Die letzten Wochen der Schwangerschaft sind eine aufregende Zeit, die sowohl Organisation als auch Vorfreude mit sich bringt. Der Abschied vom Berufsleben wird gefeiert, und bald beginnt ein neues Kapitel mit der Ankunft des Babys. Um die verbleibende Zeit entspannt zu gestalten und Hektik kurz vor der Geburt zu vermeiden, ist eine gute Planung unerlässlich. Dieser Leitfaden bietet wöchentliche Tipps, um Sie durch die letzten Phasen der Schwangerschaft zu begleiten und sicherzustellen, dass Sie diese besondere Zeit weiterhin genießen können.

Die letzten Wochen der Schwangerschaft: Was Sie wissen sollten
Ab der 30. Schwangerschaftswoche: Vorbereitungen und körperliche Veränderungen
Ab der 30. Schwangerschaftswoche können gelegentliche Atembeschwerden auftreten. Die wachsende Gebärmutter übt Druck auf umliegende Organe aus, was zu Kurzatmigkeit und einem Gefühl der Enge führen kann. Müdigkeit ist ebenfalls normal, da der Körper zusätzliche Kilos trägt und die Nächte beschwerlicher werden. Es ist ratsam, sich im Job zu schonen und sich auf das wichtigste Projekt zu konzentrieren: Ihre Schwangerschaft.
Viele Schwangere bemerken nun auch das Verhärten des Bauches, was auf Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen) zurückzuführen ist. Diese sind in der Regel schmerzlos, unregelmäßig und verstärken sich nicht. Dennoch ist es ratsam, solche Empfindungen mit dem Arzt zu besprechen.
Entwicklungen beim Baby
Das Baby nimmt in dieser Phase rapide an Gewicht zu. Seine Sinnesorgane sind nun voll funktionsfähig. Ein Frühchen, das zu diesem Zeitpunkt zur Welt käme, wäre bereits in der Lage, selbstständig zu atmen.
Was Sie jetzt tun sollten
- Vereinbaren Sie den dritten Ultraschalltermin bis zur 32. Schwangerschaftswoche. Dieser dient der detaillierten Untersuchung von Herz, Nieren und Gehirn des Babys.
- Falls noch nicht geschehen, brechen Sie zum Kreißsaal-Sightseeing auf, um eine Klinik auszuwählen. Eine Checkliste mit wichtigen Fragen für das Gespräch mit Ihrem Partner ist hierfür hilfreich.
- Wenn Sie nicht verheiratet sind und das gemeinsame Sorgerecht anstreben, beantragen Sie die Vaterschaftsanerkennung beim Standesamt oder Jugendamt.
- Beginnen Sie mit der Anschaffung der Erstausstattung für das Baby. Eine Checkliste kann dabei unterstützen.

Ab der 34. Schwangerschaftswoche: Mutterschutz und körperliche Anpassungen
Für Angestellte beginnt nun der Mutterschutz. Nutzen Sie diese Zeit für Entspannung, Hobbys oder Einkaufsbummel, um Ihre Laune zu heben.
Entwicklungen beim Baby
Die Bewegungsfreiheit des Babys wird im Bauch zunehmend eingeschränkt. Es kann seinen Kopf zwar drehen, aber Strampeln weicht eher langsamen Streckbewegungen. Die Positionierung am Abend, wenn die Mutter liegt, ist oft am bequemsten.
Was Sie jetzt tun sollten
- Melden Sie sich in dem von Ihnen gewählten Krankenhaus an. Diese Anmeldung ist nicht bindend und kann jederzeit geändert werden.
Ab der 35. Schwangerschaftswoche: Vorbereitung auf die Geburt
Die Brüste fühlen sich voller an, und Atembeschwerden sowie Anstrengung bei alltäglichen Aktivitäten können zunehmen. Planen Sie für alles mehr Zeit ein und nehmen Sie Hilfe von Partner oder Freunden an.
Die deutlichen Abdrücke von Füßen oder Händen auf dem Bauch sind nun gut sichtbar und spürbar. Das Baby reagiert auf Berührungen und sucht Kontakt.
Entwicklungen beim Baby
Das Baby nimmt eine bequemere Position ein, indem es sich meist mit dem Kopf nach unten dreht. Sein Immunsystem und die Organsysteme sind nahezu fertig entwickelt.
Ab der 36. Schwangerschaftswoche: Der Kopf sitzt fest, Vorfreude steigt
Manche Babys positionieren ihr Köpfchen bereits tief im Becken. Eine Rücksprache mit dem Frauenarzt bezüglich der Festigkeit des Kopfes im Becken ist ratsam, um bei einem vorzeitigen Blasensprung eine Nabelschnurvorverlagerung zu vermeiden.
Sanfte Beckenbewegungen können dem Baby helfen, sich weiter nach unten zu bewegen und die Wirbelsäule der Mutter zu entlasten.
Entwicklungen beim Baby
Viele Babys reagieren positiv auf die Bewegungen der Mutter, wie Spazierengehen oder Schaukeln, und finden beruhigende Rhythmen, wie z.B. klassische Musik.
Was Sie jetzt tun sollten
- Nehmen Sie die vorletzte Vorsorgeuntersuchung zwischen der 36. und 37. Schwangerschaftswoche wahr. Hierbei werden Herztöne überprüft und leichte Wehen festgestellt.
- Erwägen Sie einen Test auf B-Streptokokken, um eine Ansteckung des Babys während der Geburt zu vermeiden.
- Packen Sie Ihre Kliniktasche, damit Sie für die Geburt jederzeit gerüstet sind.

Ab der 37. Schwangerschaftswoche: Der letzte Monat beginnt
Der letzte Monat der Schwangerschaft kann sich sowohl schleppend als auch rasant anfühlen. Schlafpositionen sind unbequem, und häufige Toilettengänge sind die Regel. Trotzdem halten Sie sich bemerkenswert gut!
Entwicklungen beim Baby
Durch Übungswehen wird das Baby in eine Richtung gedrückt, was zu einem Gefühl des Drucks im Bauch führen kann. Wenn das Baby weiterhin in Beckenendlage liegt, kann eine äußere Wendung erwogen werden.
Was Sie jetzt tun sollten
- Besprechen Sie mit Ihrem Partner, wer Sie bei der Geburt begleiten soll. Alternativ können auch andere Vertrauenspersonen oder eine Doula hinzugezogen werden.
- Überlegen Sie, ob Sie Ihr Baby stillen möchten. Falls nicht, besorgen Sie die notwendigen Utensilien.
- Erstellen Sie eine Telefonliste mit wichtigen Kontakten wie Hebamme, Notarzt und Familie.
Ab der 38. Schwangerschaftswoche: Das Baby ist bereit für die Welt
Die nächste Vorsorgeuntersuchung dient der Klärung, ob Sie bei einem Blasensprung aufstehen dürfen oder liegend transportiert werden müssen.
Entwicklungen beim Baby
Der Platz im Mutterleib ist nun stark begrenzt. Das Baby hat häufig Schluckauf, und seine Organe sind vollständig entwickelt. Die Plazenta beginnt zu altern und arbeitet nicht mehr optimal.
Was Sie jetzt tun sollten
Der Nestbautrieb kann zu unerfüllten Wünschen nach Renovierungen oder Aufräumarbeiten führen. Konzentrieren Sie Ihre Energie stattdessen auf kreative Geburtsanzeigen oder Kartenentwürfe.

Ab der 39. Schwangerschaftswoche: Geduld und Entspannung
Die ständigen Anrufe von besorgten Verwandten können das Nervenkostüm strapazieren. Nutzen Sie Entspannungstechniken wie bewusste Atemübungen, um Stress abzubauen.
Entwicklungen beim Baby
Die Käseschmiere löst sich, und das Fruchtwasser nimmt ab. Viele Babys trösten sich mit Nuckeln, was zu kleinen Nuckelbläschen an den Lippen führen kann.
Was Sie jetzt tun sollten
Klären Sie frühzeitig, wer Sie nach der Geburt im Haushalt unterstützen kann, um einen entspannten Start ins Familienleben zu ermöglichen.
Ab der 40. Schwangerschaftswoche: Die Geburt steht bevor
Der Abgang des Schleimpfropfs kann ein Zeichen für die bevorstehende Geburt sein, indem er den Gebärmutterhalsverkürzung und die Muttermundöffnung signalisiert.
Entwicklungen beim Baby
Das Baby wartet ebenso wie Sie auf den richtigen Moment. Entspannung, Ablenkung und ein warmes Bad können die Geburt positiv beeinflussen.
Was Sie jetzt tun sollten
- Der letzte Vorsorgetermin dient der Überprüfung der Herztöne, möglicher Wehen und der Muttermundöffnung.
- Bei Überschreitung des Geburtstermins sind engmaschigere Kontrollen beim Arzt oder der Hebamme notwendig.
- Bei Blasensprung oder regelmäßigen Wehen ist es Zeit für die Fahrt ins Krankenhaus.
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Wichtige Aspekte rund um Schwangerschaft und Geburt
Die Zeit zwischen den Schwangerschaften: Risiken und Empfehlungen
Die WHO empfiehlt seit 2005, nach einer Entbindung 24 Monate bis zur nächsten Schwangerschaft zu warten, um erhöhte Risiken für das Ungeborene zu vermeiden. Studien in Ländern mit hohem Einkommen zeigen, dass insbesondere bei Intervallen unter 6 Monaten das Risiko für spontane Frühgeburten deutlich erhöht ist. Auch bei Wartezeiten unter 12 und über 24 Monaten kann das Risiko für Komplikationen wie Frühgeburt, spontane Frühgeburt oder Mangelgeburt steigen. Bei Wartezeiten von über 5 Jahren häufen sich alle drei Komplikationen. Bei Frauen über 35 Jahren erhöhen sich zudem die Risiken für schwerwiegende Komplikationen für die Mutter bei kurzen Intervallen.
Die Entscheidung für ein kurzes Intervall kann für Frauen, die erst spät im Leben ihr erstes Kind bekommen, eine rationale Wahl sein, um den Kinderwunsch zu erfüllen. Pauschale Ratschläge zu längeren Intervallen sind daher nicht immer sinnvoll.
Der Geburtsprozess: Wann wird das Baby geholt?
Nur wenige Kinder kommen exakt zum errechneten Termin zur Welt. Bei Überschreitung des Termins sollten sich Schwangere spätestens am errechneten Termin im Kreißsaal vorstellen. Übungswehen sind Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, die ab der 20. Schwangerschaftswoche auftreten können und der Vorbereitung auf die Geburt dienen. Sie sind schwach, unregelmäßig und dauern weniger als eine halbe Minute.
Bei einem vorzeitigen Blasensprung, also dem Platzen der Fruchtblase vor Einsetzen der Wehen, besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko und die Gefahr einer Frühgeburt. In diesem Fall ist eine sofortige Fahrt ins Krankenhaus ratsam. Die Empfehlung, bei einem Blasensprung liegen zu bleiben, gilt inzwischen als überholt.
Eine Terminüberschreitung wird ab 40+1 Schwangerschaftswochen medizinisch relevant. Bei Überschreitung von 42 Wochen spricht man von einer Übertragung, die jedoch selten ist. Bei ausbleibenden Wehen werden alle zwei bis drei Tage Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt, bei denen die Herztöne des Kindes mittels CTG aufgezeichnet werden. Die Fruchtwassermenge gibt Aufschluss über das Wohlbefinden des Kindes. In der Regel wird ab 7-10 Tagen nach dem errechneten Termin die Einleitung der Geburt empfohlen, nach sorgfältiger Einzelfallbeurteilung.
Untersuchungen im letzten Schwangerschaftsdrittel
Die letzten Vorsorgetermine finden alle zwei Wochen statt. Bei Überschreitung des Geburtstermins werden Sie und das Baby häufiger untersucht.
Gesund bleiben: Wer unterstützt bei der Geburt?
Die Wahl der Begleitperson für die Geburt ist eine sehr persönliche Entscheidung. Oft ist es der Partner, manchmal die Partnerin oder eine Vertrauensperson wie eine Freundin. Wichtig ist, dass die gewählte Person erreichbar ist und sich auf die Situation einstellen kann. Absprachen über den Geburtsverlauf, Schmerzmittel und die Anwesenheit bei PDA oder Kaiserschnitt sind ratsam, aber nicht in Stein gemeißelt.
Manche Frauen bevorzugen die Geburt ohne Begleitung oder entscheiden sich für eine Doula.
Arbeit, Recht & Finanzen: Anspruch auf Haushaltshilfe
Gesetzlich Versicherte mit weiteren Kindern unter 13 Jahren können unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Haushaltshilfe haben. Diese kann den Haushalt für einige Stunden am Tag versorgen. Die Kostenübernahme sollte vorab mit der Krankenkasse geklärt werden.
Die Entwicklung des Babys - Monat für Monat
1. Monat: Beginn des Lebens
Die Schwangerschaft beginnt rechnerisch zwei Wochen vor der eigentlichen Befruchtung. Der Eisprung findet etwa in der Mitte des Zyklus statt. Nach der Befruchtung nistet sich die Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein und entwickelt sich zu einem Zellhaufen. Der genetische Bauplan des Babys ist bereits festgelegt.
2. und 3. Monat: Organentwicklung
In diesen sensiblen Phasen entstehen die Organe des Ungeborenen. Das Herz beginnt zu schlagen, und der Embryo nimmt menschliche Züge an. Am Ende des dritten Monats sind alle Organe in Grundzügen angelegt, und das Risiko für Fehlentwicklungen sinkt. Der Embryo wird nun als Fötus bezeichnet.

4. Monat: Knochenbildung und Sinnesorgane
Die Augen sind fast vollständig ausgebildet, und die inneren Organe nehmen ihre Funktion auf. Das Skelett entwickelt sich, und die Nieren beginnen zu arbeiten. Ein zarter Flaum (Lanugo-Haar) und die Käseschmiere schützen die Haut des Fötus.
5. Monat: Sinneswahrnehmungen und Geschlecht
Die Sinnesorgane des Babys sind gut entwickelt. Es reagiert auf Geräusche und Licht. Über den Geschmack im Fruchtwasser nimmt es Aromen aus der Nahrung der Mutter auf. Die Geschlechtsorgane sind nun sichtbar, und das Geschlecht kann bestimmt werden.
6. Monat: Wachstum und Bewegung
Das Baby sieht aus wie ein kleines Neugeborenes, das Skelett wird stabiler, und erste Zahnanlagen bilden sich. Die Verdauungsorgane funktionieren, und das Baby legt Speck an. Die Bewegungen werden von der Mutter deutlich gespürt.
7. Monat: Gehirnentwicklung und Augenöffnung
Das Gehirn entwickelt sich rasant, und neue Nervenzellen sowie Verschaltungen entstehen. Das Baby kann nun seine Augen öffnen und schließen. Die Schlafphasen werden länger. Frühchen aus dieser Zeit haben gute Überlebenschancen.
8. Monat: Kräftigung und Vorbereitung auf die Geburt
Das Baby wächst und wird kräftiger. Der Platz im Bauch wird eng, aber es trainiert weiterhin seine Bewegungen und den Atemschutzreflex. Der Schluckauf des Babys wird von der Mutter gespürt.
9. Monat: Lungenreife und Geburtsposition
Ein entscheidender Schritt ist die Lungenreife durch die Produktion von Surfactant. Babys, die ab der 35. Schwangerschaftswoche geboren werden, können in der Regel selbstständig atmen. Die meisten Babys drehen sich nun mit dem Kopf nach unten und rutschen tiefer ins Becken.
10. Monat: Geburtsbereit
Der Bauch hat sich gesenkt, das Baby liegt optimal in Geburtsposition. Seine Organe sind fertig entwickelt und können außerhalb des Mutterleibs funktionieren. Der Schädel besteht aus verschiebbaren Knochenteilen, um die Geburt zu erleichtern.

Beschwerden rund um die Geburt
Senkwehen und Eröffnungswehen
Senkwehen treten unregelmäßig, kurz und schmerzlos auf. Geburtseinleitende Eröffnungswehen sind länger und treten in kürzeren Abständen auf. Sie sind schmerzhaft und werden von einem Ziehen in Rücken, Kreuzbein und Unterleib begleitet.
Der Abgang des Schleimpfropfs und Blasensprung
Der Abgang des Schleimpfropfs ("Zeichnen") ist ein Anzeichen für die bevorstehende Geburt. Wenn die Fruchtblase platzt und Fruchtwasser abgeht, ist es Zeit, die Hebamme zu informieren oder sich auf den Weg ins Krankenhaus zu machen. Bei einem vorzeitigen Blasensprung ist schnelles Handeln zur Vermeidung von Komplikationen wichtig.
Terminüberschreitung und Übertragung
Bei einer Terminüberschreitung werden engmaschige Kontrollen durchgeführt. Eine Übertragung (Schwangerschaft über 42 Wochen) ist selten. Die Einleitung der Geburt wird in der Regel ab 7-10 Tagen nach dem errechneten Termin empfohlen.
Unterstützung und Schmerzmanagement während der Geburt
Verschiedene Duftöle wie Rosen- oder Lavendelöl können zur Entspannung beitragen. Himbeerblättertee macht den Beckenboden weich und unterstützt die Wehentätigkeit. Aktivität und geburtsgünstige Positionen sind wichtig. Bei Wehenstillstand können Bäder helfen, die Geburt wieder in Gang zu bringen.
Eine PDA (Periduralanästhesie) kann Schmerzen lindern, kann aber die Wehenaktivität verlangsamen, was durch wehenfördernde Mittel ausgeglichen werden kann. Wassergeburten bieten Vorteile bei der Dehnung des Gewebes und können Dammrisse reduzieren, erfordern jedoch den Verzicht auf stärkere Schmerzmittel wie PDA.
Auch Zwillinge können auf natürlichem Weg geboren werden, abhängig von der Entwicklung der Kinder, dem Schwangerschaftsstadium, der Lage im Mutterleib und dem Zustand der Mutter.
Nach der Geburt: Die ersten Tage
Ein rollbares Bettchen für das Baby steht Tag und Nacht neben dem elterlichen Bett. Duschen ist nach ein bis zwei Tagen wieder möglich, idealerweise mit Begleitung, um Schwindel vorzubeugen. Die Dusche sollte nicht zu heiß sein.
