Michael Hauck, geboren am 28. Mai 1960 in Würzburg, ist ein deutscher Steinmetz, Restaurator und Kunsthistoriker. Sein beruflicher und wissenschaftlicher Werdegang ist geprägt von tiefem Engagement für die Denkmalpflege, die Kunstgeschichte und das kulturelle Erbe.
Ausbildung und wissenschaftliche Schwerpunkte
Hauck besuchte das Röntgen-Gymnasium in Würzburg und absolvierte im Anschluss eine Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer, die er mit der Meisterprüfung abschloss. Seine fachliche Weiterbildung erstreckte sich auf die Bereiche Holzbildhauerei und Restaurierung. Ab 1997 studierte er Kunstgeschichte und Romanistik im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiums, das er 2005 mit einem Abschluss beendete. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der mittelalterlichen Architekturgeschichte. Ein besonderes Interesse und Forschungsfokus liegt auf dem Thema Steinmetzzeichen, welches er auch im Rahmen des EU-Forschungsprojekts stonemarks bearbeitete.
Berufliche Laufbahn als Dombaumeister
Von Oktober 1988 bis März 2012 leitete Michael Hauck die Staatliche Dombauhütte am Dom St. Stephan in Passau. Seit 2009 hatte er dort die Position des Bischöflichen Dombaumeisters inne. Im Sommer 2011 wurde er zum Kölner Dombaumeister gewählt und trat die Nachfolge von Barbara Schock-Werner an. Zuvor war er ab dem 1. April als stellvertretender Dombaumeister tätig.

Herausforderungen und Trennung in Köln
Im Juni 2014 berichtete die Kölnische Rundschau über die Absicht des Domkapitels und Haucks, den Arbeitsvertrag vorzeitig aufzuheben. Ende Mai 2014 wurde Hauck fristlos zum 31. Dezember 2014 gekündigt. Vor Beginn eines Gerichtsverfahrens legte Hauck eine Erklärung dar, in der er die Gründe für seine Entlassung erläuterte. Am 23. April erklärte das Arbeitsgericht Köln die Kündigung für unwirksam, da eine fristlose Kündigung mit einer Kündigungsfrist von über sieben Monaten vertraglich unzulässig sei. Das Gericht prüfte die Kündigungsgründe selbst nicht. Das Domkapitel legte Berufung gegen diese Entscheidung ein. Im September 2015 einigten sich Hauck und das Domkapitel auf eine einvernehmliche Trennung des Arbeitsverhältnisses.
Engagement für Radwege und Denkmalschutz
Von 2002 bis 2013 engagierte sich Michael Hauck als Vorsitzender des Fördervereins Radwegenetz im Unteren Bayerischen Wald e. V. für die Schaffung von Radwegen in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau. Ein besonderes Anliegen war ihm die Verhinderung der Reaktivierung der Bahnstrecke Passau-Freyung. Er bewohnte an dieser Strecke den ehemaligen Bahnhof Fürsteneck und setzte sich dafür ein, dass die Gemeinden die Trasse für Radwege nutzten.

Weitere Tätigkeiten und Ehrungen
Michael Hauck war Präsident der Europäischen Dombaumeister. Er wurde für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, dem Hessischen Verdienstorden und der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet. Er wurde zudem Ehrendoktor in Passau.
Michael Hauck - Der Frankfurter Bankier und Mäzen
Ein weiterer Michael Hauck, geboren am 22. April 1927 in Frankfurt am Main, war ein prominenter Frankfurter Bankier, Mäzen und eine prägende Figur des Finanzplatzes. Er verstarb im Alter von 90 Jahren am 18. Januar 2018 in Frankfurt am Main.
Karriere im Bankwesen und an der Börse
Michael Hauck entstammte einer alteingesessenen Frankfurter Bankiersfamilie, deren Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Nach Studium und Bankausbildung in Frankfurt, den USA, Hamburg, London und Paris trat er 1956 in die operative Geschäftsleitung des Bankhauses Georg Hauck & Sohn ein, das er 38 Jahre lang bis Ende 1993 als persönlich haftender Gesellschafter führte. Von 1959 bis 1989 war er Mitglied des Vorstands der Frankfurter Wertpapierbörse, von 1986 bis 1989 als deren Präsident. Er galt als Mitbegründer der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung (DVFA) und des Instituts für Kapitalmarktforschung. Hauck war ein Verfechter einer aktienbasierten Kapitalanlage und kritisierte die Fokussierung auf kurzfristige Kursgewinne.

Engagement für die Stadt und Kultur
Der Bankier der alten Schule war vielfältig ehrenamtlich und gesellschaftlich engagiert. Er setzte sich für die Wiederaufnahme von Kontakten zu jüdischen Frankfurtern ein, die während der NS-Zeit emigriert waren. Hauck war lange Jahre im Verwaltungsausschuss des Freien Deutschen Hochstifts tätig und gehörte zu den Wiederbegründern des Städelschen Museums-Vereins, für dessen breitere Öffnung er sich stark machte. Im Jahr 1997 gründete er die "Stiftung Michael Hauck", die Wissenschaft, Kunst und Kultur im Raum Frankfurt fördert. Gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Oliver Puhl initiierte er 2015 die Einrichtung einer Gastprofessur für Holocaust-Forschung am Fritz Bauer Institut.

Publizistische Tätigkeit und familiäre Verbindungen
Michael Hauck war auch publizistisch aktiv und verfasste mehrere Bücher, darunter "Ffter Allerlei. Erlebtes und Erlerntes aus neun Jahrzehnten". Seine Familie war tief in der Frankfurter Stadtgeschichte verwurzelt; sein Ururgroßvater Friedrich Michael Hauck gründete 1796 die Frankfurter Wein-, Seiden- und Farbstoffhandlung sowie Merchantbank Gebhard & Hauck. Hauck war Mitglied der privaten Vereinigung der Bohnenritter, einem Zirkel großbürgerlicher Herren.
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Wissenschaftliche Publikationen von Michael Hauck (Dombaumeister)
- Baugeschichte und Ikonologie des Kloster-Südflügels. In: Passauer Jahrbuch Bd. 50 (2008).
- Der Passauer Dom des Mittelalters. Vorträge des Symposiums Passau, 12. bis 14. (Hrsg.).
- Der Konsolpfeiler am südlichen Querhaus von St. Stephan in Passau - die Rückgewinnung eines Meisterwerkes spätgotischer Architektur. In: Der Passauer Dom des Mittelalters. Vorträge. 2009.
Publikationen von Michael Hauck (Bankier)
- Die Bedeutung der Versicherungswirtschaft für den Kapitalmarkt (1988).
- Kompost. Veröffentlichungen und Vorträge aus vier Jahrzehnten (1997).
- Spurenlese. Georg Hauck & Sohn 1796-1996. Von der Verflechtung einer Bank, ihrer Partner und einer Familie mit der Stadt Ffm. (als Herausgeber und Bildredakteur, 1996).
- Enten, Hirsche und Elefanten. Ein Haus für alte Tiere. Antike Tierdarstellungen aus 4 Jahrtausenden (2000).
- …und alle meine Pferde. Aus meiner Antikensammlung (vermutlich 2000).
- Igel, Rinder & Bären. Neue Bewohner im Haus für alte Tiere. Antike Tierdarstellungen aus 4 Jahrtausenden (2003).
- Albert Hahn. Ein verstoßener Sohn Fft.ts. Bankier und Wissenschaftler. Eine Dokumentation (als Herausgeber, 2009).
- Zuhaus und anderswo (2014).
- Ffter Allerlei. Erlebtes und Erlerntes aus neun Jahrzehnten (2017).