Die Frage, welches Öl für Babybrei und Beikost am besten geeignet ist, wird oft und kontrovers diskutiert. Öl spielt jedoch eine entscheidende Rolle bei der Zubereitung von Beikost, da es dem Baby hilft, fettlösliche Vitamine aufzunehmen, die Verdauung unterstützt und den Kaloriengehalt der Nahrung erhöht. Dies sorgt dafür, dass das Baby länger satt bleibt.
Lange Zeit wurde davon abgeraten, Babys im ersten Lebensjahr kaltgepresstes Öl zu geben, um sie vor möglichen Verunreinigungen zu schützen. Diese Ansicht wurde jedoch überdacht. Bei der Raffination von Öl können Schadstoffe wie 3-MCPD-Fettsäureester entstehen, die in Tierversuchen gesundheitsschädliche Auswirkungen zeigten. Im Gegensatz dazu kommt das Verdauungssystem von Babys ab dem Beikostalter gut mit potenziellen Verunreinigungen in kaltgepresstem Öl zurecht. Daher lautet die Empfehlung von Experten häufig, kaltgepresstes und unraffiniertes Speiseöl zu verwenden.
Warum Öl für Babys wichtig ist:
- Unterstützt die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen.
- Fördert die Verdauung.
- Erhöht den Kaloriengehalt der Nahrung und sorgt für Sättigung.
- Liefert wichtige Energie.
- Hilft dem Baby, sich an neue Geschmacksrichtungen zu gewöhnen.
- Trägt zur Entwicklung des Gehirns und der Nervenzellen bei (insbesondere Omega-3-Fettsäuren).
- Pflanzliche Öle stärken das Immunsystem und tragen zur Zellregeneration bei.

Welche Öle eignen sich für Babys?
Das beliebteste Öl für Babybrei ist Rapsöl, das eine sehr gute Fettzusammensetzung aufweist und einen hohen Anteil an wertvollen Omega-3-Fettsäuren besitzt. Diese Fettsäuren sind lebenswichtig für den Aufbau von Nervenzellen, Nervenleitungen und Zellwänden und können vom Körper nicht selbst gebildet werden. Insbesondere in den ersten beiden Lebensjahren ist die Omega-3-Fettsäure DHA wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen sowie für die Netzhaut und Sehkraft.
Neben Rapsöl sind auch andere Öle wie Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Weizenkeimöl und Leinöl für die Beikost geeignet. Leinöl ist besonders reich an Omega-3-Fettsäuren. Es gibt auch spezielle Beikostöle, die eine Mischung verschiedener Öle darstellen. Allerdings ist die Verwendung von speziellen Beikostölen nicht zwingend notwendig, da normale Pflanzenöle oft eine bessere Wahl sind und zudem kostengünstiger. Studien von Verbraucherorganisationen wie Ökotest haben gezeigt, dass einige Beikostöle nur mangelhafte oder ungenügende Bewertungen erhielten.
Empfohlene Pflanzenöle für Babybrei:
- Rapsöl: Gilt als sehr gut, da es eine günstige Zusammensetzung von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aufweist.
- Leinöl: Reich an Omega-3-Fettsäuren.
- Sonnenblumenöl
- Maiskeimöl
- Weizenkeimöl
- Ölmischungen (wie in Beikostölen, aber auch separat erhältlich)
Butter, als tierisches Fett, enthält gesättigte Fettsäuren und Lecithin, die ebenfalls wichtig für die Entwicklung des Gehirns sind und ab dem 5. Lebensmonat als Zutat für Babybrei verwendet werden kann.
Einführung von Olivenöl in die Babyernährung
Grundsätzlich ist die Einführung von Olivenöl in den Speiseplan deines Babys ab dem 6. Lebensmonat möglich, also mit Beginn der Beikost. Kinderärzte, Hebammen und Ernährungsexperten sind sich einig, dass pflanzliche Öle wie Olivenöl zur gesunden Beikost gehören, sofern sie in der richtigen Menge und Qualität eingesetzt werden.
Worauf bei Olivenöl zu achten ist:
- Es sollte unbedingt extra nativ sein.
- Es muss kaltgepresst sein.
- Es sollte sortenrein und idealerweise bio-zertifiziert sein.
- Besonders wichtig ist ein milder, fruchtiger Geschmack ohne bittere oder scharfe Noten.
Vorteile von Olivenöl für Babys:
- Hoher Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren (Ölsäure).
- Liefert wichtige Energie.
- Reich an Vitamin E, das antioxidativ wirkt.
- Enthält gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole).
Wichtiger Hinweis: Olivenöl sollte niemals zur Flaschennahrung gegeben oder direkt ins Milchpulver gemischt werden.

Menge und Anwendung von Öl im Babybrei
Die empfohlene Ölmenge für Babybrei ist relativ gering. Als Faustregel gilt: Auf 100 Gramm Babybrei gehört etwa ein Teelöffel (ca. 5 ml) Öl. Bei einer normalen Breiportion von etwa 200 Gramm können also gut und gerne zwei Teelöffel Öl zugegeben werden. Wenn der Brei selbst gekocht wird, kann auf 100 Gramm Gemüse ein Esslöffel Öl kommen, der am besten nach dem Kochen untergerührt wird.
Öl kann sowohl in Gemüse-, Getreide- als auch Fleischbrei eingerührt werden. Es eignet sich auch, um selbstgemachte Fingerfood-Rezepte zu verfeinern oder um mildes Gemüse schonend anzubraten (bis maximal 120°C, da natives Olivenöl nicht über 180°C erhitzt werden sollte).
Bei gekauften Gläschen mit Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Mahlzeit kann Öl hinzugefügt werden, um den empfohlenen Fettgehalt von acht bis zehn Gramm pro Mahlzeit zu erreichen. Ein Teelöffel Öl entspricht dabei etwa vier Gramm Fett.
Kaltgepresst oder raffiniert?
Experten diskutieren weiterhin, ob kaltgepresstes oder raffiniertes Öl für Babys gesünder ist. Lange Zeit war die Empfehlung, im ersten Lebensjahr keine kaltgepressten Öle zu verwenden, da diese potenziell Allergene, Schwermetalle oder Pestizide enthalten könnten. Allerdings entstehen auch bei der Raffination von Ölen Schadstoffe (3-MCPD-Ester), die als potenziell krebserregend gelten.
Die schonende Gewinnung bei kaltgepressten, nativen Ölen bewahrt Vitamine und wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Raffinierte Öle werden hingegen mit Wärme und chemischen Lösungsmitteln behandelt. Grundsätzlich gelten pflanzliche Öle als gesünder im Vergleich zu tierischen Fetten wie Butter.
Utta Reich-Schottky, Expertin für Stillberatung, kommt nach eingehender Recherche zu dem Schluss, dass Eltern die Öle für Babys nach deren Eigenschaften und Inhaltsstoffen auswählen sollten, nicht primär danach, ob sie kaltgepresst oder raffiniert sind.
Olivenöl zur Pflege der Babyhaut und bei Kopfgneis
Olivenöl kann auch äußerlich angewendet werden und bietet verschiedene Vorteile für Babys. Es kann beispielsweise bei Kopfgneis (oft mit Milchschorf verwechselt) helfen. Durch das Einreiben des Kopfgneis mit Olivenöl werden die Schuppen aufgeweicht und lassen sich leichter mit einer weichen Bürste entfernen. Dies verhindert, dass die Schuppen abgerubbelt werden müssen, was zu Verletzungen führen könnte.
Hinsichtlich der Pflege der Babyhaut gibt es jedoch Hinweise aus einer britischen Studie, die besagen, dass Olivenöl die Entwicklung der natürlichen Hautbarriere beeinträchtigen könnte. Für die Hautpflege werden daher spezielle, hautschonende Produkte empfohlen.

Wann können Babys Olivenöl essen?
Eine absolut sichere Antwort auf die Frage, ab wann Babys genau Olivenöl bekommen sollten, gibt es nicht. Viele Experten empfehlen eine Kombination verschiedener Öle in der Beikost und beim Kochen für Kinder, darunter Rapsöl, Olivenöl und Leinöl.
Grundsätzlich gilt: Wenn dein Baby Anzeichen von Beikostreife zeigt (typischerweise zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat), kann mit der Beikost begonnen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, pro Breiportion etwa 1 TL hochwertiges Pflanzenöl hinzuzufügen.
In vielen Kulturen ist es üblich, dass Babys bereits früh mit Ölen wie Olivenöl an vielfältige Aromen und Fette herangeführt werden. Die Einführung von Olivenöl in den Speiseplan ist ab dem Beginn der Beikost (ca. 6. Monat) möglich, sofern es sich um ein hochwertiges, natives, kaltgepresstes Öl handelt.
Fazit:
Olivenöl ist ein wertvoller Bestandteil der Beikost-Ernährung und liefert deinem Kind essentielle Fettsäuren, die es zum Wachsen und Gedeihen benötigt. Fett ist in der Kindheit unerlässlich für eine gute Energieversorgung und für die Bildung von Zellmembranen und Geweben, insbesondere des Nervensystems. Bei der Auswahl von Olivenöl für Babys sollte auf Qualität geachtet werden: Es sollte extra nativ, kaltgepresst, sortenrein und mild im Geschmack sein. Die Menge sollte moderat sein, etwa ein Teelöffel pro Breiportion. Die Kombination verschiedener Öle, einschließlich Olivenöl, kann die Ernährung deines Babys bereichern.