Ernährung von Kleinkindern: Was darf wann gegessen werden?

Die Ernährung von Kleinkindern ist ein Thema, das Eltern besonders am Herzen liegt. Um eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten, ist es wichtig zu wissen, welche Lebensmittel ab welchem Alter geeignet sind und wie eine ausgewogene Ernährung aussehen sollte. Die Ernährungspyramide des Bundeszentrums für Ernährung bietet hierfür eine gute Orientierungshilfe.

Die Basis der Kleinkindernährung: Pflanzliche Lebensmittel

Gemüse, Obst und Getreideprodukte sollten den größten Anteil der Ernährung von Kleinkindern ausmachen. Eine bunte Kombination von Obst und Gemüse, orientiert an den Farben der Ampel, sorgt für eine breite Palette an gesunden Inhaltsstoffen. So kann beispielsweise eine Kombination aus roten Erdbeeren, gelber Banane und grüner Kiwi oder aus roten Tomaten, gelber Paprika und grüner Gurke gewählt werden. Diese pflanzlichen Lebensmittel bilden die Grundlage der Ernährungspyramide und dürfen reichlich verzehrt werden.

Die Bedeutung von Vollkornprodukten

Bei Getreideprodukten wird empfohlen, dass mehr als 50 Prozent davon aus Vollkorn bestehen. Vollkornnudeln oder Vollkornbrötchen sind bei vielen Kleinkindern beliebt. Die in Vollkornprodukten enthaltenen Ballaststoffe sind essenziell für die Vorbeugung von Übergewicht, da sie für eine schnelle und langanhaltende Sättigung sorgen und so übermäßiges Essen verhindern.

Grafik einer Ernährungspyramide für Kinder mit Hervorhebung von Gemüse, Obst und Vollkornprodukten

Tierische Lebensmittel im Speiseplan

Oberhalb der pflanzlichen Lebensmittel in der Ernährungspyramide finden sich tierische Produkte wie Milch, Milchprodukte, Fleisch und Eier. Diese sollten in Maßen verzehrt werden. Eier werden generell erst ab dem ersten Geburtstag empfohlen.

Fisch: Eine wertvolle Ergänzung

Fisch, insbesondere fetter Seefisch wie Lachs, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Er kann zum Schutz vor Allergien beitragen und liefert wertvolles Eiweiß sowie Omega-3-Fettsäuren. Eine Portion pro Woche ist empfehlenswert. Aus ökologischen Gründen und wegen möglicher Belastungen mit Mikroplastik und Schwermetallen wird von einem häufigeren Verzehr von Meeresfisch abgeraten.

Mengenempfehlungen für tierische Produkte

Die Empfehlung, tierische Lebensmittel "mäßig" zu verzehren, bedeutet konkret, die Fleischmahlzeiten ab dem ersten Geburtstag auf ein bis zwei Mal pro Woche zu reduzieren. Fleisch und Wurstwaren sowie einige Milchprodukte wie Käse können zwar wichtige Nährstoffe enthalten, aber auch einen hohen Anteil an ungesunden Fetten, die zu Übergewicht beitragen können. Ungesunde Essgewohnheiten in der Kindheit können sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Daher ist es ratsam, von Anfang an gute Gewohnheiten zu etablieren und beispielsweise öfter vegetarisch zu essen.

Eisenversorgung im Säuglingsalter

Im zweiten Halbjahr des ersten Lebensjahres kann die Eisenversorgung kritisch werden, da Muttermilch dann keine ausreichenden Mengen mehr liefert. Fleischgerichte sollten an drei bis vier Tagen pro Woche angeboten werden. Eine vegetarische Ernährung ist auch für Babys möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und gegebenenfalls eine Ernährungsberatung, um einem Eisenmangel vorzubeugen.

Illustration eines Kindes, das verschiedene Gemüsesorten isst

Besondere Lebensmittel und Verschluckungsgefahren

Bestimmte Lebensmittel wie Spinat und Rote Bete sollten aufgrund ihres Nitratgehalts nicht zu häufig auf dem Speiseplan stehen. Eine weitere wichtige Vorsichtsmaßnahme betrifft die Größe und Beschaffenheit von Lebensmitteln. Kleine, runde und harte Lebensmittel wie Nüsse, Johannisbeeren oder Lutschbonbons bergen für Babys und Kleinkinder ein erhebliches Erstickungsrisiko. Eltern sollten ihre Kinder beim Essen niemals unbeaufsichtigt lassen, um im Notfall sofort eingreifen zu können.

Förderung der Selbstständigkeit beim Essen

Ab dem siebten Lebensmonat beginnen Kinder oft, Dinge selbst in die Hand nehmen und erkunden zu wollen. Dies ist positiv für ihre Entwicklung, ihre Selbstständigkeit und das Training der Mundmotorik und sollte daher unterstützt werden.

Bio-Qualität und Fruchtzucker

Bio-Lebensmittel werden generell empfohlen, da sie oft nährstoffreicher sind und weniger Schadstoffe enthalten. Dies gilt auch für Bio-Milch. Bei Obst ist die Qualität besonders wichtig, wenn Kinder beginnen, feste Nahrung zu entdecken. Zwar enthält Obst Fruchtzucker, doch in seiner natürlichen Form ist er in Maßen unbedenklich. Kinder hören auf zu essen, wenn sie satt sind. Bei Smoothies hingegen kann die aufgenommene Fruchtzuckermenge sehr hoch sein, was zu Fruktoseintoleranz führen kann. Verbote sind hierbei selten zielführend.

Getränke: Wasser und ungesüßte Schorlen

Fruchtsäfte sollten nur sparsam verwendet werden. Bevorzugt sollten Kinder Wasser oder ungesüßte, zuckerfreie Schorlen (im Verhältnis 1:3) trinken. Der tägliche Flüssigkeitsbedarf von Kleinkindern liegt bei etwa 0,7 Litern. Ein leichter Wassermangel kann bereits zu Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und Kopfschmerzen führen.

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Süßigkeiten und salzige Snacks

Es ist ratsam, den Konsum von Süßigkeiten so lange wie möglich hinauszuzögern. Wenn Kinder dennoch mit Süßigkeiten in Berührung kommen, ist es wichtig, ihnen zu vermitteln, dass Süßes in Maßen genossen werden darf. Täglich eine kleine Menge Süßes, idealerweise nach einer Mahlzeit, ist akzeptabel. Dabei sollte etwa zehn Prozent der täglichen Kalorienzufuhr aus Süßem stammen, was beispielsweise elf Gummibärchen, vier Butterkeksen oder vier Stückchen Schokolade entspricht.

Häufige Fehler im Umgang mit Süßigkeiten

Ein gesunder Umgang mit Süßigkeiten im Kleinkindalter prägt das spätere Essverhalten. Striktes Verbieten kann zu Heißhunger führen, während die Nutzung von Süßigkeiten als Trost oder Belohnung zu einem ungesunden Verknüpfungsmechanismus im Erwachsenenalter führen kann. Wenn Naschen als bewusstes Genusserlebnis vermittelt wird, lernen Kinder, damit in Maßen umzugehen.

Salzige Snacks wie Chips oder Flips sind aufgrund ihres hohen Gehalts an ungesunden Fetten und Salz nicht empfehlenswert. Der Körper benötigt viel Wasser, um das Salz auszuscheiden, was für Kleinkinder oft schwierig ist.

Der Umgang mit Salz

Vor dem ersten Geburtstag sollten Kinder salzfrei ernährt werden. Danach sollte Salz nur in moderaten Mengen verwendet werden. Küchenkräuter wie Basilikum, Petersilie oder Portulak können eine gute Alternative sein, um Speisen zu würzen und gleichzeitig wertvolle Nährstoffe zuzuführen. Ab dem zehnten Lebensmonat sind auch Zwiebeln und Knoblauch in Maßen verträglich.

Kinderlebensmittel aus dem Supermarkt: Eine kritische Betrachtung

Sogenannte "Kinderlebensmittel" werden oft als Werbelüge entlarvt. Sie sprechen Eltern durch Aussagen wie "mehr Kalzium" oder "fettreduziert" an und Kinder durch bunte Verpackungen. Tatsächlich enthalten sie jedoch häufig zu viel Zucker und Fett sowie künstliche Aromen und Farbstoffe. Quetschies beispielsweise weisen eine hohe Fruchtzuckerkonzentration auf und sind zudem teuer.

Generell sollten Kinder die gleichen Lebensmittel essen wie Erwachsene. Eine Trennung in "Kinderlebensmittel" und "Erwachsenenlebensmittel" erschwert die Integration in die Familienkost.

Die "Optimierte Mischkost" und Portionsgrößen

Die "Optimierte Mischkost", entwickelt vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund, stellt eine gesunde Ernährungsweise für Kinder dar. Sie basiert auf folgenden Grundsätzen:

  • Vielfalt: Kinder brauchen verschiedene Lebensmittel, um eine gute Nährstoffzufuhr zu gewährleisten. Es sollte keine Verbote geben, sondern ein "Mehr oder Weniger".
  • Regelmäßige Mahlzeiten: Morgens, mittags und abends sollten Mahlzeiten, idealerweise gemeinsam mit der Familie, eingenommen werden. Kleine Zwischenmahlzeiten sind für den Hunger zwischendurch geeignet.
  • Rituale: Regelmäßige Tagesabläufe und Rituale geben Kindern Sicherheit.
  • Flüssigkeit: Ausreichend Trinken ist wichtig; ideal sind Wasser und ungesüßter Tee.

Die Umstellung auf drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten erfolgt schrittweise. Auch im Kleinkindalter kann Brei noch Teil des Speiseplans sein. Kinder lernen durch Mitmachen bei der Zubereitung und beim Tischdecken.

Infografik mit Portionsgrößen für verschiedene Lebensmittelgruppen für Kinder von 1-2 Jahren

Grundlegende Empfehlungen für die Ernährung von Kleinkindern (1-2 Jahre):

  • Reichlich: Verschiedene frische Gemüse- und Obstsorten, Rohkost, Salat, Kartoffeln, Vollkorngetreideprodukte (Brot, ungesüßte Müsli, Frühstücksflocken, Hirse, Quinoa, Reis, Buchweizen etc.), Hülsenfrüchte und Sojaprodukte (bei Verträglichkeit).
  • Mäßig: Tierische Lebensmittel wie Milch, Käse, Fleisch, Wurst, Eier und Fisch.
  • Sparsam: Fett- und zuckerreiche Lebensmittel wie Öl, Butter, Nüsse, Sahne, Süßigkeiten und salzige Knabbereien.

Die Kampagne "5 am Tag" der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse täglich. Mindestens die Hälfte der Getreidemenge sollte aus Vollkornprodukten bestehen.

Empfehlungen für tierische Produkte:

  • Maximal 2-3 Mal pro Woche ein Gericht mit magerem Fleisch oder Wurst.
  • Mindestens 1 Mal pro Woche Fisch, besonders Seefisch.
  • Täglich Milch oder Milchprodukte für eine ausreichende Kalziumversorgung.

Bei Fruchtjoghurts ist es ratsam, diesen mit Naturjoghurt zu mischen, um den Zuckergehalt zu reduzieren. Naturjoghurt ist die beste Wahl.

Fette und Öle:

Täglich sollten etwa 1-2 Esslöffel Öl und 2 Teelöffel Butter verwendet werden. Geeignete Öle sind Rapsöl, Olivenöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl. Es ist wichtig, auch auf "versteckte" Fette in Wurst, Milchprodukten, Fertiggerichten und Süßigkeiten zu achten.

Wichtige Hinweise zu Lebensmitteln und deren Zubereitung

Bei der Zubereitung von Kinderessen ab einem Jahr sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Nährstoffreiche Zutaten: Frische und nährstoffreiche Lebensmittel verwenden.
  • Textur: Berücksichtigung der Kau- und Schluckfähigkeiten des Kindes; Einführung stückigerer Konsistenzen.
  • Allergene: Vorsicht bei häufigen Allergenen wie Milchprodukten, Eiern, Weizen, Soja, Nüssen und Meeresfrüchten; bei Bedenken ärztlichen Rat einholen.
  • Schonende Zubereitung: Dampfgaren oder sanftes Kochen zur Erhaltung von Nährstoffen.
  • Salz- und Zuckergehalt: Begrenzung von Salz und Zucker; stattdessen Kräuter und Gewürze verwenden.
  • Hygiene und Lebensmittelsicherheit: Gründliche Händehygiene, Reinigung von Obst und Gemüse, Vermeidung von Kreuzkontamination, Durchgaren von Lebensmitteln.
  • Vielfalt und Ausgewogenheit: Anbieten einer breiten Palette von Lebensmitteln.
  • Regelmäßige Mahlzeiten: Drei Hauptmahlzeiten und ein bis zwei Snacks pro Tag.
  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichend Wasser oder ungesüßte Getränke anbieten.
  • Essenszeit als Familienzeit: Gemeinsames Essen zur Förderung der Bindung und positiven Einstellung.
  • Eigenständigkeit fördern: Kinder zum selbstständigen Essen ermutigen.

Besondere Vorsicht bei:

  • Honig und Ahornsirup: Erst ab dem ersten Lebensjahr, da sie Botulinum-Bakterien enthalten können.
  • Kleine, runde oder harte Lebensmittel: Nüsse, Trauben, Kirschen, hartes Obst und Gemüse in großen Stücken können zu Erstickungsgefahr führen. Gemahlene Nüsse oder Nussmus sind eine sicherere Alternative.
  • Rohe tierische Produkte: Salami, roher Schinken, weich gekochte Eier, Mett, roher Fisch sollten im ersten Lebensjahr vermieden werden.
  • Pseudogetreide: Quinoa und Amaranth können Gerbstoffe und Bitterstoffe enthalten, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen und Unverträglichkeiten hervorrufen können.

Fleisch, Fisch und Eier müssen immer gut durcherhitzt und frei von Gräten, Knochen oder Knorpel sein. Rohe Sprossen oder nicht wieder erhitzte Tiefkühlbeeren sollten ebenfalls vermieden werden.

Illustration von gesunden Snacks für Kleinkinder

Der Übergang zur Familienkost

Zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat beginnt schrittweise der Übergang zur Familienkost. Wenn Kinder gut kauen und schlucken können, können sie fast wie die Erwachsenen essen. Die Umstellung sollte allmählich erfolgen, um das Verdauungssystem nicht zu überfordern. Es ist wichtig, die Reaktionen und Vorlieben des Kindes zu beobachten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sechs Monate ausschließliches Stillen, gefolgt von geeigneter Beikost und weiterem Stillen für mindestens zwei Jahre. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät zur Einführung von Beikost zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat.

Fingerfood: Eine sinnvolle Ergänzung

Ab etwa dem siebten Monat kann Fingerfood als Ergänzung oder Alternative zum Brei angeboten werden. Dies fördert die sensorischen und motorischen Fähigkeiten des Kindes. Geeignet sind weiche Früchte, gegartes Gemüse oder Brotwürfel, die das Kind gut greifen und in den Mund führen kann.

Generell gilt: Kinder können ihren Hunger und ihre Sättigung gut spüren. Es ist wichtig, sie nicht zum Essen zu zwingen, damit sich kein gestörtes Essverhalten entwickelt.

Foto einer Familie, die gemeinsam am Tisch isst

Empfehlungen für Kinder ab 3 Jahren

Ab dem dritten Lebensjahr können Kinder im Allgemeinen eine ähnliche Vielfalt an Lebensmitteln wie Kleinkinder essen. Die Portionsgrößen können jedoch größer sein, um den wachsenden Energiebedarf zu decken. Das Erstickungsrisiko bleibt ein Thema, daher sollten Lebensmittel weiterhin in angemessenen Stücken angeboten werden. Honig kann ab dem ersten Lebensjahr sicher konsumiert werden. Bei Bedenken bezüglich Allergien sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

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