Wenn in einem Ausführungsgang der Brust eine Abflussbehinderung vorliegt oder die Milchdrüsen nicht ausreichend entleert werden, staut sich die Muttermilch im Gangsystem der Brust der Stillenden an. Dies kann zu Schwellungen, Verhärtungen und Schmerzen in der Brust führen. Gegebenenfalls kann ein Milchstau zu einer Brustdrüsenentzündung, der sogenannten Mastitis, fortschreiten. Aus Sicht der Homöopathie kann ein Milchstau vollständig durch die Einnahme von Globuli geheilt werden. Die Diagnose sollte jedoch immer von einem Facharzt gestellt werden, insbesondere wenn bereits eine beginnende Mastitis mit starken Schmerzen, Rötungen und Fieber vorliegt.
Im Folgenden wird eine Auswahl gängiger homöopathischer Mittel bei Milchstau, zu deren Prophylaxe sowie bei beginnender Brustentzündung vorgestellt. Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl des richtigen Arzneimittels entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben.

Ursachen und Symptome eines Milchstaus
Ein Milchstau entsteht, wenn Milch nicht ausreichend aus der Brust abfließt. Dies kann verschiedene Ursachen haben:
- Unzureichendes Anlegen des Kindes
- Seltenes Stillen
- Mechanische Druckeinwirkungen (z. B. durch zu enge Kleidung oder BHs)
- Stress, Sorgen oder Unsicherheiten der Mutter
- Hormonelle Dysbalancen
- Verletzungen nach der Geburt oder wunde Brustwarzen
- Verzögerter Milcheinschuss
Die Symptome eines Milchstaus können vielfältig sein und umfassen:
- Schwellungen und Verhärtungen in der Brust
- Schmerzempfindlichkeit, oft stechend oder brennend
- Rötungen der betroffenen Stelle
- Gefühl von voller, praller Brust
- Fieber und grippeähnliche Symptome (bei fortschreitender Entzündung)
- Das Kind verweigert eventuell das Saugen
Die Schwellung ist oft eher weich oder teigig, glänzend und aufgedunsen, was auf eine Ansammlung von Gewebswasser (Ödem) hindeutet. Die Rötung ist meist blass. Der Schmerz tritt plötzlich auf und kann zum Aufschreien führen. Es besteht eine große Berührungsempfindlichkeit.
Homöopathische Mittel bei Milchstau und Brustentzündung
Die Homöopathie bietet eine Reihe von Mitteln, die bei Milchstau und beginnender Brustentzündung unterstützend eingesetzt werden können. Die Wahl des passenden Mittels richtet sich nach den individuellen Symptomen und der Gesamtheit der Beschwerden der Betroffenen.
Belladonna
Belladonna (Schwarze Tollkirsche) ist ein klassisches Mittel bei akuten Entzündungen. Es wird eingesetzt, wenn die Brust:
- plötzlich entzündet ist, oft mit Fieber
- sich heiß, rot und geschwollen anfühlt
- stechende oder pochende Schmerzen aufweist, die sich durch Bewegung verschlimmern
- eine große Berührungsempfindlichkeit zeigt
Die Rötung ist meist hellrot, und es können rote Streifen von der entzündeten Stelle wegziehen. Kühlen und Entblößen der Brust bessert die Beschwerden, während Wärme sie verschlimmert.
Bryonia
Bryonia (Zaunrübe) ist indiziert bei:
- harten, knotigen Schwellungen und Verhärtungen in der Brust
- stockendem Milchfluss
- Schmerzen, die sich durch die geringste Bewegung verschlimmern
- dem Gefühl, die Brust müsse gestützt werden
Der Schmerz ist oft stechend und bessert sich durch festen Druck. Die Brust ist steinhart, heiß und schwer. Begleitsymptome können großer Durst auf große Mengen kalter Getränke, starke Reizbarkeit und das Verlangen nach Ruhe sein.
Phytolacca
Phytolacca (Kermesbeere) ist ein wichtiges Mittel bei Brustdrüsenerkrankungen und wird eingesetzt bei:
- Milchstau mit Verhärtungen und Schmerzen
- beginnender Brustentzündung
- Brustschmerzen, die in Schulter, Nacken oder Rücken ausstrahlen
- Schmerzen, die besonders heftig sind, wenn die Milch einschießt
Es kann sowohl die Milchproduktion anregen als auch hemmen und Brustentzündungen lindern. Die Brust ist dunkelrot und knotig verhärtet, um die entzündete Stelle aber weich. Oft ist die rechte Seite betroffen.
Andere wichtige Mittel
- Arnica: Bei Schmerzen und Blutergüssen, auch nach der Geburt.
- Calendula: Zur Wundheilung, insbesondere bei wunden Brustwarzen.
- Conium: Bei geröteten Stellen auf der Brust, die sehr berührungsempfindlich sind und mit einer Verhärtung einhergehen, oft durch Milchstau verursacht.
- Hepar sulfuris: Bei beginnenden Abszessen und geschwollenen Brüsten.
- Mercurius: Bei geschwollenen Brüsten und Abszessbildung, oft mit Zittern und metallischem Geschmack im Mund.
- Nux vomica: Bei Milchstau in Verbindung mit Ärger und Wut.
- Pulsatilla: Bei Überfüllung der Brüste, Spannungsgefühl und Schmerzen, oft verbunden mit Stimmungsschwankungen.
- Silicea: Bei eitrigen Entzündungen und Abszessen.
- Sulfur: Bei chronischen Entzündungen und hartnäckigen Beschwerden.

Anwendung und Dosierung
Die Anwendung homöopathischer Mittel sollte idealerweise nach einer ausführlichen Beratung durch eine erfahrene Hebamme, Stillberaterin oder einen homöopathisch kundigen Arzt erfolgen. Die Wahl des Mittels und die Potenzierung (z. B. D6, D12, C30) hängen von der Intensität und Art der Symptome ab.
Als allgemeine Richtlinie gilt:
- Bei akuten Beschwerden können die Mittel häufiger eingenommen werden, z. B. alle 3-4 Stunden, bis eine Besserung eintritt.
- Sobald eine deutliche Besserung zu erkennen ist, sollte die Einnahme reduziert und schließlich beendet werden.
- Bei chronischen oder sich langsam entwickelnden Beschwerden kann eine zweimal tägliche Einnahme über einen längeren Zeitraum sinnvoll sein.
Es ist wichtig, die Mittel so lange einzunehmen, bis eine deutliche Besserung zu erkennen ist. Die auf Globuli.de zur Verfügung gestellten Informationen dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung.
Vorbeugung und unterstützende Maßnahmen
Neben der homöopathischen Behandlung gibt es verschiedene Maßnahmen, die helfen können, einem Milchstau oder einer Brustentzündung vorzubeugen:
- Regelmäßiges und vollständiges Entleeren der Brust: Das Kind sollte so oft wie möglich angelegt werden, um eine gute Entleerung zu gewährleisten.
- Häufiges Wechseln der Stillpositionen: Dies hilft, alle Milchgänge gleichmäßig zu entleeren.
- Sanfte Brustmassagen: Vor und während des Stillens können sanfte Massagen in Richtung Brustwarze den Milchfluss fördern.
- Wärmeanwendungen vor dem Stillen: Warme Wickel (z. B. mit Kamille oder Schafgarbe) oder eine warme Dusche können die Milchgänge öffnen.
- Kühlen nach dem Stillen: Nach dem Stillen können kühle Wickel (z. B. Quarkwickel oder Kohlblätter) helfen, Entzündungen zu reduzieren und Schwellungen zu lindern.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie genügend Wasser oder ungesüßten Tee.
- Vermeidung von Druck auf die Brust: Tragen Sie bequeme Kleidung und einen gut sitzenden BH.
- Stressreduktion und Ruhe: Sorgen Sie für ausreichend Erholung, insbesondere im Wochenbett.
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Professionelle Hilfe suchen
Obwohl die Homöopathie eine wertvolle Unterstützung bieten kann, ist es unerlässlich, bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Brustentzündung, die mit Fieber, starken Schmerzen und Rötungen einhergeht, sollte von einem Arzt behandelt werden, um Komplikationen wie einen Abszess zu vermeiden.
Hebammen und Stillberaterinnen sind wichtige Ansprechpartnerinnen für alle Fragen rund ums Stillen und können bei der Identifizierung und Lösung von Problemen, einschließlich Milchstau und Brustentzündung, helfen. Organisationen wie die La Leche Liga oder die Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen bieten ebenfalls Unterstützung und Information.
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