Mein Name ist Antonia Russell, ich bin in Landshut geboren und bin hier in der schönen drei Helmestadt als Vor- und Nachsorgehebamme tätig.
Hebamme sein ist für mich Berufung und Herzensangelegenheit, deshalb übe ich diesen Beruf mit Leidenschaft aus.

Ausbildung und Berufung
Ich habe von 2010 bis 2013 medizinische Fachangestellte in einer Kinderarztpraxis gelernt, bevor ich meine Traumausbildung zur Hebamme beginnen konnte (2013 bis 2016).
Beweggründe für den Traumberuf
Die Arbeit mit Menschen ist mir immer schon sehr wichtig gewesen. Vor allem das Glück zu haben, werdende Eltern und ihre kleinen Schützlinge auf dieser besonderen Reise begleiten zu dürfen, ist eine große Ehre für mich. Ich möchte auf diesem besonderen Lebenspfad mit Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit zur Seite stehen. Natürlich werde ich auch in erschwerten Zeiten gerne meine Unterstützung anbieten und ein offenes Ohr haben.
Ich durfte selbst erleben, was Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit für riesige Herausforderungen sein können, denn ich bin selbst Mama seit 2018.
Der Heritage Floor im Kunstwerk "The Dinner Party"
Die Liste der 999 Frauen des Heritage Floor führt die Frauen auf, denen im Kunstwerk The Dinner Party von Judy Chicago eine goldene Inschrift auf den 2304 dreieckigen weißen handgefertigten Porzellanbodenfliesen des Heritage Floor gewidmet wurde.
Der Boden unter der Tafel wird von Chicago als Symbol of our heritage (deutsch: Symbol unseres Kulturerbes) beschrieben. Dieser Geschichtsboden sollte das buchstäbliche und symbolische Fundament der Festtafel sein.
Herstellung und Konzept des Heritage Floor
Die Namenszüge verlaufen zumeist über mehrere nebeneinanderliegende Kacheln. Hergestellt wurden die Fliesen in der China Boutique außerhalb von Los Angeles. Sie wurden mehrfach mit Regenbogen- und Goldglanz gebrannt. Der Herstellungsprozess des Heritage Floor nahm mehr als zwei Jahre in Anspruch.
Ihrer Arbeit voraus ging die Überlegung, dass die Leistungen von Frauen in der Geschichte zumeist verschwiegen würden. Frauen müssten ihre Energien im Kampf, an der Kultur teilzuhaben, vergeuden, statt sie gleichberechtigt mitzuformen.
Aufbau und Inhalt der Installation
Die Tafel bildet ein gleichseitiges Dreieck. An jeder dieser drei Seiten befinden sich Gedecke für dreizehn historische oder mythologische Persönlichkeiten. Die Dinnertafel steht auf einem Kachelboden, bestehend aus 2304 weißen, dreieckigen handgefertigten Porzellanbodenfliesen.
Die Namen der 999 Frauen des Heritage Floor sind den „Gedecken“ auf der Tafel zugeordnet. Zur Installation gehören sieben Wandpaneele, die Heritage Panels, die Informationen zu den im Kunstwerk repräsentierten Frauen enthalten.
Seit 2007 befindet sich die Installation als feste Ausstellung im Elizabeth A. Brooklyn Museum.

Fehler und umstrittene Darstellungen im Kunstwerk
In das Kunstwerk haben sich einige Fehler eingeschlichen. So gibt es mehrere Frauen, die durch zwei Inschriften mit unterschiedlichen historischen Namen aufgeführt sind. Zudem wurde Hatschepsut einerseits ein Gedeck gewidmet, sie wird jedoch zusätzlich unter der Bezeichnung Hashop im Heritage Floor geführt.
Als schwedische Nonne, die einen Liebesbrief verfasste, wurde Ingrid Persdotter in die Liste aufgenommen. Sie ist dem Gedeck von Christine de Pizan zugeordnet. Der Liebesbrief genießt auch heute hohes Ansehen als literarische Arbeit, jedoch hat es die Nonne Ingrid Persdotter nicht gegeben.
Unter Historikern stark umstritten ist auch, ob es Helena von Alexandria und ihr Schlachtengemälde wirklich gegeben habe.
Quellenangaben und Referenzierung
Die Angaben zu den Frauen, die noch keinen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia haben, sind durch die unter Bemerkungen angeführten Einzelnachweise referenziert. Sollten einzelne Angaben in der Tabelle nicht über die Hauptartikel referenziert sein, so sind an der entsprechenden Stelle zusätzliche Einzelnachweise angegeben.
Wo möglich, sind die Listeneinträge zu den von Chicago ausgewählten Frauen mit bildlichen Darstellungen der betreffenden Personen versehen.
Die Urgöttin und die Anfänge weiblicher Verehrung
An der ersten Seite der Tafel sind Sitzplätze für historische oder mythologische Persönlichkeiten von der Urgeschichte bis zur Entstehung und Niedergang der Klassischen Antike angeordnet.
Aus mündlichen Überlieferungen und archäologischen Berichten stammen Informationen über die Urgottheiten der Menschen. Zu diesen gehören Geschichten über die „Alte Frau“ der Aborigines in Australien. Sie repräsentiert die ursprüngliche Vorstellung von einer Muttergöttin, die mit einer heiligen weiblichen Kraft für die Erschaffung der Erde und all ihrer Flora und Fauna verantwortlich sei. Die Göttin als göttliche Schöpferin spiegelte sich nach diesen Vorstellungen im Körper jeder Frau wider. Die Zyklen der Natur fänden sich in den Zyklen des weiblichen Körpers und in überlieferten Kunstwerken.
Mit Beginn der Sesshaftigkeit und dem Ende des Nomadenlebens in der späten Altsteinzeit ging eine Verschiebung weltanschaulicher Vorstellungen einher. Das Gedeck der Urgöttin auf der Tafel erinnert an die frühe Göttertradition, als Frauen die Schöpferinnen allen Lebens auf der Erde waren.
Symbolik des Gedecks der Urgöttin
Der Teller der Urgöttin symbolisiert die Verbindung zwischen dem weiblichen Körper und Mutter Erde. Der Tischläufer erinnert an die Bedeutung der Frauenarbeit in der Altsteinzeit.
Die Spirale, die um den Initialen-Buchstaben „P“ des Namens „Primordial Goddess“ gewunden ist, soll frühe Körbe und Töpfe darstellen, die unter Verwendung von Spiralformen hergestellt wurden. Als Symbol soll sie für die Göttin und die heilige Weiblichkeit stehen.
Auf dem Läufer befinden sich Kalbshäute, die frühe Kleidungsstücke repräsentieren und mit Kaurischnecken geschmückt sind, welche ein altes Symbol der weiblichen Fruchtbarkeit darstellen.

Vielfalt weiblicher Gottheiten und ihre Darstellung
In der Dinnertafel wird Aruru als Schöpfungsgöttin beschrieben, welche in der akkadischen Kultur, die sich um die antike mesopotamische Stadt Akkad bildete, ihren Ursprung hat. Sie hat Parallelen in der sumerischen und der babylonischen Kultur.
Im Gilgamesch-Epos wird sie als die Schöpferin von Enkidu benannt, dem mythischen Wilden, der von Tieren großgezogen wurde.
In der Dinnertafel wird Ninhursaga als das sumerische Gegenstück von Aruru beschrieben. Sie wird als Göttin Ki angesehen. Sie war die Frau von Enki, dem Gott der Kultur, und schuf mit ihm das Pflanzenleben, welches durch ihre Tochter Ninsar, der Göttin der Weide, verkörpert wurde.
In der Kunstinstallation wird Tefnut als ägyptische Göttin des Wassers und der Fruchtbarkeit beschrieben. Der Sonnengott Ra nieste und Schu wurde geboren, dann räusperte er sich und Tefnut wurde geboren. Mit ihrem Bruder Schu schuf sie Geb und Nut.
Fruchtbarkeitsgöttinnen in prähistorischer und antiker Zeit
In einem Glaubenssystem des Polytheismus mit verschiedenen Göttern ist eine Fruchtbarkeitsgöttin verantwortlich für die Fruchtbarkeit der Felder und der Tiere. Fruchtbarkeitsgottheiten wurden oft als Göttin verehrt, archäologische Funde zeigen in Figurinen stilisierte Bilder des weiblichen Körpers, bei denen die sekundären Geschlechtsmerkmale, die die Fruchtbarkeit betonen, übertrieben stark dargestellt werden.
Bekannte Figurinen sind die Venus von Lespugue und die Venus von Willendorf. In der Regel werden Venusfigurinen einerseits als Fruchtbarkeitssymbole gedeutet, andererseits auch als die Darstellung einer Göttin.
Im Rahmen ihrer Forschungen habe sie Figuren gefunden, die mit Symbolen versehen sind, die Wasser in verschiedenen Formen darstellen, wie Regen, Bäche mit Muttermilch und Fruchtwasser.
Çatalhöyük und die Verehrung der Göttin
Die in der heutigen Türkei ausgegrabene Siedlung Çatalhöyük aus der Jungsteinzeit ist als archäologische Stätte für Forscher der Göttinnenverehrung von Bedeutung. Die Siedlung Çatalhöyük scheint eines der ersten urbanen Zentren gewesen zu sein, in der eine landwirtschaftlich geprägte Gesellschaft lebte, die Handel trieb und so reich war, dass ihre Bürger Luxusgüter wie Spiegel besaßen.
Chicago, die sich auf die Forschungen von James Mellaart bezog, ging noch von der umstrittenen Vermutung aus, dass es viele Schreine in der Siedlung gegeben habe. Diese werden jedoch inzwischen durch Ian Hodder ebenfalls als Wohnhäuser gedeutet.
Auch bezieht sich Chicago auf die These von James Mellaart, der Reliefs gefunden hat, auf denen Wesen mit gespreizten, jeweils in Kopfrichtung angewinkelten Armen und Beinen und einem betonten Nabel dargestellt sind, über denen sich mehrere Putzlagen und Bemalungen befanden. Kopf, Hände und Füße waren immer abgeschlagen. Mellaart deutete die Darstellung als gebärende Göttin.
Symbolik des Gedecks der Fruchtbarkeitsgöttin
Das Gedeck der Fruchtbarkeitsgöttin beinhaltet prähistorische Elemente, welche auf die gesellschaftliche Rolle der Frau und die Verehrung der Göttin für Geburt und Erschaffung von Nahrung hinweisen.
Die Techniken, die bei der Herstellung des Tischläufers benutzt wurden, wurden wahrscheinlich bereits von Frauen der Altsteinzeit bei ähnlichen Objekten verwendet. Auf dem Tischläufer findet sich die Spirale als vorherrschende Form. Sie bezieht sich auf die frühen Wickelkörbe und Töpferwaren von Frauen. Als Unterlage dient grobes Sackleinen, eine frühe Textilie. Chicago vermutet, dass diese Textilien ausschließlich von Frauen hergestellt wurden.
Das Gedeck erinnert an die traditionell geschaffenen Töpfer-, Korb- und Textilgüter der Jungsteinzeit, die von Frauen gefertigt wurden und von denen viele für die Landwirtschaft und den Anbau von Lebensmitteln verwendet wurden.
Die für die Produktion von Tischläufer und Teller notwendigen Entscheidungen für Aussehen und Stil fußen auf frühen Darstellungen von Göttinnen, wie der Venus von Willendorf. Es wurde dabei vermutet, dass es sich um kultische Gegenstände gehandelt habe, die von Männern und Frauen genutzt wurden.
Ihre üppigen Formen spiegeln sich in den fleischigen Qualitäten des Tellers wider. In den Tischläufer wurden Figuren eingewebt, die frühe Reproduktionen des weiblichen Körpers darstellen sollen. Diese Figuren wurden verwendet, um Frauen als Schöpferinnen und Erzieherinnen zu verehren. Muscheln und Seesterne schmücken den Läufer und verweisen auf die Assoziation des Meeres mit Frauen, Fruchtbarkeit und Göttinnen wie der Venus.

Göttinnen verschiedener Mythologien und Kulturen
In der römischen Religion die Göttin der Fruchtbarkeit, Heilung, Jungfräulichkeit und der Frauen, Tochter von Faunus, hatte in Rom einen Tempel auf dem Aventin. Ihr Kult bestand in Rom wahrscheinlich seit dem 3. Jahrhundert v. Chr.
Göttin der keltischen Mythologie Irlands. Sie gilt als Tochter des Dagda und Gattin des Bress sowie als Mutter des Ruadan.
Göttin der Schwellen, der Türscharniere und der Türgriffe. Sie gehört in die Reihe der römischen Sondergottheiten.
Keltische Göttin der Fruchtbarkeit, Gesundheit und des Wohlstands. Mutter der Túatha Dé Danann, der „Kinder von Danu“, eines Volkes, das im zweiten Jahrtausend v. Chr. In Irland lebte.
In der Nordischen Mythologie ist Frigg die Frau von Odin und gehört zu den Asen. Nach einigen Autoren ist ein anderer Name für sie Saga. Sie ist die Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft.
Gattin und gleichzeitig die Schwester von Zeus und somit die Tochter von Kronos und Rhea. Sie galt als Göttin der Geburt, der Ehe und Fürsorge.
In der samischen Mythologie Göttin der Frauen und Kinder, Stammesmutter, Fruchtbarkeitsgöttin. Sie wurde durch ihre drei Töchter Sarakka, Uksakka und Juksakka unterstützt.
Gottheit der germanischen Mythologie, die gelegentlich mit dem eddischen Njörd identifiziert wird.
Sumerische Göttin des Lebens. Sie wurde von Ninḫursanga mit sieben weiteren Göttinnen geschaffen, um Enki zu heilen, der zuvor von Ninḫursanga verflucht worden war und verbotene Blumen gegessen hatte. Ninti war dafür zuständig, Enkis Rippe zu heilen.
Gottheit der mütterlichen Erde, daher auch oft Terra Mater genannt, sie entspricht der griechischen Gaia. Tellus Mater war für Landwirtschaft und Erdbeben sowie für Ehe und Fruchtbarkeit verantwortlich.
Ištar: Die mesopotamische Göttin der Liebe und des Krieges
Ištar ist der akkadische Name einer sumerischen, in Mesopotamien verehrten Göttin. Sie war die Kriegsgöttin und Göttin der Liebe und des (sexuellen) Begehrens, zudem hatte sie weitere Attribute. Ihr wurde der Planet Venus, der Morgen- und Abendstern, zugeordnet.
Ištar galt als Tochter von Sin und Schwester von Šamaš und war die wichtigste weibliche Gottheit im akkadischen Pantheon. Sie teilte viele Aspekte mit einer früheren sumerischen Göttin, Inanna, auch Inana. Zudem werden ihr viele Liebhaber zugeschrieben.
Der vielleicht bekannteste Mythos von Ištar beschreibt, wie sie sich einen jungen Hirten namens Dumuzi (später Tammuz genannt) als ihren Geliebten auserkoren hat. Sie wurden später durch das Ritual „Heilige Ehe“ verbunden. Kurz danach starb Dumuzi.
Zu den mit der Verehrung von Ištar verbundenen Ritualen gehört die „Heilige Ehe“, in der sich ein männlicher Herrscher mit Dumuzi identifiziert. Da die Praxis nur in der Literatur beschrieben wurde, ist unklar, ob es sich um eine rein symbolische oder eine tatsächliche Wiederholung handelte.
Bevorzugte Herrscher soll sie im Kampf unterstützt haben, davon zeugen künstlerische Darstellungen und Texte.
Symbolik des Gedecks von Ištar
In der Kunstinstallation wird Ištar mit architektonischen Motiven verbunden. Die geometrischen Formen ihres Läufers stammen vom Ištar-Tor und der früheren Zikkurat von Ur, die dem Mondgott Nanna gewidmet ist, der einer Überlieferung nach der göttliche Vater von Ištar war.
Die aufsteigenden Stufen neben dem Namen auf dem Tischläufer stellen die aufsteigenden Stufen der Zikkurats nach, die Innenseite des oberen Bogens, gearbeitet im Ziegelstich, ist ein Hinweis auf die Kacheln des Ištar-Tors.