Ursachen und Behandlung von Nabelentzündungen bei Säuglingen

Was ist eine Omphalitis?

Als Omphalitis, auch bekannt als Bauchnabelentzündung oder Nabelentzündung, wird eine Entzündung des Nabelstumpfs bezeichnet. Diese Erkrankung tritt zumeist während der ersten Lebenswochen bei Neugeborenen auf und kann traumatische oder infektiöse Ursachen haben.

Risikofaktoren für eine Nabelentzündung

Zu den Risikofaktoren, die das Auftreten einer Omphalitis begünstigen, zählen ein geringes Geburtsgewicht, vorangegangene Punktionen der Nabelschnur sowie ein vorzeitiger oder verspäteter Riss der Nabelschnur. Bei Nabelinfektionen handelt es sich meist um bakterielle Mischinfektionen.

Mögliche Komplikationen

Unbehandelt können Nabelinfektionen zu Komplikationen und lebensbedrohlichen Zuständen führen, die durch aufsteigende Infektionen verursacht werden. Dazu gehören Peritonitis, Leberabszesse, Pfortaderthrombose, Endokarditis und Sepsis. Diese Zustände gehen typischerweise mit Fieber und allgemeiner Abgeschlagenheit einher.

Schema der Anatomie des Nabels bei einem Neugeborenen

Geruchsentwicklung im Bereich des Nabels

Der Bauchnabel eines Babys kann unangenehm riechen, was für Eltern oft beunruhigend ist. Dieser Geruch kann verschiedene Ursachen haben, die oft mit dem natürlichen Heilungsprozess des Nabelstumpfs zusammenhängen.

Natürlicher Abheilungsprozess

Während der Schwangerschaft wird das Baby über die Nabelschnur versorgt. Nach der Geburt wird diese Verbindung gekappt, und es bleibt ein Nabelstumpf zurück, der in den ersten etwa 14 Tagen Pflege benötigt, bis er abfällt und der eigentliche Bauchnabel entsteht. Im Rahmen dieses natürlichen Abheilungsprozesses trocknet der Nabelstumpf ein und löst sich ab. Dieses abgestorbene Gewebe kann einen leicht süßlichen oder muffigen Geruch entwickeln. Auch Reste von Wundsekret, Hautschuppen oder minimale Feuchtigkeit im Nabelgrübchen können zu dem charakteristischen Geruch beitragen. Manchmal spielen dabei auch harmlose Keime oder Bakterien eine Rolle.

Ursachen für unangenehmen Nabelgeruch

Es gibt mehrere Gründe, warum der Bauchnabel eines Babys unangenehm riechen kann:

  • Eintrocknender Nabelstumpf: Während des natürlichen Abheilungsprozesses trocknet der Nabelstumpf ein und löst sich. Dieses abgestorbene Gewebe kann von selbst leicht müffeln, ohne dass eine krankhafte Ursache vorliegt.
  • Feuchtigkeit im Nabelgrübchen: Wenn nach dem Baden oder Schwitzen Feuchtigkeit im Bauchnabel zurückbleibt, kann sie sich mit Hautschüppchen vermischen und einen unangenehmen Geruch verursachen. Gründliches, sanftes Trocknen ist hier oft ausreichend.
  • Nabelgranulom: Ein Nabelgranulom ist eine kleine, nässende Gewebewucherung, die sich nach dem Abfallen des Stumpfs bilden kann. Die anhaltende Feuchtigkeit führt oft zu einem unangenehmen Geruch, ist aber gut behandelbar.
  • Bauchnabelentzündung (Omphalitis): Bei einer bakteriellen Entzündung riecht der Bauchnabel meist stark und faulig. Dies ist oft von Rötung oder Sekret begleitet. Diese seltene, aber ernst zu nehmende Nabelentzündung erfordert sofortige ärztliche Abklärung.
  • Nabelsteine: Sehr selten bei Babys können sich winzige Ablagerungen aus Talg und Schüppchen in einer Vertiefung des Nabels sammeln und ebenfalls stark riechen.
  • Pilzinfektion: Gelegentlich kann auch ein Pilz oder eine leichte Pilzinfektion im Bereich des Bauchnabels auftreten, insbesondere wenn dort länger Feuchtigkeit eingeschlossen ist. Ein solcher Pilzbefall ist gut behandelbar, sollte aber ärztlich bestätigt werden.
Illustration, die verschiedene Ursachen für Nabelgeruch bei Babys zeigt (z.B. Feuchtigkeit, Granulom)

Wann zum Arzt?

Wenn Sie unsicher sind, ob der Geruch noch im normalen Rahmen liegt, ist ein Besuch beim Kinderarzt ratsam. Insbesondere dann, wenn der Bauchnabel plötzlich deutlich stärker riecht oder sich sichtbar verändert, wie es bei einer Omphalitis der Fall sein kann.

Pflege und Vorbeugung

In vielen Fällen reichen einfache Maßnahmen aus, um unangenehmen Gerüchen vorzubeugen und die Heilung zu fördern:

  • Trockenheit und Sauberkeit: Halten Sie den Nabelbereich vor allem trocken und sauber. Nach dem Baden sollten Sie den Bereich vorsichtig trockentupfen und möglichst viel Luft daran lassen.
  • Verzicht auf Cremes und Öle: Produkte wie Creme, Öl oder Puder sind nicht geeignet, da sie die Haut verschließen und Gerüche sogar verstärken können.
  • Sanfte Reinigung: Wenn sich kleine Sekretreste sammeln, können Sie den Nabel vorsichtig mit abgekochtem Wasser oder Kochsalzlösung reinigen.
  • Behandlung von Nabelgranulomen: Ein Nabelgranulom sollte vom Kinderarzt behandelt werden; danach bessert sich der Geruch meist schnell.
  • Ruhe und Luftzirkulation: Damit der Nabel problemlos abheilt, braucht er vor allem Ruhe und Trockenheit. Viele Eltern kontrollieren einmal täglich, ob sich Feuchtigkeit oder Verkrustungen bilden.
  • Windel und Kleidung: Ein umgeschlagener Windelrand verhindert, dass der Nabel gereizt wird, und lockere Kleidung sorgt dafür, dass genügend Luft an den Bauchnabel gelangt.

Mit dieser sanften Pflege lässt sich unangenehmen Gerüchen in den meisten Fällen gut vorbeugen.

Pflege der Nabelschnur bei Babys und Neugeborenen | Pampers

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