Die Kiwi-Pflanze bringt einen Hauch von Exotik in Ihren Garten und ist dabei überraschend einfach anzubauen. Die kräftigen Rankpflanzen produzieren nach einigen Jahren süße, saftige Früchte, die reich an Vitamin C und Antioxidantien sind. Mit ihrem erfrischend süß-sauren Geschmack sind Kiwis nicht nur gesund, sondern auch ein echter Genuss für Groß und Klein.
Besonders die selbstfruchtenden Kiwi-Sorten machen es auch für kleinere Gärten und Balkonbesitzer möglich, eigene Kiwis zu ernten, da sie keine zweite Pflanze zur Bestäubung benötigen.

Pflegeleichter Obstgenuss - Kiwis richtig kultivieren
Kiwi-Pflanzen sind pflegeleicht und erfreuen sich wachsender Beliebtheit in heimischen Gärten. Sie wachsen als Kletterpflanzen und benötigen eine stabile Rankhilfe, um ihr kräftiges Wachstum zu unterstützen. Ein Spalier oder ein Rankgitter sind ideal, um die Pflanze in Form zu halten und ausreichend Licht an alle Pflanzenteile zu lassen.
Der Boden sollte gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden, und regelmäßig mit organischem Dünger oder Kompost angereichert werden, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen. Einmal gut angewachsen, sind Kiwi-Pflanzen winterhart und können Temperaturen bis etwa -15°C standhalten.
Standort und Bodenansprüche
Kiwi-Pflanzen bevorzugen einen sonnigen, windgeschützten Standort mit tiefgründigem, gut durchlässigem und nährstoffreichem Boden. Ideal ist ein Standort, der sowohl Sonne als auch etwas Schatten bietet, um die Pflanzen vor extremer Hitze zu schützen.
Der Boden sollte mittelschwer, humusreich und schwach sauer sein, idealerweise mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Eine Pflanzung im Kübel ist ebenfalls möglich, erfordert aber ein ausreichend großes Gefäß mit guter Drainage und regelmäßige Nährstoffzufuhr.
Fruchtvielfalt - Selbstfruchtende und zweihäusige Kiwi-Sorten
Es gibt verschiedene Kiwi-Sorten, die sich für den Anbau im Garten eignen. Während zweihäusige Kiwis eine männliche und eine weibliche Pflanze zur Bestäubung benötigen, gibt es auch selbstfruchtende Kiwi-Sorten, die ohne zusätzlichen Bestäuber auskommen. Diese sind besonders platzsparend und eignen sich ideal für kleinere Gärten oder Balkone.
Kiwis beginnen nach etwa 3-5 Jahren Früchte zu tragen. Um eine ertragreiche Ernte zu gewährleisten, ist die Wahl der richtigen Sorte und ein geeigneter Standort entscheidend. Bei zweihäusigen Kiwis sollte auf einen ausreichenden Abstand zwischen den Pflanzen geachtet werden, damit die Bestäubung optimal funktioniert.
Selbstfruchtende Sorten
Selbstfruchtende Kiwis haben den Vorteil, dass nur eine Pflanze benötigt wird, um Früchte ernten zu können. Diese Sorten sind oft parthenokarp, das heißt, sie bilden Früchte auch ohne Befruchtung aus. Allerdings können die Erträge bei parthenokarpen Sorten jährlichen Schwankungen unterliegen.
- Kiwi 'Jenny': Eine der ersten selbstfruchtenden Sorten, sehr wüchsig. Die Früchte sind kleiner als bei rein weiblichen Sorten, aber süß-säuerlich.
- Kiwi 'Solissimo®' (renactPBR): Die erste selbstfruchtende Kiwi-Sorte, die regelmäßige und zuverlässige Erträge liefert. Die Fruchtgröße ist deutlich verbessert.
- Kiwi 'Solo': Gedeiht in milden Gegenden und liefert süß-säuerliche Früchte.
- Kiwi 'Isaai' (Bayern-Kiwi): Eine selbstfruchtbare Mini-Kiwi-Sorte, die walnussgroße, sehr saftige Früchte mit einem ausgeprägten Aroma trägt. Sie ist frosthart und kann mit Schale verzehrt werden.
- Kiwi 'Kokuwa': Eine selbstbestäubende Kiwi-Sorte aus Asien mit glatter, grünbrauner Schale.
- Kiwi 'Vitikiwi': Eine selbstbestäubende Kiwi-Sorte, die sich durch ihre Fruchteigenschaften auszeichnet.
Zweihäusige Sorten (benötigen Bestäuber)
Für zweihäusige Kiwi-Sorten ist eine männliche Befruchtersorte unerlässlich, um Früchte ernten zu können. Die Blütezeiten von weiblicher und männlicher Pflanze sollten übereinstimmen. Eine männliche Pflanze kann bis zu sechs weibliche Pflanzen befruchten.
- Weibliche Sorten:
- Kiwi 'Hayward': Die weltweit meistangebaute weibliche Standardsorte mit großen, süß-säuerlichen Früchten. Benötigt eine späte blühende Befruchtersorte wie 'Tomuri'.
- Kiwi 'Starella': Reift früher als 'Hayward', hat aromatisch süße Früchte und ist eine der winterhärtesten Großfrüchtigen Kiwi-Sorten.
- Kiwi 'Minkigold': Eine Sorte mit brauner Schale und gelbem Fruchtfleisch (Actinidia chinensis), die besonders süß schmeckt. Benötigt die Befruchtersorte 'Minkimale'.
- Kiwi 'Kivite®': Eine Gartenkiwi, die schnell in den Ertrag kommt und durch Blühfreudigkeit und zuverlässige Erträge überzeugt.
- Männliche Sorten (Befruchter):
- Kiwi 'Tomuri': Ein zuverlässiger Befruchter für weibliche Kiwis, mit cremefarbenen Blüten im Juni.
- Kiwi 'Minkimale': Befruchter für 'Minkigold'.
- Kiwi 'Atlas': Passt zu mittelfrühen weiblichen Sorten wie 'Bruno'.
- Kiwi 'Matua': Geeignet für frühblühende weibliche Kiwi-Sorten.
- Befruchter-Kiwi 'Blütenwolke Romeo': Eine hervorragende Bestäuberpflanze für alle weiblichen Kiwis der Art Actinidia arguta. Trägt keine Früchte, sondern ausschließlich Blüten.
- Mini-Kiwi WEIKI M: Ein universell einsetzbarer Befruchter für Actinidia arguta Sorten.
- 'Nostino': Der männliche Befruchter für alle glattschaligen Sorten von Actinidia arguta.

Mini-Kiwi (Kiwibeeren) - Frosthart und platzsparend
Mini-Kiwis, auch Kiwibeeren genannt, stammen von der sehr viel frosthärteren und weniger wärmebedürftigen Wildart Actinidia arguta ab. Sie sind absolut winterfest und schenken auch in rauen Lagen sicheren Ertrag. Die Früchte sind kleiner als bei den großfruchtigen Sorten, haben eine glatte Schale und können direkt von der Pflanze genascht werden.
- Nicht selbstfruchtende Mini-Kiwis:
- 'Weiki' (Bayern-Kiwi): Eine bekannte, unkomplizierte Sorte mit süßen, grünen Früchten.
- 'Red Jumbo': Eine rotfruchtige Sorte mit harmonisch ausbalanciertem Geschmack.
- 'Maki': Ebenfalls rotfruchtig und empfehlenswert.
- 'Ambrosia' und 'Ambrosia Grande': Robuste Sorten mit süßen Früchten, letztere mit größeren Früchten.
- Selbstfruchtende Mini-Kiwis:
- 'Julia' (Sachsen-Kiwi): Eine der größeren Sorten unter den kleinfrüchtigen Kiwis.
- 'Cinderella': Ein Massenträger mit mittelgroßen, ovalen Früchten.
- 'Super Issai': Sehr winterhart (bis ca. -25 °C) und ertragreich.
Kiwi im Topf - Frische Kiwis auf dem Balkon ernten
Auch ohne großen Garten müssen Sie nicht auf den Anbau von Kiwis verzichten. Kiwis gedeihen auch in größeren Töpfen oder Kübeln auf dem Balkon oder der Terrasse. Besonders die selbstfruchtenden Sorten sind dafür geeignet. Wichtig ist ein ausreichend großer Topf mit guter Drainage und regelmäßiges Gießen und Düngen.
Achten Sie darauf, die Kiwi-Pflanze im Winter gut zu schützen, da Töpfe schneller durchfrieren als der Gartenboden. Eine Mulchschicht kann helfen, die Wurzeln kühl und feucht zu halten.
Schnittmaßnahmen
Kiwis benötigen regelmäßige Schnittmaßnahmen, um ihre Wuchskraft zu kontrollieren und die Fruchtbildung zu fördern. Ein jährlicher Rückschnitt im Spätwinter sorgt für eine bessere Belüftung und regt die Bildung von Blütenknospen an.
Ein Sommerschnitt im Juni-Juli ist bei vielen Sorten ebenfalls Pflicht, um das meterlange Wachstum der Triebe zu kontrollieren. Dabei werden die langen, einjährigen Triebe bis auf wenige Augen eingekürzt.
Kiwis schneiden – Der richtige Schnitt im Herbst
Bewässerung und Düngung
Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Besonders während der Wachstumsphase und der Fruchtbildung ist eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtig, um saftige, aromatische Früchte zu erhalten.
Die Nährstoffversorgung sollte durch regelmäßige Gaben von organischem Dünger oder Kompost sichergestellt werden. Im Frühjahr kann die Pflanze mit Hornmehl versorgt werden.
Ernte und Lagerung von Kiwis
Kiwis werden meist im Herbst geerntet, wenn sie ihre volle Größe erreicht haben, aber noch hart sind. Die Früchte reifen dann nach der Ernte bei Zimmertemperatur nach. Dieser Prozess kann einige Wochen dauern, aber er garantiert, dass die Kiwis ihr volles Aroma und ihre Süße entfalten.
Lagern Sie die Kiwis an einem kühlen, dunklen Ort, um die Reife zu verzögern, oder legen Sie sie zusammen mit Äpfeln in eine Schale, um den Reifeprozess zu beschleunigen. Kiwis sind lange haltbar und eignen sich sowohl zum direkten Verzehr als auch zur Weiterverarbeitung.
Gesundheitliche Vorteile von Kiwis
Kiwis sind wahre Vitaminbomben und reich an Vitamin C, Kalium, Calcium, Eisen und anderen wichtigen Mineralien und Vitaminen. Die Früchte von Actinidia arguta und Actinidia kolomikta Sorten übertreffen handelsübliche Kiwis noch in ihrem Nährstoffgehalt. Sie sind außerdem reich an Ballaststoffen, Pektinen und Antioxidantien.
Das enthaltene Enzym Aktinidin reguliert den Verdauungsprozess. Größere Mengen frisch verzehrter Früchte können jedoch abführend wirken.

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