Metformin in der Schwangerschaft bei PCOS und Diabetes: Eine Analyse des Fehlbildungsrisikos

Metformin ist ein zentrales Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und findet auch Anwendung bei polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS). Wissenschaftler haben das Risiko für schwere Fehlbildungen bei Neugeborenen nach einer Metformin-Behandlung im ersten Trimester der Schwangerschaft untersucht. Die Analyse konzentrierte sich auf Frauen mit PCOS oder einem bestehenden Diabetes vor der Schwangerschaft (Prägestations-Diabetes).

Systematischer Review und Metaanalyse

Für diese Untersuchung wurde ein systematischer Review mit Metaanalyse durchgeführt, der insgesamt 11 Studien umfasste. Diese Studien setzten sich aus 2 randomisiert-kontrollierten Studien und 9 Beobachtungsstudien zusammen. In 4 dieser Studien wurden schwangere Frauen mit PCOS eingeschlossen.

Einschlusskriterien der Studien

  • In 4 Studien lag der Fokus auf schwangeren Frauen mit PCOS.
  • Prägestations-Diabetes wurde in 4 Studien berücksichtigt.
  • In 3 Studien wurden beide Indikationen (PCOS und Prägestations-Diabetes) in getrennten Gruppen analysiert.
Schema der Studienaufteilung nach Indikationen (PCOS, Prägestations-Diabetes, beides)

Ergebnisse der Risikoanalyse

Die Schätzung für größere Raten von schweren Fehlbildungen bei Neugeborenen, ausgedrückt als Odds Ratio (OR) mit 95 % Konfidenzintervall (KI), ergab folgende Werte:

  • In den randomisiert-kontrollierten Studien lag die OR bei 0,93 (95 % KI: 0,09 - 9,21).
  • In den Beobachtungsstudien betrug die OR 1,35 (95 % KI: 0,37 - 4,90).

Speziell bei Patientinnen mit Prägestations-Diabetes, die in 7 Beobachtungsstudien untersucht wurden (1.122 Patientinnen mit Metformin, 1.851 Kontrollen), zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im Fehlbildungsrisiko.

Schlussfolgerung der Metaanalyse

Basierend auf der Analyse der insgesamt 11 Studien konnte festgestellt werden, dass die Behandlung mit Metformin im ersten Trimester der Schwangerschaft bei Frauen mit PCOS oder Typ-2-Diabetes das Risiko für schwere Fehlbildungen des Neugeborenen nicht maßgeblich erhöht. Dies gilt auch für Frauen mit Prägestations-Diabetes.

Grafik zur Darstellung der Odds Ratios für schwere Fehlbildungen nach Metformin-Behandlung im ersten Trimester

Bedeutung der Diabeteskontrolle in der Schwangerschaft

Die Autoren der Studie betonen ausdrücklich, dass ein schlecht kontrollierter Diabetes mit einem erhöhten Risiko für schwere Fehlbildungen bei Neugeborenen von 5 % bis 10 % assoziiert ist. Daher ist eine effektive Behandlung des Diabetes, insbesondere bei Frauen mit Kinderwunsch, von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit des Kindes.

Diabetes in der Schwangerschaft

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