Lauflernhilfen für Babys: Ratgeber und Sicherheitsaspekte

Immer noch finden sich in Onlineshops Lauflern­hilfen mit Rädern. Ab etwa 50 Euro aufwärts sind die bunten Gestelle zu finden. Die auch „Babywalker“ oder „Gehfrei“ genannten Geräte sind für Kinder im Alter von 6 bis 15 Monaten konzipiert, die noch nicht laufen können. Sie bestehen aus einem Plastikgestell auf Rädern mit integriertem Sitz. Die Klein­kinder schubsen sich mit den Füßen an. Sie erreichen damit bis zu zehn Stundenkilo­meter. Dabei krähen sie oft vor Vergnügen.

„Lauflern­hilfen sind eine der schädlichsten Erfindungen für Kinder. Sie verursachen jedes Jahr zahlreiche schwere Unfälle, manche davon enden sogar tödlich. Die EU sollte diese Geräte endlich konsequent verbieten anstatt nur neue Sicher­heits­normen für sie fest­zulegen.“ Mit diesen Worten kommentierte der Präsident des Berufs­verbands der Kinder- und Jugend­ärzte im Jahr 2009 eine neue europäische Sicher­heits­norm für Lauflern­hilfen. Getan hat sich seither wenig. Exakte Verkaufs­zahlen sind nicht öffent­lich. In Kanada hingegen sind „Babywalker“ schon seit dem Jahr 2004 verboten. Selbst der Weiterverkauf auf Flohmärkten oder auf Onlinemärkten ist unter Strafe gestellt. Und in den USA ging die Zahl der Unfälle mit den rollenden Gestellen drastisch zurück, nachdem in mehreren Informations­kampagnen vor den Geräten gewarnt wurde. Allerdings ist die Reich­weite solcher Kampagnen begrenzt, so der Berufsverband der Kinderärzte: „Wie wir immer wieder in unseren Praxen sehen: Lauflern­hilfen sind besonders verbreitet in Haushalten, in denen die Eltern keinen Zugang zu Geschriebenem haben.“

Infografik mit Statistiken zu Unfällen mit Lauflernhilfen

Gefahren und Risiken von Lauflernhilfen

Zahlen aus neun europäischen Ländern der Daten­bank Injury Database (IDB) zeigen, dass bei Unfällen mit Lauflern­hilfen mehr als 90 Prozent der auftretenden Verletzungen Kopf­verletzungen sind, 31 Prozent sogar mit Schäden des Gehirns. Selbst der Name Lauflern­hilfe ist schon irreführend. Denn das Gleichgewicht und die dafür nötige Muskulatur entwickeln Klein­kinder mit den „Hilfen“ später als ohne - sie sitzen ja, statt gehen zu lernen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder schätzte vor einigen Jahren, dass sich jähr­lich 6 000 Kinder in Deutsch­land mit Lauflern­hilfen verletzen. Wie gefähr­lich die Lauflern­hilfen sind, zeigt ein Fall aus dem Jahr 2011: Damals war ein sieben Monate altes Kleinkind fast ertrunken. Wie die Bundes­arbeits­gemeinschaft (BAG) berichtet, saß das Kind mit weit auseinander gespreizten Beinen in einer Lauflern­hilfe. Das Kind beugte sich nach vorn. Dadurch tauchte sein Kopf in einen gefüllten Wasser­eimer. Der große Abstand zwischen beiden Beinen verhinderte laut BAG, dass die Lauflern­hilfe umstürzte. Derart einge­klemmt, konnte sich das Kind nicht mehr aus seiner Lage befreien und wäre beinahe ertrunken. Es über­lebte.

Die Stiftung Warentest hat Babywalker bereits 1997 getestet (Test 11/97). Fazit des Tests: Alle getesteten mobilen Lauflern­hilfen, in denen das Kind sitzt, sind unnötig und gefähr­lich. Die Stiftung Warentest riet damals grund­sätzlich vom Kauf der getesteten Produkte ab.

Typische Gefahrenquellen im Überblick:

  • Geschwindigkeit: Kinder können mit Babywalkern durch Räume und Flure flitzen und dabei gegen Tischkanten oder Regale knallen und sich verletzen. Sie erreichen mit den Geräten kurz­zeitig Geschwindig­keiten von bis zu zehn Stundenkilo­metern.
  • Stürze: Kinder können Treppen herunter­fallen oder über Hinder­nisse stürzen.
  • Verbrühungen: Kinder stehen mehr oder weniger aufrecht in den Lauflern­hilfen.
  • Verzögerung der Entwicklung: Kinder, die häufig im Babywalker sitzen, haben oft eine verlang­samte motorische Entwick­lung - und lernen später laufen als andere Kinder.

Bereits 1997 sagte der Experte Dr. Norbert Bier im Interview mit der Stiftung Warentest: „Zwillings­unter­suchungen haben klar gezeigt, dass Kinder, die viel Zeit im Gehfrei verbracht haben, erst später laufen lernten als ihre Zwillings­geschwister, die weniger darin saßen. Vor allem entwick­lungs­gestörte Kinder können sich zudem pathologische Bewegungs­muster aneignen.“

Alternativen zu Babywalkern

Fachleute sind sich einig: Die geltende europäische Norm für Lauflern­hilfen reicht nicht aus. Die Geräte sind über­flüssig und gefähr­lich. Lauflernwagen, in denen die Kleinen nicht drinsitzen, sondern sich nur fest­halten können, sind nicht so gefähr­lich wie Babywalker und kräftigen die Muskulatur viel besser. Sie sehen oft aus wie kleine bunte Rollatoren. Außerdem gibt es noch Modelle ganz ohne Rollen, an denen sich die Krabbler hoch­ziehen und abstützen können.

Kaufberatung: Lauflernhilfen als Unterstützung für die ersten Schritte

Die ersten Schritte sind immer etwas wacklig. Lauflernhilfen bieten Kleinkindern dabei einen etwas besseren Halt und können so den Lernprozess unterstützen. Dieser Kaufberater erklärt, wie sie funktionieren, welche Modelle es gibt und wie Sie die passende Lauflernhilfe für Ihr Kind finden.

Was ist eine Lauflernhilfe und welche Vorteile bietet sie?

Eine Lauflernhilfe ist ein fahrbares Gestell mit Rädern und einem Haltegriff, das Kinder bei ihren ersten Gehversuchen unterstützt. Um die Räder ins Rollen zu bringen, halten sich die Kinder am Wagen fest und schieben ihn vor sich her. Bei einigen Modellen nutzen sie auch halb sitzend die Füße, um sich vorwärts zu bewegen. Die Lauflernhilfe kann die motorische Entwicklung des Babys positiv beeinflussen. Wichtig ist dabei der nötige Halt, denn nur so ist die erforderliche Sicherheit gewährleistet. Mit Lauflernhilfen können Kleinkinder ihr Gleichgewicht besser halten und längere Strecken ohne Hilfe der Eltern zurücklegen.

Bild einer stabilen Lauflernhilfe aus Holz mit Spielzeug

Welche Arten von Lauflernhilfen gibt es?

  • Gehfrei: Ein Gehfrei ist ein Gestell aus Kunststoff mit kleinen Rädern, in dem ein Stoffsitz hängt. Das Kind nimmt darin eine halb sitzende und halb stehende Position ein. Der Einsatz dieser Lauflernhilfen ist möglich, sobald das Kind eigenständig sitzen kann. Sie haben oft verschiedene Spielmöglichkeiten wie Tasten zum Drücken und Drehen sowie diverse Licht- und Soundeffekte.
  • Lauflernwagen: Diese Modelle bestehen aus einer Querstange, die so hoch ist, dass sich das Kind aufrecht festhalten kann, und einem Gestell mit vier Rädern. Lauflernwagen orientieren sich am Prinzip des Einkaufswagens und helfen einem Kleinkind, das Gleichgewicht zu halten. Es gibt bunte Ausführungen mit verschiedenen Knöpfen und Leuchten - aber auch simple Varianten, in denen der Nachwuchs seine Lieblingsspielsachen transportieren kann.
  • Rutscherfahrzeuge: Ein Rutscherfahrzeug ähnelt einem Vierrad mit Sattel, nur dass die Füße des Kindes bis auf den Boden reichen. Das Kind sitzt nicht ganz, hat aber festen Halt, während es mit den Beinen das Fahrzeug in Bewegung setzt. Teilweise sind Rutscherfahrzeuge echten Autos nachempfunden, teilweise sind sie abstrakter.
  • Lauflernräder: Lauflernräder sind entweder als Dreirad oder als Zweirad konzipiert und sinnvoll, wenn Ihr Kind schon selbstständig und sicher sitzen kann. Das Fahren fördert Gleichgewicht und Bewegungskoordination und kräftigt die Beinmuskulatur, die zum Laufen benötigt wird.

Worauf sollte ich beim Kauf von Laufhilfen für Kinder achten?

Material: Holz oder Kunststoff?

Normalerweise werden Lauflernhilfen aus Holz oder Kunststoff gefertigt, es gibt aber auch Modelle aus Metall. Lauflernhilfen aus Holz gelten als langlebig und aufgrund des hohen Eigengewichts als sehr kippsicher. Varianten aus Kunststoff haben ein geringeres Gewicht, was den Kindern das Steuern erleichtert, sind aber etwas weniger robust.

Alter und Entwicklung des Kindes

Für einen Gehfrei sollte Ihr Kind bereits sitzen können. Ein Lauflernwagen erfordert, dass Ihr Kind stehen kann. Die meisten Rutscherfahrzeuge werden ab einem Alter von 12 Monaten empfohlen. Ein Lauflernrad fordert von Ihrem Kind am meisten und erlaubt die größte Geschwindigkeit, daher sollte es zwischen 12 und 18 Monate alt sein.

Farben und Design

Fast alle Lauflernhilfen sind in bunten und kindgerechten Farben erhältlich. Einige Wagen sind mit einer kleinen Transportfläche ausgestattet, andere sind wie ein Puppenwagen oder ein Auto designt.

Anwendungsort

Grundsätzlich ist jede Lauflernhilfe für den Hausgebrauch geeignet. Nutzt Ihr Kind das Gestell vor allem drinnen, sind gummierte Räder empfehlenswert. Wenn Ihr Kind seine Lauflernhilfe auch draußen benutzen soll, wählen Sie ein robustes Modell.

Höhenverstellbare Griffe

Um den Wachstumsprozess zu berücksichtigen, sind Modelle mit höhenverstellbaren Griffen praktisch, da die Griffe keinesfalls zu hoch oder zu niedrig sein sollten.

Extra-Ausstattung

Manche Modelle verfügen über ein integriertes Bremssystem. Kunststoff-Lauflernhilfen haben oft Knöpfe, Lichter und andere Spieloptionen wie Motorikschleifen. Bei einigen Lauflernhilfen ist es zudem möglich, das Spieleboard vom Wagen zu trennen.

Vergleichstabelle verschiedener Lauflernhilfen-Typen

4 Tipps zur Nutzung von Gehlernhilfen

  • Beaufsichtigung: Lassen Sie Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt. Bleiben Sie stets in seiner Nähe, wenn es mit seiner Lauflernhilfe unterwegs ist.
  • Hindernisse beseitigen: Entfernen Sie alle Gegenstände, von denen eine Verletzungsgefahr ausgehen könnte.
  • Sicherheit bei Treppen: Treppen sollten mit einem Treppenschutzgitter ausgestattet werden, um Stürze zu vermeiden.
  • Schuhe: Lassen Sie Ihr Kind die Laufhilfen vor allem barfuß oder in rutschfesten Socken benutzen.

Lauflernhilfen können eine gute Unterstützung ab dem ersten Stehversuch und vor allem bei den ersten Schritten sein. Sie dienen Ihrem Kind gerade am Anfang als eine gute Hilfe, um das selbstständige Aufstehen zu üben. Der richtige Lauflernwagen kann eine tolle Unterstützung und Hilfe sein. Wichtig ist dabei, dass sich Ihr Kind beim Gehenlernen wohl und sicher fühlt.

Ein Lauflernwagen kann zwar Ihr Kind unterstützen, dennoch kann er auch gefährlich werden. Ihr Baby muss lernen, wie es mit dem Lauflernwagen fahren kann. Gerade zu Beginn der Gehversuche sollte immer ein Elternteil dabei sein, da Lauflernwagen ähnlich wie das Laufrad keine manuelle Bremse besitzen sollten und Ihr Kind sich leicht überschätzt. Es gibt auch Modelle mit Bremsen, diese können aber mehr zu einer Gefahr werden, da Ihr Kind nicht genau weiß, wie es die Bremsen nutzen hat und so relativ einfach mit den Beinen kollidieren kann. Vor allem Treppen, enge Situationen und Kanten auf Kopfhöhe Ihres Babys stellen Gefahren dar.

Für den Anfang gilt bei Lauflernwagen, dass Sie sie unbedingt richtig auf Ihr Kind einstellen müssen. Damit Ihr Baby den Lauflernwagen bei den ersten Schritten richtig verwendet, sollten Sie den Wagen auf die Größe Ihres Kindes einstellen. Der Lauflerner sollte möglichst stabil und kippsicher gebaut sein. Eine senkrecht angebrachte Schiebestange trägt zusätzlich zur Stabilität bei. Wichtig für die Räder des Lauflernwagens ist ein ausreichender Grip bzw. eine gute Bodenhaftung. Gummiräder haben bei glattem Boden weniger Probleme als reine Kunststoffräder. Der Rollwiderstand sollte möglichst einstellbar sein. Achten Sie vor allem darauf, dass die Materialien schadstofffrei sind.

Lauflernwagen sind aus verschiedenen Materialien gefertigt. Das beliebteste dabei ist Holz, da es sehr widerstandsfähig und robust ist. Lauflerner aus Massivholz sind besonders stabil, bringen aber ein hohes Eigengewicht mit. Manche Lauflerner haben zusätzliche Spielfunktionen, sodass sie auch unterwegs als Spielzeug genutzt werden können.

Lauflernhilfe ab 6 Monaten

Diese praktischen Helfer unterstützen Ihr Kind bei seinen ersten Schritten und fördern gleichzeitig die motorische Entwicklung. Sie gibt es in unterschiedlichen Varianten, die auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt sind:

  • Klassische Gehfreis mit Rädern
  • Lauflernwagen zum Schieben
  • Multifunktionale Spieltische mit Lauflernfunktion
  • Interaktive Lauflernhilfen mit Licht und Ton

Lauflernhilfen ab 6 Monaten bieten zahlreiche Vorteile für die Entwicklung Ihres Kindes. Sie unterstützen nicht nur das Laufenlernen, sondern fördern auch die Koordination und das Gleichgewicht. Viele Modelle verfügen über zusätzliche Spielelemente, die die Sinne anregen und die Feinmotorik schulen.

Sicherheitsaspekte bei Lauflernhilfen

Bei der Auswahl einer Lauflernhilfe sollten Sie besonders auf Sicherheitsmerkmale achten:

  • Stabile Konstruktion
  • Rutschfeste Räder oder Standfüße
  • Abgerundete Kanten
  • Verstellbare Höhe
  • Kippsichere Bauweise

Um die Langlebigkeit Ihrer Lauflernhilfe zu gewährleisten, ist eine regelmäßige Pflege wichtig. Achte darauf, dass bewegliche Teile frei von Schmutz und Staub bleiben. Überprüfe regelmäßig alle Schrauben und Verbindungen auf festen Sitz.

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