CTG-Risikofaktoren bei Frauenärzten im Netz

Die Schwangerenvorsorge umfasst eine Reihe von Untersuchungen und Beratungen, die darauf abzielen, die Gesundheit von Mutter und Kind während der Schwangerschaft zu gewährleisten. Nach der Feststellung der Schwangerschaft und einer gynäkologischen Untersuchung erfolgt zunächst eine umfassende Beratung.

Umfassende Beratung und erste Untersuchungen in der Schwangerschaft

Diese Beratung beinhaltet wichtige Informationen zur Ernährung in der Schwangerschaft, der empfohlenen Einnahme von Jod, Folsäure und Vitamin D. Ebenso wird auf die Vermeidung von Risikofaktoren, den Umgang mit Genussmitteln, Arzneimitteln und Nikotin eingegangen. Des Weiteren werden potenzielle Risiken am Arbeitsplatz, bei Reisen und Sport thematisiert sowie die empfohlene Geburtsvorbereitung besprochen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Aufklärung über Anlaufstellen zur möglichen Beantragung von sozialen Hilfen.

Im Anschluss an die erste Beratung erfolgt eine Blutentnahme. Diese dient der Bestimmung der Blutgruppe, dem Ausschluss bestimmter Infektionskrankheiten oder der Feststellung der Immunität gegenüber diesen. Ein Antikörpersuchtest wird ebenfalls durchgeführt.

Schematische Darstellung des Ablaufs einer Schwangerenvorsorgeuntersuchung

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und das CTG

Die folgenden Vorsorgeuntersuchungen finden bis zur 30. Schwangerschaftswoche (SSW) alle 4 Wochen und danach alle 2 Wochen statt. Hierbei werden das Gewicht, der Blutdruck und der Urin der Schwangeren untersucht.

Ab der vollendeten 28. SSW wird ein CTG (Kardiotokographie) geschrieben. Dieses Gerät zeichnet die Herzfrequenz des Kindes in Abhängigkeit von der Zeit auf und liefert ein Bild über die "Kondition" des Babys.

Gemäß den Mutterschaftsrichtlinien werden zudem Ultraschalluntersuchungen und weitere Blutuntersuchungen durchgeführt, um das Wachstum und die normale Entwicklung des Kindes zu verfolgen. Für gesetzlich versicherte Patientinnen sind ab dem Beginn des 20. Lebensjahres Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen, die die Spiegeleinstellung des Muttermundes, die Tastuntersuchung von Gebärmutter und Eierstöcken sowie ab dem 30. Lebensjahr die Tastuntersuchung der Brust und nach dem 50. Lebensjahr weitere Untersuchungen umfassen.

Früherkennung von gynäkologischen Erkrankungen

Frühstadien von Eierstockskrebs und Krebs der Gebärmutterschleimhaut sind oft nicht tastbar. Eine vaginale Ultraschalluntersuchung kann hierbei Veränderungen frühzeitig sichtbar machen. Diese Untersuchung ist zwar kein Bestandteil der Krebsvorsorge der gesetzlichen Krankenkasse, kann aber auf Wunsch als privat zu erstattende Ergänzung durchgeführt werden.

Anstelle des Hämokkulttests steht ein immunologischer Test auf Blut im Stuhl zur Verfügung, der auch geringe Mengen Blut anzeigt. Dieser Test erfordert nur eine einmalige Abnahme, wird sofort durchgeführt und das Ergebnis mitgeteilt. Auch dieser Test ist keine Leistung der gesetzlichen Krebsvorsorge und muss privat vergütet werden. Er ist auf Wunsch jährlich möglich und auch für Patientinnen ab 50 Jahren.

Was ist ein CTG?

CTG steht für CardioTokoGraphie. Dieses Gerät zeichnet unter anderem die kindlichen Herztöne für etwa 20-30 Minuten oder länger auf, um den Befindlichkeitszustand des Feten beurteilen zu können. Schon seit Jahrhunderten horchen Hebammen am Bauch der Mutter, um die Vitalität des Kindes festzustellen und zu unterscheiden, ob das Herzchen stark, schwach oder gar nicht schlägt.

Illustration eines CTG-Geräts mit angebrachten Sensoren am Bauch einer Schwangeren

Wie funktioniert ein CTG?

Ein CTG arbeitet mit Ultraschallwellen. Diese Wellen können von ungeborenen Kindern wahrgenommen werden, was dazu führen kann, dass sie aufwachen, sich wegdrehen und unruhig werden. Es gibt Hinweise darauf, dass Ultraschallwellen das kindliche Gehör beeinflussen können. Studien haben zudem beobachtet, dass Kinder auf Klopf- und Brummgeräusche mit einer erhöhten Herzfrequenz reagieren, was auf eine potenzielle Stressreaktion hindeuten kann.

Routine-CTGs und medizinische Notwendigkeit

Leider gibt es weiterhin Praxen, die ein CTG ab der 28. SSW routinemäßig, aus Absicherung oder aus wirtschaftlichen Gründen ohne medizinischen Grund durchführen. Dabei wird oft eine "erfundene" Indikation dokumentiert, um die Leistung mit der Krankenkasse abrechnen zu können. Wenn Ihr Baby gesund ist und Ihre Schwangerschaft unauffällig verläuft, sollten Sie die Indikation für ein CTG erfragen. Hat der Arzt oder die Hebamme ernsthafte Bedenken über das Wohlbefinden Ihres Babys, ist ein CTG indiziert und wichtig, um das Kind zu schützen.

Manche Ärzt*innen/Hebammen fühlen sich missverstanden, wenn ihre Untersuchungen in Frage gestellt werden. Es kommt vor, dass Schwangere aus der Praxis verwiesen werden, was nicht erlaubt ist. Wichtig ist, dass zu jeder Vorsorge eine Herztonkontrolle gehört. Diese sollte jedoch nicht 20-30 Minuten mit dem CTG erfolgen, sondern nur 1-2 Minuten mit einem Pinardrohr (Hörrohr ohne Elektronik) oder einem Dopton (ein kleines elektronisches Handgerät).

Internationale Empfehlungen und S3-Leitlinien

Die Empfehlungen zur Anwendung des CTG unterscheiden sich international. Die "Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe" (DGGG) hat im Jahr 2020 die S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“ herausgebracht. Diese wurde in Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Fachgesellschaften entwickelt.

S3-Leitlinien stellen das höchste Entwicklungsniveau dar. Bei einer physiologischen Geburt wird empfohlen, eine kontinuierliche elektronische fetale Herzfrequenzüberwachung (CTG) zu vermeiden. Dies bedeutet, dass bei einer unkomplizierten Schwangerschaft und Geburt kein kontinuierliches CTG empfohlen wird, sondern das intermittierende Abhören für wenige Minuten mit einem Pinardrohr oder Dopton.

In Deutschland ist eine S3-Leitlinie für Kliniken nicht verbindlich. Das bedeutet, dass Kliniken eigene Regeln und Standards festlegen können, was häufig zu einem "Dauer-CTG" führt, obwohl wissenschaftlich belegt ist, dass ein Dauer-CTG mehr Nachteile als Vorteile birgt.

Es ist ratsam, mit dem Geburtsteam bei der Anmeldung in der Klinik über das CTG zu sprechen und zu erfragen, ob eine Geburt gemäß den Empfehlungen der Leitlinie möglich ist. Die Leitlinie legt Wert auf das Wohlbefinden von Mutter und Kind und ermöglicht eine selbstbestimmte Geburt.

Vergleichstabelle internationaler Empfehlungen zur fetalen Überwachung

Technische Funktionsweise des CTG

Ein CTG-Gerät funktioniert, ähnlich wie Ultraschalluntersuchungen, mit Ultraschallwellen, erzeugt jedoch kein Bild, sondern wandelt die Wellen in Kurven um, die die Herztöne des Kindes widerspiegeln. Dies geschieht mittels eines Doppler-Ultraschall-Transducers. Das CTG-Gerät besteht typischerweise aus zwei Knöpfen zur Bedienung.

Was ist ein CTG?

Das CTG (Abkürzung für Kardiotokographie oder auch Wehenschreiber) ist eine nicht-invasive Untersuchung in der modernen Geburtshilfe. Es kombiniert zwei Hauptfunktionen: die Überwachung der fetalen Herzfrequenz (Kardio) und die Erfassung von Wehenaktivitäten (Tokographie). Moderne CTG-Geräte können zusätzlich den maternalen Blutdruck, fetale Bewegungen (Kineto-CTG), fetale Pulsoximetrie und den uterinen Blutfluss mittels Doppler-Ultraschall messen.

Wie sieht ein CTG aus?

Ein CTG liefert zwei Hauptkurven, die auf Millimeterpapier oder einem digitalen Bildschirm dargestellt werden. Die horizontale Achse (X-Achse) repräsentiert die Zeit. Die obere Kurve zeigt die fetale Herzfrequenz (Kardiogramm) in Schlägen pro Minute (bpm). Die untere Kurve zeichnet die Wehentätigkeit auf (Tokogramm), gemessen durch einen externen Drucksensor oder einen internen Druckkatheter.

Beispiel einer CTG-Aufzeichnung mit fetaler Herzfrequenz und Wehentätigkeit

Was bedeuten die Kurven auf dem CTG?

Fetale Herzfrequenz (FHF): Eine gesunde fetale Herzfrequenz liegt in der Regel zwischen 110 und 160 bpm. Akzelerationen (vorübergehende Erhöhungen) und Dekelerationen (vorübergehende Abnahmen) der FHF können auf die Reaktion des Fötus auf Wehen oder Stressfaktoren hinweisen. Die Variabilität/Oszillation der Kurve gibt Aufschluss über den Zustand des autonomen Nervensystems des Fötus.

Wehentätigkeit: Die untere Kurve gibt Auskunft über Häufigkeit, Dauer und Stärke der Wehen. Regelmäßige, starke Kontraktionen sind ein Zeichen für den Fortschritt der Geburt.

Wann wird ein CTG durchgeführt?

Gemäß der aktuellen S3-Leitlinie ist eine CTG-Untersuchung nicht für jede schwangere Frau regelmäßig notwendig, insbesondere wenn keine besonderen Risiken vorliegen ("Low-risk-Kollektiv"). Bei unkomplizierten Schwangerschaften tragen CTGs nicht unbedingt zur Verhinderung von Problemen bei und könnten zu unnötigen Eingriffen führen.

Ein CTG kann jedoch in folgenden Situationen wichtig sein:

  • Bei Anzeichen für eine drohende Frühgeburt (meist ab der 26.-27. SSW).
  • Ab der 28. SSW, wenn der Arzt oder die Hebamme Veränderungen beim Herzschlag des Babys bemerkt oder Anzeichen für zu frühe Wehen vorliegen.
  • Zur Indikationsstellung einer fetalen Dopplersonographie oder eines CTG ist eine sorgfältige sonographische Untersuchung des Feten erforderlich.

Ablauf einer CTG-Untersuchung

Vorbereitung: Die schwangere Frau liegt bequem, der Bauch wird freigelegt.

Anbringen der Sensoren: Ein Ultraschallsensor für die fetale Herzfrequenz und ein Drucksensor für die Wehentätigkeit werden mit elastischen Bändern am Bauch befestigt.

Durchführung der Untersuchung: Die Aufzeichnung dauert in der Regel 20-30 Minuten, kann aber länger sein. Die fetale Herzfrequenz und Wehentätigkeit werden simultan erfasst und auf dem CTG-Monitor dargestellt.

Interpretation der Ergebnisse: Arzt oder Hebamme werten die Daten aus, beurteilen die fetale Herzfrequenz, Muster wie Akzelerationen und Dezelerationen sowie die Wehen. Dies hilft bei der Einschätzung des Wohlergehens des Fötus.

Nach der Untersuchung: Die Sensoren werden entfernt. Bei Bedarf werden weitere Anweisungen gegeben.

Sonderfall: Das interne CTG

Das interne CTG wird seltener und nur bei speziellen Indikationen eingesetzt, wenn die externe Überwachung keine klaren Ergebnisse liefert oder bei Frühgeburten/wenn die Fruchtblase gesprungen ist. Hierbei wird ein Draht mit einer Elektrode vorsichtig durch den Muttermund in die Gebärmutter eingeführt und an der Haut des Fötus befestigt. Dies ermöglicht eine sehr genaue Messung der fetalen Herzfrequenz.

Vorbereitung auf eine CTG-Untersuchung

Um sich auf eine CTG-Untersuchung vorzubereiten, empfiehlt es sich:

  • Sich mit dem Zweck und Ablauf vertraut zu machen.
  • Bequeme Kleidung zu tragen, die leicht an- und ausgezogen werden kann.
  • Ausreichend zu trinken und eine leichte Mahlzeit zu sich zu nehmen.
  • Vor der Untersuchung die Toilette aufzusuchen.
  • Entspannungstechniken anzuwenden.
  • Bei Bedarf die Liegeposition zu ändern.
  • Fragen zu stellen und Bedenken zu äußern.
  • Ausreichend Zeit einzuplanen.

Wie oft wird ein CTG gemacht?

Die Häufigkeit der CTG-Überwachung variiert je nach individuellen Bedingungen. In der Spätschwangerschaft (ab ca. 32. SSW) finden die Vorsorgetermine oft alle zwei Wochen statt. Bei bestimmten Risiken oder ab dem errechneten Geburtstermin (ET) kann eine engmaschigere Überwachung nötig sein.

Ab dem errechneten Geburtstermin wird empfohlen, alle zwei Tage ein CTG durchzuführen, um das Wohlergehen des Fötus sicherzustellen. Dies liegt daran, dass das Risiko für Komplikationen wie Plazentainsuffizienz oder Übertragung mit jedem Tag nach dem errechneten Termin steigt. Beispielsweise wird in einigen Kliniken bei 41+0 SSW eine Geburtseinleitung empfohlen, wobei bis dahin alle 2-3 Tage eine CTG- und Fruchtwasserkontrolle erfolgen sollte.

Indikationen zur CTG-Wiederholung

Gemäß den S3-Leitlinien wird eine CTG-Wiederholung bei folgenden Gegebenheiten empfohlen:

  • Anhaltende Tachykardie (>160 Schläge pro Minute).
  • Bradykardie (<110 Schläge pro Minute).
  • Veränderte Herzfrequenz-Bandbreiten, die als "vermehrte Variabilität" bezeichnet werden.

Eine moderate Variabilität im CTG ist mit einem gut oxygenierten Feten assoziiert, während eine niedrige oder fehlende Variabilität ein Warnzeichen für fetalen Stress darstellen kann. Eine vermehrte Variabilität kann auf eine beginnende oder präterminale fetale Hypoxämie hindeuten.

CTG-Grundlagen

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