Erfahrungen mit der Frauenklinik Krüsmannklinik und der Hebammenstation

Die Frauenklinik Krüsmannklinik (auch als Frauenklinik West bezeichnet) und ihre Hebammenstation haben bei Patientinnen unterschiedliche Erfahrungen hervorgerufen, die von tiefer Zufriedenheit bis hin zu erheblicher Kritik reichen. Während einige die persönliche und individuelle Betreuung sowie die fachliche Kompetenz des Personals loben, berichten andere von Mängeln in der Organisation und im Umgang mit Patienten.

Individuelle Betreuung und fachliche Kompetenz

Viele Patientinnen heben die persönliche und individuelle Betreuung als herausragendes Merkmal der Krüsmannklinik hervor. Dies wird oft mit der überschaubaren Größe der Einrichtung in Verbindung gebracht, die es ermöglicht, stärker auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Frau einzugehen. Insbesondere die Betreuung durch Frau Dr. Mau wird mehrfach als sehr professionell, persönlich, nett, kompetent und einfühlsam beschrieben.

Ein wichtiger Aspekt, der viele Frauen überzeugt, ist die Betonung der natürlichen Geburt. Die Klinik legt Wert darauf, Patientinnen ausführlich über mögliche Schritte und Interventionen wie wehenfördernde Medikamente oder eine PDA aufzuklären. Dies ermöglicht eine informierte Entscheidungsfindung und stärkt das Vertrauen in den Geburtsverlauf.

In Situationen, die nicht reibungslos verlaufen, wie beispielsweise bei einem vorzeitigen Blasensprung und langwierigen Wehen, wird die hohe Kompetenz und das Engagement der Hebammen und Ärzte gelobt. Sie werden dafür verantwortlich gemacht, dass trotz erschwerter Umstände eine natürliche Geburt möglich war. Die Fähigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Gebärende sowie ihren Partner bis zum Schluss zu motivieren, wird besonders hervorgehoben.

Auch nach der Geburt, im Wochenbett, wird die Unterstützung durch das Personal der Neugeborenen-Station oft als sehr hilfsbereit und freundlich beschrieben. Einige berichten, dass ihnen am Anfang alles abgenommen wurde, was den Start ins neue Leben erleichterte.

Ein Bild einer Hebamme, die eine frischgebackene Mutter und ihr Baby auf der Wochenbettstation unterstützt.

Herausforderungen und Kritikpunkte

Trotz der positiven Erfahrungen gibt es auch wiederkehrende Kritikpunkte, die das Bild der Klinik trüben. Ein zentraler Punkt ist die Organisation und das Personalmanagement, insbesondere im Wochenbett.

Personal und Kommunikation

Ein wiederkehrender Vorwurf betrifft die Sprachkenntnisse einiger Pflegekräfte. Es wird berichtet, dass nicht alle Mitarbeiter akzentfreies Deutsch sprechen, was zu Verständigungsproblemen bei einfachen Anliegen wie der Bitte um Pflaster, Tee oder der Benennung eines Arztes führen kann. Dies wird als besonders beunruhigend empfunden, wenn es zu Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Schwestern und Ärzten kommt, was sich negativ auf die Medikamentenversorgung und das allgemeine Wohlbefinden auswirken kann.

Einige Patientinnen empfinden das Personal auf der Wochenbettstation als wenig hilfsbereit und berichten von negativen Reaktionen, wenn sie klingeln. Das Klingeln selbst wird als unerwünscht dargestellt, und das Holen von Milchfläschchen wird ebenfalls als problematisch beschrieben. In einigen Fällen wird sogar davon abgeraten, das Kind nachts im Kinderzimmer abzugeben, da die Nachtschwester als unfreundlich beschrieben wird und angeblich lieber skypte, anstatt sich um die Kinder zu kümmern.

Die Situation des Personalmangels wird von der Klinikleitung als Grund für die angespannten Verhältnisse genannt, was jedoch von Patientinnen als mangelnde Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern und als Rückfall in die "Massenabfertigung" interpretiert wird.

Ausstattung und Komfort

Die Ausstattung der Zimmer wird als eher spartanisch beschrieben. Kein WLAN, ein wenig praktikabler Fernseher und ein nicht sternewürdiges Essen sind Punkte, die einige Patientinnen bemängeln. Die Zimmer werden als nicht luxuriös empfunden.

Kritik gibt es auch an der Zimmerausstattung, insbesondere an den neuen, großen Fernsehern, die für zwei Patienten schwierig zu handhaben sind. Die fehlende Verfügbarkeit von Stühlen auf den Patientenzimmern wird als inakzeptabel empfunden, da diese nur für Privatzimmer vorgesehen seien. Ebenso wird die mangelnde Möglichkeit zur Selbstversorgung mit Snacks und Getränken bemängelt, da die Automaten nur zuckerhaltige Getränke anbieten.

Medizinische Aspekte und Patientensicherheit

Obwohl die medizinische Betreuung im Allgemeinen gelobt wird, gibt es auch Berichte über gravierende Versäumnisse, die die Patientensicherheit gefährden. Ein Fall beschreibt, dass bei einem Kind mit gestauten Nieren im Ultraschall und trotz täglicher Nachfragen der Ärzte keine ausreichende Untersuchung stattfand. Später wurde ein Megaureter mit vergrößerten Nierenbecken diagnostiziert. Ein anderer Fall schildert, dass ein Herzgeräusch und eine nicht messbare Pulsation in beiden Beinen bei einem Neugeborenen nicht erkannt wurden, was auf eine Aortenisthmusstenose hindeutete. Ebenso wurde das geringe Trinkverhalten des Kindes ignoriert. Die Patientin betont, dass es ein Wunder sei, dass das Kind keine Folgeschäden davontrug.

In einem anderen Fall wurde einer Mutter, die voll stillte, mitgeteilt, dass ihr Baby zugefüttert wurde, was sie stark verunsicherte und emotional belastete. Die mangelnde Empathie seitens der Schwester und die Aussage, dass alle Kolleginnen dies genauso handhaben würden, wird als sehr negativ bewertet.

Eine Infografik, die die durchschnittliche Anzahl der Geburten pro Jahr und die Rate der Kaiserschnitte in der Klinik darstellt.

Informationen und Veranstaltungen

Die Klinik bietet regelmäßig Informationsabende für werdende Eltern an. Dort wird über die Angebote der Klinik, Kursangebote und die Anmeldung zur Geburt informiert. Diese Abende beinhalten oft auch Kreißsaalführungen und die Möglichkeit, persönliche Fragen an Ärzte und Hebammen zu stellen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Anmeldung zur Geburt ab der 25. Schwangerschaftswoche erfolgen sollte.

München Klinik - Ein Überblick

Der Text enthält auch Informationen über die München Klinik im Allgemeinen, die mehrere Geburtskliniken betreibt. Hier werden die Standorte Schwabing und Harlaching als Perinatalzentren (Level 1) hervorgehoben, die Früh- und Risikogeborene versorgen. Die München Klinik Schwabing ist zudem als einzige Klinik in München als "babyfreundliche Geburtsklinik" zertifiziert, während das Perinatalzentrum Harlaching nach "Perizert" zertifiziert ist.

Die München Klinik betont ihren Anspruch auf eine sanfte Geburt in wohnlicher Atmosphäre, verbunden mit der Sicherheit einer modernen Hochleistungsklinik. Sie hebt ihre Erfahrung bei Risikoschwangerschaften, Mehrlingsgeburten und Frühgeburten hervor. Die Kliniken sind als baby- und familienfreundlich konzipiert, um eine enge Eltern-Kind-Bindung von Anfang an zu fördern.

Die dortigen Geburtskliniken verfügen über moderne Kreißsäle, die verschiedene Geburtspositionen ermöglichen und mit Hilfsmitteln wie Gebärhockern, Gymnastikbällen oder speziellen Seilen ausgestattet sind. Auch Gebärwannen und Entspannungsbäder stehen zur Verfügung. Die Schmerzbewältigung wird individuell besprochen, wobei neben Atemtechniken auch alternative Methoden wie Aromatherapie, Homöopathie und Akupunktur angeboten werden. Bei Bedarf stehen Medikamente oder eine PDA zur Verfügung, mit der Gewissheit, dass Anästhesisten und Kinderärzte jederzeit bereitstehen.

Die kontinuierliche Überwachung von Mutter und Kind während der Geburt mittels CTG ist Standard. Bei Geburtskomplikationen kann routinemäßig eingegriffen werden, auch per Kaiserschnitt, der als Routineeingriff mit modernen, schonenden Operationstechniken durchgeführt wird. Väter und andere Begleitpersonen sind willkommen, um das Geburtserlebnis im Sinne einer familienorientierten Geburtshilfe zu teilen.

Das Bonding nach der Entbindung wird großgeschrieben, indem das Neugeborene sofort auf den Bauch der Mutter gelegt wird, um eine enge Beziehung aufzubauen. Die München Klinik bietet auch eine Vielzahl von Veranstaltungen und Kursen an, wie z.B. Kennenlern-Abende, Kreißsaalführungen, Geburtsvorbereitungskurse, Schwangerenschwimmen und Stillkurse.

Die München Klinik berichtet von 5.944 Geburten im Jahr 2025, darunter 87 Zwillingspärchen und 55 Frühgeborene. Für 2026 sind Neubauten in Harlaching geplant, während die Klinik in Schwabing bereits 2024 in einen Neubau eingezogen ist. Beide Standorte sind als Perinatalzentren Level 1 klassifiziert.

ICD-Codes für Geburten

Die Entbindung wird nach ICD-10 und ICD-11 klassifiziert:

  • ICD-10: O80 (Spontangeburt), O81 (Zangen-/Vakuumextraktion), O82 (Sectio caesarea), O83 (Sonstige Maßnahmen), O84 (Mehrlingsgeburt)
  • ICD-11: JB20 (Spontangeburt), JB21 (Zangen-/Vakuumextraktion), JB22 (Sectio caesarea), JB23 (Sonstige Maßnahmen), JB24 (Mehrlingsgeburt)

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