Aluminiumsalze in Deodorants während der Schwangerschaft: Informationen und Alternativen

Die Schwangerschaft ist eine Zeit bedeutender körperlicher Veränderungen, die werdende Mütter dazu veranlassen, ihre Gesundheits- und Schönheitsroutinen zu überdenken. Dies betrifft insbesondere die Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten, da einige Substanzen potenziell Bedenken für Mutter und Kind aufwerfen könnten. Eine häufig diskutierte Kategorie sind Deodorants, insbesondere solche, die Aluminiumsalze enthalten.

Aluminiumsalze in Deodorants: Kritik und wissenschaftliche Einschätzung

Aluminiumsalze in Deodorants, auch bekannt als Antitranspirantien, stehen wiederholt in der Kritik. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Schweißproduktion zu hemmen, indem sie vorübergehend einen Pfropfen in den Ausführungsgängen der Schweißdrüsen bilden. Dies führt dazu, dass Schweiß nicht an die Hautoberfläche gelangt und die Achselhöhlen trocken bleiben. Im Gegensatz dazu zielen reine Deodorants darauf ab, unangenehme Gerüche zu verhindern, ohne die Schweißsekretion zu beeinflussen.

Obwohl Aluminiumsalze in der Kritik stehen, weil angenommen wird, dass sie die Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer fördern könnten, ist die wissenschaftliche Evidenz hierfür laut neueren Auswertungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nicht belastbar. Das BfR hat in einer Stellungnahme vom November 2025 festgestellt, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die tägliche Verwendung von Antitranspirantien mit Aluminiumchlorohydrat nach gegenwärtigem wissenschaftlichem Kenntnisstand sehr unwahrscheinlich seien. Eine Studie, die Blut- und Urinkonzentrationen von Aluminium im Zusammenhang mit der Verwendung von aluminiumhaltigen Deos untersuchte, zeigte, dass über die Haut bei Weitem nicht so viel Aluminium aufgenommen wird, wie bisher angenommen. Von der aufgetragenen Menge wurden lediglich 0,00192 % im Körper nachgewiesen. Selbst bei der Anwendung von Deo-Sprays führen die potenziell eingeatmeten Mengen nicht zu bedenklichen Werten.

Trotz dieser Einschätzung rät das BfR dazu, die Gesamtaufnahme von Aluminium aus allen Quellen zu minimieren und an Tagen, an denen keine starke Schweißbildung zu erwarten ist, auf ein Deodorant ohne Aluminiumsalze zurückzugreifen.

Schema der Funktionsweise eines Antitranspirants mit Aluminiumsalzen

Aufnahme und Wirkung von Aluminium im Körper

Aluminium ist ein Leichtmetall, das in der Erdkruste weit verbreitet ist. Es gelangt über den Boden ins Trinkwasser und in Pflanzen und kann auch als Zusatzstoff in Lebensmitteln vorkommen. In Kosmetika findet es sich in Antitranspirantien (z.B. unter dem Begriff Aluminiumchlorohydrate), aber auch in Whitening-Zahnpasta, Lippenstiften und Sonnencremes. Aluminium kann auch in einigen Medikamenten enthalten sein.

Jeder Mensch nimmt täglich eine gewisse Menge Aluminium auf. Auch Aluminium aus äußerlich angewendeten Antitranspirantien kann in geringen Teilen in den Körper gelangen. Ein gesunder Mensch scheidet den Großteil des Aluminiums über die Nieren wieder aus. Nicht ausgeschiedenes Aluminium kann sich im Laufe des Lebens im Skelettsystem ablagern und wird nur sehr langsam wieder ausgeschieden, insbesondere bei Menschen mit Nierenerkrankungen. Ablagertes Aluminium kann negative Auswirkungen auf Nieren, Knochen und Nerven haben. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat daher einen Wert für die duldbare wöchentliche Aufnahme von einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt.

Alternativen zu aluminiumhaltigen Deodorants in der Schwangerschaft

Trotz der Entwarnung durch das BfR bevorzugen viele Schwangere aus Vorsicht oder aufgrund persönlicher Erfahrungen Deodorants ohne Aluminiumsalze. Glücklicherweise gibt es zahlreiche natürliche Alternativen:

Natürliche Deodorants

Deos aus zertifizierter Naturkosmetik enthalten in der Regel keine Aluminiumsalze. Sie basieren oft auf natürlichen Wirkstoffen, die Gerüche neutralisieren, ohne die Schweißproduktion zu hemmen. Achten Sie auf Produkte, die explizit als "aluminiumfrei" gekennzeichnet sind.

Hausmittel und einfache Alternativen

Manche Schwangere greifen auf einfache Hausmittel zurück, um Gerüche zu neutralisieren. Eine gründliche Hygiene und das Tragen atmungsaktiver Kleidung können ebenfalls helfen, die Schweißbildung und Geruchsbildung zu reduzieren.

Weitere Inhaltsstoffe und Kosmetikprodukte in der Schwangerschaft

Neben Deodorants gibt es weitere kosmetische Inhaltsstoffe, bei denen Schwangere Vorsicht walten lassen sollten:

  • Retinol (Vitamin A): Häufig in Anti-Falten-Cremes enthalten. Oral aufgenommenes Retinol kann zu Fehlbildungen beim Fötus führen. Auch wenn die Aufnahme über Kosmetik gering ist, wird empfohlen, solche Produkte sicherheitshalber zu meiden.
  • Salicylsäure: Kann in Anti-Schuppen-Shampoos enthalten sein. Hier können Hausmittel wie Brennnesseltee eine Alternative darstellen.
  • Phtalate: Können in Haarsprays vorkommen und bei männlichen Föten das Risiko für Fehlbildungen am Geschlechtsorgan erhöhen.
  • Künstliche Duftstoffe und Ethanol: Können in Haarsprays die Lungenfunktion beeinträchtigen und bei Babys irritierend wirken oder Allergien auslösen.
  • Nagellack und Nagellackentferner: Enthalten Lösungsmittel und Weichmacher. Es wird empfohlen, acetonfreien Nagellack und Entferner zu verwenden und beim Lackieren für gute Belüftung zu sorgen. Naturkosmetik-Nagellacke sind eine gute Alternative.
  • Chemische UV-Filter in Sonnencreme: Können über die Haut in den Körper gelangen. Hier sind mineralische UV-Filter (Titandioxid, Zinkoxid) vorzuziehen, die auf der Hautoberfläche verbleiben.
  • Parabene: Als Konservierungsstoffe können sie den Hormonhaushalt beeinflussen.
  • Mineralöle: Stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein.
  • Aluminiumpulver: Wird als Schimmerpartikel in Make-up eingesetzt und kann über die Haut absorbiert werden.
  • Aluminiumchlorid: Wird in Mundwässern, Gurgellösungen und Deodorants verwendet und steht im Verdacht, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen, auch wenn dies nicht abschließend belegt ist.
  • Oxybenzon: Ein UV-Filter, der stärker über die Haut aufgenommen wird.
  • Hydrochinon und Arbutin: Werden als Hautaufheller eingesetzt und sind gesundheitlich bedenklich.
  • Triclosan: Wirkt antibakteriell, kann aber Schilddrüsenprobleme und ein erhöhtes Allergierisiko verursachen.
  • Bisphenol A (BPA): Ein Stoff mit hormonähnlicher Wirkung, der mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht wird.
Infografik mit einer Übersicht über bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetik während der Schwangerschaft

Kosmetik in der Stillzeit

Auch in der Stillzeit ist Vorsicht geboten, insbesondere bei Parfüms. Neugeborene sollen den natürlichen Geruch der Mutter kennenlernen, und zu starke Parfüms können irritierend wirken oder sogar zu einem Stillstreik führen. Parfümfreie Deos, Duschgels und Seifen sind daher in den ersten Wochen nach der Geburt empfehlenswert. Dies gilt auch für den Vater, damit das Baby den vertrauten Geruch der Eltern wahrnehmen kann.

Fazit: Bewusster Umgang mit Kosmetik

Die Schwangerschaft erfordert zwar eine bewusstere Auswahl von Kosmetikprodukten, bedeutet aber keineswegs ein Verzicht auf die eigene Pflegeroutine. Durch die Beachtung der Inhaltsstoffe und die Wahl von Alternativen können werdende Mütter sicherstellen, dass sie sich wohlfühlen und gleichzeitig die Gesundheit ihres Babys schützen. Es lohnt sich, Produkte auf ihre Inhaltsstoffe zu überprüfen und auf zertifizierte Naturkosmetik zurückzugreifen.

Schwangerschaft: Die ersten 3 kritischen Monate

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