Manche Babys haben einen größeren Kopf als andere. Der Sohn von Paris Hilton ist ein berühmtes Beispiel. Eltern sind stolz auf ihre Kinder und möchten ihre Freude gerne mit anderen teilen. Paris Hilton, die Erbin eines Hotelimperiums, ist da keine Ausnahme. Regelmäßig postet sie Bilder auf Instagram, auf dem sie mit ihrem kleinen Sohn Phoenix zu sehen ist. Ein Bild zeigt den neugierigen Blick des Babys, während es auf ihrem Schoß sitzt. Ein unschuldiges und niedliches Bild, doch in den Kommentaren unter dem Foto gab es gemeine Bemerkungen. Einige Kommentatoren äußerten sich abfällig über die Form des Kopfes des Babys, der angeblich zu groß und unförmig sei. Es wurde sogar behauptet, dass das Baby einen Wasserkopf habe oder anderweitig krank sei.
Hilton wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, dass sie mit ihrem Sohn selbstverständlich beim Arzt gewesen sei und es ihm bestens gehe. Es ist sowohl riskant als auch respektlos, Ferndiagnosen zu stellen, insbesondere bei einem wehrlosen Baby.

Was ist Makrozephalie?
Tatsächlich gibt es jedoch das Phänomen, dass Babys einen überdurchschnittlich großen Kopf haben können. Es kann vorkommen, dass Babys einen überdurchschnittlich großen Schädel haben, was als Makrozephalie bezeichnet wird. Diese kann entweder normal sein oder durch Krankheiten verursacht werden.
Arten der Makrozephalie
Es gibt zwei Arten von Makrozephalie:
- Verhältnismäßige Makrozephalie: Bei dieser Form passt der große Kopf zum großgewachsenen Körper des Kindes. Viele Kinder mit einem größeren Schädel sind gesund.
- Unverhältnismäßige Makrozephalie: Hier steht der große Kopf nicht im Verhältnis zum normalgewachsenen Körper.
Ursachen für einen überdurchschnittlich großen Kopf
Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung eines unverhältnismäßig großen Kopfes:
Ansammlung von Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Hydrozephalus)
Eine häufige Ursache ist die Ansammlung von überschüssiger Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit im Gehirn, die nicht abfließen kann. Dieser Zustand wird als Hydrozephalus bezeichnet und kann durch Geburtsfehler oder Hirntumore verursacht werden.
Vergrößerte Gehirngröße (Megalenzephalie)
Eine andere Ursache für eine vergrößerte Kopfgröße kann eine vergrößerte Gehirngröße sein, was als Megalenzephalie bezeichnet wird. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Wenn keine Erkrankung vorliegt, die der vergrößerten Gehirngröße zugrunde liegt, ist in der Regel keine Behandlung erforderlich.
Familiäre Makrozephalie
Viele Menschen mit großen Köpfen oder Schädeln sind gesund. Die häufigste Ursache einer Makrozephalie ist die familiäre Makrozephalie, bei der aufgrund der Merkmale des Schädels und des Gehirnwachstums eine größere Kopfgröße in der Familie des Kindes liegt. In solchen Fällen liegt die Veranlagung für den großen Kopf einfach in der Familie und ist genetisch bedingt.
Andere Ursachen
Eine abnorme Makrozephalie kann gegebenenfalls aufgrund eines vergrößerten Gehirns (Megalenzephalie), von Flüssigkeit im Gehirn (Hydrozephalus), einem übermäßigen Wachstum der Schädelknochen (kraniale Hyperostose) oder aufgrund anderer Erkrankungen entstehen. Diese Erkrankungen sind möglicherweise das Ergebnis genetischer Störungen oder von Störungen, die vor oder nach der Geburt entstehen.

Diagnose der Makrozephalie
Die Diagnose der Makrozephalie kann auf verschiedene Weisen erfolgen:
Vor der Geburt
Vor der Geburt kann ein Arzt oder eine Ärztin mithilfe eines Ultraschalls im späten zweiten oder frühen dritten Trimester feststellen, ob das Kind einen überdurchschnittlich großen Kopf hat. Vor der Geburt wird die Diagnose manchmal anhand einer routinemäßigen pränatalen Ultraschalluntersuchung zum Ende des zweiten Trimesters oder zu Anfang des dritten Trimesters gestellt.
Nach der Geburt
Nach der Geburt kann der Kopfumfang gemessen werden, um weitere Informationen zu erhalten. Eine Makrozephalie wird diagnostiziert, wenn der Kopfumfang deutlich größer als der Normalbereich für Kinder gleichen Geschlechts, Alters und der gleichen ethnischen Gruppe in der Region ist, in der das Baby lebt. Bei der Diagnose beziehen die Ärzte auch den Kopfumfang der Eltern und Großeltern des Säuglings mit ein, weil leicht größere Kopfumfänge vererbbar sind.
Bildgebende Verfahren
Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) kann der Mediziner oder die Medizinerin Hirnanomalien beim Neugeborenen analysieren und bei Bedarf Bluttests und andere Untersuchungen durchführen. Wenn die Makrozephalie bereits bei der Geburt vorliegt, führen Ärzte in der Regel Ultraschalluntersuchungen vom Kopf des Neugeborenen durch, um nach Hydrozephalus, großen Zysten oder anderen Massenläsionen zu suchen, und manchmal ordnen sie CT-Scans vom Kopf des Neugeborenen an, um die Schädelknochen zu untersuchen. Ein Facharzt hilft jedoch, festzustellen, wann eine MRT-Aufnahme des Gehirns durchgeführt werden muss, um nach anderen Auffälligkeiten im Gehirn zu suchen.
Genetische Untersuchung
In einigen Fällen können auch die Eltern des Kindes untersucht werden, um die Ursachen für den großen Kopf zu ermitteln. Ein Baby mit diesem Geburtsfehler kann von einem Genetiker untersucht werden. Es können Gentests an einer Blutprobe des Babys durchgeführt werden, um nach Chromosomen- und Genanomalien zu suchen. Mit diesen Tests kann festgestellt werden, ob eine bestimmte genetische Störung die Ursache ist und andere Ursachen ausgeschlossen werden können.
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Behandlung der Makrozephalie
Die Behandlung der Makrozephalie hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab:
Keine Behandlung bei familiärer Makrozephalie
Bei Kindern mit familiärer Makrozephalie ist eine Behandlung nicht notwendig. In solchen Fällen liegen keine Anomalien, Komplikationen oder Entwicklungsstörungen vor, und die Veranlagung für den großen Kopf ist genetisch bedingt.
Chirurgische Eingriffe bei abnormer Makrozephalie
Die meisten Kinder mit einer auffälligen Makrozephalie werden chirurgisch behandelt, wenn sich die Erkrankung verschlimmert oder wenn sie auch einen Hydrozephalus oder eine Massenläsion haben. Eine Operation wird durchgeführt, um die Funktion wiederherzustellen und das Erscheinungsbild zu verbessern.
Therapie bei genetischen Störungen oder Krankheiten
Wenn genetische Störungen oder andere Krankheiten die Ursache für die Vergrößerung des Kopfes sind, kann eine Therapie erforderlich sein. Bei einem "Wasserkopf" kann zum Beispiel eine Spinalpunktion durchgeführt werden, bei der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit entnommen wird, um den Druck im Gehirn zu normalisieren. Alternativ kann auch ein dauerhafter Abfluss, ein sogenannter Shunt, angelegt werden.
Frühförderung bei Entwicklungsverzögerungen
Mit Ausnahme von familiärer Makrozephalie können Kinder mit anderen Formen von Makrozephalie Entwicklungsverzögerungen zeigen. Entwicklungsbezogene Unterstützungsangebote, die als Frühförderung bekannt sind, helfen Kindern mit Makrozephalie oft, ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten maximal auszubauen.
Fetale Makrosomie: Ein überdurchschnittlich großes Baby
Manchmal werden Säuglinge geboren, die bereits bei ihrer Geburt vier Kilogramm wiegen oder mehr. Für diese Kinder kann der Start ins Leben herausfordernd sein. In Deutschland liegt das Durchschnittsgewicht der Neugeborenen zwischen 3.200 und 3.600 Gramm. Zwischen 2.800 und 4.200 Gramm liegt das Normalgewicht. Hat ein Baby ein Geburtsgewicht von über vier Kilo, gilt es als makrosom.
Ursachen für fetale Makrosomie
Der größte Risikofaktor für ein großes Baby ist Schwangerschaftsdiabetes oder bereits bestehender Diabetes. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass dein Baby schwer sein wird, wenn du:
- einen hohen Body-Mass-Index (BMI) zu Beginn der Schwangerschaft hast
- weit über dem errechneten Geburtstermin bist
- während der Schwangerschaft viel zugenommen hast
- eine genetische Veranlagung zum Übergewicht hast
- über 35 Jahre alt bist
- einen Jungen erwartest, denn typischerweise werden männliche Babys größer als Mädchen
Es gibt keine eindeutigen Ursachen für fetale Makrosomie. Nicht jede schwangere Frau, die unter Diabetes leidet und übergewichtig ist, bringt ein überdurchschnittlich schweres Baby zur Welt. Fetaler Makrosomie kann somit nicht gezielt vorgebeugt werden. Wenn du Diabetespatientin bist, solltest du deine Blutzuckerwerte regelmäßig kontrollieren und die vorgeschriebene Diät einhalten. Versuche zudem, die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft auf einem normalen Level zu halten.
Feststellung der fetalen Makrosomie vor der Geburt
Ob dein Baby bei der Geburt ein überdurchschnittliches Gewicht haben wird, lässt sich kaum feststellen, solange es noch im Mutterleib ist. Ultraschalltests können Hinweise auf eine Makrosomie geben, dennoch weichen die Ergebnisse von der Realität oft ab. Der Verdacht besteht, wenn du während der Schwangerschaft sehr viel zugenommen hast und dein Bauchumfang überdurchschnittlich gewachsen ist. Sollte alles darauf hindeuten, dass dein Baby bei der Geburt extrem groß sein wird, so wird dein Arzt die Blutzuckerwerte im Hinblick auf Schwangerschaftsdiabetes bei der Schwangerschaftsvorsorge verstärkt kontrollieren.
Folgen der fetalen Makrosomie auf die Geburt
Ein großes Baby kann vaginal geboren werden. Jedoch kann es, je nach Größe, zu Komplikationen kommen. Bei dem Verdacht auf fetale Makrosomie werden die Ärzte und Hebammen in der Klinik dir bei einem Geburtsplanungsgespräch Empfehlungen aussprechen. In der Regel kann ein Baby bei einem Gewicht bis zu 4200 Gramm natürlich entbunden werden. Wenn der Säugling jedoch größer und schwerer geschätzt wird, so kommt es auf den Körperbau der Schwangeren an. Mögliche Geburtsrisiken sind:
- Geburtsverletzungen: Der Geburtskanal und die Gebärmutter können während der Geburt stark verletzt werden. Auch ein Dammriss ist bei großen Babys wahrscheinlicher.
- Schulterdystokie: Das Baby läuft Gefahr, während der Geburt mit den Schultern stecken zu bleiben.
- Verstärkte Nachblutungen: Durch mögliche Geburtsverletzungen kann es zu starken Nachblutungen kommen.
Leider kann die fetale Makrosomie erhebliche Spätfolgen für dein Kind bedeuten. Wie stark die Folgen ausgeprägt sind, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Dazu gehören:
- Unterzuckerung des Kindes aufgrund der fehlenden Glukosezufuhr durch die Mutter, aber die weitere Insulinausschüttung durch die Bauchspeicheldrüse
- Herzfehler aufgrund von Ablagerungen von Fett und Glukose
- Körperliche Verletzungen aufgrund der Gefahr des Steckenbleibens bei einer vaginalen Geburt
