Fiebersaft für Kleinkinder: Anwendung, Wirkstoffe und wichtige Hinweise

Fiebersaft stellt eine beliebte und oft gut verträgliche Option zur Fieber- und Schmerzlinderung bei Kleinkindern dar. Seine einfache Anwendung, oft verbunden mit angenehmen Geschmacksrichtungen, macht ihn für Eltern attraktiv. Dennoch ist die richtige Anwendung und die Wahl des passenden Präparats entscheidend, um die Gesundheit des Kindes zu gewährleisten.

Wann ist Fiebersaft für Kleinkinder geeignet?

Fiebersaft kann bei Bedarf sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen eingenommen werden. Eltern kleiner Kinder verabreichen ihn gern, da er in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten wird und dem Nachwuchs daher oft gut schmeckt. Für Säuglinge eignen sich meist Zäpfchen besser, da sie schneller zu verabreichen sind und sich die Säuglinge möglicherweise gegen die Gabe des Saftes wehren. Gerade im jungen Säuglingsalter können die Kleinen noch nichts außer Muttermilch schlucken, weshalb ein Fieberzäpfchen die bessere Wahl sein kann. Auch dann, wenn das Kind erbricht oder an Durchfall leidet, kann sich der Wirkstoff im Fiebersaft nicht oder nur unvollständig entfalten. Saft bietet sich an, sobald die Kinder richtig schlucken können und kooperieren. Den meisten kleinen Patienten schmeckt er aufgrund des Geschmacks, z. B. Erdbeere oder Orange, was die Einnahme deutlich einfacher macht.

Illustration eines Kindes, dem ein Elternteil Fiebersaft mit einer Dosierspritze verabreicht.

Welche Wirkstoffe sollte der Fiebersaft für Kinder enthalten?

Die meisten Fiebersäfte für Kleinkinder basieren auf den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen. Beide Wirkstoffe sind dafür bekannt, Fieber zu senken und Schmerzen zu lindern. Ibuprofen hat zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung.

  • Paracetamol ist in der Regel Mittel der ersten Wahl für die ganz Kleinen.
  • Ibuprofen ist ab einem Alter von 3 Monaten und einem Gewicht ab 6 Kilogramm zugelassen. Ein Beispiel hierfür ist der Ibuflam Kindersaft 2% gegen Fieber und Schmerzen (100 ml).

Wichtiger Hinweis: Verabreichen Sie Ihrem Kind kein ASS (Acetylsalicylsäure). Bitte geben Sie den Fiebersaft nur dann noch einmal, wenn das Kind den Saft ausspuckt, ohne ihn zuvor geschluckt zu haben. Andernfalls riskieren Sie eine Überdosierung.

Wie schnell wirkt Fiebersaft und wie oft darf er verabreicht werden?

Erste Anzeichen einer Linderung sollten nach spätestens 30 Minuten erkennbar sein. Den maximalen Wirkspiegel entfaltet der Saft nach ein bis zwei Stunden. Es ist wichtig zu bedenken, dass das Mittel lediglich das Fieber senkt, jedoch nicht die zugrundeliegende Ursache, wie z. B. einen Infekt, bekämpft. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte das Kind unbedingt einem Arzt vorgestellt werden.

In der Regel wirkt das Präparat für sechs Stunden. Zwischen den Gaben von Paracetamol oder Ibuprofen sollte demnach ein Abstand von mindestens sechs Stunden liegen. Dementsprechend dürfen Sie den Saft maximal viermal innerhalb von 24 Stunden verabreichen.

Bei hohem und schnell wieder steigendem Fieber verschreiben Kinderärzte bisweilen Paracetamol und Ibuprofen im Wechsel, um den zeitlichen Abstand der Medikamentengabe zu reduzieren. Diese Anwendung sollte jedoch nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Der Wirkstoff kann mit einem leeren Magen schneller vom Körper aufgenommen werden. Verabreichen Sie ihn daher 30 Minuten vor oder eine Stunde nach dem Essen.

Was ist Fieber und wie wird es gemessen?

Vereinfacht gesagt, reagiert unser Körper auf das Eindringen von Bakterien und Viren mit Fieber als natürlichem Schutzmechanismus. Krankheitserreger vermehren sich bei Temperaturen von mehr als 37 Grad Celsius nur schwer, weshalb der Körper als Reaktion auf den „Angriff“ der Keime mit einem Temperaturanstieg reagiert. Am verlässlichsten messen Sie die Körpertemperatur mit einem Fieberthermometer im After.

Die normale Körpertemperatur bei Kindern liegt zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Beachten Sie, dass sich die Körpertemperatur durch Toben und warme Kleidung kurzzeitig auch einmal erhöhen kann.

  • Bei Säuglingen sprechen Ärzte ab 38 Grad Celsius von Fieber.
  • Bei Kleinkindern wird Fieber ab 38,5 Grad Celsius diagnostiziert.

Meist sind die Kleinen dann auch müde, fühlen sich abgeschlagen und matt.

Infografik, die die normalen und fiebrigen Temperaturbereiche für Säuglinge und Kleinkinder darstellt.

Dosierung und Anwendungshinweise

Vor der ersten Gabe sollten Sie unbedingt die Anordnungen vom Arzt und/oder die Hinweise auf der Packungsbeilage beachten, da die Wahl des Präparats vom Alter und Gewicht des kleinen Patienten abhängt. Vor Gebrauch sollte die Flasche kräftig geschüttelt werden, damit sich der Wirkstoff gleichmäßig verteilen kann.

Die Dosierung erfolgt in der Regel mit einer Dosierspritze oder einem Messbecher, je nach Medikament. Die genaue Einzeldosis ist vom Alter und Körpergewicht des Kindes abhängig. Um eine Überdosierung und falsche Einnahme zu vermeiden, ist es sehr wichtig, sich immer an die Angaben in der Packungsbeilage zu halten. Die Packungsbeilage enthält detaillierte Angaben zur korrekten Einnahme.

Beispiel für die Dosierung von Nurofen® Junior Fieber- und Schmerzsaft 40 mg (pro 10 kg Körpergewicht 200 mg Ibuprofen):

  • Säuglinge zwischen 6 und 11 Monaten (Körpergewicht 7 bis 9 kg): 1,25 ml (entspricht 50 mg Ibuprofen)
  • Kleinkinder zwischen 1 und 3 Jahren (10 bis 15 kg): 2,5 ml
  • Kinder zwischen 4 und 5 Jahren (16 bis 19 kg): 3,75 ml
  • Kinder zwischen 6 und 9 Jahren (bis 29 kg): 5 ml
  • Kinder bis 12 Jahre (bis 40 kg): 7,5 ml

Nach Einnahme der maximalen Einzeldosis sollte mindestens 6 Stunden bis zur nächsten Einnahme gewartet werden.

Wann sollte Fiebersaft nicht angewendet werden (Gegenanzeigen)?

Fiebersaft sollte nicht eingenommen werden, wenn das Kleinkind an bestimmten Vorerkrankungen leidet. Dazu gehören:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol)
  • Blutbildungsstörungen
  • Geschwüre im Verdauungstrakt, auch in der Vorgeschichte
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt, auch in der Vorgeschichte
  • Aktive Blutungen, wie Hirnblutungen
  • Stark eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion
  • Schwere Herzschwäche
  • Schwerer Flüssigkeitsmangel (Dehydratation)
  • Im letzten Drittel der Schwangerschaft

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Entzündlichen Darmerkrankungen in der Vorgeschichte (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Bluthochdruck
  • Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, Mischkollagenose)
  • Stoffwechselkrankheiten wie Porphyrie
  • Direkt nach größeren Operationen
  • Windpocken (Varizelleninfektion)

Sprechen Sie bei Vorerkrankungen oder Unsicherheiten unbedingt mit Ihrem Kinderarzt oder Apotheker.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Fiebersäfte können mit anderen Medikamenten interagieren. Eine gleichzeitige Anwendung mit anderen nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAR) sollte vermieden werden. Vorsicht ist geboten bei der Einnahme von:

  • Gerinnungshemmern (z. B. Warfarin)
  • Blutdrucksenkern (z. B. ACE-Hemmer)
  • Entwässerungsmitteln
  • Kortisonpräparaten
  • Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI)
  • Herzmedikamenten wie Digoxin
  • Epilepsie-Medikamenten wie Phenytoin
  • Medikamenten zur Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Lithium
  • Methotrexat
  • Ciclosporin
  • Tacrolimus
  • Antibiotika (Chinolon-Antibiotika)
  • Antipilzmitteln (Voriconazol, Fluconazol)

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker immer über alle Medikamente, die Ihr Kind einnimmt, um mögliche Wechselwirkungen auszuschließen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft: Die Einnahme von Ibuprofen ist im letzten Drittel der Schwangerschaft kontraindiziert. In den ersten beiden Dritteln sollte die Anwendung nur nach ärztlicher Rücksprache und bei zwingender Notwendigkeit erfolgen. Die niedrigste wirksame Dosis sollte über den kürzestmöglichen Zeitraum angewendet werden.

Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.

Wichtige Hinweise für die Anwendung

Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat sollte das Arzneimittel nicht länger angewendet werden, als in der Packungsbeilage vorgeschrieben.

  • Fiebersaft enthält oft Sorbitol und Natrium.
  • Bei der Anwendung von Ibuprofen wurde über schwere Hautreaktionen berichtet. Bei Auftreten von Hautausschlag, Schwellungen oder Atemproblemen ist die Anwendung sofort abzubrechen und ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Ibuprofen kann Anzeichen von Infektionen verdecken. Wenn sich die Infektionssymptome verschlimmern, konsultieren Sie unverzüglich einen Arzt.
  • Es besteht ein Risiko für Nierenfunktionsstörungen bei dehydrierten Kindern und Jugendlichen.
  • Bei längerer Anwendung ist eine regelmäßige Überwachung der Leberwerte, Nierenfunktion und des Blutbildes ratsam.
  • Der Konsum von Alkohol sollte während der Behandlung vermieden werden, da dies Nebenwirkungen verstärken kann.
  • Bewahren Sie das Arzneimittel immer für Kinder unzugänglich auf.
  • Nach Anbruch ist der Saft oft für sechs Monate haltbar (Herstellerangaben beachten).

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

Wieso bekommst du Fieber? - Löwenzahn - ZDFtivi

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