Der Name Lachgas ist quasi Programm: Bereits im 18. Jahrhundert wurde dieses Anästhetikum zur Schmerzlinderung eingesetzt. Heute erlebt es eine überraschende Renaissance - so auch im Kreißsaal der Helios Klinik Rottweil. Immer mehr Geburtskliniken in Deutschland bieten werdenden Müttern während der Geburt Lachgas an.
Vorteile von Lachgas bei der Geburt
Die Vorteile von Lachgas liegen für Jan Kaufhold, Chefarzt der Frauenklinik in der Helios Klinik Rottweil, klar auf der Hand: "Diese Methode ist für Mutter und Kind sehr schonend, wirkt extrem schnell und ist aus meiner Sicht eine gute Alternative zur PDA."

Vergleich mit PDA: Lachgas vs. Periduralanästhesie
Bei der sogenannten PDA, der Periduralanästhesie, wird ein betäubendes Mittel in den Rückenmarkskanal gespritzt und damit das Schmerzempfinden komplett ausgeschaltet. Zur Schmerzlinderung mit Lachgas indes braucht’s keine Nadel; hier genügt eine Atemmaske, über die das Lachgas - zur Hälfte gemischt mit Sauerstoff - eingeatmet wird. Diese Mischung findet schnell ihren Weg ins Schmerzzentrum des Gehirns, dämpft den Schmerz und entspannt die Gebärende spürbar.
Wirkungsweise und Selbstbestimmung der Dosis
Kaufhold erklärt weiter: "Besonders positiv ist, dass Lachgas den Geburtsschmerz nicht komplett nimmt, sondern nur die Spitzen der Wehen, und insgesamt ein Gefühl der Entspannung erzeugt. Schon nach wenigen Atemzügen setzt die schmerzhemmende Wirkung ein, die Frauen bestimmen die Dosis selbst. Sie bleiben dabei wach und ansprechbar."
Erfahrungen der Hebammen in Rottweil
Die Hebammen im Kreißsaal der Helios Klinik Rottweil haben mit dem Lachgas sehr gute Erfahrungen gemacht. "Die Frauen sind immer ganz erstaunt, wenn wir ihnen erzählen, dass wir während der Geburt Lachgas einsetzen, und möchten es dann unbedingt ausprobieren", sagt Barbara Hestermann von der Hebammengemeinschaft Rottweil. Ihre Erfahrung zeigt: Viele Frauen kommen prima mit dem entspannenden Gas zurecht, anderen ist der Geburtsschmerz trotz Lachgas noch zu heftig. Barbara Hestermann erklärt: "Das ist so individuell, wie es jede Geburt ohnehin ist."

Grenzen von Lachgas und alternative Anästhesieverfahren
Bei einem Kaiserschnitt reicht eine Narkose mit Lachgas folglich nicht. Hier bedarf es der kompletten Schmerzausschaltung. "Dann setzen wir, sofern nichts dagegen spricht, eine PDA", erläutert Jan Kaufhold. "Bei einem Notfallkaiserschnitt hingegen werden wir aus Zeitgründen immer eine Vollnarkose machen, sofern die Mutter nicht bereits eine PDA bekommen hat."
Priorität: Sicherheit von Mutter und Kind
Denn die Sicherheit von Mutter und Kind, so Kaufhold, hat im Kreißsaal absolute Priorität. Der Kreißsaal der Helios Klinik Rottweil verfügt über eine 24-Stunden-Hebammenbereitschaft; Geburtshelfer und ein Anästhesieteam sind rund um die Uhr verfügbar.
Warum du keine Angst vor der Geburt haben solltest!
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