Es ist ein häufiges Anliegen von stillenden und abpumpenden Müttern, wenn ihre abgepumpte Muttermilch nach dem Einfrieren und Wiederauftauen oder auch nach der Lagerung im Kühlschrank zu flocken beginnt. Dieses Phänomen kann verunsichern, da viele an den Anblick von homogenisierter Kuhmilch gewöhnt sind, die eine gleichmäßige, undurchsichtige Konsistenz aufweist. Die natürliche Muttermilch unterscheidet sich jedoch in ihrem Aussehen und ihrer Beschaffenheit.
Ursachen für flockige Muttermilch
Das Flocken oder Klumpen in abgepumpter Muttermilch ist in den meisten Fällen ein normales Vorkommnis und kein Grund zur Sorge. Die Hauptursachen hierfür sind:
Trennung von Fett und Wasser
Muttermilch ist nicht homogenisiert, was bedeutet, dass sich die verschiedenen Bestandteile, insbesondere das Milchfett, mit der Zeit absetzen können. Dies führt dazu, dass sich eine fetthaltige Schicht oben absetzt, während der untere Teil wässriger erscheint. Dieses Phänomen ist vergleichbar mit dem natürlichen Prozess bei nicht-homogenisierter Kuhmilch, bei der sich Rahm bildet.
Enzyme und Speichelreste
In einigen Fällen können Enzyme in der Muttermilch oder geringe Mengen an Speichelresten, die durch die natürliche Interaktion beim Stillen entstehen, ebenfalls zur Bildung von Flocken beitragen. Bei der Verwendung einer Pumpe besteht jedoch in der Regel kein direkter Kontakt der Brustwarze mit der Absaughaube, sodass Speichelreste, die von der Brust stammen, die Milch nicht verunreinigen.
Temperaturveränderungen
Schnelle oder starke Temperaturschwankungen, wie sie beim Einfrieren und Auftauen auftreten, können die Trennung der Milchbestandteile beschleunigen und das Flocken sichtbarer machen.
Richtige Lagerung und Handhabung von Muttermilch
Die korrekte Lagerung von abgepumpter Muttermilch ist entscheidend, um ihre Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Dabei sind verschiedene Zeiträume und Temperaturen zu beachten:
Aufbewahrung im Kühlschrank
- Frisch abgepumpte Muttermilch kann bei Raumtemperatur für 4 bis 8 Stunden aufbewahrt werden.
- Im Kühlschrank bei 4 bis 6 °C hält sich die Milch bis zu 3 Tage. Es wird jedoch empfohlen, sie im Kühlschrank nicht länger als 24 Stunden aufzubewahren, insbesondere wenn sie nicht sofort nach dem Abpumpen gekühlt wurde.
Einfrieren von Muttermilch
- In einem separaten Tiefkühlgerät bei konstant mindestens -19 °C kann Muttermilch bis zu 6 Monate gelagert werden.
- In einem Tiefkühlfach eines Kühlschranks mit eigenständiger Kühlung (bei dem die Tür häufig geöffnet wird) ist die Lagerzeit auf 3 Monate begrenzt, da die Temperatur hier nicht konstant bleibt.

Vorbereitung für die Lagerung
- Verwenden Sie für die Aufbewahrung saubere, ausgekochte Behälter aus Glas oder Kunststoff. Spezielle Plastikbeutel für Muttermilch, die direkt ans Pumpset angebracht werden können, minimieren das Risiko einer Verunreinigung.
- Frieren Sie die Milch in Mengen von 60 bis 120 Millilitern ein. Dies ermöglicht ein schnelles Auftauen und Aufwärmen und reduziert die Menge an übrig gebliebener Milch, die verworfen werden müsste.
- Lassen Sie beim Einfüllen etwa 2 Zentimeter Platz, damit sich die Milch beim Gefrieren ausdehnen kann, ohne die Behälter platzen zu lassen.
- Beschriften Sie die Behälter mit dem Datum des Abpumpens.
Zusatz von frischer zu gefrorener Milch
Frische Milch kann zu gefrorener Milch hinzugefügt werden, vorausgesetzt, die frische Milch wird zuerst abgekühlt und es ist weniger frische als gefrorene Milch vorhanden. Die obere Schicht der bereits gefrorenen Milch darf dabei nicht auftauen.
Auftauen und Erwärmen von Muttermilch
Das Auftauen und Erwärmen von Muttermilch erfordert ebenfalls Sorgfalt, um die Nährstoffe zu erhalten:
Auftauen
- Gefrorene Milch kann im warmen Wasserbad oder über Nacht im Kühlschrank aufgetaut werden.
- Frieren Sie einmal aufgetaute Milch nicht wieder ein.
Erwärmen
- Ist die Milch aufgetaut, muss sie sofort bis zum Verbrauch wieder in den Kühlschrank und kann dort ungeöffnet für 24 Stunden bei +4 °C aufbewahrt werden.
- Nach dem Öffnen des Gefäßes muss aufgetaute Muttermilch bei +4 °C aufbewahrt und innerhalb von 12 Stunden verbraucht werden.
- Reste einer erwärmten Muttermilchmahlzeit müssen weggeworfen werden.
- Erwärmen Sie die Milch auf Körper- oder zumindest auf Zimmertemperatur, bevor Sie Ihr Kind füttern. Ein 37 °C warmes Wasserbad oder ein Flaschenwärmer sind gut geeignet.
- Verwenden Sie keine Mikrowellengeräte zum Erwärmen, da dies zu ungleichmäßiger Erhitzung und Verbrennungen führen kann. Zudem kann der Gehalt an Abwehrstoffen (Immunglobulin A) und Lysozym beträchtlich sinken.
Expressing the First Milk (German) - Small Baby Series
Umgang mit flockiger, aufgetauter Milch
Wenn Sie feststellen, dass Ihre aufgetaute Muttermilch flockt, ist das kein Grund zur Panik. Aufgetaute Muttermilch kann seifig riechen oder eben flocken, was von den Kindern meist problemlos toleriert wird. Wenn sich der wässrige vom fetthaltigen Teil trennt, können Sie die Milch vorsichtig mischen oder schwenken, damit sich das Milchfett wieder verteilt. Durch kräftiges Schütteln vermischt sich alles zu einer homogenen Konsistenz.
Die meisten Menschen sind an den Anblick von homogenisierter Kuhmilch gewöhnt, die gleichmäßig weiß und undurchsichtig aussieht. Abgepumpte Muttermilch ist nicht homogenisiert und kann daher anders aussehen. Das bedeutet nicht, dass sie weniger Nährstoffe oder Fett enthält. Selbst die Milch von schlecht ernährten Müttern ist in Zusammensetzung und Energiegehalt kaum anders als die von gut ernährten Müttern.

Sollten Sie dennoch unsicher sein, ob die Milch noch gut ist, prüfen Sie den Geruch. Wenn die Milch nicht sauer riecht, ist sie in der Regel noch verwendbar. Die Flocken selbst sind harmlos und bestehen hauptsächlich aus Milchfett.
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