Der retinale Venenverschluss (RVV), auch bekannt als Thrombose im Auge, tritt auf, wenn eine Vene in der Netzhaut durch ein Blutgerinnsel blockiert wird. Dies beeinträchtigt die Durchblutung des Auges und kann schnell zu Seheinschränkungen führen.
Was ist ein Retinaler Venenverschluss?
Eine Thrombose ist typischerweise in den Beinen lokalisiert, kann aber auch das Auge betreffen. Wenn eine Vene in der Netzhaut verschlossen ist, spricht man von einem retinalen Venenverschluss (RVV). Das Blut kann an der verengten Stelle nicht mehr abfließen, was zu einem Rückstau führt. Dies kann Blutungen in der Netzhaut und das Austreten von Gewebeflüssigkeiten zur Folge haben. Sammelt sich die Flüssigkeit in der Makula, bildet sich ein Makulaödem, eine häufige Folgeerscheinung des Venenverschlusses.

Ursachen des Retinalen Venenverschlusses
Mit zunehmendem Alter verlieren Blutgefäße an Elastizität, werden weniger durchlässig und können leichter verstopfen. Daher tritt ein retinaler Venenverschluss häufiger bei älteren Menschen zwischen 65 und 75 Jahren auf.
Weitere Risikofaktoren für Gefäßverschlüsse im Auge umfassen:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Arteriosklerose)
- Blutbildveränderungen
- Erhöhter Blutdruck (Hypertonie)
- Erhöhter Cholesterinspiegel
- Diabetes Mellitus
- Bestimmte Augenerkrankungen (z.B. Glaukom)
- Entzündliche Veränderungen der Netzhautgefäße
- Rauchen
- Genetische Veranlagung zu Gerinnungsstörungen
Symptome eines Retinalen Venenverschlusses
Die Symptome eines retinalen Venenverschlusses entwickeln sich oft innerhalb von Stunden oder Tagen. Betroffene bemerken typischerweise:
- Sehminderung: Unscharfes Sehen ist ein häufiges Symptom.
- Dunkler Schleier oder Flecken vor dem Auge: Ein plötzlicher Verdunkelung des Sichtfeldes kann auftreten.
- Verzerrtes Sehen: Objekte können verzerrt wahrgenommen werden.
Ausgeprägte Beschwerden werden oft durch ein Makulaödem verursacht, das sich als Folge des Venenverschlusses entwickelt hat. Der Verschluss ist meist einseitig, kann aber in fünf bis zwölf Prozent der Fälle beide Augen betreffen. Ist ein Auge erkrankt, ist das gesunde Auge einem erhöhten Risiko ausgesetzt.
Die Symptome sind in der Regel morgens nach dem Aufwachen ausgeprägter, da im Liegen der arterielle Blutdruck sinkt und der Druck in den Augenvenen steigt.
Unterscheidungen bei einem Augenvenenverschluss
Augenärzte unterscheiden den Venenverschluss nach seiner Ausdehnung:
- Verschluss der Zentralvene (Zentralvenenverschluss): Betrifft die gesamte Netzhaut.
- Venenastverschluss: Betrifft einen kleineren Ast der Netzhautvene. Dieser kann länger unbemerkt bleiben.
Zudem wird zwischen einem sauerstoffreichen und einem sauerstoffarmen (ischämischen) Verschlusstyp unterschieden. Ein ischämischer Verschluss hat geringere Aussichten auf eine Besserung der Sehkraft und erfordert intensivere Kontrollen und Behandlung.
Diagnose
Die Diagnose eines retinalen Venenverschlusses erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung. Wichtige diagnostische Verfahren umfassen:
- Augenspiegelung (Funduskopie): Zur Beurteilung des Augenhintergrunds, der Netzhautgefäße und zur Erkennung von Blutungen oder Schwellungen.
- Fluoreszenz-Angiographie: Nach einigen Wochen, wenn die Blutungen zurückgegangen sind, wird diese Untersuchung durchgeführt, um durchblutete und nicht-durchblutete Gebiete der Netzhaut zu differenzieren. Sie hilft, das Ausmaß des Verschlusses zu bestimmen und eine mögliche Laserbehandlung zu planen.
- Optische Kohärenztomographie (OCT): Dient zur genauen Darstellung der Netzhautschichten und zur Beurteilung eines Makulaödems.
- Messung des Augeninnendrucks: Zur Abklärung, ob ein Glaukom vorliegt oder sich entwickelt hat.
Zusätzlich sind oft internistische Untersuchungen notwendig, um Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Gerinnungsstörungen abzuklären.

Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung des retinalen Venenverschlusses zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen, das Sehvermögen zu stabilisieren oder zu verbessern und Komplikationen zu vermeiden.
Medikamentöse Therapie
- VEGF-Hemmer: Moderne Therapien mit Medikamenten, die den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) hemmen, werden häufig eingesetzt. Diese werden in den Glaskörper injiziert (intravitreale Injektionen, IVOM) und können helfen, das Makulaödem zu reduzieren und die Sehkraft zu verbessern. Bei einem Zentralvenenverschluss sind oft wiederholte Injektionen notwendig.
- Kortison-Injektionen oder -Implantate: Können ebenfalls bei Makulaödemen eingesetzt werden.
- Blutverdünnende Medikamente: In manchen Fällen können blutverdünnende Medikamente erwogen werden, insbesondere wenn eine zugrundeliegende Gerinnungsstörung vorliegt.
Operative und interventionelle Verfahren
- Laserkoagulation: Bei bestimmten Formen des Venenverschlusses kann eine Laserbehandlung eingesetzt werden, um die Netzhaut zu versiegeln und weitere Blutungen oder Schwellungen zu verhindern.
- Vitrektomie mit RON (Radiäre Opticusneurotomie): In ausgewählten Fällen kann eine Glaskörperentfernung mit einer speziellen Schnitttechnik am Sehnervenkopf die Durchblutung verbessern.
- Hämodilution (Aderlass): In akuten Fällen kann ein Aderlass erwogen werden, um die Viskosität des Blutes zu reduzieren.
IVOM-Therapie: Spritze ins Auge bei nAMD, DMÖ und RVV
Prognose und Erfolgsaussichten
Die Erfolgsaussichten bei einem retinalen Venenverschluss hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art und Lage des Verschlusses, das Ausmaß der Netzhautschädigung und der Zeitpunkt des Therapiebeginns.
Je früher ein retinaler Venenverschluss erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen, schwerwiegende Sehbeeinträchtigungen zu vermeiden. Bei konsequenter Therapie kann in vielen Fällen eine Sehverbesserung erreicht oder das Sehvermögen stabilisiert werden. Komplikationen wie Glaskörperblutungen, Grüner Star (Glaukom) oder Netzhautablösung können durch eine rechtzeitige Behandlung oft verhindert werden.
Vorbeugung
Zur Vorbeugung von retinalen Venenverschlüssen und zur Minimierung von Risikofaktoren ist es wichtig:
- Regelmäßige augenärztliche Kontrollen wahrzunehmen, insbesondere bei Vorliegen von Risikofaktoren.
- Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen konsequent zu behandeln.
- Auf eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung zu achten.
- Auf Nikotinkonsum zu verzichten.
Hyposphagma (Subkonjunktivale Blutung)
Ein Hyposphagma, auch subkonjunktivale Blutung genannt, ist ein Zustand, bei dem kleine Blutgefäße in der Bindehaut des Auges platzen. Dies führt zu einer sichtbaren Blutung unter der transparenten Bindehautschicht, wodurch das Auge rot oder blutunterlaufen erscheint. Typischerweise ist ein Hyposphagma schmerzfrei und beeinträchtigt die Sehfähigkeit nicht.
Ursachen eines Hyposphagmas:
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Augenverletzungen
- Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (z.B. Aspirin, Warfarin)
- Starkes Husten oder Niesen
- Pressbewegungen (z.B. bei der Geburt)
- Medizinische Eingriffe (z.B. nach Kataraktoperationen)
- Spontanes Auftreten ohne erkennbare Ursache (idiopathisches Hyposphagma)
- Blutgerinnungsstörungen
Symptome eines Hyposphagmas:
- Sichtbare rote oder blutunterlaufene Stelle im Auge
- In der Regel keine Schmerzen oder nur minimale Beschwerden
- Keine Beeinträchtigung der Sehfähigkeit
Behandlung eines Hyposphagmas:
In den meisten Fällen ist keine spezielle Behandlung erforderlich, da sich die Blutung innerhalb von ein bis zwei Wochen vom Körper absorbiert. Zur Linderung können kalte Kompressen angewendet werden. Bei Unsicherheit oder dem Auftreten weiterer Symptome sollte ein Augenarzt konsultiert werden.
Arterieller Verschluss im Auge
Ein arterieller Verschluss im Auge, oft durch ein Blutgerinnsel (Embolie) verursacht, betrifft die Arterien der Netzhaut. Dies kann zu einer plötzlichen, schmerzlosen Erblindung führen, da die Netzhaut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
Ursachen eines arteriellen Verschlusses:
- Embolien, die sich aus Ablagerungen in anderen Gefäßen (z.B. Halsschlagader) lösen
- Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern)
- Herzklappenentzündungen
- Gefäßentzündungen (z.B. Riesenzell-Arteriitis)
Symptome eines arteriellen Verschlusses:
- Plötzliche, einseitige Erblindung oder starke Sehminderung
- Gesichtsfeldausfall
- Keine Schmerzen
Behandlung eines arteriellen Verschlusses:
Ein arterieller Verschluss ist ein augenärztlicher Notfall. Die Behandlung zielt darauf ab, die Durchblutung schnellstmöglich wiederherzustellen. Dies kann durch:
- Intravenöse Lysetherapie (Auflösung des Gerinnsels) innerhalb eines engen Zeitfensters (ca. 4,5 Stunden)
- Medikamente zur Verhinderung der Blutplättchenverklumpung (z.B. ASS)
- Blutverdünnende Medikamente
- Spezielle Augenmassage zur Senkung des Augeninnendrucks
- Hyperbare Sauerstofftherapie
- Bei Riesenzell-Arteriitis: Hochdosierte Steroide
Die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen ist ebenfalls entscheidend.
Sinusthrombose
Eine Sinusthrombose bezeichnet die Bildung eines Blutgerinnsels in einem venösen Sinus des Gehirns, wie dem Sinus cavernosus. Dies kann den Blutabfluss aus dem Gehirn behindern, den Hirndruck erhöhen und zu Blutungen führen.
Ursachen einer Sinusthrombose:
- Infektionen (z.B. Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung, Hirnhautentzündung)
- Gerinnungsstörungen
- Hormonelle Faktoren (z.B. Einnahme der Antibabypille, Schwangerschaft)
- Tumore
- Autoimmun- und Gefäßerkrankungen
Symptome einer Sinusthrombose:
- Starke Kopfschmerzen
- Sehstörungen bis hin zum Sehverlust
- Übelkeit und Erbrechen (Zeichen erhöhten Hirndrucks)
- Lähmungserscheinungen
- Krampfanfälle
- Psychische Veränderungen
- Bei Sinus-cavernosus-Thrombose: Hervortreten des Augapfels (Exophthalmus), geschwollene und gerötete Augenlider und Bindehaut, Lähmung der Augenmuskeln
Diagnose und Behandlung einer Sinusthrombose:
Die Diagnose erfolgt mittels bildgebender Verfahren wie CT oder MRT, oft in Kombination mit einer Angiographie. Blutuntersuchungen (z.B. D-Dimere) können ebenfalls Hinweise geben.
Die Behandlung umfasst blutverdünnende Medikamente (z.B. Heparin) zur Auflösung des Gerinnsels und bei entzündlichen Ursachen Antibiotika. Zur Senkung des Hirndrucks kann eine Liquorpunktion durchgeführt werden. Eine Sinusthrombose ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, der eine umgehende ärztliche Behandlung erfordert.
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