Das Leben ist oft unvorhersehbar, und die Vorsorge für die Gesundheit unserer Kinder beginnt bereits vor ihrer Geburt. Die Feskov Human Reproduction Group blickt seit ihrer Gründung im Jahr 1995 in die Zukunft und engagiert sich für die Gesundheit von Kindern, die durch die Bemühungen ihrer Ärzte geboren werden. Ein zentraler Bestandteil dieser Vorsorge ist die Stammzelleneinlagerung, ein Service, der die Kryokonservierung von fötalem Gewebe und Nabelschnurblut umfasst.

Was sind Stammzellen und ihre Bedeutung?
Stammzellen sind grundlegende Zellen, die für die Entwicklung und Regeneration von Körperzellen verantwortlich sind. Sie besitzen die einzigartige Fähigkeit, sich unbegrenzt zu teilen und sich in spezialisierte Zelltypen zu differenzieren. So können aus Stammzellen beispielsweise Muskel-, Knochen-, Knorpel-, Blut- oder Nervenzellen entstehen.
Arten von Stammzellen:
- Embryonale Stammzellen: Diese befinden sich im Inneren einer Blastozyste und sind äußerst vielseitig, da sie sich in nahezu jeden Zelltyp umwandeln können. Es ist wichtig zu betonen, dass Stammzellen aus Nabelschnurblut ausdrücklich keine embryonalen Stammzellen sind.
- Adulte Stammzellen: Diese befinden sich im Körper nach der Geburt. Im Nabelschnurblut und im Gewebe der Nabelschnur und Plazenta sind kindliche "adulte" Stammzellen enthalten, die nach der Geburt gewonnen werden können.
Besonders die hämatopoetischen Stammzellen im Nabelschnurblut sind von großem Interesse, da sie für die Blutbildung und das Immunsystem entscheidend sind. Darüber hinaus enthält Nabelschnurblut Vorläuferzellen für verschiedene Körpergewebe, die zukünftig für die regenerative Medizin von Bedeutung sein könnten. Adulte Stammzellen, die auch nach der Geburt im Menschen vorhanden sind, scheinen mit zunehmendem Alter an Leistungsfähigkeit zu verlieren.

Nabelschnurblut: Ein wertvolles Reservoir
Nabelschnurblut ist das Blut, das nach der Entbindung in der Nabelschnur und Plazenta verbleibt. Es wird vom Baby nach der Geburt nicht mehr benötigt, da die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung über die Atmung und Muttermilch erfolgt. Früher wurde dieses Blut mitsamt der Nabelschnur und Plazenta entsorgt. Heute jedoch ist bekannt, dass aus dem Nabelschnurblut wertvolle Stammzellen gewonnen werden können.
Diese Stammzellen werden kryokonserviert, das heißt bei sehr tiefen Temperaturen von etwa -170°C bis -196°C eingefroren und gelagert. Sie können bei Patienten mit Erkrankungen des blutbildenden Systems, wie Leukämie oder Lymphomen, zur Erneuerung der Blutbildung und des Immunsystems eingesetzt werden. Da die aus Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen noch nicht vollständig ausgereift sind, besteht für den Empfänger ein verringertes Risiko für eine Abstoßungsreaktion.
Neben dem Nabelschnurblut enthält auch das gallertartige Gewebe der Nabelschnur, die sogenannte Wharton-Sulze, eine Vielzahl von mesenchymalen Stammzellen (MSC). Diese sind für den Erhalt und die Regeneration von Bindegewebe, Knochen, Knorpel und Muskeln von Bedeutung und für die regenerative Medizin hochinteressant.
Vita 34 - Nabelschnurblut einlagern - Auspulsieren
Kryokonservierung: Der Prozess der Einlagerung
Die Kryokonservierung von Nabelschnurblut umfasst den gesamten Prozess von der Entnahme bis zur Lagerung der gewonnenen Stammzellen für zukünftige medizinische Zwecke. Nach der Geburt wird die Nabelschnur abgeklemmt. Auch bei einer verzögerten Abklemmung verbleibt Blut in der Plazenta, das reich an Stammzellen ist.
Ablauf der Nabelschnurblutentnahme und -verarbeitung:
- Entnahme: Nach der Geburt des Kindes und dem Abklemmen der Nabelschnur wird das verbleibende Nabelschnurblut entnommen. Dies geschieht schmerzfrei und ohne Risiko für Mutter und Kind. Bei der Entnahme wird ein komplettes Set bestehend aus einem Anamnesebogen, einem Entnahmebeutel und drei Röhrchen mütterlichen Blutes verwendet.
- Transport: Das Blut wird innerhalb von 24 Stunden zu einem Verarbeitungszentrum transportiert.
- Quarantäne und Untersuchung: Nach Ankunft im Labor durchlaufen die Proben eine erste Quarantänezeit und werden gründlich auf die Einhaltung aller Sicherheits- und Qualitätsstandards überprüft. Aus der Blutprobe der Mutter und dem Nabelschnurblut werden Infektionsmarker (z.B. Hepatitis B/C, HIV, CMV) und die HLA-Merkmale (Gewebemerkmale) bestimmt.
- Verarbeitung: Die Stammzellen werden mit halbautomatischen Systemen für eine präzise und effiziente Zellisolierung verarbeitet. Das Nabelschnurblut wird einer Volumenreduktion unterzogen, bei der nicht benötigte Blutbestandteile entfernt werden. Während der vollautomatischen Prozessierung wird das Nabelschnurblut zentrifugiert, um die einzelnen Komponenten voneinander zu trennen.
- Kryokonservierung: Die Kryokonservierung (Einfrieren) erfolgt in der Regel mit Dimethylsulfoxid (DMSO), einem organischen Lösungsmittel, das als "Frostschutzmittel" dient. DMSO macht die Zellen porös, mindert die Eiskristallbildung während des Einfrierprozesses und verhindert so das Platzen der Zellen, was den Erhalt fördert. Die Vakuumverpackten Nabelschnurblutpräparate werden zusätzlich in Metallkassetten verwahrt, um einen weiteren mechanischen Schutz zu gewährleisten. Anschließend werden die Kassetten in eine Einfrieranlage eingesetzt, in welche automatisch geregelt Stickstoff eingeleitet wird. Eine Referenzkassette dient dazu, den tatsächlichen Temperaturverlauf zu verfolgen.
- Lagerung: Die Lagerung erfolgt in flüssiger Phase über flüssigem Stickstoff bei etwa -170°C bis -196°C. Durch die Flüssigphasenlagerung ist eine stabile Temperatur und eine hohe Sicherheit der Präparate gewährleistet. Die Langzeitlagerung erfolgt in einem dafür vorgesehenen Raum, wobei die automatisierte Befüllung der Stickstofftanks und der Stickstoffpegel kontinuierlich überwacht und gesichert werden.

Private Vorsorge vs. Öffentliche Stammzellenbanken
Eltern haben die Wahl zwischen der individuellen Einlagerung von Nabelschnurblut zur privaten Vorsorge und der Spende an eine öffentliche Stammzellenbank.
Private Vorsorge (Nabelschnurblutbanking):
- Vertragsabschluss: Eltern schließen einen Vertrag mit einer privaten Nabelschnurblutbank ab.
- Kosten: Die Eltern tragen die Kosten für Aufbereitung und Einlagerung. Diese können je nach Anbieter und Dauer der Lagerung variieren (z.B. 2900 Euro für 20 Jahre Lagerung, oder 3090 Euro für 18 Jahre und 5190 Euro für 50 Jahre).
- Zugriff: Bei Bedarf besteht ein direkter Zugriff auf die eigenen Stammzellen des Kindes.
- Zweck: Die eingelagerten Stammzellen sind für das Kind verfügbar, falls es sie später einmal benötigt. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Nutzung ist nach derzeitigem Kenntnisstand jedoch sehr gering. Es gibt derzeit keine anerkannte Standardtherapie, die eigene Nabelschnurblut-Stammzellen nutzt. Für die meisten Krankheiten, die eine Stammzelltransplantation erfordern, werden fremde Stammzellen (allogene Transplantation) benötigt.
- Qualitätssicherung: Bei der Bestellung von Kryokonservierungsdiensten erhalten die Eltern ein detailliertes Zertifikat mit Informationen über die Anzahl der Zellen und die Ergebnisse der Lebensfähigkeitstests. Dies gewährleistet Transparenz und dient als Bestätigung der Qualität des konservierten Materials.
Öffentliche Stammzellenbanken:
- Spende: Eltern können ihr Nabelschnurblut spenden. Die Einlagerung aus Spenden wird durch Steuergelder und den Verkauf von Transplantaten finanziert.
- Kosten: Für die Eltern fallen keine Kosten an.
- Zugriff: Gespendetes Nabelschnurblut ist für die Behandlung fremder Menschen gedacht und in einem Register aufgeführt, das Ärzte für Transplantationspatienten durchsuchen. Ein direkter Zugriff auf die eigenen Stammzellen ist nicht möglich.
- Eignung: Nicht alle Eltern sind spendenberechtigt, und nur die größten Spenden werden gelagert.
- Gerichtete Spende: Auf Antrag können die gewonnenen Stammzellen ausschließlich für ein erkranktes Geschwisterkind oder einen anderen Verwandten ersten Grades verwendet werden. Manche Krankenkassen übernehmen auf Antrag die Kosten für eine gerichtete Spende.
Die Entscheidung, ob sich Eltern für die individuelle Einlagerung oder die Spende an eine öffentliche Blutbank entscheiden, liegt in ihrem eigenen Ermessen. Umfassende Aufklärung durch medizinisches Fachpersonal im Vorfeld ist ratsam.

Haltbarkeit und wissenschaftliche Erkenntnisse
Nach bisherigem Wissenstand kann davon ausgegangen werden, dass kryokonservierte Stammzellen über Jahrzehnte, wenn nicht sogar für das ganze Leben funktionsfähig bleiben. Die Lagerung bei Temperaturen von etwa -170°C bis -196°C verlangsamt den Stoffwechsel der Zellen auf nahezu Null, was einem "Kälteschlaf" entspricht. In diesem Zustand altern die Zellen nicht und sind von negativen Umwelteinflüssen und Krankheiten verschont. Nach dem Auftauen wird ihr Stoffwechsel wieder aktiviert, und die Zellen kehren in ihren normalen Zustand zurück.
Experimentelle Studien haben gezeigt, dass kryokonserviertes Nabelschnurblut auch nach 5, 10, 15 und sogar 23 Jahren noch lebensfähig ist. Dr. Hal Broxmeyer von der Indiana University School of Medicine war ein Pionier auf diesem Gebiet und fror 1988 Nabelschnurblut ein, das bei der weltweit ersten erfolgreichen Nabelschnurblut-Transplantation eingesetzt wurde. Andere Labore haben ebenfalls Beweise für eine erfolgreiche Langzeitlagerung erbracht.
Die Feskov Human Reproduction Group garantiert allen Kunden eine Transplantationsversicherung. Stammzellen aus Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazentagewebe werden mit halbautomatischen Systemen für eine präzise und effiziente Zellisolierung verarbeitet. Die Lagerung von Nabelschnurblut sowie Plazentagewebe erfolgt in ihrer eigenen Kryobank, die vom ukrainischen Gesundheitsministerium lizenziert ist und den ISO-Normen für Qualitätsmanagement entspricht. Die Lagersicherheit bei längeren Stromausfällen wird durch einen Notstromgenerator in Industriequalität gewährleistet.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Obwohl die Kryokonservierung von Nabelschnurblut vielversprechende Möglichkeiten für zukünftige medizinische Behandlungen bietet, gibt es auch Herausforderungen und eine gewisse Ernüchterung hinsichtlich der tatsächlichen Nutzung. Die anfängliche Euphorie ist einer realistischeren Einschätzung gewichen. Viele der Verheißungen, die von kommerziellen Stammzellbanken kommuniziert werden - wie die Behandlung neurologischer Erkrankungen, Diabetes, Autismus oder die Ausbildung von Ersatzorganen - sind noch Zukunftsmusik.
Auch bei öffentlichen Stammzellbanken ist die Nachfrage nach gespendetem Nabelschnurblut für Behandlungen in Deutschland eher gering. Dies führt dazu, dass die Existenz von Stammzellbanken oft durch die Notwendigkeit, ständig neue Eltern für die Einlagerung zu gewinnen, gesichert wird. Dies erinnert an Finanzierungsmodelle wie das deutsche Rentensystem.
Die FamiCord Gruppe, ein führender Anbieter in Europa, verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Bereitstellung von Nabelschnurblutmaterial für hämatopoetische Transplantationen und innovative experimentelle Therapien unter Einhaltung höchster Qualitätsstandards. Der komplexe Prozess der Entnahme, Verarbeitung und Lagerung stellt sicher, dass die Stammzellen für eine mögliche zukünftige Verwendung lebensfähig bleiben.
Vita 34 ist in Deutschland das einzige zugelassene Biotechnologie-Unternehmen, das die Erlaubnis hat, nicht nur Stammzellen aus dem Nabelschnurblut, sondern auch aus dem Nabelschnurgewebe zu entnehmen und für die Zukunft zu sichern. Das von Vita 34 entwickelte GMP-gerechte Verfahren zur Kryokonservierung der Nabelschnur ist einzigartig im deutschsprachigen Raum und schöpft das gesamte Potenzial der Nabelschnur aus. Experten schätzen, dass bis zu 95 Prozent aller Nabelschnüre ungenutzt weggeworfen werden, obwohl sie ein wertvolles Reservoir für Stammzellen darstellen.
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