Das Laufenlernen ist ein wichtiger Entwicklungsschritt für jedes Kleinkind. Während einige Kinder diesen Meilenstein ganz von allein erreichen, suchen viele Eltern nach unterstützenden Spielzeugen. Lauflernwagen sind hierbei eine beliebte Wahl. Sie bieten nicht nur eine Hilfe bei den ersten Schritten, sondern auch eine Quelle der Freude und des Stolzes für die Kleinen, wenn sie damit ihre ersten eigenständigen Bewegungen machen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Lauflernwagen keine Voraussetzung zum Laufenlernen ist und Kinder damit nicht schneller laufen lernen. Vielmehr animiert er die Kleinen oft dazu, ihre Beinmuskulatur zu trainieren und das Gleichgewicht zu schulen. Kinder, die sich an Möbeln hochziehen, schieben oft von selbst Stühle oder Kisten durch die Wohnung, um mobil zu sein - ein Lauflernwagen greift diese natürliche Neugier auf.
Die Herstellerempfehlungen für den Beginn der Nutzung von Lauflernwagen variieren meist zwischen 9 Monaten und einem Jahr. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass Kinder nicht zu früh in einen Lauflernwagen gesetzt werden sollten, um Frustration und unnötige Stürze zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: Ein Kind sollte niemals unbeaufsichtigt in der Nähe von Treppen, Stufen, hohen Bodenschwellen oder Gewässern mit einem Lauflernwagen unterwegs sein.

Unterschiede zwischen Lauflernwagen und Lauflernhilfen
Es ist essenziell, Lauflernwagen von sogenannten Lauflernhilfen wie Babywalkern oder Gehfrei-Geräten zu unterscheiden. Bei Letzteren sitzt das Kind in einer Art Hängesitz, die Füße berühren den Boden und ermöglichen erste Gehversuche. Die Stiftung Warentest hat solche mobilen Lauflernhilfen bereits 1997 als unnötig und gefährlich eingestuft. Kinder können darin Geschwindigkeiten von bis zu zehn Kilometern pro Stunde erreichen, was zu gefährlichen Kollisionen mit Möbelkanten führen kann. Zudem besteht die Gefahr, Treppen herunterzufallen oder über Hindernisse zu stürzen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte berichtet von etwa 6.000 Unfällen pro Jahr in Deutschland, die auf Babywalker zurückzuführen sind, wobei Kopfverletzungen am häufigsten sind. Der Verband setzt sich für ein Verbot dieser Geräte ein, und Kanada hat sie bereits 2004 verboten. Babywalker fördern die Motorik nicht, sondern behindern sie sogar, und Kinder, die häufig darin sitzen, lernen im Schnitt später laufen.
Vielfalt auf dem Markt: Materialien und Designs
Die Auswahl an Lauflernwagen ist groß und vielfältig. Es gibt Modelle aus Kunststoff, die oft mit einem integrierten Activity-Board ausgestattet sind, das mit Batterien betrieben wird und Geräusche oder Lieder abspielt. Auch aus Holz gefertigte Schiebewagen mit Spielmöglichkeiten sind erhältlich. Besonders kippsicher konstruiert sind Modelle mit weit hinten liegenden Hinterrädern.
Holz-Lauflernwagen
Holz-Lauflernwagen zeichnen sich oft durch eine robuste Verarbeitung und ein angenehmes Gewicht aus. Beispiele hierfür sind Modelle wie der Eichhorn Spiel- und Lauflernwagen, der mit 35 Holzbausteinen geliefert wird und auch über die Zeit des Laufens hinaus Freude bereitet. Der Hauck Learn to Walk 813175 im Gartendesign regt durch sein Thema zusätzlich zu Rollenspielen an. Der Haba Lauflernwagen mit integriertem Sitz bietet Platz für Puppen oder Stofftiere und ist aus massivem Holz gefertigt. Auch der Pinolino Lauflernwagen Kimi aus Massivholz besticht durch seine Kippsicherheit und ein ansprechendes Design, wobei die Lacke kindersicher und geprüft sind.
Kunststoff-Lauflernwagen
Kunststoff-Lauflernwagen sind oft leichter und bieten häufig integrierte elektronische Spielkonsolen. Der Fisher-Price HJP50 wird als gute Idee genannt, wenn man sich dem Thema Lauflernwagen annähern und gleichzeitig ein Spielzeug erwerben möchte. Er bietet verschiedene Spielelemente, die blinken, Musik machen und interaktiv sind. Der VTech Spiel- und Laufwagen wird in verschiedenen Tests positiv hervorgehoben. Er kombiniert eine Laufhilfe mit einer abnehmbaren Spielekonsole, die Lern- und Musikmodi bietet. Eltern loben seine Kippsicherheit, das Bremssystem und das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Besondere Designs und Funktionen
Es gibt auch Lauflernwagen mit besonderen Designs, wie der Buggy 3 in 1 von Big, der eher an einen Anhänger erinnert. Alternativ werden auch Puppenwagen oder Puppenbuggys als Lauflernhilfen eingesetzt, wobei diese oft leichter kippen und eher für Kinder geeignet sind, die bereits sicher auf den Beinen stehen.

Sicherheit und Handhabung von Lauflernwagen
Ein häufiges Anliegen von Eltern ist die Kippsicherheit des Lauflernwagens. Viele Modelle verfügen über ein einstellbares Bremssystem, mit dem der Rollwiderstand beeinflusst werden kann. Dies ist besonders wichtig, da Kinder sich am Anfang gerne am Schieber festhalten und stürzen, wenn der Wagen davonfährt. Tests haben gezeigt, dass Kinder mit den getesteten Wagen nicht gestürzt sind und die Wagen nicht umgekippt sind, jedoch war ein jüngeres Testkind abenteuerlustiger und fiel öfter auf die Nase. Es wird betont, dass Hinfallen zum Laufenlernen dazugehört, mit oder ohne Lauflernwagen.
Um die Kippsicherheit zu erhöhen, kann es sinnvoll sein, den Lauflernwagen für die ersten Schritte mit Büchern oder anderen Gewichten zu beschweren. Allerdings ist man am Anfang ohnehin die ganze Zeit beim Kind, um ihm Sicherheit zu geben und den Wagen mit den Händen zu stabilisieren. Die Entscheidung für oder gegen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen hängt vom individuellen Kind ab: Ein ängstliches Kind benötigt mehr Sicherheit als ein furchtloses.
Bremsen und Kippsicherheit im Detail
Einige Modelle, wie der VTech Spiel- und Laufwagen, verfügen über ein integriertes Bremssystem, das über Drehscheiben aktiviert werden kann. Dies ist bei Kunststoff-Lauflernwagen eher selten. Die Bremse kann zweistufig eingestellt werden: Stufe 1 bietet mehr Spannung für Kinder, die gerade ihre ersten Schritte üben, und verhindert, dass der Wagen zu schnell wird. Stufe 2 erlaubt, mit bereits etwas mehr Sicherheit, eine freiere Bewegung. Die gummierten Hinterräder des VTech Wagens erhöhen die Bodenhaftung und damit die Reibung. Der breite Radstand vorne und hinten sorgt für eine hohe allgemeine Kippsicherheit. Auch der Pinolino Kimi verfügt über ein stufenlos einstellbares Bremssystem mittels einer Bremsstange.
Bei Modellen wie dem Eichhorn Spiel- und Lauflernwagen fehlt eine Bremse, was aber laut Erfahrung nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, wenn das Kind bereits sicher stehen und laufen kann und der Fokus auf dem Bewegen und Transportieren von Spielzeug liegt. Die Kippsicherheit wurde durch das Anhängen eines sechsjährigen Geschwisterkindes getestet und als gut befunden.
Forklift safety | Pedestrians
Konkrete Modelle im Praxistest
VTech Spiel- und Laufwagen
Der VTech Spiel- und Laufwagen wird als besonders empfehlenswert für Kinder ab 12 Monaten eingestuft. Er überzeugt durch seine hohe Verarbeitungsqualität, Kippsicherheit und das integrierte Bremssystem. Das abnehmbare Spielboard mit Lern- und Musikmodus bietet vielfältige Spielmöglichkeiten und fördert die sensorische Wahrnehmung sowie motorische Fähigkeiten. Die Altersangabe von 12 Monaten wird als passend empfunden, da auch jüngere Kinder ab 6 Monaten Freude am abnehmbaren Spielboard haben können. Eltern loben das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und die stabile Konstruktion.
Eichhorn Spiel- und Lauflernwagen
Der Eichhorn Spiel- und Lauflernwagen wird als einfacher und günstiger Lauflernwagen mit 35 Holzbausteinen beschrieben. Er ist schnell aufgebaut und bietet viel Platz für Spielzeug. Obwohl er keine Bremse hat, wurde dies im Test nicht als störend empfunden. Die Kippsicherheit wurde ebenfalls positiv bewertet. Er eignet sich gut, um sich damit in den eigenen vier Wänden zu bewegen und Spielsachen zu transportieren.
Hauck Learn to Walk 813175
Der Hauck Learn to Walk 813175 im Gartendesign wird für seinen Spaßfaktor und die Anregung zu Rollenspielen gelobt. Er ist hochwertig verarbeitet und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Möglichkeit, das Rad festzustellen, kann jedoch dazu führen, dass der Wagen umkippt, wenn sich ein Kind daran hochzieht.
Fisher-Price HJP50
Der Fisher-Price HJP50 wird als gute Option für Eltern genannt, die sich erst einmal mit dem Thema Lauflernwagen vertraut machen möchten. Er verfügt über zahlreiche Spielelemente, die blinken, Musik machen und interaktiv sind. Der Aufbau ist schnell, aber unumkehrbar. Das Modell berücksichtigt die "Stages" von Fisher-Price, sodass die Musikelemente mit dem Kind mitwachsen.
Andere erwähnte Modelle wie der Pinolino Kipplaster Fred, der Brio 31350, der Haba 1646 und der Puky Traily werden ebenfalls im Kontext von Qualität, Preis, Sicherheit und Funktionalität diskutiert.
Fazit und Kaufempfehlung
Bei der Auswahl eines Lauflernwagens ist es wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes und die Sicherheitsmerkmale des Modells zu achten. Während einige Eltern auf Holzmodelle schwören, bieten Kunststoffmodelle oft zusätzliche elektronische Spielmöglichkeiten. Die Bremse ist ein wichtiges Sicherheitsmerkmal, insbesondere für jüngere Kinder. Kippsicherheit und Stabilität sind ebenfalls entscheidend. Modelle wie der VTech Spiel- und Laufwagen und der Pinolino Kimi werden für ihre durchdachte Konstruktion und Sicherheitsfeatures besonders empfohlen. Letztendlich sollte der Lauflernwagen Freude bereiten und das Kind auf seinem Weg zur Mobilität sicher unterstützen.
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