Viele Paare wünschen sich vergeblich ein Kind. Nach Monaten oder Jahren des vergeblichen Hoffens und Bangens nehmen viele von ihnen große Belastungen auf sich. Monatelange Hormoneinnahme oder gar eine künstliche Befruchtung zerren an den Nerven und stellen die Partnerschaft auf eine harte Probe. Eine professionelle homöopathische Behandlung kann helfen, auf sanftem Weg doch noch das ersehnte Kind zu bekommen.
Job, Karriere, Unabhängigkeit: Für die meisten jungen Frauen haben diese Dinge zunächst einmal Vorrang. Doch mit spätestens Mitte 30 wird bei vielen von ihnen das Thema Kinderwunsch aktuell. Sie haben sich im Leben eingerichtet, den passenden Partner gefunden und wünschen sich nun ein Kind. Doch längst nicht immer gelingt dies wie gedacht. Monate streichen ins Land und alle Hoffnungen konzentrieren sich auf das Ausbleiben der Regel und den Schwangerschaftstest. Fällt dieser wieder negativ aus, ist die Enttäuschung groß. Wird eine Frau nach ein bis zwei Jahren regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht schwanger, sprechen Ärzte von „ungewollter Kinderlosigkeit“. In Deutschland sind hiervon etwa 15%, etwa 2 Millionen Paare betroffen.
Geschlechtskrankheiten (meist Chlamydien, die unter anderem zu einem Eileiterverschluss bei der Frau oder Nebenhoden- bzw. Hormonstörungen beim Mann führen können) und hormonelle Störungen bei der Frau sind mögliche Ursachen. Bei 10 bis 15 Prozent der Paare lässt sich jedoch keine organische Ursache feststellen. Endlich ein Kind! Ein homöopathisches Arzneimittel kann der Fruchtbarkeit in vielen Fällen auf die Sprünge helfen. Psychische Ursachen können ebenfalls eine Rolle spielen, ebenso wie Zyklusstörungen.
Lediglich da, wo organische Ursachen wie zum Beispiel Verklebungen der Eileiter, eine Fehlbildung der Gebärmutter oder eine zu schlechte Samenqualität beim Mann vorliegen, ist die Homöopathie machtlos. Allerdings sollte das passende Mittel sorgfältig ausgewählt werden.
Homöopathie als Möglichkeit zur Förderung der Fruchtbarkeit
In der Homöopathie gibt es großartige Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit zu fördern und den Zyklus zu stabilisieren. Besonders wenn nach langer Einnahme von hormoneller Verhütung, der Pille oder der Hormonspirale, der Zyklus sich nicht regeneriert und kein Eisprung stattfindet. Auch lässt es sich spezifisch auf gynäkologische Probleme eingehen, die den Kinderwunsch erschweren, wie beispielsweise Zysten an den Eierstöcken, Endometriose oder Gelbkörperschwäche.
Besonders gut können sogenannte homöopathische Komplexmittel unterstützen. Sie kombinieren mehrere homöopathische Mittel und können dadurch auch viele individuelle körperliche und seelische Aspekte zum Thema unerfüllter Kinderwunsch abdecken. Durch die Potenzierung hat man in der Homöopathie zusätzlich die Möglichkeit, auf akute oder chronische Beschwerden einzugehen und Symptome auf physischer und mentaler Ebene zu therapieren.
Die Erfahrung zeigt, dass zu niedriges Progesteron zu einer ganzen Reihe an Beschwerden führen kann. Progesteron ist so etwas wie unser Wohlfühlhormon und hat eine starke Wirkung auf die Psyche. Bei den meisten Frauen reagiert der Zyklus sehr sensibel auf innere und äußere Einflüsse. Alle Hormone unseres Körpers interagieren ständig miteinander.

Progesteronmangel und Gelbkörperschwäche
Progesteron ist ein Hormon aus der Gruppe der Gestagene (Gelbkörperhormone) und zählt zu den sogenannten Steroidhormonen. Sowohl Frauen als auch Männer benötigen Progesteron. Frauen haben allerdings viel höhere Werte. Unter dem Einfluss von Progesteron wird das Endometrium dann so umgewandelt, dass das befruchtete Ei perfekte Lebensbedingungen vorfindet.
Für die Bildung von Progesteron sind in erster Linie unsere Eierstöcke zuständig. Während der Schwangerschaft produziert die Plazenta große Mengen Progesteron. Bei Männern übernehmen die Hoden den Löwenanteil der Progesteronsynthese. Der Progesteronwert schwankt im Laufe des Zyklus. Die erste Zyklushälfte, die sogenannte Follikelphase, beginnt mit dem ersten Tag der Periode. Während dieser Phase ist besonders das Östrogen (Östradiol) wichtig, denn es sorgt dafür, dass es zum Eisprung kommt. Nach dem Eisprung beginnt die zweite Zyklushälfte, auch Lutealphase genannt. Aus der Hülle des Eibläschens (Follikel) bildet sich jetzt der Gelbkörper (Corpus Luteum). Er hat die Aufgabe, den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten - dafür produziert er vor allem Progesteron. Wird die Eizelle nicht befruchtet, bildet sich der Gelbkörper wieder zurück und es kommt zur Menstruationsblutung. Sobald die Periode einsetzt, sinkt der Progesteronspiegel wieder ab.
Viele Frauen bemerken erst, dass sie einen Progesteronmangel haben, wenn sie sich ein Baby wünschen. Bei vielen Frauen, die eine Gelbkörperschwäche haben, ist die zweite Zyklushälfte zu kurz. Selbst, wenn es zu einer Befruchtung kommt, hat der Follikel dann nicht genug Zeit, um es sich in der Gebärmutter gemütlich zu machen.
Progesteronmangel und Gelbkörperschwäche werden oft als Synonyme verwendet. Wenn du schon ein bisschen kennst, weißt du vielleicht, wie wichtig ein gesunder Zyklus ist. Der weibliche Zyklus ist ein sehr aussagekräftiges Vitalzeichen. Der Wunsch ist, dass wir Frauen uns so früh wie möglich mit unserem eigenen Rhythmus beschäftigen, damit wir lernen, die feinen Signale wahrzunehmen.
Außerdem fördert Progesteron den Knochen- und Muskelaufbau, weshalb nach den Wechseljahren das Osteoporose-Risiko zunimmt. Meistens fällt der Progesteronspiegel ungefähr ab dem 40. Lebensjahr langsam ab. Mit der Menopause stellen die Eierstöcke die Progesteronproduktion dann ganz ein.
Ursachen eines Progesteronmangels
Um die Ursachen eines Progesteronmangels zu beheben, ist es notwendig, genauer hinzusehen. Eine mögliche Ursache eines Progesteronmangels ist ein Zuviel an Östrogen. Auch dafür gibt es eine Reihe an Einflussfaktoren. Sogenannte Xenoöstrogene, Schadstoffe mit hormonähnlicher Wirkung, können den Östrogenspiegel zum Beispiel erhöhen. Es gibt also eine ganze Menge Faktoren, die dazu beitragen können, dass die Hormonbalance nicht stimmt.
Manche davon sind temporär und lösen sich nach einer Weile von selbst. Die Erfahrung zeigt, dass zu niedriges Progesteron zu einer ganzen Reihe an Beschwerden führen kann. Ein Beispiel: Progesteron ist so etwas wie unser Wohlfühlhormon und hat eine starke Wirkung auf die Psyche.
Um das passende homöopathische Mittel zu finden, ist es entscheidend, welche Symptome zutreffen und am besten das entsprechende Arzneimittelbild beschreiben. Die Globulis sollten immer in einem Abstand von 15 - 30 Minuten zum Essen, Trinken oder auch Zähneputzen eingenommen werden, jedoch nie mit einem Metalllöffel (stattdessen Plastik, Porzellan oder Holz). Übrigens können Kamille- oder Minzetee, Kaffee sowie ätherische Öle die Wirkungsweise des homöopathischen Mittels einschränken bzw. aufheben.
Beispiele für homöopathische Arzneimittel bei Kinderwunsch
Bei einem individuell auf die Frau abgestimmten Therapieplan werden in meiner Praxis häufig homöopathische Arzneien verschrieben. Bei der Auswahl spielt natürlich die Ursache, falls eine oder mehrere Gründe zu ermitteln sind, die Hauptrolle. Es ist wichtig, ein umfassendes Bild von der Frau zu bekommen, die sich wünscht Mutter zu werden. Manchmal sind es Auskünfte, die scheinbar nichts mit dem Kinderwunsch zu tun haben, sondern vielleicht Fragen nach dem Schlafverhalten, der Verdauung oder nach der Neigung zu kalten Füssen.
Auch die emotionale Situation ist unbedingt zu berücksichtigen: Ist die Frau tief traurig über den nicht eintretenden Kinderwunsch? Hat sie große Ängste, weil sie schon die schmerzhafte Erfahrung mit Abgängen und Fehlgeburten durchleben musste? Ist sie enttäuscht von ihrem Körper und frustriert, dass es trotz vieler Bemühungen nicht klappt? Hat sie Sorge, dass die Partnerschaft unter der Belastung des unerfüllten Kinderwunschs leidet? Fühlt sie sich extrem unter Druck, da die gesamte Verwandtschaft sehnlichst den Nachwuchs erwartet und alle Freundinnen schon Babys haben?
Einzelmittel und ihre Anwendung
- Pulsatilla: Passt zu gefühlsbetonten, sanften Frauen mit unregelmäßigen Zyklen. Oft kommt die Periode spät, die Blutung ist eher schwach, das Blut ist dunkel und klumpig. Pulsatilla ist eines der wichtigsten Mittel in der Frauenheilkunde. Dosierung: D12, 2x täglich.
- Argentum nitricum: Passt zu ängstlichen Frauen, die häufig spät dran und in Eile sind. Ihre Genitalien sind empfindlich. Die Blutung ist jeden Zyklus unterschiedlich; die Periode kann auch häufig länger als eine Woche andauern. Das Blut ist sehr dunkel. Dosierung: D12, 3x täglich.
- Aristolochia: Die Frau ist eher scheu, introvertiert und oft müde. Sie leidet unter starken PMS Symptomen mit Wassereinlagerungen und Gliederschmerzen. Sie fühlt sich besser, wenn die Periode einsetzt.
- Agnus Castus (Vitex Agnus Castus): Früher zur Abschwächung des Geschlechtstriebs bei Mönchen verwendet, kann diese Heilpflanze dazu beitragen, den Hormonhaushalt der Frau zu regulieren. Dies geschieht in erster Linie durch eine Senkung des Prolaktinspiegels. Dieser ist häufig bei Frauen, die viel Stress haben, erhöht. Agnus Castus harmonisiert den Zyklus und wird oft von Ärzten bei einem niedrigen Progesteronspiegel bzw. zur Linderung bei Regelschmerzen, PMS, Kräftigung der Gebärmutter empfohlen. Dosierung: D12, 2x täglich.
- Frauenmantel (Alchemilla vulgaris): Gilt seit Urzeiten als Fruchtbarkeitspflanze. Ebenso wie der Mönchspfeffer verbessert er die Produktion des Gelbkörperhormons. Dosierung: D4, 3x täglich.
- Ovaria comp.: Dieses Mittel aus dem Mineralreich hilft bei zu früh einsetzenden Wechseljahren, stärkt die Funktion der Eierstöcke und fördert die Eireifung. Dosierung: D6, 2x täglich.
- Sepia: Enthält Wirkstoffe vom Tintenfisch, die bei einem Progesteronmangel den Körper unterstützen und dafür sorgen, dass der weibliche Zyklus sich einpendelt.
- Cuprum metallicum: Ein homöopathisches Mittel, das aus Kupfer gewonnen wird. Eingesetzt wird es bei Frauen, die unter Stress leiden und starke Zyklusschwankungen haben.
Pulsatilla - Seelenhomöopathie und Ahnenmedizin - Kim Fohlenstein
Homöopathische Komplexmittel und Schüssler-Salze
Besonders gut können sogenannte homöopathische Komplexmittel unterstützen. Sie kombinieren mehrere homöopathische Mittel und können dadurch auch viele individuelle körperliche und seelische Aspekte zum Thema unerfüllter Kinderwunsch abdecken.
Schüssler Salze sind weitere Hilfsmittel aus dem homöopathischen Bereich, die bei Hormonstörungen verwendet werden können. Das Salz mit der Nummer 9 basiert auf Natriumphosphat und wird als „Natrium phosphoricum“ bezeichnet. Bei Unregelmäßigkeiten beim Zyklus wird gerne die Kombination von Ovaria Comp und Bryophyllum empfohlen. Ovaria hilft, die Schmerzen bei der Regelblutung zu lindern, kann gegen Ovarialzysten wirken und Störungen der Fruchtbarkeit regulieren.
Homöopathie für den Mann
Bei der Behandlung mit Homöopathie bei Kinderwunsch steht nicht nur die Frau im Fokus. Auch der Mann kann eine Ursache dafür sein, dass sich der Wunsch nicht erfüllt. Die generelle Empfehlung lautet, dass ihr euch beide bei einem bestehenden Kinderwunsch untersuchen lasst. Dazu gehört auch eine Kontrolle der Spermienqualität beim Mann.
- Thuja: Auch als Lebensbaum bekannt. Das Zypressengewächs wirkt sich positiv auf die Qualität der Spermien aus.
- Zincum metallicum (Zink) und Selenium: Haben einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit beim Mann.
- Schüssler-Salz Nr. 17 (Manganum sulfuricum): Kann im Körper dafür sorgen, dass die Sauerstoffversorgung im Gewebe erhöht wird, was für eine gute Qualität der Spermien wichtig ist.
Wichtigkeit der ärztlichen Abklärung
Die Frage danach, wie effektiv die Homöopathie bei Kinderwunsch wirklich helfen kann, ist nicht einfach zu beantworten. Bis heute ist die Wirksamkeit unter Experten stark umstritten. So gibt es viele Studien, die zeigen, dass Mittel aus der Homöopathie keine oder nur eine sehr geringe Wirkung auf den Körper haben. Teilweise wird auch von einem Placebo-Effekt gesprochen.
Die Belastung durch einen unerfüllten Kinderwunsch ist bei Paaren sehr hoch. Die meisten Mittel aus der Homöopathie haben keine Nebenwirkungen. Sie bieten aber auch keinen Ersatz für Medikamente aus der klassischen Medizin. Daher sollte eine Einnahme immer mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin abgestimmt werden. Wenn ihr die Mittel einnehmt, solltet ihr auf den Konsum von Kaffee sowie die Verwendung von ätherischen Ölen verzichten. Zusätzlich dazu sollte die Einnahme immer nur als ein ergänzender Faktor zu einer gesunden Lebensweise gesehen werden.
Wünscht ihr euch ein Kind, ist ein Besuch beim Arzt immer ein wichtiger Schritt. Sterilität kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Arbeiten die Eierstöcke nicht richtig, kann sich keine gesunde Eizelle bilden. Verklebte Eileiter verhindern die Wanderung der Eizelle und eine ausbleibende Menstruation ist ein Hinweis darauf, dass die Gebärmutterschleimhaut sich nicht optimal aufbaut oder abbaut. Vielleicht leidet ihr auch stark unter einem prämenstruellen Syndrom, das es euch schwer macht, euch in eurem Körper wohlzufühlen. Weitere Gründe sind Entzündungen in der Gebärmutter oder sogar eine Endometriose. Hier sind Behandlungsmethoden notwendig, bei denen teilweise auch eine Operation erfolgen muss. Der Arzt wird alle klassischen Ansätze durchgehen und entscheiden, wie er euch helfen kann.
Bei schwerwiegenden Problemen wie durch eine Entzündung verklebte Eierstöcke bei der Frau oder einem verschlossenen Samenleiter beim Mann ist eine alleinige homöopathische Behandlung nicht erfolgversprechend. Bei Frauen sind mitunter die Eileiter aufgrund von chronischen Entzündungen verklebt, auch Entzündungen der Eierstöcke, Geschwulste oder Muskelknoten in der Gebärmutter sowie unterentwickelte Geschlechtsorgane oder eine ungewöhnliche Anatomie verhindern möglicherweise die Erfüllung des Kinderwunsches.
Die Herbeiführung einer Schwangerschaft kann und sollte darüber hinaus mit Sport, durchdachter Ernährung und einem gesunden Lebenswandel unterstützt werden. Der Konsum von Kamille, Minze oder anderen ätherischen Ölen kann den Erfolg der Behandlung durch Globuli verhindern.
Die homöopathische Therapie spricht Körper, Geist und Seele an. Deshalb kann sie insbesondere auch im Hinblick auf die psychischen Belastungen während einer länger andauernden Kinderwunschbehandlung unterstützend wirken. Das richtige homöopathische Mittel regt die Selbstheilungskräfte des Körpers an und unterstützt so die Fruchtbarkeit von Mann und Frau. Eine Partnerbehandlung ist meist sinnvoll.
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