eigentliche Ursache nicht bekannt ist.

Die Osteopathie sieht sich nicht als Konkurrenz zur klassischen Medizin, sondern vielmehr als deren Ergänzung an. Schreit Ihr Baby viel, obwohl es ihm scheinbar an nichts fehlt und seine Grundbedürfnisse erfüllt sind, steht die Schulmedizin oftmals vor einem Rätsel. Ein klarer Befund ist meist unmöglich, da es unzählige Gründe für das starke Schreien gibt. Aus osteopathischer Sicht liegt die Ursache jedoch oft in Spannungen am Schädel oder an der Wirbelsäule des Babys, die eine Folge der Geburt sein können.

Besonders effektiv ist dies bei Neugeborenen und Babys, da ihre Knochen noch recht biegsam und nicht fest verwachsen sind. Eine Spannung kann so leicht gelöst werden. Aber auch ältere Kinder profitieren von der ganzheitlichen Behandlungsmethode: Unerklärliche Kopfschmerzen, Haltungsprobleme oder Kieferfehlstellungen können gelöst werden.

Die Behandlungsmethode im Detail

Babys können bereits kurz nach der Geburt osteopathisch behandelt werden, v. a. wenn Stillprobleme oder Verspannungen bestehen. Die Kinder-Osteopathie-Sitzung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Die Osteopathin oder der Osteopath tastet sanft den Körper des Babys ab, um Verspannungen oder Blockaden zu finden.

Für die ganz Kleinen: Behandlung von Babys. Säuglinge haben im Vergleich zu älteren Patienten den „Nachteil“, dass sie sich noch nicht genau äußern können. Leidet Ihr Baby zum Beispiel verstärkt an Einschlafproblemen? Während die Schulmedizin bei derart unspezifischen Beschwerden oft keine konkreten Antworten hat, sieht die Osteopathie bereits die Geburt als erstes einschneidendes Erlebnis. Denn hier wirken unglaublich große Kräfte auf den Körper Ihres Babys ein. Diese Krafteinwirkung, aber auch bereits der Druck oder die räumliche Enge im Mutterleib, können verschiedene Dysfunktionen und Beschwerden auslösen. Besonders häufig resultieren Beschwerden aus verschobenen Schädelknochen bei der Geburt. Sie sind bei Säuglingen noch sehr beweglich und an der Fontanelle (Knochenlücke am Schädel) bei Babys zunächst noch nicht zusammengewachsen.

Die Osteopathie sieht den Zusammenhang zwischen den verschobenen Schädelknochen und Beschwerden darin, dass die Knochen auf Nervenstränge drücken und dieser Druck für Schmerzen sorgt. Diese Schmerzen können schließlich häufiges Erbrechen, Schreien oder Ängstlichkeit bei Säuglingen verursachen.

Die folgenden Störungsbilder sind ebenfalls typisch für das Babyalter. Sie können mit guten Ergebnissen von einem Osteopathen behandelt werden:

  • KISS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung): Bauchkoliken, starkes Schreien und ein schiefer Hals zählen zu den Symptomen des KISS-Syndroms. Besonders auffällig ist die asymmetrische Neigung des Babys: Es möchte oft nur auf einer Seite liegen. Meist sind beengte Verhältnisse im Mutterleib die Ursache hierfür.
  • Rumpfasymmetrie: Hat Ihr Baby einen asymmetrischen Rumpf? Das kann sich auf alle Gelenke, die Muskulatur und auf die inneren Organe auswirken. Die Folge sind schmerzhafte Blockaden, die ein Osteopath ertasten und lösen kann.
  • Dreimonatskoliken: Hierbei handelt es sich um starke Bauchkrämpfe, die vor allem in den ersten drei Lebensmonaten auftreten können. Eine Blockade im Bereich der Brustwirbel kann der Übeltäter sein. Durch den sanften Druck einer osteopathischen Behandlung wird sie beseitigt.
  • Spucken oder Saug- und Schluckprobleme sind weitere Symptome, die durch eine ungünstige Lage im Mutterleib oder übermäßigen Druck auf den Kopf Ihres Babys entstehen können. Die Osteopathie kann auf sanfte Weise Abhilfe schaffen.

Osteopathie gegen Haltungsschäden. Auch bei älteren Kindern bietet die Osteopathie viele Behandlungsmöglichkeiten: Gerade wenn sich Ihr Kind im Wachstum befindet, kann das Gleichgewicht zwischen Muskeln und Sehnen durcheinander geraten und Haltungsschäden hervorrufen. Auch die Wirkung einer Geburt auf den gesamten Knochenapparat des Säuglings kann eine konstante Fehlhaltung hervorrufen. Spätfolgen bis ins Erwachsenenalter sind die Folge. So können zum Beispiel Migräne, chronische Rückenschmerzen oder Nervenschäden aus osteopathischer Sicht die Ursache frühkindlicher Traumata sein.

Im Rahmen einer osteopathischen Therapie können Traumata bei der Geburt oder schon entstandene Haltungsschäden im Kindesalter schonend behoben werden.

Wie viele Behandlungen Ihr Baby letztlich braucht, hängt davon ab, wie akut die Beschwerden sind.

Kostenübernahme und Finanzierung

Gesetzliche Krankenkassen sind grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, die Behandlung beim Osteopathen zu übernehmen - manche tun dies allerdings auf freiwilliger Basis oder bieten Zuschüsse an. Private Krankenversicherungen tragen hingegen je nach Vertrag einen Teil oder sogar die gesamten Kosten für die osteopathische Behandlung.

Unser Tipp: Kläre am besten vorher ab, ob und bis zu welcher Höhe die Kosten getragen werden.

Wenn du mit deinem Baby zur Osteopathin bzw. zum Osteopathen gehen möchtest, brauchst du dafür grundsätzlich keine ärztliche Empfehlung. Denn die osteopathische Behandlung ist auch ohne ärztliche Verordnung möglich.

Gut zu wissen: Unter bestimmten Voraussetzungen beteiligt sich deine Pronova BKK an den Kosten. Denn: Wir möchten, dass es dir und deiner Familie gut geht und unsere Versicherten in allen Lebensphasen super versorgt sind. Daher unterstützen wir die osteopathische Behandlung unserer Versicherten mit einem Zuschuss. Wichtig: Du benötigst hierfür eine Privatverordnung deiner Ärztin bzw.

Studienlage und Wirksamkeit

Osteopathie wird immer beliebter - schon für die Kleinsten. Und das aus gutem Grund, denn Kinder-Osteopathie kann in vielen Fällen helfen und eine super Ergänzung zur schulmedizinischen Therapie sein. Das belegt z. B. die Studie der Akademie für Osteopathie (AFO) und des Deutschen Instituts für Gesundheitsforschung (DIfGFg), an der knapp 1.200 Säuglinge teilnahmen. Sie ist damit eine der weltweit größten Untersuchungen zum Thema Kinder-Osteopathie.

Ergebnisse der Studie:

Laut der Studie trat bei 50-80 % der behandelten Babys eine Besserung bei folgenden Symptomen bzw. Säuglingsasymmetrie auf:

  • Beschwerden bei knapp 600, also die Hälfte der untersuchten und therapierten Kleinkinder; Osteopathie brachte eine Besserung um bis zu 82 %
  • Schreiproblematik: Besserung durch Osteopathie um 70 %
  • Essproblematik: bei ca. 15 % der behandelten Kleinkinder; im Laufe der Behandlung verbesserten sich die Symptome (z. B. ...

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Osteopathie bei einer signifikanten Anzahl von Säuglingen positive Auswirkungen auf verschiedene Beschwerden hatte.

Die Heilmethode kann auch dann helfen, wenn es keinen eindeutigen körperlichen Befund gibt.

Die Osteopathie ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, die auf sanften manuellen Techniken basiert. Ziel ist es, Bewegungseinschränkungen und Spannungen im Körper zu lösen, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Genau die stehen bei einer osteopathischen Behandlung immer im Zentrum. Dabei betrachtet die Osteopathie den Körper als Ganzes - mit besonderem Fokus auf Muskeln, Gelenke, Faszien und innere Organe. In der osteopathischen Behandlung von Kindern erkundigt sich die Osteopathin oder der Osteopath auch gezielt nach dem Verlauf der Schwangerschaft und möglichen Besonderheiten während der Geburt - z. B. ...

Die genannten beispielhaften Anwendungsgebiete stellen weder ein Heilversprechen noch eine Garantie auf Linderung bzw. Heilung o.a. Beschwerden dar. Schwerwiegende Erkrankungen wie z.B. ...

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