Benedikt Bernd übernimmt die Leitung der Werkstatt in Bad Sobernheim
BAD SOBERNHEIM. Mit Engagement und klaren Vorstellungen hat Benedikt Bernd die Leitung der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Bad Sobernheim übernommen. Zuvor war er als Teamleiter in der Tagesförderstätte in Bad Kreuznach tätig. Der 40-jährige Erzieher bringt neben einem Master in Gesundheits- und Sozialwissenschaften auch wertvolle Erfahrungen in der Begleitung und Förderung von Menschen mit Behinderung mit.
Der Wechsel in die Werkstatt markiert nach 10 Jahren in der Tagesförderstätte einen bewussten nächsten Karriereschritt. Sein Ziel ist die Weiterentwicklung des Standorts und dessen zukunftsfähige Strukturierung. Dabei liegt sein Fokus nicht nur auf organisatorischen Aspekten, sondern vor allem auf der Schaffung guter Rahmenbedingungen für die Menschen, die hier arbeiten, lernen und ihren Arbeitsalltag gestalten.

Benedikt Bernd, der seinen Zivildienst im Bodelschwingh Zentrum in Meisenheim absolvierte, betont die Bedeutung der Werkstatt als einen wichtigen Ort der Teilhabe am Arbeitsleben. Sie bietet Menschen, die aufgrund der Art oder Schwere ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, berufliche Bildung, Beschäftigung und individuelle Förderung. Die Werkstatt in Bad Sobernheim richtet sich an Menschen mit geistiger Behinderung und Lernbeeinträchtigung. Darüber hinaus gibt es ein spezielles Angebot für Menschen mit dem Prader-Willi-Syndrom.
Vielfältige Tätigkeitsfelder und Weiterentwicklung der Infrastruktur
Ein Schwerpunkt der Tätigkeiten in der Werkstatt liegt im Bereich der Konfektionierung, Verpackung und des Versands von pharmazeutischen Artikeln. Weitere Berufsfelder umfassen die Industriemontage, den Bewirtschaftungsdienst oder den Pfortendienst. Perspektivisch ist auch eine „Grüne Truppe“ für die Pflege von Außenanlagen geplant.
Aktuell finden größere und kleinere Baumaßnahmen statt, unter anderem im Seminarraum. Dieser wurde neu gestrichen, frisch bestuhlt und erhielt einen neuen Boden. In diesem Raum sollen künftig interne und externe Schulungen abgehalten werden. Der neue Boden eignet sich zudem für praktische Schulungen am Hubwagen.

Multiprofessionelles Team und Tag der offenen Tür
Derzeit werden etwa 65 Beschäftigte von einem multiprofessionellen Team begleitet. Dieses Team besteht aus Arbeitserziehern, Ergotherapeuten, Heilerziehungspflegern und Sozialpädagogen. Um die Leistungen der Bad Sobernheimer Werkstatt einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, plant Benedikt Bernd für Freitag, den 19. Juni, einen Tag der offenen Tür.
Viktor Commichau, Leiter des Bereichs „Arbeit & Qualifizierung“ der Stiftung kreuznacher diakonie, erläutert die Struktur einer Werkstatt. Diese umfasst in der Regel das Eingangsverfahren, den Berufsbildungsbereich, den Arbeitsbereich sowie Förder- und Betreuungsangebote. Das übergeordnete Ziel ist es, Fähigkeiten zu erhalten, weiterzuentwickeln und nach Möglichkeit Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern. Commichau betont, dass eine Werkstatt weit mehr als ein Arbeitsplatz ist: Sie ist ein Ort des Lernens, der Entwicklung, der Gemeinschaft und der persönlichen Perspektiven, an dem die Arbeit sich an den Stärken und Interessen der Menschen orientiert.
Einblicke in die Arbeit der Stiftung kreuznacher diakonie
Die Stiftung kreuznacher diakonie betreibt sieben Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen entlang der Nahe, an Standorten wie Bad Kreuznach, Meisenheim, Kirn, Bad Sobernheim und auf der Asbacher Hütte. Mehr als 900 Menschen mit Beeinträchtigungen finden hier nicht nur Arbeit, sondern auch begleitende Angebote, Therapie, Pflege, Mitbestimmung und Bildung.
Die Stiftung unterstützt zudem bei der Suche und Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt oder beim Übergang in eine Tagesförderstätte. Die Arbeitsmöglichkeiten in den Werkstätten sind in ihrer Vielfalt als deutschlandweit einzigartig zu bezeichnen. Rund 230 Mitarbeitende aus den Fachbereichen Arbeitserziehung, Heilpädagogik, Ergotherapie und Sozialpädagogik sind als Expertinnen und Experten für das Thema Inklusion tätig.
In jeder Werkstatt sind die Beschäftigten durch Werkstatträte und Frauenbeauftragte vertreten. Diese Gremien spielen eine wichtige Rolle bei der Mitbestimmung und der Stärkung der Rechte der Frauen, insbesondere im Kontext des Weltfrauentags. Initiativen wie Tischkicker-Treffs, die Verteilung von Rosen oder die Organisation von Informationsveranstaltungen zu Themen wie Brustkrebs und Hygieneartikel zeigen das Engagement für Gleichberechtigung und Wertschätzung.

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