Ein Vorpraktikum für das Studium der Hebammenkunde (B.Sc.) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg bietet eine wertvolle Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in einem Perinatalzentrum Level 1 zu gewinnen und die Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen. Dieses Praktikum richtet sich an Personen, die sich für den Beruf der Hebamme (m/w/d) interessieren und das Ziel verfolgen, Hebammenkunde an der Technischen Hochschule Aschaffenburg zu studieren und die praktische Ausbildung am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau zu absolvieren.

Die Rolle der Hebamme: Verantwortung und Empathie
Die Arbeit einer Hebamme (m/w/d) verbindet medizinische Expertise, großes Verantwortungsbewusstsein und ein hohes Maß an Empathie. Sie ist facettenreich und herausfordernd, da Hebammen (m/w/d) nicht nur die Geburt eines Kindes begleiten, sondern eine zentrale Verantwortung für die Sicherheit von Mutter und Kind in einem der prägendsten Momente ihres Lebens tragen. Es handelt sich dabei um ein Zusammenspiel aus Fachwissen und der Fähigkeit, die Bedürfnisse und Wünsche der werdenden Eltern mit der medizinischen Notwendigkeit in Einklang zu bringen. Hebammen (m/w/d) spielen eine große Rolle in einem intensiven, oft unvorhersehbaren Prozess, indem sie dafür sorgen, dass alle Beteiligten sicher und umsichtig durch die gesamte Geburt begleitet werden.
Wichtiger Hinweis: Die Anzahl der Praktikumsplätze ist begrenzt, und es wird eine Vielzahl von Bewerbungen erhalten. Daher wird eine frühzeitige Bewerbung empfohlen.
Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau als Ausbildungseinrichtung
Die Klinikum Aschaffenburg-Alzenau gGmbH gehört zu den zehn größten Krankenhäusern Bayerns und ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg. Mit 26 Kliniken, Abteilungen und Instituten sowie spezialisierten Zentren versorgt das Klinikum an beiden Standorten rund 100.000 Patienten im Jahr. Das Klinikum befindet sich in einem Wandel, was sich durch zukunftsweisende Baustrategien, einen großen Generationswechsel und klinikweite Digitalisierungsprojekte zeigt. Die Träger, Stadt und Landkreis Aschaffenburg, unterstützen diese Entwicklungen.
Berufsfelder und Einsatzorte einer Hebamme
Wer Menschen durch Schwangerschaft, Geburt und frühe Elternschaft begleitet, trägt Verantwortung, arbeitet nah am Lebensbeginn und gestaltet Versorgung mit Herz und Verstand. Dieses Feld eröffnet eine erstaunliche Bandbreite an beruflichen Möglichkeiten und ist sinnstiftend sowie anspruchsvoll. Hebammen betreuen Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Neugeborene. Sie begleiten physiologische Prozesse, erkennen Risiken frühzeitig und steuern die interprofessionelle Zusammenarbeit bei Komplikationen.
Typische Einsatzorte:
- Klinik: Kreißsaal, Schwangerenambulanz, Wochenbettstation, Pränataldiagnostik im Team
- Außerklinisch: Geburtshaus oder Hausgeburtshilfe, Hebammenpraxen mit Vorsorge, Nachsorge, Kursangeboten
- Weitere Bereiche: Frühförderung, Projekte der Frühen Hilfen, Gesundheitsämter, Forschung, Lehre, Leitungsaufgaben in Bildungszentren und Hochschulen, internationale Programme, Entwicklungszusammenarbeit

Akademisierung der Hebammenausbildung
Mit dem Hebammenreformgesetz wurde die Qualifizierung in Deutschland akademisiert. Der Regelfall ist ein duales Bachelorstudium der Hebammenkunde mit einem hohen Praxisanteil. Dieses Studium umfasst in der Regel 7 Semester und 210 ECTS. Es beinhaltet Lehrpraxis in kooperierenden Kliniken und außerklinischen Einrichtungen und führt zu einer staatlichen Berufsqualifikation mit Eintragung ins Register.
Studieninhalte und Weiterbildungsmöglichkeiten
Die Inhalte des Studiums reichen von Anatomie und Physiologie über evidenzbasierte Praxismodule, Kommunikation, Notfallmanagement und Recht bis hin zu Gesundheitswissenschaften und Qualitätssicherung. Die Praxisanleitung ist strukturiert, und die Lernziele sind kompetenzorientiert. Nach dem Bachelorabschluss stehen Masterstudiengänge offen, beispielsweise in den Bereichen Hebammenwissenschaft, Public Health, Pflege- und Gesundheitsmanagement, Medizinpädagogik oder Versorgungsforschung.
Karrierewege und Entwicklungsmöglichkeiten
Die Nachfrage nach Hebammen ist hoch. Kliniken suchen Personal für Kreißsaal, Schwangerenambulanz und Wochenbett. Außerklinisch ist der Bedarf an Nachsorge und Kursangeboten in vielen Regionen größer als das Angebot. Die demografische Entwicklung, die Schließung kleiner Geburtsstationen und ein steigender Anspruch an Qualität und 1:1-Betreuung rund um die Geburt prägen die aktuelle Situation. Flexibilität bei Region, Einsatzzeiten und Setting erhöht die Chancen auf eine schnelle Anstellung oder eine tragfähige Basis für die Selbstständigkeit.
Mögliche Stationen der Karriereentwicklung:
- Berufseinstieg: Im Kreißsaal mit strukturiertem Onboarding und Mentoring.
- Rotationen: In Schwangerenambulanz, High-Risk-Betreuung, Wochenbettversorgung.
- Funktionsrollen: Praxisanleitung, Stillberatung, Sprechstunden für Beckenboden oder Diabetes.
- Leitungsfunktionen: Stellvertretende oder Kreißsaalleitung, Bereichsleitung Geburtshilfe, Mitarbeit im Qualitätsmanagement.
Kompetenzen für den Aufstieg:
- Souveräne CTG-Interpretation und Dokumentation
- Notfalltrainings für Mutter und Kind (z. B. Simulation, NLS)
- Teamführung, Dienstplangestaltung, Personalentwicklung
- Projektarbeit, Implementierung von Leitlinien und Checklisten
- Kommunikation in interdisziplinären Teams, Konfliktmanagement
Klinische Hebammen wirken an Versorgungskonzepten mit, wie der Einführung von hebammengeleiteten Kreißsälen, Rooming-in, Bonding-Standards, Stillförderung oder geburtshilflichen Wegen ohne routinemäßige Interventionen.
Freiberufliche Tätigkeit als Hebamme
Freiberufliche Tätigkeiten reichen von Vorsorge und Nachsorge über Kursangebote bis zur außerklinischen Geburtsbegleitung. Vorteile umfassen hohe Autonomie bei Themen, Zielgruppen und Arbeitszeiten, die Kontinuität der Beziehung und langfristige Begleitung von Familien sowie unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten wie Kooperationen, Markenaufbau und digitale Angebote.
Wichtige Rahmenbedingungen für Freiberuflerinnen:
- Abrechnung nach den jeweiligen Verträgen mit den Krankenkassen und privaten Kostenträgern.
- Berufshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung.
- Verbindliche Vertretungsregelungen, vor allem bei Geburtsbegleitung.
- Datenschutz, Dokumentation und Qualitätsmanagement.
Beliebte spezialisierte Kursformate:
- Geburtsvorbereitung, Rückbildung, Beckenboden, Stillgruppen
- Geschwisterkurse, Angebote nach Kaiserschnitt, Workshops zu Babyhandling oder Schlaf
Eine gute regionale Vernetzung und Online-Präsenz können eine feste Nachfragebasis aufbauen.
Spezialisierungen und Weiterbildungen
Die Profession der Hebamme entwickelt sich dynamisch. Spezialisierungen umfassen beispielsweise Still- und Laktationsberatung (z. B. IBCLC), Akupunktur, Kinesio-Taping, Aromatherapie, Betreuung von Beckenbodenproblemen und Rektusdiastase, prä- und postpartales Training, peripartale psychische Gesundheit, Traumasensibilität, Krisenintervention, Betreuung von Schwangerschaften mit Diabetes und Endokrinologie, Case Management und hebammengeleitete Kontinuitätsmodelle sowie Praxisanleitung und pädagogische Qualifikationen.
Zusätzliche, gefragte Qualifikationen:
- Zertifizierte CTG-Kurse, Notfall- und Simulationstrainings
- Hygiene, Schmerzmanagement, Stillförderung nach internationalen Standards
- Projekt- und Qualitätsmanagement

Hebammenwissenschaft in Forschung und Lehre
Der Bereich der Hebammenwissenschaft wächst. Hochschulen richten Professuren und Forschungsstellen ein, und die Versorgungsforschung befasst sich mit Outcomes, Sicherheit, Selbstbestimmung, Kontinuität und Interventionsraten. Wer sich in diesem Feld engagieren möchte, profitiert von einem Masterabschluss als Zugangsvoraussetzung, Methodenkursen in Statistik, qualitativer Forschung und Evidenzsynthese, Mitarbeit an Studien, Registerprojekten und Leitliniengruppen sowie Lehrtätigkeiten in Skills-Labs, Praxismodulen oder Vorlesungen. Kooperationen mit Kliniken für translational ausgerichtete Projekte sind ebenfalls von Bedeutung.
Auch in Bildungszentren von Kliniken sind Dozentinnen und Dozenten gefragt, die Simulation, Case-basierte Lehre und Praxisanleitung gestalten.
Praktische Aufgaben während eines Praktikums
Die konkreten Aufgaben während eines Praktikums als angehende Hebamme können variieren und hängen stark vom Setting und der Dauer des Praktikums ab. Bei kürzeren Praktika (wenige Wochen) liegt der Fokus oft auf der Begleitung und Hospitation. Typische Tätigkeiten können sein:
- Blutdruck-, Puls- und Temperaturmessen
- Anlegen von CTGs (Kardiotokogrammen)
- Auffüllen von Schränken und Botengänge
- Reinigung des Kreißsaals und Vorbereitung für neue Geburten
- Beschriften von Babyarmbändchen
- Unterstützung beim Baden oder Füttern von Neugeborenen (unter Aufsicht)
- Vorbereitung von Schwangeren auf Kaiserschnitte (Rasieren, Anziehen von Kompressionsstrümpfen)
- Ausfüllen von Anamneseblättern (ggf. gemeinsam mit einer Hebamme)
- Beobachtung von Geburten, einschließlich normaler Geburten, Geburten mit Saugglocke oder Kaiserschnitten.
Es ist wichtig zu verstehen, dass als Praktikantin oder Praktikant die Möglichkeiten zur Durchführung eigenständiger medizinischer Maßnahmen begrenzt sind. Die Hauptaufgabe besteht darin, zu lernen, zu beobachten und unterstützende Tätigkeiten auszuführen. Eine positive Beurteilung durch die Kreißsaalleitung kann für zukünftige Bewerbungen von Vorteil sein.
Verantwortung für neues Leben – Ralf als Hebamme | RTL DOKU
Praktikum im Ausland: Geburtshilfe in Tansania
Ein Auslandspraktikum im Bereich Geburtshilfe, beispielsweise in Tansania, bietet die Möglichkeit, Einblicke in andere Gesundheitssysteme zu gewinnen und interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln. In Tansania ist die Geburtenrate hoch, und ein erheblicher Teil der Geburten findet außerhalb von Krankenhäusern statt, oft unter hygienisch bedenklichen Bedingungen. Auslandspraktika eignen sich für Engagierte mit oder ohne Vorkenntnisse im medizinischen Bereich.
Aufgaben und Rahmenbedingungen in Tansania:
- Betreuung von Müttern und Neugeborenen vor und nach der Geburt.
- Aufklärung über gesunde Hygiene.
- Assistenz bei Ultraschalluntersuchungen und bei der Vor- und Nachsorge.
- Möglicherweise Labortätigkeiten.
- Bei abgeschlossener Ausbildung und Berufserfahrung: Übernahme verantwortungsvollerer Aufgaben.
- Arbeitszeiten sind in der Regel auf maximal 8 Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche begrenzt.
- Unterbringung in Volunteer Houses mit Verpflegung und WLAN ist üblich.
Es ist wichtig, sich im Vorfeld über die Anerkennung von Auslandspraktika durch die eigene Hochschule oder den Ausbildungsbetrieb zu informieren.
Netzwerke und berufliche Weiterentwicklung
Starke Netzwerke beschleunigen die berufliche Entwicklung. Sinnvoll sind regionale Qualitätszirkel, Stillgruppen, interdisziplinäre Fortbildungen, Mitgliedschaften in Berufsverbänden und wissenschaftlichen Gesellschaften sowie die Teilnahme an Kongressen und Fachtagen. Mentoringprogramme, Kooperationen mit Kommunen, Familienzentren, Sport- und Physiopartnern sowie die eigene Sichtbarkeit in der Fachwelt sind ebenfalls förderlich.
Checkliste für die nächsten 12 Monate:
- Fortbildungsplan erstellen: Notfalltraining, CTG-Update, ein neues Spezialthema.
- Portfolio aufsetzen: Projekte, Kennzahlen, Zertifikate, Bewerbungen, Kurzprofil.
- Netzwerktreffen besuchen: Zwei Treffen mit dem Ziel, konkrete Kooperationen anzubahnen.
- Qualitätsprojekt starten: Z. B. eine Checkliste, ein Dokumentations-Shortcut oder ein Bonding-Standard.
- Digitale Sprechstunde pilotieren: Rechtssicher und zielgruppengerecht.
- Mentor:in suchen: Regelmäßige Reflexionstermine vereinbaren.
- Perspektivgespräch führen: Mit Leitung oder Partner:in über Ziele und Entwicklung sprechen.
- Finanz- und Zeitplanung optimieren: Dienste, Kurse, Fahrzeiten, Puffer für Erholung berücksichtigen.
- Beitrag auf Fachtagung: Fallbericht, Poster oder Kurzvortrag.
- Langfristiges Ziel festschreiben: Leitung, Forschung, eigene Praxis, neue Versorgungsidee.
Jede Karriere in der Hebammenarbeit ist individuell und kann speziell auf die Versorgung von Neugeborenen ausgerichtet sein. Fachliche Exzellenz, Empathie und Mut zur Gestaltung öffnen Türen. Die Arbeit einer Hebamme oder eines Entbindungspflegers ist emotional, faszinierend und magisch - ein tägliches Wunder, die Geburt eines Menschen sanft und sicher zu begleiten.
Voraussetzungen und Empfehlungen für Praktika
Für ein berufsorientierendes Schülerpraktikum von mindestens vier Wochen in einem hebammenrelevanten Setting sind zwingend mindestens zwei Wochen im Kreißsaal und zwei Wochen in einem anderen hebammenspezifischen Bereich erforderlich. Empfohlene Impfungen umfassen Diphtherie, Hepatitis B, Keuchhusten, Kinderlähmung, Mumps, Röteln und Tetanus. Darüber hinaus ist eine vollständige Immunisierung gegen Masern nachzuweisen.
Bewerbungsunterlagen, einschließlich eines Bewerbungsanschreibens, sollten mindestens 6 Wochen vor dem gewünschten Praktikumsbeginn eingereicht werden. Für Nicht-EU-Bürger ist die Vorlage eines gültigen Aufenthaltstitels erforderlich.
Die Onlinebewerbung erfolgt über den bereitgestellten Link.
Studienvergütung und Niederlassungsprämie in Bayern
Studierende der Hebammenkunde in Bayern erhalten während des Studiums eine attraktive Vergütung durch ihre verantwortliche Praxiseinrichtung. Nach dem Studium können Hebammen in Bayern eine Niederlassungsprämie von einmalig 5.000 Euro beantragen, sofern sie sich ab dem 1. September 2019 in Bayern niederlassen und eine freiberufliche Tätigkeit aufnehmen. Hierfür ist lediglich die Meldung beim zuständigen Gesundheitsamt erforderlich.
Zusätzlich gibt es den sogenannten "Hebammenbonus" (M. Sc.), dessen Details jedoch im vorliegenden Text nicht vollständig ausgeführt sind.
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