Leichte Schmierblutungen: Ursachen und Behandlung

Zwischenblutungen, auch als Schmierblutungen oder Spotting bekannt, treten zusätzlich zur normalen Menstruation auf und können vielfältige Ursachen haben. Diese können von harmlosen hormonellen Veränderungen bis hin zu ernsteren Erkrankungen reichen.

Was sind Zwischenblutungen?

Zwischenblutungen sind Blutungen, die außerhalb des normalen Menstruationszyklus auftreten. Sie können unterschiedlich stark sein, von leichtem Schmierbluten (Spotting) bis hin zu stärkeren Blutungen. Ein normaler Zyklus dauert in der Regel zwischen 24 und 38 Tagen, wobei die Menstruationsblutung bis zu acht Tage dauern kann. Leichte Schwankungen im Zyklus von bis zu sieben bis neun Tagen gelten als normal.

Wichtiger Hinweis: Zwischenblutungen sind nicht Teil des normalen Menstruationszyklus, können aber durch natürliche hormonelle Veränderungen im Körper verursacht werden.

Wann können Zwischenblutungen normal sein?

Obwohl Zwischenblutungen nicht zum normalen Zyklus gehören, gibt es Situationen, in denen sie auftreten können und als relativ harmlos gelten:

Blutung nach dem Eisprung (Ovulationsblutung)

In der Mitte des Zyklus, nach dem Eisprung (Ovulation), sinkt der Östrogenspiegel. Dies kann bei etwa neun Prozent der Menstruierenden zu einer leichten Zwischenblutung führen, die als Ovulationsblutung bezeichnet wird.

Schmierblutung nach der ersten Menstruationsblutung und in den Wechseljahren

Besonders in den Jahren nach der ersten Menstruationsblutung (Pubertät) und in den Wechseljahren ist der Zyklus oft unregelmäßig. Dies kann zu Phasen mit leichten oder starken Blutungen führen, die als Schmierblutungen auftreten können.

Einnistungsblutung

Eine Schwangerschaft kann sich mit einer leichten Blutung ankündigen. Wenn sich die befruchtete Eizelle in die Schleimhaut der Gebärmutter einnistet, können kleinste Blutgefäße verletzt werden, was zu einer leichten, kurzen Schmierblutung führen kann. Diese gilt als harmlos und kann wenige Tage andauern.

Schema des weiblichen Menstruationszyklus mit Hervorhebung der Ovulationsblutung und Einnistungsblutung

Ursachen für Zwischenblutungen

Die Ursachen für Zwischenblutungen sind vielfältig und können in verschiedene Kategorien unterteilt werden:

Hormonelle Ursachen

  • Hormonelle Verhütung: Kombinationspräparate (Pille, Pflaster) mit Östrogen und Gestagen sowie reine Gestagenpräparate (Minipille, Hormonspirale, Verhütungsstäbchen) können zu unregelmäßigen Blutungen und Zwischenblutungen führen, insbesondere zu Beginn der Anwendung oder bei vergessener Einnahme.
  • Hormonelle Umstellungen: Pubertät und Wechseljahre sind Phasen starker hormoneller Veränderungen, die zu Zyklusschwankungen und Zwischenblutungen führen können.
  • Gelbkörperschwäche: Eine verkürzte zweite Zyklushälfte mit unzureichender Progesteronproduktion kann zu Zwischenblutungen vor der Periode führen und eine Schwangerschaft erschweren.

Organische Ursachen

  • Gutartige Wucherungen:
    • Polypen: Gutartige Wucherungen der Schleimhaut, die in der Gebärmutter (Endometrium) oder am Gebärmutterhals auftreten können. Sie verursachen häufig Zwischenblutungen und können auch nach körperlicher Anstrengung oder Geschlechtsverkehr bluten.
    • Myome: Gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur, die bei etwa einem Drittel der Betroffenen Beschwerden wie starke Regelblutungen und Zwischenblutungen verursachen können.
  • Kaiserschnittnarbe: Bei manchen Frauen kann sich nach einem Kaiserschnitt eine Aussackung an der Gebärmutterwand bilden, die zu Schmierblutungen nach der Regelblutung führen kann.
  • Infektionen: Entzündungen im Bereich der Scheide (Kolpitis) oder der Gebärmutter (Endometritis) können zu Zwischenblutungen, oft begleitet von Schmerzen und Ausfluss, führen. Auch sexuell übertragbare Infektionen (z. B. Chlamydien) können Ursache sein.
  • Entzündungen der Eileiter (Salpingitis) und Eierstöcke (Adnexitis): Diese können zu Schmierblutungen, Schmerzen und bei chronischem Verlauf auch zu Schmerzen beim Eisprung und Geschlechtsverkehr führen.
  • Portioektopie: Eine harmlose Veränderung am Gebärmutterhals, bei der Zellen aus dem Gebärmutterhalskanal auf der äußeren Oberfläche des Muttermundes liegen.
  • Endometriose: Wucherungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter können Zyklusschwankungen, Schmerzen und Zwischenblutungen verursachen.
  • Erkrankungen der Schilddrüse oder Leber: Störungen des Stoffwechsels können den Hormonhaushalt beeinflussen und zu Zyklusveränderungen führen.

Krebserkrankungen

Zwischenblutungen können auch ein Hinweis auf Krebsvorstufen oder Krebserkrankungen im Bereich von Gebärmutterhals, Gebärmutterschleimhaut, Eierstöcken, Scheide oder Vulva sein. Insbesondere Blutungen nach den Wechseljahren müssen immer ärztlich abgeklärt werden.

Mechanische Ursachen

Kleine Verletzungen der Schleimhaut durch mechanische Reizung können zu einmaligen Schmierblutungen führen. Beispiele hierfür sind:

  • Geschlechtsverkehr
  • Einsatz von Sexspielzeugen
  • Einsetzen einer Spirale
  • Gynäkologische Untersuchungsgeräte
  • Unvollständiges Ausschaben

Weitere Ursachen

  • Psyche: Starker Stress, Trauer oder auch intensive Freude können den Hormonhaushalt beeinflussen und zu Schmierblutungen führen.
  • Kupferspirale: Kann als Nebenwirkung Zwischenblutungen verursachen.

Der Menstruationszyklus | Animation

Zwischenblutungen während der Schwangerschaft

Zwischenblutungen im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel treten bei etwa 20-30% der Frauen auf und sind meist auf hormonelle Umstellungen zurückzuführen. Dennoch sollten sie immer ärztlich abgeklärt werden, da sie auch auf Komplikationen wie eine drohende Fehlgeburt, eine Eileiterschwangerschaft oder eine ungünstige Plazentalage hinweisen können.

In der zweiten Schwangerschaftshälfte können Blutungen auf eine ungünstige Plazentalage (Plazenta praevia) hindeuten, die Schonung und Verzicht auf Geschlechtsverkehr erfordert. Eine starke, schmerzhafte Blutung mit hartem Bauch kann auf eine vorzeitige Plazentaablösung hinweisen, was ein Notfall ist.

Eine sogenannte Zeichnungsblutung um den errechneten Geburtstermin herum ist normal. Deutlich frühere Blutungen können auf eine drohende Frühgeburt hindeuten und müssen in der Klinik abgeklärt werden.

Zwischenblutungen in den Wechseljahren

In den Wechseljahren ist die häufigste Ursache für Zwischenblutungen die hormonelle Umstellung, die zu unregelmäßigen Zyklen mit und ohne Eisprung führt. Jede Blutung nach der Menopause (mindestens 12 Monate nach der letzten Periode) gilt jedoch als abnormal und muss ärztlich abgeklärt werden, da sie ein Anzeichen für Gebärmutterkrebs oder dessen Vorstufen sein kann.

Zwischenblutungen - Symptome und Diagnose

Die Symptome von Zwischenblutungen können vielfältig sein:

  • Blutiger Ausfluss von hellrot bis bräunlich.
  • Dauer von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen.
  • Manchmal begleitet von leichten Unterleibsschmerzen oder Krämpfen.

Zur Diagnose führt der Frauenarzt ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden und die Krankengeschichte, gefolgt von einer körperlichen Untersuchung. Je nach Verdacht können Ultraschalluntersuchungen, Bluttests (zur Bestimmung des Hormonspiegels oder auf Schwangerschaft) oder andere spezifische Tests durchgeführt werden.

Infografik, die die verschiedenen Symptome von Zwischenblutungen auflistet

Zwischenblutungen - Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Zwischenblutung:

  • Hormonelle Störungen: Behandlung mit pflanzlichen oder künstlichen Hormonpräparaten.
  • Entzündungen: Antibiotika oder Antimykotika, je nach Erreger.
  • Gutartige Wucherungen (Polypen, Myome): Chirurgische Entfernung kann notwendig sein.
  • Krebserkrankungen: Umfassende Behandlung wie Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie.
  • Bei Notfällen (starke Blutungen mit Schmerzen, Kreislaufschwäche): Sofortige ärztliche Hilfe, ggf. Notarzt.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, wie der PAP-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, sind wichtig. Bei fehlenden organischen Ursachen können pflanzliche Mittel wie Hirtentäschelkraut oder Mönchspfeffer sowie Entspannungstechniken unterstützend wirken.

Wann zum Arzt?

Es ist ratsam, bei folgenden Situationen ärztlichen Rat einzuholen:

  • Mehrere Zwischenblutungen hintereinander.
  • Häufige Zwischenblutungen.
  • Zwischenblutungen nach den Wechseljahren.
  • Starke Zwischenblutungen oder Blutungen, die über einen längeren Zeitraum andauern.
  • Zwischenblutungen während einer Schwangerschaft.
  • Zusätzliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Ohnmacht oder starke Bauchschmerzen.
  • Plötzlich auftretende, heftige Blutungen (Notfall).

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