Die Vorfreude auf das eigene Kind ist groß, und viele werdende Eltern möchten sich frühzeitig über den Ort der Geburt informieren. Eine der wichtigsten Fragen, die sich in der Schwangerschaft stellt, ist: Wann und wie wählt man das richtige Krankenhaus für die Entbindung aus? Die Entscheidung für ein Entbindungskrankenhaus ist für viele Frauen keine leichte Aufgabe.
Der richtige Zeitpunkt für die Kreißsaalbesichtigung
Generell gilt: Je früher, desto besser. Viele Frauen machen sich bereits in den ersten Schwangerschaftsmonaten Gedanken über die Wahl des Krankenhauses. Die Meinungen, ab wann eine Kreißsaalbesichtigung sinnvoll ist, gehen auseinander:
- Einige Frauen besuchen den Kreißsaal bereits zwischen der 20. und 25. Schwangerschaftswoche (SSW). Dies ermöglicht es, sich in Ruhe mehrere Kliniken anzuschauen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.
- Andere bevorzugen eine Besichtigung später in der Schwangerschaft, etwa zwischen der 27. und 34. SSW. Dies kann auch damit zusammenhängen, dass die Termine für Kreißsaalführungen oft nur monatlich stattfinden und die Verfügbarkeit begrenzt ist.
- Manche Frauen warten bis kurz vor der Geburt, beispielsweise in der 36. SSW oder sogar noch später, was aber als eher knapp empfunden wird.
Es gibt keine feste Regel, wann eine Kreißsaalbesichtigung stattfinden muss. Viele Kliniken bieten Informationsabende oder Führungen an, bei denen man die Räumlichkeiten besichtigen und Fragen stellen kann. Diese Termine finden oft regelmäßig statt, und es ist ratsam, sich im Vorfeld auf der Internetseite der jeweiligen Klinik zu informieren.
Tipp: Wenn Sie mehrere Krankenhäuser in Betracht ziehen, beginnen Sie lieber früher mit den Besichtigungen, um genügend Zeit für die Entscheidung zu haben.

Die Anmeldung zur Geburt: Fristen und Formalitäten
Die Anmeldung zur Geburt ist ein wichtiger Schritt, der je nach Klinik unterschiedliche Fristen hat. Hierbei ist es wichtig zu unterscheiden zwischen der reinen Anmeldung und einem Geburtsplanungsgespräch.
Wann sollte die Anmeldung erfolgen?
Die Zeitpunkte für die Anmeldung zur Geburt variieren stark:
- Einige Kliniken, insbesondere solche mit hoher Nachfrage, bitten um eine Anmeldung bereits ab der 20. SSW oder sogar früher.
- Häufig wird eine Anmeldung zwischen der 25. und 30. SSW empfohlen.
- Viele Kliniken nehmen Anmeldungen ab der 30. bis 32. SSW entgegen.
- In manchen kleineren Kliniken ist eine Anmeldung erst ab der 35. oder 36. SSW möglich.
Wichtig: Manche Kliniken sind sehr beliebt, und die Plätze können schnell vergeben sein. Es lohnt sich daher, frühzeitig Informationen einzuholen und sich gegebenenfalls anzumelden.
Benötigte Unterlagen und Formalitäten
Für die Anmeldung zur Geburt werden in der Regel folgende Unterlagen benötigt:
- Überweisung/Einweisungsschein vom Frauenarzt (nicht immer zwingend erforderlich, aber oft hilfreich, insbesondere bei Risikoschwangerschaften).
- Mutterpass.
- Krankenversicherungskarte.
Bei der Anmeldung wird eine Anamnese erhoben, bei der Ihre gesundheitliche Vorgeschichte, bekannte Allergien, regelmäßige Medikamenteneinnahme und frühere Operationen dokumentiert werden. Dies dient dazu, das medizinische Personal bestmöglich auf Ihre Geburt vorzubereiten.
Hinweis: Eine Anmeldung zur Geburt ist in den meisten Fällen nicht verbindlich. Sollten Sie sich später doch für ein anderes Krankenhaus entscheiden, ist dies in der Regel problemlos möglich.
Das Geburtsplanungsgespräch
Zwischen der 34. und 36. SSW wird in vielen Kliniken ein Geburtsplanungsgespräch angeboten. Hierbei haben Sie die Möglichkeit, alle offenen Fragen zu klären und den individuellen Geburtsablauf zu besprechen. Dies ist auch der Zeitpunkt, um über mögliche Besonderheiten wie eine Beckenendlage des Kindes oder geplante Kaiserschnitte zu sprechen.
Worauf bei der Wahl des Krankenhauses achten?
Die Wahl des richtigen Entbindungskrankenhauses hängt von individuellen Präferenzen und medizinischen Notwendigkeiten ab:
- Lage und Erreichbarkeit: Für viele ist die Nähe zum Wohnort und eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto wichtig.
- Ausstattung und Atmosphäre: Manche Kliniken legen Wert auf eine wohnliche Atmosphäre im Kreißsaal, andere bieten besondere Komfortleistungen auf der Wochenstation.
- Medizinische Versorgung: Bei Risikoschwangerschaften oder Mehrlingsgeburten ist ein Krankenhaus mit angeschlossener Kinderklinik und Neugeborenen-Intensivstation ratsam.
- Geburtsmethoden: Informieren Sie sich über das Angebot an Geburtswannen, speziellen Geburtsbetten oder die Möglichkeit einer Wassergeburt.
- Personal und Team: Achten Sie auf ein harmonisches Miteinander von Hebammen und Ärzten. In einigen Kliniken gibt es hebammengeleitete Kreißsäle.
- Dammschnittrate: Erkundigen Sie sich nach der Dammschnittrate der Klinik und äußern Sie Ihren Wunsch, dies möglichst zu vermeiden.
Es ist ratsam, sich vorab gut zu informieren, Vergleiche anzustellen und auf das eigene Bauchgefühl zu hören, um den für Sie und Ihr Baby passenden Ort für die Geburt zu finden.
Der Kreißsaal am Universitätsklinikum Mannheim
Entwicklung in der 27. SSW
In der 27. Schwangerschaftswoche steuern Sie unaufhaltsam auf das dritte Trimester zu. Ihr Baby wiegt nun etwa 1 Kilogramm und misst ca. 34 Zentimeter von Kopf bis Fuß. Das Knochenmark ist nun die wichtigste Blutbildungsstätte. Das Baby kann bereits gut sehen und reagiert auf Licht. Rote Farbtöne, die durch die Bauchdecke dringen, werden wahrgenommen. Daher der Tipp: Ein rotes Handtuch in die Kliniktasche packen!
Sie selbst nehmen wöchentlich etwa 400 bis 500 Gramm zu, was auf das Wachstum des Babys und Flüssigkeitseinlagerungen zurückzuführen ist. Wassereinlagerungen können dazu führen, dass Ihnen enge Schuhe nicht mehr passen oder Sie Ringe schwer vom Finger bekommen. Auch ein Karpaltunnelsyndrom kann auftreten, bei dem die Hand kribbelt, sich taub anfühlt und schmerzt, insbesondere nachts. Das Gewicht des Babys kann auf die Blase drücken, was zu ungewolltem Urinverlust beim Husten oder Niesen führen kann. Beckenbodentraining ist hierbei sehr hilfreich.
Die Unterscheidung zwischen Fruchtwasser und Urin kann herausfordernd sein, besonders wenn nur einzelne Tropfen abgehen. Bei Unsicherheit ist es ratsam, Hebamme oder Arzt zu kontaktieren, die einen pH-Test durchführen können.
Die Vorbereitung auf das Stillen beginnt bereits in der Schwangerschaft. Es ist eine persönliche Entscheidung, ob und wie lange Sie stillen möchten. Überlegen Sie sich Ihre Gründe und sprechen Sie mit Ihrem Partner. Ihr Körper bereitet sich automatisch auf das Stillen vor. Auch ein Stillvorbereitungskurs kann hilfreich sein.
