Fieber ist in der Regel die physiologische, gesunde Reaktion des Körpers, sich gegen Krankheitserreger zu wehren. Dies tut er, indem er ihnen im wahrsten Sinne des Wortes „so richtig einheizt“. Die meisten Zellen, auch Bakterien und Viren, haben ein bestimmtes Wohlfühlklima, das meistens der Körpertemperatur entspricht. Eine erhöhte Körpertemperatur vertragen die meisten Krankheitserreger hingegen nicht gut. Bei heftigen Erkrankungen reagiert der Körper allerdings manchmal zu stark. Das Fieber steigt zu hoch und beginnt, auch den eigenen Körper und dessen Zellen anzugreifen. Dann ist es an der Zeit, etwas zu unternehmen.

Besonderheiten bei Katzen
Katzen sind unabhängiger als Hunde. Man bemerkt oft erst nach einiger Zeit, wenn sich die Samtpfoten verletzt haben oder krank fühlen. Eine gesunde Katze hat eine Körpertemperatur zwischen 38,0 und 39,0 Grad Celsius. Eine höhere Körpertemperatur bedeutet aber nicht immer Fieber. Im Sommer oder auch in Stresssituationen, zum Beispiel beim Tierarzt, ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Katze eine erhöhte Temperatur aufweist. Bis zu 39,5 Grad Celsius sind noch im grünen Bereich. Darum ist es für Katzenbesitzer:innen wichtig, die ersten Anzeichen für Fieber zu erkennen.
Fieber bei Kitten
Wer sich gerade eine kleine Katze zugelegt hat, ist natürlich besonders schnell besorgt. Geht es dem neuen Familienmitglied auch gut? Kitten haben im Vergleich zu ausgewachsenen Katzen eine höhere Körpertemperatur. Das Fieber kann allerdings gefährlich werden, wenn es über 41 Grad Celsius liegt. Wenn bei Kitten Fieber auftritt, sollte eine Tierarztpraxis aufgesucht werden. Denn die jungen Katzen sind meist eher von Austrocknung bedroht als ausgewachsene Tiere. In diesem Fall ist es häufig sinnvoll, eine Infusion zu machen.
Fiebermessen bei Katzen
Bei einer Katze Fieber zu messen, ist nicht immer einfach. Die Durchführung erfolgt bestenfalls mit einer zweiten Person. Um die Katze und sich selbst ein wenig zu schützen, kann man sie vorsichtig in ein Tuch einwickeln. Das Messen der Temperatur kann mit einem normalen Thermometer erfolgen. Gemessen wird rektal, also am Darmausgang. Um das Fiebermessen so angenehm wie möglich zu gestalten, kann man etwas medizinisches Gleitgel auftragen, bevor das Thermometer eingeführt wird. Bitte messen Sie nicht im Ohr der Katze! Die Resultate sind ungenau und häufig schmerzhaft für das Tier.

Ursachen für Fieber bei Katzen
Es gibt verschiedene Auslöser für Fieber. Freigänger sind aufgrund ihres Lebensstils häufiger von viralen oder bakteriellen Infektionen betroffen. Katzen sind territorial und verteidigen normalerweise ihr Revier. Es gibt Kämpfe zwischen den Tieren der Nachbarschaft, insbesondere zwischen Katzen, die nicht kastriert sind. Katzenbisse und Kratzer können Krankheiten hervorrufen, die Fieber verursachen. Bei allen Katzen, unabhängig von ihrer Haltung, kann Fieber auch als unerwünschte Nebenwirkung einer Impfung auftreten.
Häufige Auslöser im Überblick:
- Infektionen: Virale Infekte und bakterielle Infektionen sind ein häufiger Grund für erhöhte Temperatur.
- Entzündungen: Entzündungen durch Verletzungen oder chronische Entzündungen können der Grund sein.
- Parasitenbefall: Auch ein Befall mit Parasiten kann zu hohem Fieber führen, z. B. Blutparasiten.
- Impfnebenwirkungen: Fieber kann als unerwünschte Nebenwirkung einer Impfung auftreten.
- Gebärmutterentzündung (Pyometra): Diese ist im Wesentlichen auf eine bakterielle Infektion der Gebärmutter zurückzuführen und kann zu Fieber führen. Sie wird durch hormonelle Schwankungen, insbesondere nach der Rolligkeit, begünstigt, aber auch durch Gestagen-Behandlungen.
„Fieber bei Katzen entsteht meist durch Infektionen wie FIP. Andere Ursachen, zum Beispiel Erkrankungen des Immunsystems, sind im Vergleich eher selten.“ - Spencer et al., J Feline Med Surg.

Wann ist ein Tierarztbesuch notwendig?
Fieber ist eine gesunde Reaktion des Körpers, um Störenfriede im Körper zu beseitigen. Dazu wird die Katze sehr genau angeschaut und untersucht, um mögliche äußere Verletzungen oder Zahnerkrankungen zu entdecken. In den meisten Fällen bekommt das Praxisteam durch diese Untersuchungen eine Erklärung für das Fieber der Katze. Hat die Katze Fieber über 40 Grad Celsius, kann man jedoch nicht erst auf einen solchen Befund warten. Damit das Fieber nicht die körpereigenen Zellen zerstört, sollte man in diesem Fall beginnen, bei der Katze das Fieber zu senken.
Tipp von Santévet: Steigt bei einer Katze die Körpertemperatur auf über 40,5 Grad Celsius, sollte sie unbedingt einem Tierarzt oder einer Tierärztin vorgestellt werden.
Eine gesunde Katze hat eine Körpertemperatur von 38,0 bis 39,0 °C. Ab 39,5 °C sollte man aufmerksam sein. Liegt die Temperatur über 40 °C, ist ein Tierarztbesuch nötig.
Behandlung und Linderung
Entzündungs- und fiebersenkende Medikamente wirken oft schnell, wenn auch nur vorübergehend. Für zu Hause kann man bei der Katze größtenteils mit bekannten Hausmittelchen das Fieber effektiv senken.
Maßnahmen für zu Hause:
- Kühle und stressfreie Umgebung: Gestalten Sie die Umgebung angenehm kühl und stressfrei.
- Leicht angefeuchtete Tücher: Streichen Sie behutsam mit leicht angefeuchteten Tüchern über Pfoten oder Stirn zur sanften Kühlung.
- Kühlakku: Ein in Stoff eingeschlagener Kühlakku neben dem Liegeplatz kann Linderung verschaffen, solange die Katze nicht direkt daraufliegt.
- Flüssigkeitsaufnahme: Stellen Sie stets frisches Wasser in Reichweite. Katzen mit Fieber neigen dazu, weniger zu trinken, was den Kreislauf zusätzlich belastet.
Wichtiger Hinweis: Geben Sie dem Tier niemals fiebersenkende Medikamente oder Schmerzmittel aus der Humanmedizin.
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Vorbeugung von Fieber
Bei Katzen ist es nicht möglich, Fieber vorzubeugen, sondern nur die auslösenden Krankheiten zu vermeiden. Katzen können durch Impfungen vor viralen Infektionen geschützt werden. Katzenbisse und andere Wunden sollten umgehend und konsequent behandelt werden, um eine gute Heilung zu gewährleisten. Es ist ratsam, den Freigang der Katze vorübergehend einzuschränken, wenn sie mit Kampfspuren nach Hause kommt.