Manche Menschen werden öfter fotografiert als andere, und zu manchen Fotomotiven fühlt man sich eher hingezogen als zu anderen. Genau so ist es mit schwarzen Frauen. Sie faszinieren uns, wenn wir Fotos von ihnen sehen, und sie werden so oft fotografiert, sie kommen auch in Filmen immer häufiger vor. In Europa sind Menschen schwarzer Hautfarbe noch immer etwas Besonderes. Man begegnet ihnen nicht oft, und ihr Anblick ist etwas anderes als die sonstigen Gesichter, die man sieht. Wir fürchten, was wir nicht kennen, und sind zugleich enorm davon fasziniert und angezogen. Schwarze Frauen sind damit vertraut und doch irgendwie etwas Besonderes, und besondere Menschen und Dinge will man fotografieren. Es hat einen Reiz, es hat Sexappeal, und wir können uns dem kaum erwehren. Sieht man Bilder einer wunderschönen schwarzen Frau, dann ist das wie der Anblick eines Strandes mit Palmen. Man kennt so etwas im Alltag nicht und es entspricht demnach auch nicht unserer Alltagserfahrung. Wir verbinden es mit Abenteuer, mit Urlaub, mit etwas, was sonst nicht passiert. Wir wollen aus den vorgegebenen Bahnen unseres Alltages ausbrechen, uns in eine andere Welt träumen und dort die Zeit mit einer Frau verbringen, die wir so noch nie hatten, noch nie gesprochen haben oder vielleicht sogar noch nie so auch nur angeschaut haben.
Aber man muss gar nicht so tief blicken, um einen Grund zu finden, warum solche Frauen gerne und oft fotografiert werden. Eine dunkle und braune Haut ist einfach ein Zeichen von Gesundheit, von Kraft, angenehm anzuschauen. Auf weißer Haut sieht man viel eher Adern, Irritationen, Flecken und dergleichen. Ganz gleich, was die dunkle Hautfarbe auch sonst alles bedeuten mag in der Fantasie, so ist es allein ein schöner Anblick, ein Anblick der Gesundheit und im gewissen Sinne der Makellosigkeit. Frauen sind ohnehin ein schöner Anblick, und das gilt geschlechterübergreifend. Sowohl Männer als auch andere Frauen sehen eine schöne Frau gerne an.

Schwarze Frauen kennenlernen kann man natürlich auch, auch wenn solche Frauen nicht häufig in Europa vorkommen. Und doch kann man es und sich dann selbst von ihrer Schönheit überzeugen. Es ist wichtig, im Leben neue Dinge auszuprobieren, einfach etwas, was man noch nie hatte, noch nie gemacht und noch nie gesehen hat. Fotos sind nun mal das eine, aber etwas oder jemanden unter realen Umständen zu sehen und diese Exotik und Makellosigkeit zu sehen, das ist etwas ganz anderes und noch mal um einen wesentlichen Faktor aufregender.
Der "Schön-ist-gut-Effekt" und seine Auswirkungen
Wer attraktiv ist, gilt oft als klüger, hat gesellschaftlich mehr Erfolg und die besseren beruflichen Chancen. Der vermeintliche Zusammenhang zwischen "gut und schön" hat aber keinerlei reale Berechtigung, er basiert auf Vorurteilen und ist vor allem eins: unfair! Trotzdem ist der so genannte "Schön-ist-gut-Effekt" nicht einfach auszuradieren. Ulrich Rosar erklärt, dass wir in gewisser Weise Sklaven dieses Effekts sind, da wir gezwungen sind, in unserer komplexen Welt zu kategorisieren und quasi in Schubladen zu denken, um uns orientieren zu können. Dennoch sind wir keine Marionetten eines Schönheitsdiktats und können dem "Vorurteil Schönheit" entgegensteuern.
Anjan Chatterjee, Professor für Neurowissenschaften an der University of Pennsylvania, erforscht, was in unseren Gehirnen geschieht, wenn wir schöne Menschen sehen und wie der "Schön-ist-gut-Effekt" zustande kommt. Er sagt, dass Menschen auf Schönheit reagieren, selbst wenn sie sich dessen gar nicht bewusst sind. Um diesen Effekt zu verändern, müssen wir uns solcher Fehlannahmen bewusst werden, wobei die Medien eine große Rolle spielen. Das menschliche Gehirn hat genug Kapazitäten, um besser zu reagieren, wenn der Mensch es nur will. Gesellschaftlich spräche vieles dafür, dass sich unsere Schönheitsideale lockern, da wir heute mit viel diverseren Gruppen von Menschen konfrontiert sind und damit auch mit ganz verschiedenen Schönheitsidealen.

Schwarz-Weiß-Fotografie: Ausdrucksstärke und Charakter
Ein Schwarz-Weiß-Portrait wirkt vielfach kraftvoller und ausdrucksstärker als normale Farbbilder. Die Abwesenheit von Farbe scheint es uns zu ermöglichen, tiefer in die Seele des Models zu sehen und den wahren Charakter zu enthüllen. Schwarz-Weiß-Porträts haben oft eine zeitlose Qualität, die zur Ausdruckskraft des Porträts beiträgt. Sie vermitteln eine unvergleichliche Stimmungslage, die über die Farbfotografie hinausgeht, und priorisieren Ausdrücke, Bewegungen und andere Feinheiten des Motivs.
Das Arbeiten in Schwarzweiß ist jedoch eine Herausforderung und erfordert eine sorgfältige Aufmerksamkeit und Vorbereitung. Schatten und Licht haben bei Schwarz-Weiß-Bildern einen viel stärkeren Einfluss. Um zu vermeiden, dass Bilder im Nachhinein ganz anders aussehen als gedacht, ist ein "Schwarz-Weiss-Mindset" vom Posing über die Belichtung bis zur Bildkomposition notwendig.
Kameraeinstellungen und Beleuchtung für Schwarz-Weiß-Porträts
Beim Fotografieren von Porträts kann es hilfreich sein, das Model von seinem Hintergrund zu trennen, um es hervorzuheben und einen wunderschönen Bokeh-Effekt zu kreieren. Eine Blende von f/1.8 bis f/2.5 eignet sich dafür gut, da ein weicher Hintergrund mögliche Ablenkungen vom Model beseitigt und in Schwarz-Weiß fantastisch aussieht.
Nachts oder an Orten mit geringer Lichtquelle kann mit hohen ISO-Werten experimentiert werden. Das Rauschen, das dabei entstehen kann, erzeugt ein raues, film-ähnliches Aussehen und darf auch mal etwas körnig werden. Die Belichtung der Bilder hängt ganz von der Geschichte ab, die erzählt werden soll. Das Experimentieren mit weniger Lichtquellen und mehr Schatten kann für dramatischere Atmosphären sorgen, während hellere Orte für hellere Stimmungen geeignet sind.

Die Bedeutung von Posing und Ausdruck
Die Pose ist zu 85 % wichtiger als die Kamera, wenn es darum geht, ein überzeugendes Foto zu erzielen. Frauen können mit Posen Selbstvertrauen, Eleganz, Verspieltheit oder Stärke vermitteln. Eine leichte Drehung des Körpers von der Kamera weg, der Blick über die Schulter mit einem sanften Lächeln, das Stecken der Hände in die Hosentaschen, das Anlehnen mit einem Ellbogen auf dem Knie oder das Auflegen einer Hand auf die Hüfte sind nur einige der Techniken, um schmeichelhafte Silhouetten und eine natürliche Haltung zu erzeugen.
Das Spielen mit dem Haar, das Anlegen einer Strähne hinter das Ohr oder das lockere Verschrenken der Arme vor dem Körper sind weitere Möglichkeiten, um Selbstbewusstsein und Entspannung auszudrücken. Sich mit dem Rücken zur Kamera zu drehen und leicht zu neigen oder zu bewegen, kann ebenfalls interessante Perspektiven schaffen. Das Legen der Hände auf das Gesicht, das Berühren des Kinns oder der Lippen lenkt den Fokus auf das Gesicht. Das Verlagern des Gewichts auf ein Bein und das leichte Drehen des Körpers zur Erzeugung einer S-Kurve verleiht eine schmeichelhafte Silhouette und eine anmutige Haltung.
Die besten Fotos sind nicht immer geplant. Authentische und dynamische Aufnahmen entstehen oft im Moment des Lachens, beim Richten der Haare oder beim Gehen. Es ist wichtig, sich vor der Kamera zu entspannen, tief durchzuatmen und die Schultern zu lockern, um Steifheit entgegenzuwirken. Das Denken an etwas Gutes kann ebenfalls helfen, die beste Aufnahme zu erzielen.
How to POSE like a SUPERMODEL. POSING TUTORIAL from a MODEL.
Nachbearbeitung: Das Potenzial von Schwarz-Weiß entfesseln
Die wahre Magie bei Schwarz-Weiß-Porträts entsteht oft in der Nachbearbeitung. Ein mattes Aussehen nach dem Entzug der Farbe kann durch die Anwendung von Filtern, wie dem grünen Filter in Photoshop, verbessert werden. Dieser verbessert jede Hautfarbe, verdunkelt Texturen und verleiht dem gesamten Foto mehr Kontrast. Ähnliche Werkzeuge stehen in Lightroom unter der Gradationskurve zur Verfügung, wo durch das Anpassen von Reglern die Schatten vertieft und die Glanzlichter aufgehellt werden können.
Das Hinzufügen von Körnung kann den Fotos ein film-ähnliches Aussehen verleihen, wobei feinkörnige oder staubige Texturen besonders beeindruckend wirken. Die Verwendung von Schwarz-Weiß-Lightroom-Presets oder Photoshop-Actions kann Zeit sparen und den Stil anderer Fotografen imitieren. Beim Fotografieren von Schwarz-Weiß-Porträts sollte weniger auf technische Perfektion als vielmehr auf die Erfassung von Stimmung, Drama, Emotionen und sogar Fehlern geachtet werden.
Die Augen sind der wichtigste Teil der meisten Porträts, besonders in Schwarz-Weiß. Ohne Farbe zerfällt ein Bild oft in geometrische Formen, aber Augen sind Formen, die jeder erkennt und die sich für den Betrachter sofort in den Mittelpunkt stellen. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Augen des Models hell und strahlend aussehen, um die Fotos auffälliger und wirkungsvoller zu machen.
Ein Mangel an Farbe ermöglicht es anderen Elementen, wie Texturen, Ausdrücken und dem negativen Raum, gesehen und geschätzt zu werden. Falten, Sommersprossen oder Stoff erzählen in Schwarz-Weiß eine ganz eigene Geschichte. Ausdrücke verleihen jedem anderen Teil des Fotos Tiefe. Beim Fotografieren ist es wichtig, auf diese Dinge zu achten, da sie die Posen des Models und die Komposition ergänzen. Es ist ratsam, in Schwarz-Weiß zu denken, wenn man versucht, auf interessante Objekte zu achten, die in die Portraits mit einfließen sollen, da Dinge, die in Farbe ansprechend aussehen, in Schwarz-Weiß vielleicht nicht so gut aussehen oder umgekehrt.

Für viele Fotografen ist Schwarz-Weiß mehr als eine kreative Wahl in der Nachbearbeitung; es ist eine Denkweise. Beim Fotografieren eines Schwarz-Weiß-Bildes kann man dessen gute Eigenschaften bereits im Voraus erahnen. Wenn man sich nicht vorstellen kann, wie ein Bild in Schwarz-Weiß aussehen könnte, kann man die Kamera auf die Schwarz-Weiß-Einstellung umschalten. Es ist jedoch ratsam, die Bilder im RAW-Format aufzunehmen, da alle Farbdaten erhalten bleiben und in Programmen wie Adobe Lightroom oder Adobe Camera Raw zurückgesetzt werden können, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie ein Bild in Schwarz-Weiß aussehen wird.